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Dienstag, 19. Juli 2016

Der schwedische Architekt Nils Einar Eriksson

Nils Einar Eriksson kam am 19. Juli 1899 als Sohn eines Glasermeisters in Stockholm zur Welt und begann im Alter von 15 Jahren ein Bauingenieurstudium an der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack. Nach seinen eigenen Aussagen war dies die lehrreichste Zeit seiner Ausbildung, da nahezu alle seine Mitstudenten doppelt so alt wie er waren und bereits als Schreiner oder Maurer gearbeitet hatten, ihm also sehr viele praktische Informationen boten. Nach vier Jahren am Konstfack legte Eriksson seine Prüfung als Bauingenieur ab, entschied sich jedoch in dieser Zeit Architekt zu werden.

Nach dem Studium als Bauingenieur begann Nils Einar Eriksson Architektur daher 1918 Architektur an der KTH (Königlich Technische Hochschule) zu studieren und nach seinem Examen 1922 setzte er das Studium noch zwei Jahre in der Architekturabteilung der Kunsthochschule in Stockholm fort. Auf Grund seiner guten Ergebnisse erhielt Eriksson ein Stipendium, das ihm eine zweijährige Studienreise nach Italien, Frankreich, Griechenland und Tunesien erlaubte. Während seiner Studienjahre hatte Eriksson bereits bei Architekten wie Carl Åkerblad, Cyrillus Johansson und Hakon Ahlberg gearbeitet und Erfahrungen im Bauwesen gesammelt.

Nachdem Nils Einar Eriksson 1927 den ersten Preis in der Ausschreibung für das Nationernas Förbunds Hus in Genf gewonnen hatte, nahm Gunnar Asplund Kontakt mit ihm auf und Eriksson wurde Mitarbeiter bei der Vorbereitung der Stockholmausstellung des Jahres 1930. Nach Abschluss dieser Arbeiten gründete Eriksson sein eigenes Architekturbüro in Stockholm, das er jedoch bereits zwei Jahre später nach Göteborg verlegte. In Göteborg konnte Eriksson als ersten wichtigen Bau das Konzerthaus bauen, das am 4. Okober 1935 eingeweiht wurde und international gelobt wurde, da der Architekt hier zum einen zum spartanischen Funktionalismus griff, der sein Markenzeichen wurde, sondern auch, weil es ihm gelang die Akustik des Konzertsaals auf das höchste Niveau zu bringen. Anschließend sollte Eriksson noch mehrere bedeutende Bauten in Göteborg verwirklichen, unter anderem die Svenska Mässan, die Götaälvbron und das Folkets Hus.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 26. November 2015

Die Götaälvbron in Göteborg als Bindeglied

Schon Karl IX. plante zu Beginn des 17. Jahrhunderts eine Brücke, die das Festland, und damit Göteborg, mit der Insel Hisingen verbinden sollte, da der König auf der Insel den Bau Götheborgs plante. Da diese Stadt bereits nach wenigen Jahren von dänischen Kriegern dem Erdboden gleichgemacht wurde, wurde der Plan der Brücke nie umgesetzt und es sollte bis 1874 dauern bis dann die erste Brückenverbindung, eine Drehbrücke, dieses Mal mehr flussaufwärts, entstand, eine Brücke die bis 1968 existierte und mit der Inbetriebnahme des Tingstadstunnels abgerissen wurde.


Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Stadtverwaltung jedoch klar, dass diese Brücke unzureichend war und man diskutierte über eine neue Brücke oder, alternativ, einen Tunnel, der Göteborg mit der Insel Hisingen verbinden sollte. Aber erst 1933 konnte man sich dann für den Bau einer Brücke, die heutige Götaälvbron, entscheiden und zwei Jahre später entstand die bis dahin größte Baustelle Göteborgs, da man nicht nur eine Brücke bauen musste, sondern auch die Zufahrtsstraßen, was bedeutete, dass auch einige Häuser am Flussufer abgerissen werden mussten, andere mussten umgebaut werden oder an einer nahen Stelle neu aufgebaut werden.

