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Dienstag, 15. September 2015

Karlshamn wird zur Stadt ernannt

Karlshamn hatte zwar bereits vor dem Frieden von Roskilde wegen seinem Meereszugang eine gewissen Bedeutung, aber der Ort selbst bestand unter dänischer Zeit fast ausschließlich aus Bauern und trug noch den Namen Bodekull. Auf Grund seiner strategischen Lage entschied sich Karl X. Gustav jedoch nach dem Friedensschluss Bodekull zu einer befestigten Stadt zu machen und hier auch einen Marinestützpunkt aufzubauen. Bereits am 15. September 1664 entschied daher der Reichstag Bodekull die Stadtrechte zu verleihen und dabei zwei Orte zu vereinen und gleichzeitig die neue Stadt auszubauen und zu befestigen.

Im Jahre 1666 legte der König dann Bodekull und Bodestorp endgültig zusammen, entschied die neue Stadt unmittelbar zu befestigen und gab ihr den Namen Karlshamn. Erst zwei Jahre später sollte auch der Privilegienbrief mit den Stadtrechten folgen, den jedoch Königin Hedvig Eleonora ausstellte, die Witwe von Karl X. Gustav. Der damalige Staatsarchitekt Erik Dahlbergh zeichnete anschließend den Stadtplan und plante auch das Kastell, das jedoch erst ab 1675 angelegt wurde, als Karlshamn bereits sämtliche Handelsrechte besaß. Allerdings sollte die Entwicklung der neuen Stadt noch etwas auf sich warten lassen, denn 1678 wurde Karlshamn von den Dänen verwüstet und schon 1710 erneut in Brand gesetzt. Anschließend kam die Pest, die die Hälfte der Bevölkerung tötete und 1763 fiel ein großer Teil der jungen Stadt erneut den Flammen zum Opfer.

Als die Pest in Karlshamn zu Beginn des 18. Jahrhundert überwunden war, begann die wirtschaftliche Entwicklung, denn ab 1740 entwickelten sich hier Handel, Seefahrt und vor allem Industrie. Nur 20 Jahre später fand man in Karlshamn eine Werft und jede Art von Industrie, was die Stadt zu einem Zentrum Blekinges machte, aber seine Spuren auch in großen Teilen des Smålands hinterließ. Während der Kontinentalsperre entwickelte sich Karlshamn dann auch zu einem wichtigen Handelszentrum, das britische Waren nach Deutschland verschiffte. In dieser Zeit entstanden die großen Handelshäuser der Stadt, was man heute als die Glanzperiode Karlshamns betrachtet. Den nächsten Schritt sollte Karlshamn erst wieder Ende des 19. Jahrhunderts mit der Ankunft der Eisenbahn machen.


15. September 1907: Gunnar Ekelöf, der erste surrealistische Autor Schwedens
15. September 1969: Die Karriere von Åke Grönberg
15. September 1972: Flugzeugentführung in Schweden
15. September 1973: Gustav VI. Adolf, der König mit Interesse für Archäologie
15. September 1973: Daniel Westling wird Prinz Daniel Westling Bernadotte
15. September 1975: Der Name Arla wird in Schweden geboren
15. September 1990: Der private Fernsehkanal TV4 sendet analog

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Erik Dahlbergh und die schwedischen Festungen

Am 10. Oktober 1625 wurde Erik Dahlbergh in Stockholm geboren, der vermutlich bekannteste Architekt Schwedens, der nie ein Wohnhaus oder ein anderes privates Gebäude erbaute und mit 13 Jahren als Schreiber in Hamburg begann. Seine Ausbildung als Architekt gewann Dahlbergh überwiegend als Autodidakt indem er Festungen in Europa besuchte und sich Gedanken über deren Stärke und deren Schwächen machte.

Auch wenn Erik Dahlbergh bereits 1647 den Titel eines Bauleiters für Festungen bekam, dauerte es noch bis 1653 bis er die Bautechniken wirklich beherrschte, nachdem er sich erst in Deutschland mit Mathematik, Perspektive und Befestigungskunst beschäftigt hatte und anschließend in Frankreich und Italien die historische Baukunst und Bauzeichnen erlernt hatte. In der Folge verstärkte oder plante er dann die Festungen in Kalmar, Göteborg, Riga, Wismar und zahlreichen anderen Städten. Dahlbergh entwickelte Bauten, die noch heute ihren Eindruck behalten haben.

Die größten Leistungen Erik Dahlberghs sind indes nicht seine Befestigungen, sondern seine Kartographie Schwedens, die ihn von 1661 bis zu seinem Tod beschäftigte und eines der bedeutendste Kartenwerke des 17. Jahrhunderts ist, denn Erik Dahlbergh war für die 353 Kupfertsiche des Werkes Suecia antiqua et hordierna zuständig, eine einmalige bildliche Dokumentationen über die Großmachtszeit Schwedens. Rund 100 Städte, nahezu alle Schlösser der Epoche und die wichtigsten historische Plätze findet man in diesem Werk, das ohne Worte mehr erklärt als zahlreiche Bücher.


10. Oktober 1877: Peter Wieselgren und die schwedische Abstinenzbewegung
10. Oktober 2011: Der Illustrator und Kinderbuchautor Ulf Löfgren 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 21. August 2011

Das Schloss Vadstena in Östergötland

Wenn man das heutige Schloss Vadstena in Östergötland besucht, so entdeckt man das Gebäude im selben Stil den es zu Beginn des 17. Jahrhunderts hatte, obwohl große Teile des Schlosses erst am 21. August 1999 eingeweiht wurden, da man Mitte des 19. Jahrhunderts große Teile der Befestigung und einen Turm abriss um die heutigen Befestigungen des Hafens Vadstenas am Vättern zu bauen. Nach 140 Jahren Diskussion beschloss daher 1994 das schwedische Parlament dem Schloss Vadstena sein ursprüngliches Aussehen wiederzugeben.

Das Schloss in Vadstena, eine Verteidigungsanlage von Gustav Vasa

Die ursprüngliche Befestigung Vadstenas und der anschließende Bau des Schlosses unter Gustav Vasa war indes nicht gegen Feinde Schwedens gedacht, sondern als Schutz gegen die Bauerngruppen unter Nils Dacke, der den Bauernaufstand in Småland und Östragötland leitete, eine Gruppe Bauern, die gegen die Steuerpolitik und die Kirchenpolitik Gustav Vasas kämpften, da dies ihre Freiheit und ihre Existenz bedrohte. Dies erklärt auch, warum das Schloss Vadstene in weiten Teilen einer Festung gleicht und daher eine besondere Rolle unter den Vasa-Schlössern Schwedens einnimmt.

Unter der Leitung von Gustav Vasa entstand zwischen 1545 und 1555 erst eine Festung an der Stelle des Schlosses, dem mehrere Gebäude von Handwerkern weichen mussten. Erst als Gustav Vasas Sohn Magnus, der Herzog von Östergötland, das Gebäude als Fürstenwohnung nutzen wollte, wurde dann die Festung zwischen 1555 und 1563 in ein Schloss verwandelt. Während ein Teil des Schlosses heute besichtigt werden kann, findet man heute in der anderen Hälfte und im Wallbau das Landesarchiv von Östergötland und den größten Raum der Region für Messen, Feste und andere bedeutende Ereignisse Vadstenas.

21. August 1737: Die Hedvig Eleonora Kyrka in Stockholm
21. August 2010: Spårväg City, die neue Straßenbahn in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin