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Donnerstag, 28. April 2016

Die deutsch-schwedische Gräfin Aurora von Königsmarck

Aurora von Königsmarck kam am 28. April 1662 auf Schloss Agathenburg beim deutschen Stade zur Welt und erhielt von Seiten ihrer Mutter, die die Tochter des schwedischen Feldarschalls Herman Wrangel war, eine sehr gute Bildung und wurde sehr früh in das französisch geprägte Hofleben eingeführt. Die Kindheit verbrachte von Königsmarck in Deutschland, wobei sie in dieser Zeit auch Schwedisch lernte, ohne jedoch eine engere Beziehung zum schwedischen Leben am Hofe zu haben.

Als Aurora von Königsmarck 18 Jahre alt war, zog sie mit ihrer Mutter an den schwedischen Hof in Stockholm, was dazu führte, dass sich die junge Gräfin in das Vergnügungsleben am Hof stürzte und dort den französischen Salon-Feminismus einführte, was von den gebildeten Hofdamen, aber auch von Königin Ulrika Eleonora, sehr positiv aufgenommen wurde. In diesem Zusammenhang entstanden in Schweden auch die ersten Amateurschauspiele in denen nur Frauen spielten, auch die männlichen Rollen. Von Königsmark setzte sich, wenn auch mit weniger Erfolg, auch dafür ein, dass Frauen in Schweden das Recht auf Bildung haben.

Wenige Monate nach dem Tod ihrer Mutter im Jahre 1691, der gleichzeitig mit der sogenannten Reduktion kam, als der schwedische König die an Wrangel geliehen Güter zurückforderte, kehrte Aurora von Königsmarck zurück nach Deutschland, in der Hoffnung, dort über ein höheres Kapital zu verfügen, das nach dem Tod der Mutter stark geschrumpft war. Aber auch Deutschland brachte ihr den Reichtum nicht zurück und die Liebesaffäre mit August dem Starken brachte lediglich einen unehelichen Sohn. Als sich der schwedische König Karl XII. 1702 in Deutschland aufhielt, versuchte die Adelige den König zu treffen, um ihn zu bitten ihr die schwedischen Ländereien zurückzugeben, aber Karl XII. wollte von Königsmarck nicht einmal empfangen. Auch ihr zweiter Versuch vier Jahre später zeigte sich fruchtlos. Kurz bevor ihr Kapital ganz verbraucht war, starb Aurora von Königsmarck am 16. Februar 1728 in Quedlinburg.


28. April 1715: Carl Fredrik Scheffer zwischen Politik und Literatur
28. April 1846: Der Astronom Johan Oskar Backlund
28. April 1868: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
28. April 1938: Wasser und Brot in schwedischen Gefängnissen
28. April 1973: Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst
28. April 2012: Das Naturreservat Slottsberget in Skärstad 

Copyright: Herbert Kårlin


Sonntag, 29. Juni 2014

Seved Ribbing, Reichsschatzmeister und Reichsrat

Auch wenn man heute große Teile der Rolle Seved Ribbings innerhalb der schwedischen Geschichte kaum kennt, so geht aus einigen wenigen Dokumenten hervor, dass Ribbing bis zu seinem Tod am 29. Juni 1613 eine Sonderstellung am Hof einnahm und nahezu täglich von Gustav II. Adolf um Rat gefragt wurde. Beim Tod von Karl IX. trug Ribbing auch den Reichsapfel, ein Privileg, das nur den engsten Vertrauten des Königs anvertraut werden konnte. Leider sind die Dokumente über Ribbing so selten, dass seine tatsächliche Macht als Reichsrat und Reichsschatzmeister nicht zu bewerten ist.

Seved Ribbing, der am 6. März 1552 geboren worden war, erscheint 1571 erstmals in der Geschichte Schwedens, als er, wie auch seine Brüder, unter Johan III. am schwedischen Hof aufgenommen wurde. Bereits drei Jahre später wird Ribbing als Beisitzer eines Rechtsprozesses genannt und 1588 hatte er das gesamte Rechtswesen Västergötlands in Händen. Auf Grund seiner neutralen Haltung und seinen überlegten Entscheidungen gehörte Ribbing anschließend zu jenen Personen, denen auch Sigismund das Vertrauen aussprach, auch wenn sich später zeigte, dass sich der Reichsrat mit der Zeit immer mehr Herzog Karl näherte.

In den Folgejahren taucht Seved Ribbings Name auf den unterschiedlichsten juristischen Schriftsätzen des Landes auf und im Jahre 1600 wurde er vom König sogar als der Richter eingesetzt, der in Linköping (Blutbad von Linköping) über den Reichsrat zu urteilen hatte. Seine besondere Stellung im Reich zeigt sich dann auch darin, das Ribbing bereits ein Jahr bevor er Reichsrat wurde, die Vollmachten eines Schatzmeisters des Landes erhielt, was in der Geschichte Schwedens extrem ungewöhnlich ist. Erst 1607 wurde ihm dieser Titel dann offiziell von Karl IX. verliehen.


29. Juni 1561: König Erik XIV, der Nachfolger von Gustav Vasa
29. Juni 1763: Hedvig Charlotta Nordenflycht, die erste Feministin Schwedens
29. Juni 1763: Hedvig Charlotta Nordenflycht, mit Lyrik in den Tod
29. Juni 1809: König Karl XIII. von Schweden
29. Juni 1831: Die schwedische Schriftstellerin Rosa Arbman
19. Juni 1865: Der schwedische Landschaftsmaler Nils Andersson
29. Juni 1900: Die Nobelstiftung und der Nobelpreis Alfred Nobels

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Mittwoch, 4. Juni 2014

Der schwedische Sänger Peter Jöback

Peter Jöback wurde am 4. Juni 1971 in Stockholm geboren und interessierte sich sehr früh für eine Karriere in der Musik, denn er wählte bereits im Gymnasium die Musiklinie und besuchte anschließend die Königliche Musikhochschule um sich dort als Solosänger ausbilden zu lassen. Als Sänger bekannt wurde Jöback dann am 11. Dezember 1989, als er im Alter von 18 Jahren den Nachwuchswettbewerb Talang gewann, was wiederum dazu führte, dass der Sänger im folgenden Jahr an der schwedischen Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest teilnehmen konnte, dort allerdings mit En sensation den vorletzten Platz belegte.

Auch wenn es Peter Jöback nicht gelang sich als Popsänger durchzusetzen, denn seine Single Higher wurde kein größerer Erfolg und bei der Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest im Jahre 2010 erreichte er mit Hollow erneut den vorletzten Platz. Im Gegenzug dazu wurde sein Weihnachtsalbum Jag kommer hem igen till jul als „Klassiker aller Zeiten“ ausgezeichnet und seine Konzerte sind bis heute regelmäßig ausverkauft, auch wenn sein Publikum in der Regel bereits etwas älter ist und mehr die Stimme bewertet als Wert auf die eigenen Lieder des Sängers legt.

Peter Jöback, der sich sehr früh offen dazu bekannte bisexuell zu sein und seit 2010 mit seinem langjährigen Lebenspartner Oscar Nilsson verheiratet ist, machte sich im Laufe der Jahre einen Namen in Musicals, im Film und auf der Theaterbühne wo seine Stimme am besten überzeugen kann. Jöback hat auch eine besondere Beziehung zum schwedischen Königshof, denn er sang nicht nur während des Galakonzertes zur Hochzeit von Kronprinzessin Victoria und Daniel Westling, sondern war auch zur Hochzeit des Paares eingeladen und sang bei der Trauung von Prinzessin Madeleine mit Chris O’Neil das Lied The First Time I Ever Saw Your Face.


4. Juni 1845: Lasse-Maja, der schwedische Dieb in Frauenkleidern
4. Juni 1870: Maria Elisabeth Hesselblad erweckt den Birgittaorden
4. Juni 1882: John Bauer und die Sagenwelt Schwedens
4. Juni 1965: Wadköping, vom Traum zur Wirklichkeit
4. Juni 2015: Der schwedische Fahrradweg Kattegattleden

Copyright: Herbert Kårlin

Way Out West, Musik in Göteborg