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Donnerstag, 26. Januar 2017

Die schwedische Künstlerin Agnes Börjesson

Auch wenn Agnes Börjesson innerhalb der schwedischen Kunstgeschichte eine wichtige Rolle spielt, so ist diese Künstlerin heute nahezu vergessen, obwohl einige ihrer Werke im Nationalmuseum, dem Kunstmuseum in Göteborg und im Museum in Malmö zu finden sind. Die Hauptursache des Vergessens ist vor allem dabei zu suchen dass noch bei ihrem Tod am 26. Januar 1900 im italienischen Alassio Frauen in Schweden kaum als ernsthafte Künstlerinnen betrachtet wurden und Börjesson zudem einen Großteil ihres Lebens im Ausland verbracht hatte, in einer Zeit, als die Nationalromantik in Schweden eine immer wichtigere Rolle spielte.

Agnes Börjesson war am 1. Mai 1827 mit dem Vornamen Agneta als Tochter eines Priesters und Dramatikers in Uppsala zur Welt gekommen und hatte daher eine für eine Frau sehr hohe Bildung. Wie sehr viele Frauen jener Epoche die sich aus ihrer Rolle befreien wollten, widmete sich Börjesson sehr früh der Kunst und hatte zudem das Glück, dass sie, neben Lea Ahlborn, Amalia Lindegren und Jeanette Möller, zu den ersten vier Frauen gehörte, die an der Kunstakademie in Stockholm aufgenommen wurden. Nach Abschluss ihrer Studien an der Kunstakademie studierte die Künstlerin nach in Kopenhagen, Paris und vor allem Düsseldorf, das Börjesson am meisten stimulierte und ihre gesamte Kunst beeinflussen sollte.

Agnes Börjesson verbrachte den größten Teil ihrs Lebens in Italien, kehrte jedoch regelmäßig nach Schweden zurück und stellte ihre Werke dort aus, unter anderem auch während der Stockholmausstellung des Jahres 1897. Die überwiegend pastellartigen Gemälde der Künstlerin lassen in sehr viele Kulturen blicken, da die Szenen aus Italien, Deutschland, Spanien, Marokko, aber auch aus Dalarna stammen und das Leben auf der Straße ebenso schildern wie Einrichtungen, ergänzt durch Portraits, die teilweise an die Kunstrichtung des 18. Jahrhunderts erinnern und sehr wenige zu jener Zeit moderne Einflüsse aufweisen.


26. Januar 1818: Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens
26. Januar 1865: Axel Wallengren, ein Humorist als Schriftsteller
26. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln
26. Januar 1924: Alice Nilsson, die schwedische Sängerin Alice Babs
26. Januar 1931: Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr
26. Januar 1940: Die Zensur der schwedischen Presse ab 1940
26. Januar 1947: Prinz Gustaf Adolf, der Sportler der Bernadottes
26. Januar 1954: Der schwedische Künstler Carl Eldh
26. Januar 1979: Radon in schwedischen Häusern
26. Januar 2003: Gustaf von Platen, journalistische Romane ohne Skandale

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 14. Oktober 2016

Der Künstler und Architekt Lars Jacob von Röök

Lars Jacob von Röök kam am 14. Oktober 1778 in Stralsund als Sohn eines Militärs zur Welt und begann daher ebenfalls eine Laufbahn innerhalb des Militärs. In der Brigade für Befestigungen wurde von Röök schon im Alter von 17 Jahren Offizier. In dieser Eigenschaft macht er im Auftrag der schwedischen Krone mehrere Reisen zu europäischen Befestigungsanlagen, insbesondere nach Spanien, Portugal und Italien. In Italien stellte von Röök fest dass er sich weitaus mehr für die Kunst interessierte als für seinen Beruf, was 1809 dazu führte dass er der militärischen Karriere den Rücken wandte um Künstler zu werden.

Über die folgenden Jahre des Künstlers ist kaum etwas bekannt, denn Lars Jacob von Röök taucht erst wieder ab 1823 auf, als er erneut nach Italien fährt um dort zu malen und an Skulpturen zu arbeiten. Ein Jahr später kehrte von Röök zurück nach Schweden und veröffentlicht das Kunstbuch Anteckningar under en resa på Sicilien. Die Bilder und Zeichnungen aus Italien geben allerdings nicht den Eindruck der dortigen Realität, denn von Röök folgte bei seinen Arbeiten den Einstellungen der anderen nordischen Künstler und betrachtete Italien aus einer idealisierten Perspektive in der die Italiener keine Rolle spielten, sondern nur als Ingredienz der Natur oder der städtischen Umgebung betrachtet werden.

