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Mittwoch, 24. August 2016

Der schwedische Reichsspielmann Eric Sahlström

Eric Sahlström kam am 24. August 1912 in Masbo im Uppland zur Welt und wurde in einer Familie geboren in der Musik eine große Rolle spielte, denn sowohl sein Vater als auch sein Großvater waren Spielmänner und Eric selbst lernte schon im Alter von sieben Jahren Akkordeon zu spielen und träumte davon ein neuer Jularbo-Kalle zu werden. Bald wechselte Sahlström dann jedoch vom Akkordeon zur Geige und, als er Hjort Anders spielen hörte, griff er zur Nyckelharpa, der Schlüssel-Harfe, der er sein Leben lang treu bleiben sollte.

Mit 17 begann Eric Sahlström öffentlich aufzutreten, auch wenn er nie eine Stunde Musikunterricht hinter sich hatte. Da der Musiker erst in den 30er Jahren begann eigene Kompositionen vorzutragen, spielte er zu Beginn die allgemein bekannten Stücke von Gås-Anders und Byss-Calle, die noch heute zu den Klassikern mit der Nyckelharpa gehören. In diesen Jahren baute Sahlström auch seine erste eigene Nyckelharpa, was für seine spätere Bedeutung in der Musikgeschichte Schwedens wichtig wurde. 1941 gewann Sahlström seinen ersten Preis als Musiker und ein Jahr später kamen auch die ersten Auftritte im Radio.

Da in jener Zeit ein Spielmann von seiner Kunst nicht leben konnte, betrieb Eric Sahlström seine Landwirtschaft weiter und arbeitete zeitweise auch in der Fabrik. Das Musizieren und der Bau von Schlüssel-Harfen kam daher oft erst an zweiter Stelle. Erst in den 60er Jahren begann Sahlström, gemeinsam mit Hasse Gille, dann Kurse in der von August Bohlin geschaffenen modernen Nyckelharpa zu geben, wodurch die Nyckelharpa sich endgültig in Schweden durchsetzen konnte und Spielmänner als ernsthafte Musiker betrachtet wurden. In den 70er Jahren wurde Sahlström, der am 7. Juni 1986 in Tobo starb, einer der bedeutendsten Spielmänner Schwedens, der für seine Leistung zahlreiche Preise erhielt. 1976 war der Musiker dann auch der erste Spielmann Schwedens, der eine staatliche Einkommensgarantie für Künstler erhielt.


24. August 1895: Der schwedische Architekt Curt Björklund
24. August 1901: Carl Ludvig Granlund, der letzte Wegelagerer Schwedens
24. August 1901: Der schwedische Künstler Gunnar G:son Wennerberg
24. August 1905: Sven Stolpe, der katholische Schriftsteller Schwedens
24. August 1923: Bo Setterlind, das religiöse Erwachen in der Romantik
24. August 2003: Carolina Klüft gewinnt Gold beim Siebenkampf
24. August 2014: Die Gärten von Jonsered bei Göteborg

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Donnerstag, 7. Mai 2015

Die Swedish Music Hall of Fame in Stockholm

Wie so viele Ideen, so kam auch die Gründung der Swedish Music Hall of Fame über die USA nach Schweden, denn das Zentrum der schwedischen Populärmusik hat die Rock and Roll Hall of Fame als Vorbild, auch wenn die Musikhalle in Stockholm auf rein schwedische Künstler und Produktionen setzt und die Geschichte der populären Musik des Landes von 1920 bis zur Gegenwart beleuchten will. Die Music Hall of Fame bietet daher ein weitaus größeres, wenn auch lokales, musikalisches Spektrum als das amerikanische Vorbild.

Am 7. Mai 2013 hatte das Publikum erstmals Zugang zur Swedish Music Hall of Fame, der auch ABBA The Museum angeschlossen ist, das am gleichen Tag für das Publikum öffnete. Das Gebäude verfügt mit seinen 2100 Quadratmetern allerdings nicht nur über die Musikhalle und das ABBA-Museum, sondern auch über ein der Stiftung angeschlossenes Hotel und ein Restaurant, die auch die Ausstellungen und andere Ausgaben der Musikhalle, zumindest teilweise, finanzieren sollen.

