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Dienstag, 12. August 2014

Der Frieden in Nöteborg in der schwedischen Geschichte

Am 12. August 1323 unterzeichnete Magnus Eriksson mit Fürst Juri Daniilowitsch in Nöteborg einen Friedensvertrag, der die Feindlichkeiten zwischen Schweden und der Republik Nowgorod, dem heutigen Russland, beendete. Nach einem 30-jährigen Krieg zwischen den beiden Ländern wurde dabei erstmals die Ostgrenze Schwedens festgelegt, eine Grenze, die bis 1595 an der gleichen Stelle verlaufen sollte. Die beiden Originalverträge gingen leider verloren. Aus diesem Grund gibt uns heute lediglich eine Kopie des schwedischen Vertrages des 16. Jahrhunderts noch einen gewissen Aufschluss über den sogenannten Frieden von Nöteborg.

Allerdings verursachte der Frieden in Nöteborg mehrere Probleme, denn zum einen waren der schwedische und der russische Vertrag nicht identisch und zum anderen waren die Formulierungen teilweise so wage, dass man kaum von einem eindeutigen Grenzverlauf reden kann. Man darf nicht vergessen, dass es um diese Zeit noch keine Landvermessung gab, sondern man Erhebungen, Buchten und andere Kennzeichen als Richtpunkte benutzte, die jedoch nicht in jedem Land den gleichen Namen trugen und an der gleichen Stelle gesehen wurden. Der Spielraum für die Deutung der Grenzen war daher relativ hoch.

Am bedeutendsten kam dies im nördlichsten Teil Schwedens zum Ausdruck, da dort während des Friedens in Nöteborg vor allem Samen lebten, die Gegend also als relativ unwichtig betrachtet wurde. Jedoch bereits im 15. Jahrhundert begann die Besiedlung dieser Gebiete und es kam daher in mehreren Gebieten zu Spannungen, da sowohl Nowgorod als auch Schweden Anspruch auf das Gebiet über der nördlichen Ostsee legten und Russland Zölle von den Flussfischern beanspruchte. Bis heute ist es der Geschichtswissenschaft nicht gelungen den tatsächlichen Grenzverlauf des Jahres 1323 nachzuvollziehen, so dass sich nach wie vor schwedische und russische Geschichtsschreibung widersprechen.


12. August 1652: Der schwedische Reichsmarschall Jakob De la Gardie
12. August 1763: Olof von Dalin: Fortschrittliche Kritik und konservative Geschichte
12. August 1901: Adolf Erik Nordenskiöld, der Entdecker der Nordpassage
12. August 1920: Schwedische Luftfahrt und erste Luftftransporte
12. August 1925: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 15. Juli 2012

Der schwedische Kreuzzug ins russische Reich

Der 15. Juli 1240 war einer der verhängnisvollen Tage in der Geschichte der schwedischen Kreuzzüge, zumindest wenn man den russischen Quellen vollen Glauben schenkt, denn in der schwedischen Geschichte findet man zwar Hinweise zu diesem Kreuzzug ins russische Reich, aber von der Schlacht bei Neva berichtete nur Alexander von Nowgorod ausführlich, der spätere Heilige Alexander Newski, einer der größten russischen Nationalhelden um den zahlreiche Legenden aufgebaut wurden.

Als Birger jarl diesen Kreuzzug nach Russland plante, hatte er eben erst die Tavaster in Finnland besiegt und zum rechten Glauben gebracht, so dass er davon überzeugt war, dass ihm Gott nun auch gegen die russischen Barbaren helfen würde, zumal er der Meinung war, dass die Mehrheit des russischen Heeres in der Mongolei beschäftigt sei und er daher bei seinem Zug gegen Nowgorod auf keinen bedeutenden Widerstand stoßen würde. Die Mündung der Newa zu dominieren sollte ihm dabei gleichzeitig dazu dienen den gesamten Ostseeraum zu beherrschen.

Über den verhängnisvollen 15. Juli gehen dann die schwedische und russische Versionen jedoch etwas auseinander, denn nach Alexander von Nowgorod soll Birger jarl bei den Kämpfen verletzt worden sein und die Schweden geradezu in Panik die Flucht ergriffen haben, während nach schwedischen Quellen Birger jarl sich zu jener Zeit gar nicht an der Front aufhalten konnte, sondern der Bischof Thomas von Åbo den Kreuzzug leitete. Sicher ist jedoch, dass sich die schwedischen Truppen zurückziehen mussten und das russische Reich bei diesem Kreuzzug nicht zum christlichen Glauben fand.


15. Juli 1949: Carl Bildt, diplomatischer Außenminister Schwedens
15. Juli 2008: Der Streik der Busfahrer, nur ein halber Erfolg 

Copyright: Herbert Kårlin