Im Jahre 1830 wurde Lars Jacob von Röök dann Verwalter des Konglig Musem in Stockholm, dem heutigen Nationalmuseum, dessen Sammlungen er so umgestaltete, dass sie den anderen großen europäischen Museen entsprachen und die Grundlage für den heutigen Aufbau des Nationalmuseums sind. Neun Jahre später wurde von Röök auch zum Hofintendanten ernannt und in die Akademie der Künste aufgenommen. 1850 nahm von Röök Abschied von seinen verschiedenen Aufgaben und arbeitete nur noch für die Privatsammlung des Königs Oscar I. und arbeitete an Ausschmückungen des Haga Schlosses. Von den architektonischen Arbeiten des Künstlers ist heute nur noch wenig erhalten, unter anderem jedoch das Gartenhaus des Schlossparks in Finspång.


14. Oktober 1758: Die Entstehung der Norrköpings Tidningar
14. Oktober 1793: Erik Johan Stagnelius, der Aussenseiter unter den Dichtern
14. Oktober 1880: Vilhelm Ekelund, zwischen Poesie, Prosa und Philosophie
14. Oktober 1924: Gunnel Linde und der Kinderhilfsverein BRIS
14. Oktober 1941: Hjalmar Söderberg und die schwedische Doppelmoral
14. Oktober 1979: Lasse Dahlquist, vom Seemann zum Sänger
14. Oktober 1983: Die Bjursundbrücke (Bjursundsbron) bei Västervik
14. Oktober 2009: Der Tag der Garnelenbrötchen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 15. März 2016

Die schwedische Sängerin Veronica Maggio

Veronica Maggio kam am 15. März 1981 mit einer schwedischen Mutter und einem italienischen Vater in Uppsala zur Welt, was ihr eine etwas ungewöhnliche Kindheit und Karriere bescherte, denn als Maggio zehn Jahre alt war, zog die Familie in die Toscana und die späteres Sängerin musste von einer schwedischen Schule in eine italienische wechseln. Dort schloss sich Maggio auch unmittelbar der lokalen Musik- und Tanzgruppe an und hatte in diesem Zusammenhang auch ihre ersten öffentlichen Auftritte.

Die Folgejahre sollten für die Sängerin nicht weniger chaotisch werden, denn ein Jahr später kehrten Mutter und Tochter zurück nach Schweden und Veronica Maggio folgte in der Schule der Musiklinie. Nach einem Zwischenaufenthalt in Österreich und ihrer folgenden Hochschulreife zog die Sängerin nach Norwegen, um jedoch bald darauf ihren Wohnort nach Göteborg zu verlegen. Als ihr Musikprojekt in der westschwedischen Stadt scheiterte, ging Maggio nach Stockholm um ein Journalistikstudium zu beginnen, das sie jedoch nie abschloss. Nach wie vor beschäftigte sich Maggio mit Musik, und als Stefan Gräslund sie auf einem Demoband hörte, nahm er mit Universial Music Kontakt auf und die Sängerin erhielt einen Vertrag. Im Jahre 2006 erschien dann ihre erste Single Dumpa mig.

Der unmittelbare Erfolg der Single brachte Veronica Maggio eine Vertragsverlängerung und noch Ende des gleichen Jahres erschien ihr erstes Album Vatten och bröd, das der Sängerin nur ein Jahr später einen Grammis in der Kategorie Newcomer des Jahres brachte. Ab dieser Zeit war der Erfolg der Sängerin, die ihre Texte meist selbst schreibt, nicht mehr aufzuhalten und mit Måndagsbarn aus ihrem zweiten Album kam auch der internationale Erfolg. Bereits mit ihrem vierten Album brachten die Verkaufsziffern Maggio Platinscheiben ein, was sich allerdings auch dadurch auszeichnet dass ihre Konzerte regelmäßig ausverkauft sind.


15. März 1568: Johannes Bureus, Runensteine und Grammatik
15. März 1568: Johannes Bureus, der Vater der schwedischen Grammatik
15. März 1724: Anders af Botin und die Geschichtsschreibung Schwedens
15. März 1821: Abraham Niclas Edelcrantz, der Skalde des Königs Gustav III.
15. März 1850: Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr
15. März 1907: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland
15. März 1931: Unterwegs auf dem Göta Kanal
15. März 1935: Johan Ramstedt, eine Notlösung als Ministerpräsident 
15. März 1938: Der einzige unaufgeklärte Polizistenmord in Schweden
15. März 1999: Der erste Nachrichtenkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Sonntag, 13. März 2016

Die schwedische Textilkünstlerin Maja Sjöström

Maja Sjöström kam am 13. März 1868 als Tochter eines regionalen Staatsbeamten in Bärslöv zur Welt und begann bereits sehr früh viel zu zeichnen und zu malen. Als Sjöström 18 Jahre alt war, zog sie nach Stockholm um dort die höhere kunstindustrielle Schule zu besuchen, das heutige Konstfack. In einem Milieu, das sonst für die höhere Bürgerschicht reserviert ist, studierte Sjöström vor allem das Musterzeichen.

