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Sonntag, 4. September 2016

Vom Konsumentenverein KF zu Coop

Ab dem 4. September 1899 trafen sich die Repräsentanten von 44 Verbrauchervereinen Schwedens um bereits am folgenden Tag einen ökonomischen Verein der Konsumenten zu gründen der den Einzelhandel landesweit moralischer gestalten sollte. Diese Bewegung muss im Rahmen der damaligen Arbeiterbewegung gesehen werden, da die Grundregeln nicht mehr in der heutigen Gesellschaft angewendet werden können. Die Geschäfte, die der Konsumentenverein KF (Kooperativa Förbundet) schufen, hatten zwei Leitlinien: Zum einen sollte der Handel auf Kredit ausgeschlossen werden, da dies arme Kunden zu einer Art Leibeigener der Landhändler machte, die mit ihrem Gehalt immer nur alte Schulden bezahlen konnten und daher den Händler nicht wechseln konnten. Zum anderen sollte der Gewinn zurück zum Kollektiv geführt werden.

Im Jahre 1904 hatte der KF bereits 57 Mitgliedsvereine, die die Waren gemeinsam einkauften und 1920 war die Anzahl der „Handelsagenturen“ bereits auf 920 angewachsen. Die Waren konnten daher günstig erworben werden und waren bei den angeschlossenen Händlern entsprechend günstig zu kaufen. Auch wenn die Bewegung als solche politisch unabhängig war, so war der KF immer den Sozialdemokraten nahe und hatte einen engen Kontakt zu Per Albin Hansson, Tage Erlander und Olof Palme. Es sollte dann allerdings über 50 Jahre dauern bis die Geschäfte zu einem gemeinsamen Namen übergingen und in Katrineholm das erste Domus-Warenhaus, heute Coop, entstand.

Im Jahr 1957 wurde das Logo, das Zeichen der Unendlichkeit, geschaffen, das noch heute vom KF benutzt wird und als Vorlage für den Namen Coop gilt. 1963 öffnete der KF (Kooperativa Förbundet) dann das erste Großkaufhaus im Stil der amerikanischen Supermärkte, zu dem 1970 auch die Geschäftskette Servus kam. Heute haben alle angeschlossenen Firmen den Namen Coop, jeweils mit einem Zusatznamen, der die Aktivität und die Größe der Geschäfte definiert. Zum 1. Januar 2014 wurden die Statuten für Coop vom KF bisher letztmals geändert, was eine direkte Mitgliedschaft in der Gruppe Coop ermöglicht, ohne vorher Mitglied im KF zu werden.


4. September 1563: Das Schloss Älvsborg wird von Dänemark erobert
4. September 1564: Das Blutbad von Ronneby
4. September 1755: Axel von Fersen der Jüngere in der schwedischen Geschichte
4. September 1776: Jacob Serenius und die Konfirmation in Schweden
4. September 1826: Martin Wiberg, ein vergessener Erfinder Schwedens
4. September 1922: Per Olof Sundman und die Sehnsucht nach dem Norden
4. September 1994: Folke Mellvig, der schwedische Krimiautor der 50er Jahre
4. September 2014: Nässjö wird 100 Jahre alt, vom Kirchdorf zur Stadt 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 8. April 2015

Der schwedische Einzelhandelgigant ICA

Die drei Buchstaben ICA stehen heute in Schweden für die größte Einzelhandelskette des täglichen Warenhandels, die landesweit aus über 1300 Geschäften besteht, auch wenn die Mehrheit unter ihnen eigenständige Unternehmen sind, die lediglich über den gemeinsamen Einkauf und die Logistik miteinander verknüpft sind, jedoch sonst über sehr große Freiheiten verfügen. Die Geschichte dieses gigantischen Unternehmens nimmt im Grunde im Jahre 1917 seinen Anfang, als Hakon Swenson in Västerås eine Firma gründete und dabei die als unsinnig betrachtetet Idee hatte, dass sich dieses Unternehmen durch eine Zusammenarbeit verschiedener Händler entwickeln sollte, die alle unabhängig sind, jedoch gemeinsam einkaufen.

Natürlich konnte die Hakonbolaget, wie das Unternehmen von Hakon Swenson hieß, dieses Ziel nicht so einfach in die Tat umsetzen und es dauerte bis zum 8. April 1938 bis die Idee des Kaufmanns der Verwirklichung nahe kam, denn an diesem Tag trafen sich vier Händler aus Västerås zum Abendessen bei Hakon Swenson und entschieden sich während des Essens die Firma Svenska Inköpscentralernas Aktiebolag zu gründen. Von diesem Gespräch bis zur tatsächlichen Gründung ICAs sollen dann nur noch Monate vergehen, denn am 9. Januar 1939 sah ICA das Licht, in einer Zeit, die für den Einzelhandel nicht unbedingt ideal war, da die kommenden Jahre von Importschwierigkeiten und Armut begleitet waren.

Zu dieser Zeit war jedoch der Name ICA noch wenig verbreitet, denn die angeschlossenen Händler arbeiteten weiterhin unter ihrer eigenen Firmenbezeichnung und erst 1964 gingen alle der Einkaufszentrale angeschlossenen Geschäfte dazu über auch gemeinsam den Namen ICA zu verwenden. Natürlich hat sich im Laufe der vielen Jahre auch die Struktur ICAs mehrmals geändert, denn 1990 wurde aus den vier Einkaufszentralen ein einziges gemeinsames Unternehmen und die angeschlossenen Händler sind im Interessenverband ICA-handlarnas Förbund vereint. Auch die Situation der Händler hat sich verändert, denn mittlerweile müssen sie einen Franchising-Vertrag mit der Dachorganisation eingehen um vom gemeinsamen Einkauf und ICAs Logistik profitieren zu können.


8. April 1864: Die Karriere des schwedischen Schauspielers Oskar Textorius
8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt, der religiöse Dichter des 20. Jahrhunderts
8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt: Mit Poesie zum Nobelpreis der Literatur
8. April 1956: M/S Gripsholm, von Schweden nach Amerika
8. April 1957: Sten Selander, vom Poeten zum Naturschützer Schwedens
8. April 1966: Mia Leche-Löfgren und die autobiographische Literatur Schwedens
8. April 1966: Die schwedische Pazifistin Mia Leche-Löfgren

Copyright: Herbert Kårlin

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