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Dienstag, 4. April 2017

Joseph Magnus Stäck, Künstler und Kunstprofessor

Joseph Magnus Stäck kam am 4. April 1812 als Sohn eines Händlers und Perückenmachers in Lund zur Welt und schrieb sich nach der Hochschulreofe an der Latinskola an der Universität Lund ein um Arzt zu werden. Sehr bald ging Stäck dann jedoch zur Theologie über und legte anschließend sowohl das Philosophieexamen als auch jenes in Theologie ab. Mit den beiden Diplomen in der Tasche gewann dann jedoch plötzlich sein Hobby die Oberhand und Stäck schrieb sich 1832 an der Kunstakademie in Stockholm ein, wo er 1840 als Nachwuchskünstler ausgezeichnet wurde und zwölf Jahre später eine Professur erhielt.

1842 erhielt Joseph Magnus Stäck eine Reisestipendium, das es ihm ermöglichte innerhalb von fünf Jahren sein Kunststudium in München, Venedig, Rom und schließlich auch in Paris zu vervollständigen. Sämtliche Gemälde, die er in diesen Ländern malte, schickte er nach Schweden um sie an Mäzene, private Sammler und den Kunstverein Stockholms zu verkaufen. Vom frühen Erfolg des Künstlers zeugen auch seine Ausstellungen, denn bei der Ausstellung der Akademie im Jahre 1840 waren neun seiner zwölf Gemälde vor der Eröffnung der Ausstellung verkauft und drei Jahre später konnte bei der Eröffnung der Ausstellung keines seiner 13 Ausstellungsstücke mehr erworben werden, da sämtliche Gemälde bereits verkauft waren.

Noch 1848, als Joseph Magnus Stäck nach Stockholm zurückkehrte, wurde er zum Hofmaler ernannt und vier Jahre später erhielt er den Titel eines Professors. Auch wenn Stäck selbst, der am 21. Februar 1868 in Stockholm starb, seine Gemälde nicht als hohe Kunst betrachtete und heutige Kunstkritiker keine Entwicklung in seinen Bildern finden, sondern mehr eine gleichbleibende hohe Technik, war Stäck Mitte des 19. Jahrhunderts einer der bekanntesten und erfolgreichsten Künstler Schwedens. Nur wenige Jahre vor seinem Tod verbrachte Stäck noch eine längere Zeit in einer schwedischen Künstlerkolonie in Düsseldorf, in der Hoffnung wieder inspiriert zu werden, aber es entstanden nur noch sehr wenige Bilder, die in keinem Punkt als herausragend bezeichnet werden können.


4. April 1611: Schweden und Dänemark kämpfen bei Kalmar
4. April 1764: Gustaf Johan Gyllenstierna wird zu Johan Axelsson
4. April 1869: Johan Göth und die Lokalgeschichte Smålands
4. April 1892: Edith Södergran, die erste Modernistin der schwedischen Literatur
4. April 1895: Der Operakällaren in Stockholm
4. April 1904: Der schwedische Kapellmeister Arne Hülphers
4. April 1915: Lars Ahlin und das soziale Leben der schwedischen Kleinstadt
4. April 1930: Victoria von Baden wird schwedische Königin
4. April 1957: Peter Englund und die Geschichte Schwedens
4. April 1966: Der schwedische Filmer Lorens Marmstedt
4. April 1973: Gösta Knutsson und Pelle Svanslös

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 22. März 2017

Der schwedische Künstler Axel Kulle

Axel Kulle kam am 22. März 1846 als Sohn eines Bierbrauers und Gastwirts in Lund zur Welt und begann, bevor er sich für die Kunst entschied, eine Lehre als Maler, was ihn jedoch wenig befriedigte. Daher bereitete er sich in seiner Freizeit auf ein Kunststudium vor und schrieb sich 1865 an der Kunstakademie in Stockholm ein. Nach Ende seines Studiums im Jahre 1873 kehrte Kulle zurück nach Lund und begann sich langsam als Maler von Alltagsmotiven durchzusetzen, wobei sämtliche Gemälde jener Jahre vom Kunstverein in Lund gekauft wurden.

1875 entschied sich Axel Kulle seine Kunststudien in Düsseldorf fortzusetzen, wo er bis 1880 blieb und vor allem Ferdiand Fagerlin als Lehrer hatte. Von Düsseldorf aus schickte Kulle zahlreiche bedeutende Gemälde nach Schweden, unter anderem auch das Gemälde  Kyrkoråd i Skåne, das man heute in der Nationalgalerie in Stockholm finden kann. Stipendien im Jahre 1880 ermöglichten es Kulle seine Kunststudien weitere drei Jahre lang in Paris fortzusetzen, wo sich der Künstler vor allem mit der Freiluftmalerei auseinandersetzte und begann mit helleren und kräftigeren Farben zu arbeiten.

