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Mittwoch, 22. April 2015

Der schwedische Künstler Bror Hjorth

Bror Hjorth wurde am 22. April 1894 als Sohn eines Försters in Marma im Uppland geboren und erhielt eine für seine Zeit sehr gute Erziehung und Bildung. Bereits in sehr frühen Jahren wurde Hjorths Neigung zur Kunst gefördert, da der Vater sehr zeitig einen anerkannten Maler für den Unterricht seines Sohnes beschäftigte und diesem auch die Liebe zur Volksmusik näher brachte. Die Kunstausbildung Hjorths erstreckte sich jedoch nicht nur auf die Malerei, sondern führte auch zur Holzskulptur. Noch bevor der Jugendliche dann jedoch ein offizielles Kunststudium beginnen konnte, erkrankte er 1915 an Tuberkulose, die dazu führte, dass der Künstler nahezu ertaubte.

Nach seiner Genesung besuchte Bror Hjorth erst die Althins Malerschule und ab 1919 die Kunstakademie in Kopenhagen, um jedoch bereits nach einem halben Jahr nach Paris zu gehen um bei Antoine Bourdelle Skulptur zu studieren. Nach seiner Rückkehr nach Schweden im Jahre 1925 ließ sich Hjorth in Uppsala nieder und ließ dort eine Atelierwohnung errichten, die mittlerweile als Bror Hjorths Hus in ein Museum verwandelt wurde in dem man rund 250 Kunstwerke Hjorths entdecken kann. Die Räume blieben bis heute in jenem Zustand in dem der Künstler sie bei seinem Tod am 21. Mai 1968 verließ.

Bror Hjorths Werke kreisen in den meisten Fällen um die Liebe, oft in christlicher Hinsicht, wobei der Künstler, der Mitglied der Gruppe Färg och Form war, deswegen in den 30er Jahren sehr oft ins Kreuzfeuer geriet, da ein Teil seiner Werke nicht verstanden und daher nahezu als pornographisch betrachtet wurde. 1935 war er bei einer Ausstellung sogar dazu gezwungen seine erotische Gruppe aus der Ausstellung zu entfernen um einer juristischen Verfolgung zu entgehen, auch wenn die Kritiker gerade diese Skulptur als ein Meisterwerk des Künstlers betrachteten. Bror Hjorth unterscheidet sich aber in einem weiteren Punkt von den meisten Künstlern Schwedens, denn er versuchte seine Motive sehr häufig in unterschiedlichem Material auszudrücken, so dass eine Skulptur sowohl in Stein, also auch in Holz und Ton existieren kann.


22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden 
22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden 
22. April 1796: Bernhard von Beskow die die konservative Literatur Schwedens 
22. April 1872: Henning Berger und der desillusionierte Auswandererroman 
22. April 1929: Funktionalismus im Stockholmer Kaufhaus NK 
22. April 1935: Der eigenwillige schwedische Architekt Carl Bergsten 
22. April 1964: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue 
22. April 2003: Maria Wine, die schwedische Poetin der Liebesgedichte

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 5. Juni 2014

Die Revue Gula Hund (Gelber Hund)

Am 5. Juni 1964 hatte im Chinatheatrer in Stockholm die Revue Gula Hund von Hans Alfredson und Tage Danielson Premiere, die vermutlich bekannteste Revue Schwedens, da Hasse & Tage hier die herkömmlichen Grenzen der damals üblichen Aufführungen sprengten und politische sowie gesellschaftliche Kritik einarbeiteten womit das Publikum vor 1964 nie konfrontiert worden war. Auch von der Besetzung her kann man Gula Hund heute als Klassiker bezeichnen, denn neben den beiden Autoren wirkten auch Personen wie Monica Zetterlund, Sonya Hedenbratt oder Gösta Ekman mit, die heute mit zu den größten Künstlern der Theater- und Musikgeschichte Schwedens gehören.

Gula Hund war eine aktuelle Kritik zum Zeitgeschehen, die von Hasse und Tage um die klassische Revue gebaut wurde bei denen zudem zahlreiche Sketsche erotische und politische Anspielungen waren. Neu war jedoch auch, dass es die Autoren wagten sogenannte vulgäre Tabuworte auf die Bühne zu bringen, Integrationsprobleme aufzunehmen, die Politik zur Inflation zu kritisieren oder den schwedischen Nationalsong Du gamla du fria als Csárdás zu präsentieren. Obwohl die Presse bereits Tage vor der Premiere vor Gula Hund gewarnt hatte, wurde das Publikum noch überrascht, was einerseits zu unzähligen Beschwerdebriefen und kritischen Artikeln in der Presse führte, andererseits aber auch für ein volles Haus sorgte.

Als die Revue Gula Hund dann am 6. Januar 1966 im Fernsehen übertragen wurde, brach erneut ein Sturm des Protestes aus, da die Sendung zu einem Zeitpunkt übertragen wurde als auch Kinder vor dem Bildschirm saßen. Das Ergebnis war, dass die Wiederholung nur spät am Abend übertragen werden durfte und sich wenige Tage später das Parlament mit Gula Hund beschäftigte, ein Zeichen dafür, dass Hasse und Tage mit ihrem Werk den Nagel auf den Kopf getroffen hatten. Einige der Redner forderten nach der Übertragung die Einführung eines Fernsehrates, der diese Art von Sendungen verhindern sollte. Auch wenn heute diese Revue mehr humoristisch gesehen wird, so war sie damals ein Sprengstoff, der einen Umbruch in ein moderner denkendes Schweden mit sich brachte.


5. Juni 1858: Der schwedische Ministerpräsident Carl Swartz
5. Juni 1862: Allvar Gullstrand revolutioniert die Augenheilkunde 
5. Juni 1965: Prinz Wilhelm Ludvig, ein gemeinsames Leben ohne Trauschein 
5. Juni 2007: Schweden muss Alkoholkauf über Internet zulassen

Copyright: Herbert Kårlin