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Montag, 20. März 2017

Der Justizienstaatsminister Lars Herman Gyllenhaal

Lars Herman Gyllenhaal wurde am 20. März 1790 als Sohn eines Gutsbesitzers auf Gut Härlingstorp im Västragötland geboren und erhielt eine standesgemäße Ausbildung, die ihm erlaubte sich 1802, im Alter von zwölf Jahren, an der Universität Uppsala einzuschreiben um dort Jura zu studieren. Sechs Jahre später legte Gyllenhaal dann bereits das Kanzleiexamen und das Juraexamen für das Hovrätt ab und wurde als Kanzleiangestellter im Staatsdienst aufgenommen. 1828 wurde Gyllenhaal zudem der oberste Richter für das Västernorrland und acht Jahre später Präsident des Göta Hovrätt.

Bald hatte Lars Herman Gyllenhaal auch das Vertrauen des Königs Karl XIV. Johan und wurde mit zahlreichen Vertrauensaufträgen betraut, wobei der Jurist ab 1827 auch große Teile der königlichen Besitztümer verwaltete. Auch wenn sich Gyllenhaal als Richter und später als Präsident des obersten Gerichtes des Västergötlands sehr wohl fühlte, ernannte ihn der König 1843 zum Justizstaatsminister und Gyllenhaal sollte eine politische Rolle einnehmen, da dieses Amt als Ministerpräsident und gleichzeitig Justizminister das wichtigste und bedeutendste Amt unter dem König war. Der Jurist war gezwungen den Auftrag zu akzeptieren, trat jedoch bereits ein Jahr später von seinem Amt zurück, als Oscar I. König Schwedens wurde.

Aber auch unter Oscar I. konnte Lars Herman Gyllenhaal der Politik nicht entkommen, da der König eine extrem konservative angesehene Person benötigte, die in der Lage war die Vier-Stände-Regierung zu verteidigen und den Parlamentarismus zu verhindern. Oscar I. hatte die französische Revolution von 1848 vor Augen und das Freiheitsstreben der anderen europäischen Länder und sah nur Gyllenhaal in der Lage die Ordnung in Schweden aufrecht zu halten und dabei das bestehende System zu verteidigen, was dem Juristen auch tatsächlich gelang. Allerdings war dies auch die einzige bedeutende Leistung Gyllenhaals, der am 22. Dezember 1858 auf seinem Gut Härlingstorp starb.


20. März 1413: Landskrona, die Hauptstadt Skånes
20. März 1413: Landskrona wird Stadt und zum Handelszentrum
20. März 1600: Das Blutbad von Linköping
20. März 1600: Hofmarschall Gustav Axelsson Banér wird hingerichtet
20. März 1786: Die Svenska Akademien, die Schwedische Akademie
20. März 1799: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten
20. März 1804: Der schwedische Astronom Nils Haqvin Selander
20. März 1902: Brita af Geijerstam, von Nalle Puh zu Liebesgedichten
20. März 1957: Der schwedische Gitarrist und Sänger Joakim Thåström
20. März 1989: Der Mord an Helén Nilsson in Hörby

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 9. März 2017

Freiherr Johan Nordenfalk, Justizstaatsminister

Als Johan Nordenfalk am 9. März 1846 in Stockholm starb, hatte er zwei bedeutende Dinge erreicht, die ihn in die Geschichte Schwedens eingehen ließen Zum einen war Nordenfalk derjenige, der maßgeblich an der Einführung der parlamentarischen Demokratie in Schweden beteiligt war und damit die Stände politisch entmachtete, zum anderen schuf er die Basis für die Schwedische Hypothekenbank, zwei Handlungen, die bis heute deutlich ihre Spuren in Schweden hinterlassen haben. So erfolgreich Nordenfalk in der Politik war, so nachlässig war er allerdings mit seiner Privatökonomie, denn bei seinem frühen Tod war er dem finanziellen Ruin nahe.

Johan Nordenfalk kam am 9. September 1796 als Sohn eines Fabrikbesitzers auf der Holms säteri in  Gålsjö zur Welt und erhielt daher eine sehr gute Bildung, die es ihm ermöglichte nach dem Gymnasium in Härnösand ab 1814 an der Universität Uppsala Jura zu studieren und das Examen für den Staatsdienst abzulegen. Bereits 1828 war Nordenfalk Staatssekretär an der Kriegsakademie und damit einer der einflussreichsten Personen Schwedens. Dieser erste Aufstieg sollte jedoch von Magnus Brahe unterbrochen werden. Nordenfalk kümmerte sich daher bald nur noch um seine Güter um erst 1844 erneut zur Politik zurückzukehren.

Dass Oscar I. Johan Nordenfalk als Justizstaatsminister haben wollte und ihn dazu ernannte, kann damit zusammenhängen dass der Jurist, Fabrikant und Politiker keine klare politische Linie hatte, sondern Verbindungen zu allen Parteien jener Zeit hatte, aber auch damit dass Nordenfalk die gewünschte politische Linie des Königs einhielt, zum Beispiel hinsichtlich des Erbgesetzes, nach dem auch Frauen erben sollten. Dieses Gesetz führte zu starken Spannungen im den beiden Kammern und war sicher auch mit ein Grund dafür dass Nordenfalk bereits ein Jahr nach Amtsantritt seinen Abschied begehrte um sich erneut ganz um seine Güter kümmern zu können, was er jedoch weitaus weniger beherrschte als die Politik.


9. März 1699: Der schwedische Rechtsgelehrte Lars Fleming
9. März 1865: Natanael Beskow, ein Dichter moderner Psalmen
9. März 1910: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
9. März 1938: Barbro Margareta Svensson, alias Lill-Babs
9. März 1945: Schweden befreit Gefangene in Deutschland
9. März 1957: Die schwedische Sozialdemokratin Mona Sahlin
9. März 1975: Die schwedische Sängerin Lisa Miskovsky

Copyright: Herbert Kårlin

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