Mit dieser Ausbildung in der Tasche begann Maja Sjöström ab Ende der 90er Jahre für die Handarbetets Vänner (Freunde der Handarbeit) zu arbeiten, was dazu führte, dass Sjöström ein größeres Textilwerk für die Stockholmausstellung lieferte, das Wilhelm Röntgen erwarb als er seinen Nobelpreis in Empfang nahm. Als Ragnar Östberg den Auftrag erhielt das Stadshuset in Stockholm zu bauen, beauftragte er Maja Sjöström mit der Innendekoration. Sjöström entwarf zwischen 1916 und 1923 sämtliche Textilien, die man noch heute im Stockholmer Rathaus (Stadshuset) sehen kann.

Maja Sjöström holte dabei auch viele Ideen aus Italien, das Sie in diesen Jahren mehrmals besuchte um Östberg wirklich internationale Kunst bieten zu können. Nach Abschluss des Auftrags ging Sjöström ganz nach Italien um sich dort ihreer Kunst zu widmen. Ihr Problem wurde jedoch, dass sie eine große Anhängerin von Mussolini wurde, was ihre Arbeiten während und nach dem Zweiten Weltkrieg in Schweden, und vielen anderen Ländern, unverkäuflich machte. Als Sjöström im Jahre 1961 in Rom starb, war sie nahezu vergessen und konnte lediglich auf eine einzige Ausstellung in der Nachkriegszeit zurückblicken, die das Röhsska Museum in Göteborg organisiert hatte.


13. März 1809: Revolution in Schweden
13. März 1822: Nils Lorens Sjöberg und die schwedische Lyrik Ende
13. März 1848: Der schwedische Künstler Johan Niclas Byström
13. März 1854: Der schwedische Sprachforscher Adolf Noreen
13. März 1885: Der Kinodirektor Anders Sandrew
13. März 1942: 17 schwedische Tageszeitungen werden beschlagnahmt
13. März 1974: Die schwedische Popsängerin Linda Bengtzing

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Der schwedische Künstler Johan Niclas Byström

Johan Niclas Byström wurde am 18. Dezember 1783 in Filipstad geboren und legte während seiner Jugend seine Träume vom Künstler auf Eis, zumindest so lange seine Mutter lebte. Nach ihrem Tod verließ Byström dann jedoch das Geschäft seines Vaters in dem er bis dahin als Verkäufer arbeitete und ging nach Stockholm. Überzeugt von sich selbst bewarb er sich unmittelbar bei Johan Tobias Sergel, der ihn allerdings gar nicht erst beachtete und selbstverständlich als Student ablehnte.

Der zukünftige Künstler ließ sich davon nicht entmutigen und folgte dann dem Unterricht der zweiten Garde der Professoren an der Kunstakademie, die er von 1803 bis 1809 besuchte. Da er für seine Arbeiten zahlreiche Auszeichnungen erhielt, gelang es Johan Niclas Byström dann dennoch die Aufmerksamkeit Sergels bald zu gewinnen, der ihm dann auch einige Arbeiten anvertraute, was vermutlich mit dazu führte, dass Byström ein bedeutendes Stipendium erhielt um sich in Rom niederzulassen um dort sein Studium zu vervollständigen.

Auch wenn Rom ab 1910 die zweite Heimat für Johan Niclas Byström wurde, so verbrachte er sehr viel Zeit in Stockholm, da er mit Aufträgen für Skulpturen und Statuen, unter anderem von mehreren schwedischen Königen, nahezu ausgelastet wurde. Byström hatte für seine Arbeiten nicht nur ein Haus in Carrera, sondern verfügte auch über einen eigenen Marmorbruch für das Material seiner Werke. Als Byström im Jahre 1838 für einige Jahre ganz nach Stockholm zurückkehrte, entstand auf den Höhen von Djurgården die berühmte Byströms Villa in der er auch einen Teil seiner Werke unterbrachte. Als der Künstler 1844 gesundheitliche Probleme bekam, kehrte er nach Italien zurück wo er bereits vier Jahre später starb.


