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Mittwoch, 15. März 2017

Die Schriftstellerin Anna Fredrika Ehrenborg

Anna Fredrika Ehrenborg, geborene Carlqvist, kam am 15. März 1794 als Tochter eines Händlers in Karlstad zur Welt. Da der Vater jedoch sehr früh starb, wurde das Mädchen von einer einfachen Bürgerfamilie adoptiert. Da Ehrenborg mit dem strengen Heim mit einer kaum gebildeten neuen Mutter kaum zurecht kam, heiratete sie bereits mit 17 Jahren den Beamten und Politiker Casper Ehrenborg. Da sie kaum eine Bildung vermittelt bekommen hatte, stürzte sich die junge Frau nach der Ehe in Selbststudien und bekam in kurzer Zeit auch fünf Kinder.

Als 1823 der Ehemann von Anna Fredrika Ehrenborg plötzlich starb, verließ sie mit ihren Kindern Stockholm und zog auf eines der Güter des Mannes. In dieser Zeit kam für Ehrenborg auch die große Wende, die ihre Zukunft prägen sollte, denn die bis dahin kaum religiöse Frau erinnerte sich nun an die Lektüre des christlichen Mannes, der ein starker Anhänger Emanuel Swedenborgs war. In diesem Glauben, der das Leben auf Erden und im Himmel verbindet, fand Ehrenborg eine enorme Stärke. Sie studierte alle Schriften Swedenborgs und wurde in nur wenigen Jahren eine der stärksten Vertreterinnen des Denkers, da Ehrenborg die Philosophie Swedenborgs in Kindererzählungen, Reisebereichte und religiöse Schriften einbettete, die sie später herausgab.

Als Schriftstellerin trat Anna Fredrika Ehrenborg erstmals 1845 hervor, als sie ihren sehr moralisierenden Roman Skildringar ur det husliga lifvet veröffentlichte, der ihre religiöse Einstellung zum Mystiker und Theosophen Swedenborg sehr deutlich ausdrückt. Auf Anraten der Schriftstellerin Sophie von Knorring widmete sich Ehrenborg nach ihrem ersten Roman vor allem der Literatur für Kinder, die unter dem Titel Läsning för barn veröffentlicht wurden. Die kritischsten Bücher Ehrenborgs erschienen erst ab 1860, als sie die schwedische Kirche mehr oder weniger offen kritisierte und die Philosophie Swedenborgs in eine neues Licht setzte, indem die Schriftstellerin, die am 20. Mai 1873 in Linköping starb, Swedenborgs Sittentheorien in ihren Werken verteidigte und das Moralverständnis relativierte.


15. März 1568: Johannes Bureus, Runensteine und Grammatik
15. März 1568: Johannes Bureus, der Vater der schwedischen Grammatik
15. März 1724: Anders af Botin und die Geschichtsschreibung Schwedens
15. März 1821: Abraham Niclas Edelcrantz, der Skalde des Königs Gustav III.
15. März 1850: Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr
15. März 1907: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland
15. März 1931: Unterwegs auf dem Göta Kanal
15. März 1935: Johan Ramstedt, eine Notlösung als Ministerpräsident 
15. März 1938: Der einzige unaufgeklärte Polizistenmord in Schweden
15. März 1981: Die schwedische Sängerin Veronica Maggio 
15. März 1999: Der erste Nachrichtenkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 28. August 2014

Der unvergessene Bischof Jesper Swedberg

Jesper Swedberg kam am 28. August 1653 auf Gut Sveden bei Falun zur Welt und wurde 1666, im Alter von 13 Jahren, von seinem Vater an die Universität Uppsala geschickt. Aus unbekannten Gründen wechselte Swedberg jedoch bereits drei Jahre später zur neu gegründeten Universität Lund, die zum einen in Glaubensfragen weitaus offener war als jene in Uppsala, zum anderen fand er dort jedoch auch einen entfernten Verwandten, der Professor für östliche Sprachen war. Fünf Jahre später kehrte der Student dann jedoch nach Uppsala zurück wo er 1682 die Prüfung zum Magister in Philosophie ablegte. Ein Jahr später ließ sich Swedberg zum Priester weihen und weitere zwei Jahre später wurde der Theologe zum Kavalleriepriester ernannt. Dieses Amt trat er jedoch erst nach einer ausgedehnten Studienreise durch mehrere europäische Länder an.

