Dienstag, 7. März 2017

Das Rathaus in Borås

Das vermutlich am häufigsten fotografierte Gebäude in Borås ist das Rathaus, das noch heute mit seinem nationalromantischen Stil alle Augen auf sich zieht. Als das Rathaus Borås am 7. März 1910 eingeweiht wurde, fand man hier natürlich nicht nur, wie heute, ein Gerichtsgebäude und ein Restaurant, sondern im Rathaus fand man, wie zu jener Zeit üblich, auch die Stadtverwaltung und die Polizei, die beide längst in neue Gebäude umgezogen sind, so dass das Gericht nahezu den gesamten Platz einnehmen konnte. Aus dem einstigen Plenarsaal für den Stadtrat wurde mittlerweile ein Gerichtssaal. Die zahlreichen Kalkmalereien im Inneren waren ursprünglich für die Stadtverwaltung gedacht und wirken mittlerweile in einem Gerichtsgebäude etwas fehl am Platz.

Bereits im Juni 1906 hatte der Stadtrat in Borås sich für den Bau eines neuen Rathauses entschieden und eine Ausschreibung für Architekten bekannt gemacht. Es kamen 33 verschiedene Vorschläge, wobei sich die Stadt dann für die Arbeiten von Ivar Tengbom und Ernst Torulf entschied, zwei Architekten, die um diese Zeit auf der Spitze ihrer Karriere standen und einige der bedeutendsten nationalromantischen Gebäude Schwedens errichteten. Dass das Gebäude, trotz zügigem Baubeginn, erst 1910 fertiggestellt wurde, lag an zwei längeren Streiks bei denen die Arbeiten still lagen.

Das Rathaus in Borås wurde ganz aus handgeschlagenen Ziegelsteinen gebaut, wobei das Fundament aus Granit aus dem Bohuslän besteht. Sehr interessant sind nicht nur die zahlreichen Wand- und Deckengemälde, die weitgehend noch aus aus dem Jahr 1910 stammen, sondern auch der Brunnen Richtung Allégatan, den die beiden Architekten zeichneten und Phantasietier (Fanatsidjur) heißt. Seit 1944 findet man im südlichen Turm auch ein Glockenspiel, das man viermal pro Tag hören kann, erstmals um acht Uhr morgens und letztmals um 21 Uhr, als Zeichen dafür, dass der Tag zu Ende ist.


7. März 1768: Der Aufstieg des Grafen Carl Gustaf Löwenhielm
7. März 1785: Sklaverei in schwedischer Kolonie
7. März 1897: Der schwedische Sportklub Hammarby IF
7. März 1905: Anna Wästberg, Dichtung und Theater im 19. Jahrhundert
7. März 1910: Die Bergbahn in Åre, Bergbanan
7. März 1932: Ein dreifacher Mord und zwei Selbstmorde
7. März 1965: Lady Louise Mountbatten wird Königin von Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 6. März 2017

Die schwedische Künstlerin Ebba Hedqvist

Ebba Hedqvist wurde am 6. März 1909 als Tochter eines Arbeiters und Landwirts auf einem Bauernhof in Öjebyn in Nordschweden geboren. Nach der Grundschule verließ Hedqvist ihren Heimatort um ihr Geld als Boutiqueangestellte in Stockholm zu verdienen. Der Wunsch der jungen Frau war jedoch Künstlerin zu werden. Da es in Schweden für sie nahezu aussichtslos war eine über Grundstudien hinausführende Ausbildung zu finden, ging Hedqvist, als sie rund 30 Jahre alt war, nach Rom und Paris um dort Malerei und Skulptur zu studieren.

Zurück in Schweden hatte Ebba Hedquist, die mit ihrer Skulptur Flickhuvud auch den Zugang zum Nationalmuseum in Stockholm fand, zahlreiche Ausstellungen, wurde dennoch weniger als Malerin bekannt, sondern vor allem über ihre öffentlichen Skulpturen, die man in nahezu ganz Schweden finden kann. Hedqvist arbeitete mit dem unterschiedlichsten Material, angefangen von Holz und Stein bis zur Bronze. Neben der Malerei und den Skulpturen im öffentlichen Raum, zeichnet die Künstlerin auch für die Ausschmückung von Theatern und bedeutenden industriellen Gebäuden, wobei die Künstlerin bis wenige Jahre vor ihrem Tod am 10. Dezember 2001 aktiv war.

Ebba Hedqvist ist jedoch noch aus einem anderen Grund in Schweden unvergesslich, denn ab den 30er Jahren hatte die Künstlerin daran gearbeitet eine Künstlerkolonie zu schaffen, die Stiftung Konstnärshem. Das Ziel war, dass Gleichgesinnte einen Raum für den Gedankenaustausch hatten, sich unterstützten und auch die Chance hatten dort bis zu ihrem Lebensende an ihrer Kunst zu arbeiten. Erst 1974 sollte ihre Mühe Erfolg zeigen und die ersten Künstler konnten in den Häusern des Konstnärhem einziehen. Unterstützt wurde Hedqvist von zahlreichen Künstlern ihrer Zeit, unter anderem von Birgit Nilsson, Siri Derkert und Sven Erixson. Das erste zahlende Mitglied war indes Barbro Alving, die jedoch nie dort einzog.


6. März 1808: Sophie Adlersparre und die schwedische Frauenbewegung
6. März 1823: Gustaf Ljunggren und die klassische Literatur Schwedens
6. März 1850: Victoria Benedictsson und der Weg der weiblichen Befreiung
6. März 1850: Victoria Maria Benedictsson, ein Selbstmord ohne Antwort
6. März 1888: Der Schauspieler und Theaterdirektor Gösta Cederlund
6. März 1943: Eva Bysing aus Bysingsberg im Västmanland
6. März 1962: Piratensender vor der schwedischen Küste
6. März 1988: Die schwedische Sängerin Agnes Carlsson 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 5. März 2017

Die Sängerin und Musikerin Anna Öst

Als Anna Öst am 5. März 2011 im Alter von 100 Jahren in Edsbyn im Hälsingland starb, verschwand eine der letzten Sängerinnen der alten Tradition, die in ganz Schweden mit ihrer Musik Freude verbreitet hatten, heute aber nahezu vergessen sind, da Spielmannsmusik und lockere Weisen heute keine Rolle mehr im Musikgeschehen spielen. Das einzige Lied, das noch viele ältere Schweden von Öst kennen, ist das Lied Nicolina, das die Sängerin bei jedem ihrer Auftritte singen musste, aber selbst am liebsten vergessen hätte, da Öst weitaus mehr zu bieten hatte als dieses Lied.

Anna Öst, nicht zu verwechseln mit Anna Lovisa Öst, die als Lapp-Lisa bekannt wurde, kam am 15. Mai 1910 in Ovanåker als Tochter des Reichsspielmannes Jon-Erik Öst zur Welt und wuchs daher mit Musik auf. Sehr früh begann Öst auch selbst Geige und Gitarre zu lernen und sang als Jugendliche in der Missionskirche in Edsbyn, der auch die Mutter angehörte. In den 20er Jahren war Öst Mitglied der Hälsingeflickorna und spielte, unter anderem, auch in den Stimmfilmen des Godtemplaregården Geige. Obwohl Öst mit den Hälsingeflickorna im ganzen nordischen Raum unterwegs war und es sich dabei um eine der beliebtesten Musikgruppen Schwedens handelte, kam es nie zu einer Schallplatte.

Der Durchbruch als Solosängerin kam für Anna Öst jedoch in den 60er Jahren, als sie, gemeinsam mit der Gruppe Family Four Nicolina sang, denn dieses Lied entwickelte sich in kürzester Zeit zu einem Publikumserfolg und kam in die Svensktoppen. Nur wenige Jahre später, im Jahre 1971, bekehrte sich Öst ganz zum christlichen Glauben, schloss sich der LP-Stiftung, die von Lewi Pethrus initiiert wurde, an und sang fast ausschließlich religiöse Lieder. Als Mitglied der Stiftung begann für Anna Öst auch eine intensive Missionsarbeit, die die Sängerin selbst in die USA führte. Auf Grund ihrer Bekanntheit und ihrer Stimme waren alle Veranstaltungen an denen sie teilnahm, sehr gut besucht, so dass Öst einen sehr wichtigen Beitrag für die LP-Stiftung leistete.


5. März 1618: Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone
5. März 1711: Der schwedische Künstler Carl Gustaf Pilo
5. März 1856: Die erste Dampflok zwischen Örebro und Ervalla
5. März 1864: Filip Månsson und die öffentliche Kunst Schwedens
5. März 1867: Carl Cederström, vom Landwirt zum Flugpionier
5. März 1922: Der Vasalauf oder Wasalauf in Schweden
5. März 1953: Katarina Frostenson und die dunkle moderne Lyrik Schwedens
5. März 1963: Die schwedische Sängerin Lotta Engberg
5. März 1963: Ludde Gentzel, der Optimist des schwedischen Radios

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Samstag, 4. März 2017

Margit Nordin und der Wasalauf (Vasaloppet)

Am 4. März 1923 sollte Margit Nordin Geschichte machen und die Bedingungen des Wasalaufes, auch Vasalauf geschrieben, für die kommenden 58 Jahre verändern. Dabei wollte Nordin nichts anderes als sich selbst beweisen dass sie die legendäre 90 Kilometer lange Strecke zwischen Sälen und Mora auf Skiern schaffen konnte. Am Morgen des 4. März stand Nordin daher, neben 160 Männern, am Start und trug die Startnummer 103. Natürlich wollte keiner der Männer Nordin als Teilnehmerin sehen, denn schließlich war dies ein Lauf für starke Männer, aber nach den Statuten war es Frauen nicht verboten am Wasalauf teilzunehmen.

Margit Nordin arbeitete um diese Zeit als Gymnastiklehrerin und Krankengymnastin und ihre einzige Vorbereitung für den Wasalauf war, dass sie einen Patienten hatte, den sie nur mit Skiern an den Füssen erreichen konnte und daher längere Zeit pro Tag 30 Kilometer im Schnee zurücklegen musste. Bisweilen hatte Nordin auch schon bis zu 60 Kilometer auf den beiden Brettern gemacht, nie jedoch unter Zeitdruck. Natürlich war Margit Nordin nach zehn Stunden, neun Minuten und 42 Sekunden die letzte, die durch das Ziel ging, aber, verglichen mit dem Training ihrer Konkurrenten, war dies eine beachtliche Leistung, zumal sie lediglich 15 Minuten lang Pause gemacht hatte.

Für die Organisatoren des Wasalaufes und die anderen Teilnehmer war dies jedoch ein Zeichen dafür dass Frauen absolut nichts bei diesem Lauf zu suchen haben und sich nicht mit Männern messen können. Bei der kommenden Versammlung der Organisatoren entschied man sich daher Frauen vom Wasalauf grundsätzlich auszuschließen, ein Verbot, das erst 1979 gelockert wurde, als Frauen auch bei einem Sonderlauf teilnehmen konnten, und zwei Jahre später entschied man sich letztendlich auch Frauen voll als Teilnehmerinnen zu akzeptieren. Natürlich gab es in der Zwischenzeit immer wieder einmal Frauen, die die 90 Kilometer neben den Männern zurücklegten, aber immer verkleidet als Männer und mit angeklebtem Schnurrbart, was natürlich anschließend immer ein gefundenes Fressen für die Presse war.


Mehr zum Vasalauf (Wasalauf):
Der Vasalauf oder Wasalauf in Schweden
Gustav Vasa, der berühmteste König Schwedens
Gustav Vasa auf der Flucht
Ernst Alm, der Sieger des ersten Wasalaufs im Jahre 1922
Mora-Nisse, eine schwedische Legende des Skisports

4. März 1574: Stadthalter und Reichsrat Carl Carlsson Gyllenhielm
4. März 1824: Der schwedische Philosoph Carl Yngve Sahlin
4. März 1828: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
4. März 1882: Die sozialdemokratische Bewegung in Schweden
4. März 1882: Der schwedische Künstler Gunnar Widholm
4. März 1931: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
4. März 1948: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 3. März 2017

Der schwedische Modedesigner Claes Bondelid

Claes Göran Bondelid kam am 3. März 1956 zur Welt, wechselte aus verschiedenen Gründen die Schule mehrmals und hatte im Laufe der Jahre auch mehrere verschiedene Jobs. Mit 22 verkaufte Bondelid dann Anzeigen für die neu gegründete Musikzeitschrift Schlager und gründete gleichzeitig einen Schallplattenverlag. Wenig später gründete er zudem ein Fluggesellschaft, die ihn reich machen sollte, denn er setze ganz auf das zehnjährige Jubiläum von Woodstock. Bedauerlicherweise wurde das Festival eingestellt und Bondelid musste eine andere Beschäftigung suchen. Mit einem Freund mietete der spätere Modedesigner dann einen Keller in der Altstadt Stockholms und schuf dort einen der ersten Second-Hand-Shops Schwedens mit Kleidung.

Aber es sollte für Claes Bondelid nicht beim Verkauf von gebrauchter Kleidung bleiben, denn 1979 schuf er, gemeinsam mit seiner Freundin Britt-Inger Wilhelmsson, die Bekleidungsmarke Bondelid. Das Paar interessiert sich im Grunde nicht für Mode und bot daher einen Stil an, der ihnen persönlich zusagte. Die Idee sollte sich auszahlen, denn Ende der 90er Jahre lag der Jahresumsatz bei 70 Millionen Kronen. In den Geschäftsräumen findet man heute jedoch drei Geschäfte, nämlich die Mode Bondelid, die eigene Modelinie Brittinger (Britt-Inger) und die Schuhmode Claes Göran. Die beiden Besitzer sind heute zwar kein Paar mehr, aber haben eine ausgezeichnete Zusammenarbeit.

Vor einigen Jahren wollte Claes Bondelid etwas neues schaffen, und er gründete die Firma Cleas-Göran, ohne allerdings ein klares Konzept zu haben und ohne zu wissen was er eigentlich verkaufen sollte. Letztendlich schuf er Sneakers, die während der ersten beiden Jahre nahezu unverkäuflich waren. Aber auch hier sollte sich dann das Blatt wenden, denn die Schuhmarke Claes-Göran ist mittlerweile sehr gut eingeführt und hat ein Angebot für jedes Alter, wenn auch nicht für jeden Geschmack, denn Claes Bondelid ist sich selbst treu geblieben, nämlich das zu schaffen was ihm selbst Spaß macht und ihm persönlich gefällt. Bondelid ist damit einer der wenigen Modedesigner Schwedens, die ohne entsprechende Ausbildung Erfolg haben.


3. März 1538: Svante Sture heiratet Märta Eriksdotter Lejonhufvud
3. März 1770: Johan Wilhelm Palmstruch, vom Soldaten zum Künstler
3. März 1813: Die schwedische Kolonie Guadeloupe
3. März 1813: Die schwedische Kolonie ohne schwedische Führung
3. März 1844: Leonard Bygdén und die Universitätsbibliothek in Uppsala
3. März 1906: Artur Lundkvist auf der Suche nach einer neuen schwedischen Sprache
3. März 1940: Terroristisches Attentat in Schweden
3. März 2003: Kenneth Gustafsson, bekannt unter dem Namen Kenta

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 2. März 2017

Die schwedische Künstlerin Tora Vega Holmström

Tora Vega Holmström kam am 2. März 1880 als Tochter eines Geologen in Tottarp in Skåne (Schonen) zur Welt und wuchs in einem Heim auf in dem Kunst und Kultur eine wichtige Rolle spielte. Frühe Aufzeichnungen Holmströms lassen darauf hinweisen, dass sie sie sehr früh zur Malerei neigte. Mit 16 begann Holmström in der Gipsschule in Kopenhagen dann ihre künstlerische Ausbildung, die sie ein Jahr später mit anatomischen Studien in Lund fortsetzte um schließlich ab 1900 an der Kunsthochschule Valand in Göteborg unter Carl Wilhelmson Malerei zu studieren. Die Künstlerin setzte anschließend ihre Ausbildung noch bei Adolf Hölzel in Dachau und an der Académie Colarossi in Paris fort bevor die Künstlerin 1907 nach Schweden zurückkehrte.

Während die frühen Gemälde der Künstlerin deutlich die Züge der Nationalromantik zeigen, fing Tora Vega Holmström jedoch sehr bald, und beeinflusst von ihren Reisen, auf den Modernismus und den Kubismus über um schließlich beim Expressionismus und teilweise dem Surrealismus anzukommen. Holmström griff bei ihren Gemälden insbesondere zu Pastell und Öl, wobei die Künstlerin vor allem bei den Pastellgemälden der 20er Jahre mit einer nicht-figurativen Formsprache eine ungemeine Stärke zeigt, die man um diese Zeit in ihren Ölgemälden noch vermisst.

Um sich das ganze Leben der Kunst widmen zu können, erklärte Tora Vega Holmström sehr früh dass sie weder heiraten würde noch Kinder wolle. Beides setzte sie in Tat um, schuf jedoch einen Künstlerkreis weiblicher Künstler Schwedens in dem man auch Ellen Trotzig und Ester Almqvist findet. Auch wenn Holmström auch zahlreiche religiöse Gemälde verwirklichte, die von Kritikern oft als visionär bezeichnet wurden, so wurde ihr Kennzeichen die Landschaft Skånes mit seinen Hügeln. Sehr oft findet man in diesen Gemälden auch Pferde oder Stiere, die geradezu ein Kennzeichen Holmströms wurden. Gemälde von Tora Vega Holmström, die am 28. Januar 1967 starb, findet man heute, unter anderem im Nationalmuseum in Stockholm.


2. März 1760: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin
2. März 1828: Frans Theodor Hedberg, ein Leben für das Theater
2. März 1851: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
2. März 1880: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord
2. März 1886: Die schwedische Künstlerin Agda Holst
2. März 1911: Verhütung in Schweden - eine Straftat 
2. März 1913: Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden 
2. März 1992: Der private Fernsehkanal TV4 sendet analog

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 1. März 2017

Else Fisher, Regisseurin, Tänzerin und Schauspielerin

Else Fisher kam am 1. März 1918 als Tochter einer schwedischen Textilkünstlerin und eines norwegischen Ingenieurs in Melbourne in Australien zur Welt und kam erst mit vier Jahren nach Schweden, als der Vater mit Tuberkulose in ein Sanatorium in Norwegen kam und die Mutter mit ihren Kindern nach Stockholm zog damit sie die Familie ernähren konnte. Das Mädchen wollte sehr früh Tänzerin werden, was die Mutter ermunterte. Mit 21 Jahren beendete Fisher dann ihre Ausbildung als Tänzerin mit dem Diplom einer Tanzlehrerin und begann eine vielversprechende Karriere als Solotänzerin, die allerdings der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nahezu beendete, auch wenn Fisher noch bei Karl Gerhards Revue Lite Gullregn auftrat und auch kleinere Auftritte akzeptierte.

Als Else Fisher 1941 Ingmar Bergman traf, begann eine engere Zusammenarbeit, wobei sie noch im gleichen Jahr ¨für ihn die Choreographie für Fågel Blå machte und dabei auch als Tänzerin auftrat. In dieser Zeit begann Fisher auch mehr und mehr als Choreographin zu arbeiten und setzte auch auf das Schauspiel, wobei Fisher dabei ihr sehr vielseitiges Talent bewies. Als Bergman nach Helsingborg ging, war geplant dass Fisher auch dort für ihn arbeite, aber als die Schauspielerin an Tuberkulose erkrankte, musste sie die Bühne gegen einen Sanatorium tauschen, was letztendlich auch die kurze Ehe mit Bergman zum Scheitern brachte. Nach ihrer Genesung arbeitete Else Fisher an mehreren Theatern, schrieb Stücke und übernahm auch häufig die Regie. Erst 1957 kam es erneut zu einer Zusammenarbeit zwischen Fisher und Bergman, als Fisher für die Choreographie von Det sjunde inseglet (Das siebente Siegel) zeichnete. 

Als Else Fisher dann am 3. März 2006 in Stockholm starb, wurde sie immer noch mehr als die Ehefrau von Ingmar Bergman gesehen, obwohl diese Ehe gerade einmal drei Jahre gehalten hatte, als als eigenständige Schauspielerin, Regisseurin, Autorin und Tänzerin. Selbst im Dramaten wird Fisher heute nur noch kurz in sieben Rollen genannt und ihre beiden Kinderbücher, die die Schauspielerin auch selbst illustrierte, sind längst vergessen, ohne dass jemand den Grund hierfür nennen könnte. Else Fisher gehört heute zu den vergessenen Künstlern Schwedens, obwohl sie in vielen Punkten viele ihrer Kollegen weit überragte.


1. März 1593: Die Kirchen-Versammlung (Kyrkomöte) von Uppsala
1. März 1638: Die erste schwedische Kolonie in Amerika
1. März 1836: Die Lehrerin und Schriftstellerin Charlotte Lindholm
1. März 1879: Der schwedische Künstler Johan Albin Johansson
1. März 1884: Der schwedische Schauspieler Harry Bergvall
1. März 1900: Ernst Alm, der Sieger des ersten Wasalaufs im Jahre 1922
1. März 1914: Tor Aulin, der Lehrer von August Strindberg
1. März 1929: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt
1. März 1937: Lebenslängliche Haft für den Spion Stig Bergling

Copyright: Herbert Kårlin