Sonntag, 22. November 2015

Der Schriftsteller und Regisseur Harald Molander

Als Harald Molander am 22. November 1900 in Stockholm starb, galt er als Erneuerer des schwedischen Theaters, auch wenn man heute seine Leistung weitaus weniger hochhebt wie zu jener Epoche, denn Molander hatte eine Neigung zur historischen Realität und klare Vorstellungen zum Aufbau eines Stückes, was wenig Individualität zuließ. Die Stücke, die der Regisseur auf die Bühne brachte, waren zudem gezeichnet von hohem Aufwand, relativ viel Technik und pompöser Staffage, was jedoch in dieser Zeit, als Operetten ihren Höhepunkt hatten, sehr gut beim Publikum ankam.

Harald Molander kam am 17. März 1858 in Stockholm zur Welt und wurde von seinen Eltern sehr früh zur Literatur gebracht in denen Theaterspiele im Vordergrund standen. Auf diese Wiese lernte Molander seinen asthmatischen Problemen in eine Parallelwelt zu entfliehen. 1877 begann der Regisseur ein literarisches Studium an der Universität Uppsala, das er jedoch wenig ernst nahm, denn er beteiligte sich mehr am Studententheater als an Vorlesungen und brach das Studium letztendlich auch ab um 1881 als Dramatiker mit der Komödie Rococo am Dramatischen Theater zu beginnen. Nur drei Jahre später wurde Molander dann als Regisseur am Nya Teatern in Stockholm beschäftigt und 1886 war er Direktor des Schwedischen Theaters in Helsingfors (Helsinki).

Nach mehreren Jahren an führenden Theatern wurde Harald Molander im Jahre 1898 von Albert Ranft als Direktor im Svenska Teatern eingesetzt. An diesem Theater konnte der Regisseur dann auch sein wenige Jahre vorher geschriebenes Buch En lyckoriddare dramatisieren und auf die Bühne bringen, ein Werk, das 21 Jahre nach seinem Tod von John W. Brunius mit Gösta Ekman in der Hauptrolle verfilmt wurde. Trotz dieses Erfolgs gelang es Harald Molander nicht seine beiden Träume zu verwirklichen, nämlich als überragender Literat und Dramatiker in die Geschichte einzugehen, da er sich aus den Normen der Zeit nicht lösen könnte und wenig Persönlichkeit zeigte, sondern überragende Kenntnisse und Wissen in den Vordergrund traten.


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Copyright: Herbert Kårlin

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