Die Swedish Music Hall of Fame soll vor allem an Hand von permanenten und temporären Ausstellungen die Geschichte der schwedischen Populärmusik zeigen und erklären, sowie eine Anregung für alle sein, die einen Beitrag zum Musikgeschehen Schweden leisten wollen. Neben den Ausstellungen bietet die Musikhalle auch Vorträge und Kurse an. Jedes Jahr wählt eine Jury schwedische Musiker, Sänger und Produzenten, die seit mindestens 20 Jahren im Geschäft sind, in die Hall of Fame. Bis Ende 2015 handelt es sich bereits um 22 Künstler, die damit geehrt wurden. Der Eintritt für Erwachsene liegt 2015 bei 195 Kronen, wobei hierbei der Eintritt in das ABBA-Museum inklusive ist.


7. Mai 1697: Das königliche Schloss Tre Kronor in Stockholm brennt nieder
7. Mai 1840: Der deutsch-schwedische Künstler Caspar David Friedrich
7. Mai 1856: Die Erweckungsbewegung innerhalb der Svenska Kyrkan
7. Mai 1916: Tore Fredrik Wretman und die schwedische Kochkunst
7. Mai 1921: Abschaffung der Todesstrafe in Schweden
7. Mai 2001: Die schwedische Schauspielerin Margaretha Krook

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 6. Januar 2013

Johnny Bode, der erste Punkstar Schwedens

Am 6. Januar 1912 wurde Johnny Bode in Falköping geboren, ein Komponist und Sänger, der als unmoralischer Mythoman, als enfant terrible und erster Punkmusiker Schwedens in die Geschichte einging, seinen Kultstatus allerdings erst nach seinem Tod bekam, nicht zuletzt wegen seiner Platte Bordellmammas visor, die bereits 1968 erschien, aber noch 1995 als CD geprägt wurde, da sie ein Meilenstein der schwedischen Musikgeschichte ist.

Johnny Bode begann seine musikalische Karriere mit 17 Jahren und schrieb und sang hunderte von Titeln, was nahezu als Wunder betrachtet wurde, da er durch seine Art, sein unmögliches Auftreten in der Gesellschaft und seine Lügen seine Karriere mehrmals zerstörte und immer wieder neu aufbaute. Egal was Johnny Bode an Geld einnahm, es verschwand bei Vergnügen und in Kneipen. Wenn er Geld hatte, war er freizügig, war er pleite, so kannte er jede Hintertür und jeden Trick, dass andere für ihn bezahlen mussten.

Beim Ausbruch des Zweiten Weltkrieges war Johnny Bode fasziniert vom Nazismus und ging soweit, dass er sich in Finnland vom deutschen Heer anwerben lies, was jedoch nur dazu führte, dass er, wegen seiner persönlichen Art, sehr bald wieder entlassen wurde, da er sich selbst dort unmöglich gemacht hatte. Als er 1942 zurück nach Schweden kam um eine neue Karriere aufzubauen, hatte er nicht damit gerechnet, dass die kulturelle Elite kein Verständnis für die Machenschaft Hitlers hatte und er gelangte auf die schwarze Liste, auch bei seinen früheren Freunden des Nachtlebens.

Als der Zweite Weltkrieg zu Ende war, versuchte Johnny Bode eine neue Karriere, was sich jedoch als relativ schwierig erwies, da niemand ihm einen Vertrag geben wollte. Also wechselte Johnny seine Pseudonyme, die er jedoch immer nur so lange benutzen konnte bis die Presse herausfand wer hinter dem Namen stand. Mit wenig Erfolg versuchte er die Gedichte von Nils Ferlin zu vertonen und vorzutragen, mit größerem Erfolg gelang es ihm die Filmmusik für den ersten Film Åsa-Nisse zu schreiben und selbst Lapp-Lisa sang einige seiner religiösen Lieder. Johnny Bode starb am 25. Juli 1983 arm und vereinsamt in Malmö.


6. Januar 1493: Olaus Petri, der schwedische Reformator

Copyright: Herbert Kårlin