Anschließend ging die Karriere von Jesper Swedberg rapide nach oben, denn 1692 wurde der Priester als Professor an die Universität Uppsala berufen und weitere zwei Jahre später war Swedberg der führende Theologieprofessor der Universität und Dompropst. So nebenbei wurde der Theologe dann auch verantwortlich für sämtliche Priester der amerikanischen Versammlung und 1702 war Swedberg außerdem noch Bischof des Bistums Skara und damit einer der bedeutendsten Theologen Schwedens, auch wenn ihm dies die Feindschaft und den Neid sehr vieler anderer Bischöfe des Landes brachte.

Diese Feindschaft verhinderte letztendlich auch dass die bedeutendsten Ideen von Jesper Swedberg, trotz der Unterstützung durch König Karl XI., auf der Strecke blieben, da die vom ihm neu übersetzte Bibel zu seiner Zeit mehrheitlich abgelehnt wurde und das Psalmenbuch, das er erneuert veröffentlichte, wurde auf Druck zahlreicher anderer Bischöfe beschlagnahmt. Immerhin wurden später einige seiner Psalmen in einem nicht von ihm verlegten Psalmbuch aufgenommen und noch in der heutigen Ausgabe ist er mit einigen Psalmen vertreten. Mehr Erfolg hatte der Kirchenmann jedoch mit der Vereinheitlichung der schwedischen Sprache, denn er veröffentlichte ein gesamtes Wörterbuch und eine Grammatik, die weit verbreitet wurden. Jesper Swedberg, der Vater des legendären Emanuel Swedenborg, versuchte auch die zahlreichen Aposteltage der schwedischen Kirche abschaffen, da er der Meinung war, dass diese Feiertage für die Bevölkerung ohnehin nur Sündentage seien. Aber auch hier konnte sich der Theologe nicht durchsetzen.


28. August 1649: Die Kattan sinkt auf der Fahrt nach Nya Sverige
28. August 1740: Johan Tobias Sergel, Ritter des Vasaorden
28. August 1875: Der finnlandschwedische Dichter Jacob Tegengren
28. August 1882: Gustaf Hellström und das gesellschaftliche Leben in Kristianstad
28. August 2010: Jan Guillou hilft dem Kriminellen Keith Cederholm
28. August 2010: Die Botniabanan wird in Nordschweden eingeweiht

Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 29. März 2012

Emanuel Swedenborg, der größte Mystiker Schwedens

Am 29. März 1772 starb Emanuel Swedenborg in London, eine Person, die nie viel von Bescheidenheit hielt und sich in den letzten 30 Jahren seines Lebens zum bedeutendsten Mystiker Schwedens entwickelte, was ihm selbst eine Anklage wegen Ketzerei einbrachte. Diese extrem religiöse Phase des Philosophen überdeckt bis heute seine naturwissenschaftliche Leistungen, wobei er sich bei seinen zahlreichen christlichen Schriften kaum an das Volk richtete, da er sich hierbei fast ausschließlich dem Latein bediente.

Emanuel Swedenborg, der bereits in seiner Jugend schrieb, dass er fühle, dass er zu einem großen Wissenschaftler bestimmt sei, begann ab seinem 54 Lebensjahr in eine permanente Phase der Visionen abzuwandern. Er begann mit Geistern und Engeln zu reden und erklärte, dass ihn Gott dazu auserkoren hätte die protestantische Religion zu reformieren. Seine Werke ab dieser Zeit sind teilweise schwer verständlich, da er permanent von seinen Reisen und Eindrücken zwischen Himmel und Hölle berichtet, an die Swedenborg ernsthaft glaubte und zu seinem 18. religiösen Werk „Himmel och Helvete“ führte. Seine Theorien haben indes so bedeutende Schriftsteller wie William Blake, August Strindberg, Balzac, Yeats oder Charles Baudelaire stark beeinflusst.

Wenn man jedoch zur Kindheit von Emanuel Swedenborg zurückkehrt, so kann man seine religiösen Phantasien besser verstehen, denn sein Vater, Jesper Swedberg, entwickelte sich ebenfalls im Laufe seines Lebens zu einem bedeutenden Prediger und wurde im Alter zum Bischof in Skara ernannt, wo er ebenfalls an der Reformation der protestantischen Kirche arbeitete und die Bedeutung von direkten Gesprächen mit Gott hervorhob. Auch der Vater Emanuels war von der täglichen Existenz von Engeln, Geistern und Dämonen überzeugt, ohne jedoch mit ihnen den engen Kontakt zu bekommen wie Emanuel Swedenborg später.

29. März 1968: Ein Tunnel unter dem Göta Älv
29. März 2006: Niklas Lindgren, genannt Hagamannen 

Copyright: Herbert Kårlin