Nach seiner Rückkehr nach Schweden im Jahre 1883 malte Axel Kulle weiterhin Alltagsmotive, aber auch Porträts und Stillleben. 1887 wurde der Künstler in die Kunstakademie aufgenommen und begann dort auch als Lehrer zu arbeiten, wobei er sich allerdings wenig um die Erneuerung der Kunst kümmerte, auch wenn Kulle diese Forderung der Opponenterna mit unterschrieb. In diesen Jahren betrieb Axel Kulle, der am 27. Februar 1908 in Stockholm starb, auch eine eigene Kunstschule im Stil der Düsseldorfer Schule, der auch der Künstler selbst zugeordnet wird. Da Kulle als zurückgezogener Eigenbrötler galt, gelang es ihm nie wirklich bekannt zu werden, auch wenn man seine Gemälde in den bedeutendsten Museen Schwedens finden kann.


22. März 1544: Johannes Magnus und die Geschichte der schwedischen Könige
22. März 1544: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
22. März 1777: Der Hofkanzler und Staatsrat Gustaf Lagerbielke
22. März 1792: Johan Bielke und der Mord an Gustav III.
22. März 1819: Der Schriftsteller und Literaturkritiker Gustaf Regnér
22. März 1851: Göran Wahlenberg und die Ökologie der Pflanzen
22. März 1978: Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin
22. März 1996: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 28. März 2015

Der Kunstsammler Axel Bielke af Åkerö

Graf Axel Bielke af Åkerö kam am 28. März 1800 zur Welt und schrieb sich mit 15 Jahren an der Universität Uppsala ein, wo er fünf Jahre später das Kanzleiexamen ablegte  um eine Laufbahn in der Verwaltung zu beginnen. Bielke begann als Schreiber in der Kanzlei, wurde zwei Jahre später zum Kammerjunker ernannt und 1828, nach einem zweijährigen Auslandsaufenthalt, zum Kammerherrn. Nur wenig später entschied sich Bielke jedoch sein Amt ganz aufzugeben und sich von allen Ämtern zurückzuziehen um sich ganz seinem Hobby widmen zu können, der Kunst und der Sammlung von Kunstgegenständen.

Bereits in seiner Jugend hatte Axel Bielke begonnen Keramik und Gravuren zu sammeln zu denen er ein besonderes Verhältnis hatte und unter denen er sich am wohlsten fühlte. Nach seinem Rückzug aus dem Berufsleben wuchs die Sammlung Bielkes auf über 2200 Keramiken und etwa 10.000 Stiche an, neben Glaskunst, Waffen und andere Kunstgegenstände, die er bei seinem Tod am 17. Januar 1877 in seiner Gesamtheit dem Nationalmuseum in Stockholm vermachte, da er nur dort sicher war, dass die wertvolle Kunst auch gewürdigt und erhalten wurde. Wer heute das Nationalmuseum besucht, findet in den entsprechenden Abteilung noch heute die wertvollsten Stücke des Grafen.

Graf Axel Bielke war indes kein Sammler, der seine Kunstgegenstände im Keller verwahrte, sondern er hatte sein Haus als Museum eingerichtet um dort auch an Kunst interessierte Gäste einzuladen und er verlieh seine Sammlung an Ausstellungen in ganz Schweden. 1832 war Bielke, neben Mikael Gustaf Anckarsvärd und Per Axel Nyström, auch Mitgründer des ersten schwedischen Kunstvereins, der heutigen Sveriges allmänna konstförening und er war einer geachteter Berater des Nationalmuseums, das den Grafen grundsätzlich bei geplanten Einkäufen um Rat fragte. Auf Grund seiner Zurückgezogenheit weiß man sehr wenig über die Person Bielke, die vor allem durch seine enorme Kunstsammlung weiterlebt.


28. März 1760: Georg Adlersparre, zwischen Feldherr, Literat und Revolutionär
28. März 1922: Olle Länsberg, der verschollene Autor Schwedens
28. März 1927: Marianne Fredriksson und die christliche Frauenliteratur Schwedens
28. März 1927: Marianne Fredriksson, eine schwedische Schriftstellerin
28. März 1953: Der erste Roman Tjärdalen von Sara Lidman wird ein Erfolg
28. März 1962: Joakim Lindengren, Kapten Stofil und Faktum

Copyright: Herbert Kårlin