Als die Götaälvbron am 26. November 1939 eingeweiht wurde, eine Klappbrücke, die auf Grund der regen Schifffahrt auf dem Göta älv die sinnvollste Lösung schien, hatte diese eine Gesamtlänge von 910 Metern, deren Strecke sich durch Zufahrten geradezu verdoppelte. Seit dem Ausbau der Brücke, der 1958 abgeschlossen war, verfügt die Götaälvbron über sechs Fahrspuren, zwei davon ausschließlich für Busse und Straßenbahnen. Zu jener Zeit war diese Brücke die wichtigste Straßenverbindung nach Norwegen und das Bohuslän und der wachsende Verkehr zwang die Stadt bald dazu eine zweite Brücke und einen Tunnel unter dem Fluss zu bauen, so dass die Götaälvbron nur noch dem Lokalverkehr dienen konnte. Mittlerweile ist die Brücke so alt geworden, dass sie entweder vollständig renoviert werden muss, oder, eine neue Brücke zu bauen ist. Die Stadtverwaltung hat sich für die letztere Lösung entschieden.


26. November 1751: König Adolf Fredrik, ein Herrscher ohne Macht
26. November 1803: Die schwedische Schriftstellerin Wilhelmina Ståhlberg
26. November 1867: Hans Jakob Lundborg und die Erweckungsbewegungen
26. November 1951: Bruno K. Öijer, das enfant terrible der schwedischen Poesie
26. November 1952: Sven Hedin, Abenteurer und Schriftsteller in fernen Ländern
26. November 1952: Der letzte Geadelte Schwedens: Sven Anders Hedin
26. November 1962: Der schwedische Schauspieler und Regisseur Hannes Holm
26. November 1970: Sigfrid Siwertz und die konservative Bourgoisie Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 8. November 2015

Die Älvsborg-Brücke (Älvsborgsbron) in Göteborg

Die Idee für den Bau der Älvsborg-Brücke (Älvsborgsbron) geht auf den Anfang der 60er Jahre zurück, da um diese Zeit der Verkehr zwischen dem Festland Göteborg und der Insel Hisingen so zunahm, dass die Hauptstrecke über die Götaälvbron vollkommen überlastet war und sich die Fahrzeuge in beide Richtungen nahezu rund um die Uhr im Stau befanden, da auf Hisingen die Industrie zu finden war, die meisten Arbeiter jedoch auf dem Festland wohnten. Hinzu kam, dass dies auch der einzige Weg nach Oslo und ins Bohuslän war. Noch bevor die heutigen Zufahrtsstraßen zur Älvsborgsbron geschaffen wurden, errichtete man diese Brücke, die zu Beginn nur mit der Stadtautobahn verbunden war und als Nebenstraße zur E6 galt.


Der Auftrag für den Bau der Älvsborg-Brücke ging an den jungen Architekten Sven Olof Asplund, der in den USA den Brückenbau studiert hatte und sich dabei auf Hängebrücken spezialisiert hatte. Der Bau der Älvsborg-Brücke sollte vier Jahre dauern, wobei die insgesamt 933 Meter lange Brücke allerdings bereits am 8. November 1966, ein Jahr vor der endgültigen Fertigstellung, vom damaligen Verkehrsminister Olof Palme eingeweiht und für den Verkehr freigegeben wurde. Mit seiner Spannweite von 418 Metern war die Älvsborgsbron zu jener Zeit nahezu ein Wunderwerk und schlug mit dieser Spannweite alle anderen skandinavischen Brücken, was allerdings auch den Nachteil mit sich brachte dass die Brücke noch heute bei starkem Sturm aus Sicherheitsgründen gesperrt werden muss.

Zur Einweihung der Brücke durch Olof Palme, der am gleichen Tag bereits zwei andere Brücken eingeweiht hatte, hatten sich einige Studenten der Technischen Hochschule Chalmers einen besonderen Scherz ausgedacht, denn sie hatten eine Limousine gemietet, einen Studenten als Olof Palme verkleidet und wollten auf diese Weise als erstes auf die Rednerbühne gelangen und die Brücke für den Verkehr öffnen. Aber entweder kam Palme früher als geplant oder die Studenten hatten zu lange für ihre Vorbereitungen benötigt. In der Tat war jedoch der Minister dadurch zuerst auf der Rednerbühne und der Scherz missglückte.


8. November 1622: Karl X. Gustav, der deutsch-freundlichste König Schwedens
8. November 1777: Königin Desideria, die unschwedische Königin
8. November 1789: Anders Lindeberg kämpft für ein freies Theater
8. November 1890: Ester Lindin und der vergessene Bestseller
8. November 1903: Die Teilnehmer der Antarktisexpedition werden gerettet
8. November 1922: Carl Magnus von Seth, ein Schriftsteller, der nach Worten sucht
8. November 1923: Alfhild Agrell und die Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts
8. November 1942: Åke Göransson erkennt seine eigenen Gemälde nicht
8. November 2011: Die religiöse Künstlerin Eva Spångberg 

Copyright: Herbert Kårlin