18. Dezember: Der Tag des Kuchens in Schweden 
18. Dezember 1290: Der schwedische König Magnus Ladulås

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Die schwedische Fußballlegende Gunnar Gren

Gunnar Gren wurde am 31. Oktober 1920 in Göteborg geboren und wurde gewissermaßen bereits mit 13 Jahren entdeckt, denn als am 7. Oktober 1934 in den alten Messehallen ein Wettbewerb im Fußballjonglieren ausgetragen wurde, hatte der junge Gren nicht nur den ersten Platz errungen, sondern verfügte mit 126 Punkten auch nahezu über doppelt so viele Punkte wie der Junge, der den zweiten Platz belegte. Das Ergebnis war nicht nur eine Plakette, sondern er wurde mit seinem Können auch zur Unterhaltung des Publikums während der Pausen eines Handballmatch engagiert.

Jan Steens Skulptur von Gunnar Gren vor dem Ullevi in Göteborg

Als professioneller Fußballer stand Gunnar Gren erstmals mit dem Klub Gårda BK am 1. Mai 1938 auf dem Göteborger Rasen. Das Spiel gegen Malmö endete allerdings mit 0 zu 0.  Nur zwei Jahre später wurde Gren in die Nationalmannschaft aufgenommen und 1941 wechselte er von Gårda BK zu IFK Göteborg, einen Klub, dem er acht Jahre lang die Treue hielt und für den er bei insgesamt 164 Ausscheidungen 78 Tore schoss. In der Nationalmannschaft spielte der Fußballer allerdings nur viermal.

Im Jahr 1949 verließ Gunnar Gren den IFK um erst für Mailand und später für Florenz zu spielen. Seine Spielmethode und seine Leistungen führten bald dazu, dass Gren in Italien von seinen Fans den Namen „Il Professore“ verliehen bekam. Erst 1956 kam Gren zurück nach Göteborg und schloss sich dem Örgryte IS an. Während seiner Karriere konnte Gunnar Gren auch zwei Rekorde vorweisen, denn zum einen war er der erste Schwede, der der Technische Direktor für Juventus Turin wurde und zum anderen war er der älteste Spieler, der je für einem schwedischen Klub noch auf dem Rasen stand. Gunnar Gren starb am 10. November 1991 in Göteborg.


31. Oktober 1878: Die Dampfmühle Eldkvarn in Stockholm brennt 
31. Oktober 2006: Der Umskalstunneln zwischen Schweden und Norwegen

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 14. März 2012

Josefina von Leuchtenberg wird Königin in Schweden

Am 14. März 1807 wurde Josefina von Leuchtenberg als Tochter des französischen Generals Eugène de Beauharnais, der von Napoleon I. zum Vizekönig in Italien ernannt worden war, in Mailand geboren. Ihre Kindheit verbrachte Josefina im Schloss in Monza, wobei sie bereits im Alter von sechs Jahren zur Prinzessin von Bologna und Herzogin von Galliera ernannt worden war. Als Eugène de Beauharnais sich jedoch 1814, nach dem Sturz von Napoleon, zum König Italiens ausrufen wollte, musste die Familie Italien verlassen und zog nach München um.

Im Jahr 1817 kaufte Eugène de Beauharnais dann die Stadt und das Fürstentum Eichstätt und wurde zum Herzog von Leuchtenberg. Auf Grund dieses Umzugs musste Josefina von Leuchtenberg dann neben ihrer Muttersprache Französisch auch Deutsch, Italienisch und Englisch lernen. Als der zukünftige schwedische König Oscar I. Dann, im Auftrag seines Vaters, auf Brautschau nach Eichstätt kam, verliebte er sich in die damals 15-jährige Josefina von Leuchtenberg und verlobte sich bereits drei Tage später mit ihr.

Fast wäre jedoch die Hochzeit ein Jahr später am strengen katholischen Glauben Josefinas gescheitert, aber da auch die vorhergehende Königin, Desideria, ihrem katholischen Glauben im protestantischen Schweden treu bleiben durfte, wurde auch bei Josefina letztendlich eine Ausnahme gemacht. Da Josefina von Leuchtenberg jedoch eine Hochzeit nach katholischen Regeln haben wollte und es jedem Schweden verboten war an katholischen Gottesdiensten teilzunehmen, wurde die Ehe am 22. Mai 1823 in Abwesenheit des Kronprinzen in München geschlossen. Der Thronfolger ließ sich bei der Hochzeit von Josefinas Onkel Karl von Bayern vertreten.

14. März 1707: Der schwedische Sprachforscher Johan Ihre 
14. März 1918: Die erste Anwältin Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin