Samstag, 7. April 2012

Brand auf der M/S Scandinavian Star bei Lysekil im Bohuslän

Am 7. April 1990 war eines der bedeutendsten europäischen Schiffsunglücke vor Lysekil, einem kleinen Ort an der Westküste Schwedens. An diesem Tag wollten 482 Passagiere auf der Fähre, die zwischen Oslo und Fredrikshavn verkehrte, Ostern feiern. Als dann in der Nacht an mehreren Stellen des Schiffes gleichzeitig ein Feuer ausbrach, starben 158 Personen, darunter mehrere Kinder, in den Flammen oder auf Grund der starken Rauchentwicklung und das Osterfest wurde zu einem Inferno.

Die M/S Scandinavian Star war zu dieser Zeit gerade einmal 19 Jahre alt und war nur wenige Tage zuvor von der norwegischen Vognmandsruten gekauft worden und hatte dabei auch ihren neuen Namen erhalten. Was in diesem Moment niemand wusste, war die Tatsache, dass das Schiff 150 Personen zuviel an Bord hatte und die rund 100 Seeleute und Angestellten, die auf dem Schiff beschäftigt waren, unterbezahlt waren, bereits zu viele Stunden gearbeitet hatten und keiner von ihnen auf einen Notfall und Rettungsübungen vorbereitet war.

Da in dieser Nacht ein 37-jähriger Lastwagenfahrer mit an Bord war, der nicht nur 1,7 Promille Alkohol im Blut hatte, sondern auch bereits als Pyromane verurteilt war, wurde ihm unmittelbar die Schuld gegeben, obwohl er selbst beim Brand umgekommen war und zu einigen der Stellen an denen die Brände ausbrachen keinen Zugang hatte. Die späteren Untersuchungen zeigten, dass das Schiff bereits beim Kauf bedeutend überversichert wurde und daher der Brand vermutlich bereits beim Kauf geplant war. Nach Analyse der Brandstellen musste der Brandstifter das Schiff auch im kleinsten Detail gekannt haben, aber ein Schuldiger wurde nie gefunden, außer dem toten Lastwagenfahrer, der sich nicht mehr verteidigen konnte.


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Copyright: Herbert Kårlin

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