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Mittwoch, 24. September 2014

Ivan Bratt und das Alkoholmonopol in Schweden

Ivan Bratt kam am 24. September 1878 in Jönköping zur Welt und studierte nach seiner Hochschulreife Medizin in Stockholm. Nachdem der Arzt drei Jahre lang im Krankenhaus der schwedischen Hauptstadt gearbeitet hatte, öffnete er im Jahre 1906 seine eigene Praxis. Im Jahre 1908 wurde Bratt dann in den Stadtrat gewählt in dem er nur drei Jahre später der Vorsitzende des Komitees war, das sich für die absolute Abstinenz einsetze. In dieser Frage ging Bratt dann allerdings einen sehr eigenen Weg, der ihn sogar in die Alkoholgeschichte des Landes eingehen ließ.

Nachdem es nahezu aussichtslos war ein generelles Alkoholverbot durchzusetzen, was bisher immer gefordert wurde, hatte Ivan Bratt die Idee den gesamten Alkoholverkauf zu monopolisieren. Die Regierung konnte der Arzt für seine Idee gewinnen indem er dieser zusagte, den gesamten Gewinn aus dem Monopol an die Staatskasse zu bezahlen. Bereits 1914 erhielt Bratt daher die alleinige Konzession für den Detailhandel von Alkohol in Schweden und er begann zudem so viele Alkoholhersteller wie möglich aufzukaufen, die nach Einrichtung des Monopols sogar dankbar waren einen Käufer zu finden, da Bratt mit seinem Monopol auch über Alkoholpreise entschied und man mit Alkohol nun keinen immensen Gewinn mehr in Schweden machen konnte.

Ende 1918 besaß Ivan Bratt bereits 98 Unternehmen zu denen jedoch nicht nur die bedeutendsten Hersteller und Großhändler von Alkohol gehörten, sondern auch das Arzneimittelunternehmen Astra, das Grand Hotel in Stockholm und andere Immobilien. Nach Einrichtung seines Monopols bezahlte er bereits im ersten Jahr fünf Millionen Kronen an die Staatskasse, was damals rund zehn Prozent des gesamten Staatshaushalts entsprach. Anschließend erwarb der schwedische Staat die gesamten Aktien Bratts und die heute bekannten Systembolaget sah das Licht, die zu Beginn allerdings noch Vin & Spritcentralen hieß. Ivan Bratt verdankte man auch das sogenannte Motboken, in dem von 1917 bis 1955 jeder Alkoholverkauf eines Bürgers eingetragen wurde um die Alkoholausgabe begrenzen zu können.


24. September 1838: Die Tageszeitung Östgöta Correspondenten
24. September 1852: Der schwedischen Sängerprinz Gustaf Oscar
24. September 1888: Der Örebro Kanal, eine Attraktion in Närke
24. September 1919: Lennart Hyland, eine Legende des schwedischen Fernsehens
24. September 1928: Carl Wilhelm Wilhelmson, der Maler des Bohuslän
24. September 1975: David Vikgren, moderne Lyrik aus dem dem hohen Norden
24. September 2008: Bengt Anderberg, der Schriftsteller der schwedischen Erotik

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 25. Januar 2014

Die Volksbefragung kommt als politisches Instrument nach Schweden

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts tauchte in Schweden immer stärker die Forderung auf dem Volk ein bedeutenderes Mitspracherecht zu bieten und damit den demokratischen Gedanken zu verwirklichen. Am 25. Januar 1922 kam daher das Parlament zur Entscheidung die Volksbefragung, auch oft als Referendum oder Volksentscheid bezeichnet, auf nationaler und lokaler Ebene zuzulassen. Allerdings war diese Entscheidung weniger vom demokratischen Gedanken geprägt als vielmehr davon, dass die Parteien in Fragen des angestrebten Alkoholverbots auf die Bevölkerung hofften ohne sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen.

Das Gesetz zur Volksbefragung sollte allerdings dem Volk nicht wirklich ein Machtwerkzeug in die Hände geben, sonder lediglich dazu dienen den Politikern einen Hinweis zur Volksmeinung zu bieten, denn in der Tat handelte es sich bei diesem Gesetz, das noch heute gültig ist, nur um eine ratgebende Volksbefragung, denn das Parlament ist in keiner Weise an die Volksentscheidung gebunden, was sich bei den bisherigen Volksbefragungen auch sehr deutlich zeigte, da die Schweden, zum Beispiel, mehrheitlich gegen den Rechtsverkehr stimmten und die Kernkraft auslaufen lassen wollten. In beiden Punkten entschied die Regierung nicht auf das Volk zu hören.

Auch wenn die Politiker die Idee der Volksbefragung als eigene Idee ausgaben, so war die Entscheidung im Jahre 1922 die Folge davon, dass die Bewegung der Antialkoholiker bereits 1907 eine eigenständige Volksbefragung veranstaltet hatte an der rund zwei Millionen Schweden teilnahmen und sich 99 Prozent unter ihnen für ein generelles Alkoholverbot ausgesprochen hatten. Dieses Problem des Alkoholverkaufs spaltete die Parteien, so dass die Regierung durch das neue Gesetz die eigenen Probleme auslagern konnten. Zum Erstaunen sehr vieler Schweden lehnte dann jedoch die Mehrheit der Wähler bei der Volksbefragung am 27. August 1922 ein generelles Alkoholverbot ab.


25. Januar 1622: Das kurze Leben des Vasaprinzen Karl Filip
25. Januar 1757: Gustaf Engzell, der Modernist der schwedischen Literatur 
25. Januar 1880: Torsten Fogelqvist und die Arbeiterbewegung 
25. Januar 1946: Schweden liefert Kriegsflüchtlinge an die Sowjetunion aus 
25. Januar 1957: Polio-Epidemie in Schweden 
25. Januar 1957: Skogsmulle bringt Kindern die Natur näher 
25. Januar 1967: Das schwedische U-Boot HMS Sjöormen

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg