Posts mit dem Label Kritik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kritik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 20. Juni 2012

Suzanne Osten, Frauenbewegung in Theater und Film

Am 20. Juni 1944 wurde Suzanne Osten in Stockholm geboren, eine Frau, die sich vor allem in zwei Sparten einen bedeutenden Ruf geschaffen hat. Zum einen hat sie engagiertes Kindertheater salonfähig gemacht und zum anderen brachte sie den Kampf für Freiheit von Frauen und Minderheiten in Form von Theaterstücken und vor allem durch ihre Filmen ins Gespräch. Seit den 70er Jahren gibt es gibt kaum ein kritisches Thema, auf das Suzanne Osten nicht in kultureller Form aufmerksam macht.

Im Jahre 1975 gründete Suzanne Osten, nach ihrem Erfolg mit dem Stück „Jösses flickor“, als Zweig des Stockholmer Stadttheaters, das Kindertheater „Unga Klara“ bei dem sie nicht nur die künstlerische Leitung übernahm, sondern für das sie auch Stücke schrieb, die inhaltlich stark von der Kinderpsychologin Alice Miller beeinflusst waren. Das „Unga Klara“ hat mit seinen kritischen Stücken weltweit das Kindertheater revolutioniert, da die Stücke einen Zusammenhang zum geschichtlichen und aktuellen Geschehen haben, was sich bereits in Titeln wie „Hitlers barndom“ oder „Medeas Kinder“ ausdrückt.

Nach den Erfolgen mit zeitnahen Theaterstücken wie „Fabriksflickorna“ oder „Tjejsnack“ begann sich Suzanne Osten ab 1982 auch dem Film zuzuwenden, wobei sie mittlerweile bereits neun Filme aufweisen kann. Die Themen, die sie in ihren Werken bearbeitet, handeln von Neonazis, Terrorismus, Demokratieverständnis und Arbeitslosigkeit, deren Ursachen und Wirkungen sie schonungslos bearbeitet, was ihr nicht nur positive Kritiken einbringt. Ihr bisher letzter Film „Wellkåmm to Verona“, der 2006 in die schwedischen Kinos kam, behandelte die Forderung nach einem würdigen Leben im Altersheim.


20. Juni 1810: Lynchmord an Axel von Fersen in Schweden
20. Juni 1961: Die schwedische Punkrockerin Kajsa Grytt

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 21. Mai 2012

Björn Ranelid, die Selbstüberzeugung in Person

Björn Ranelid, der heute in der Edelgegend in Södermalm wohnt, wurde am 21. Mai 1949 in Malmö geboren und ist einer der meist diskutieren Schriftstellers Schwedens, nicht wegen seiner Produktivität, die geradezu erstaunlich ist, sondern weil er allein durch seine Sprache und sein Auftreten Gefühle weckt. Bei den einen positive Gefühle, bei den anderen negative, weshalb das Mittelfeld bei Ranelid geradezu fehlt.

Björn Ranelid, der als überzeugter Christ die Evolutionstheorie ablehnt und als gewandter Redner seinen Gegenüber nahezu unmittelbar von seiner eigenen Meinung überzeugen will, fordert daher auch jeden Kritiker heraus. Als Björn Ranelid 2003 von Linda Skugge auf das härteste kritisiert wurde, beauftragte Ranlid den schwedischen Nobelanwalt Leif Silbersky um gegen die Kritikerin juristisch vorzugehen. Über Wochen wurde dann diskutiert wie weit man in einer Kritik gehen darf, und Björn Ranelid ging als moralischer Sieger aus der Affäre hervor.

Die Romane des immer braungebrannten Ranelids erreichen regelmäßig hohe Verkaufsziffern, auch wenn die Mehrheit der Buchrezensenten die „Ranelidsche Sprache“ nahezu als unverständlichr bezeichnen, da er einen so eigenen Stil hat, dass man nahezu überlegen muss wie er selbst, damit man dem Sprachfluss folgen kann. Björn Ranelid benutzt fast ausschließlich Metaphoriken in seinen Büchern und greift zu einer eigenen Schreibweise und einer eigenen Grammatik, was jede Diskussion über die Qualität der Bücher offen lässt.


21. Mai 1975: Marit Bergman und die Popkolonie für Mädchen
21. Mai 2010: Anna-Lena Löfgren

Copyright: Herbert Kårlin