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Donnerstag, 14. Juli 2016

Der Schriftsteller und Politiker Paul Waldenström

Paul Waldenström, der vor allem als P. P. Waldenström bekannt ist, starb am 14. Juli 1917 in der Missionsschule auf Lidingö und ging als der Gründer des Svenska Missionsförbundet SMF in die Geschichte ein, der seinen Namen 2003 in Svensk Missionskyrkan änderte und seit 2011 fester Teil der Equmeniakyrkan ist. Waldenström ist vermutlich der einzige Religionsgründer, der bei der Gründung der von ihm geschaffenen Missionskirche nicht anwesend war, sondern die Gründungsversammlung dem Mitgründer der Freikirche, E. J. Ekman, überließ, dessen Biographie in vielen Punkten jener Waldenströms entspricht.

Paul Waldenström war am 20. Juli 1838 als Sohn eines Landarztes in Luleå zur Welt gekommen und begann 1857 ein Philosophiestudium an der Universität Uppsala. Bereits 1863 promovierte er zum Doktor in Philosophie und ein Jahr später ließ er sich zum Priester weihen und begann als Lehrer an der Oberschule in Växjö zu arbeiten. Bereits im Jahr als Waldenström sein Studium in Uppsala begann, hatte er eine religiöse Krise, die ihn zur Evangeliska Fosterlands-Stiftelse führte. Da Waldenström sich auch sehr früh als religiöser Schriftsteller ausgezeichnet hatte, übernahm er 1868 auch die Redaktion Pietisten, die damals einflussreichste religiöse Zeitschrift der Freikirche Schwedens. Ab 1872 kam erneut eine religiöse Krise Waldenströms, die ihn auch von der  Evangeliska Fosterlands-Stiftelse entfernte und 1882 dazu führte, dass der Theologe auch sein Amt als Priester vollkommen aufgab.

Bereits 1878 hatte Paul Waldenström, gemeinsam mit Jakob Ekman (E. J. Ekman) den Svenska Missionsförbundet gegründet, was um diese Zeit mehr ein christlicher Verein als eine selbständige Kirche war und die Religion modernisieren sollte. Allerdings arbeitete der SMF auch eng mit anderen Kirchen zusammen, unter anderem auch der Svenska Kyrkan, nicht zuletzt um auch diese Kirchen zu modernisieren. Waldenström nahm innerhalb des Missionsverbands eine besondere Stellung ein, da er auch mehrere Psalmen schrieb und zahlreiche Schriften herausgab, die den Einfluss des SMF stärkten. Ab 1884 war Waldenström auch politisch aktiv und spielte in mehreren Ausschüssen eine wichtige Rolle, wobei er auch hier immer seine persönliche religiöse Anschauung hervorhob.


14. Juli 1757: Anders Fredrik Skjöldebrand, Feldherr und Künstler
14. Juli 1866: Der schwedische Architekt Ragnar Östberg
14. Juli 1901: Folke, ein schwedischer Vorname am Aussterben
14. Juli 1918: Ingmar Bergman, eine schwedische Legende
14. Juli 1931: Der Marionettenspieler und Theaterdirektor Michael Meschke
14. Juli 1977: Kronprinzessin Victoria Ingrid Alice Désirée

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 20. Juli 2014

Paul Waldenström und die schwedische Missionskirche

Paul Waldenström kam am 20. Juli 1838 in Luleå als Sohn eines Provinzarztes zur Welt, was ihm von jüngsten Jahren an eine gute Grundbildung brachte. Ab 1857 studierte Waldenström an der Universität Uppsala. Bereits 1865 verließ er dann die Universität als Doktor in Philosophie. Nur ein Jahr später wurde der Wissenschaftler zum Priester geweiht, ohne jedoch in den Kirchendienst einzutreten, sondern um als Lehrer in Växjö, dann in Umeå und schließlich in Gävle zu arbeiten.

Während Paul Waldenström zu Beginn seines Studiums noch in voller Linie hinter der Svenska Kyrkan stand, begann er bereits am 1857 an dieser Lehre zu zweifeln. Waldenström näherte sich dann immer mehr der neuevangelischen Richtung und wurde 1868, nach dem Tod von Olof Rosenius, Redakteur der christlichen Zeitschrift Pietisten, was den religiösen Philosophen zu einer sehr einflussreichen Person der religiösen Entwicklung Schwedens machte. Da sich Waldenström jedoch erneut nicht an die Lehre der Gemeinschaft hielt, sondern eine persönliche Meinung verbreitete und die Meinung der Evangeliska Fosterlands-Stiftelse in Frage stellte, kam es auch zum Bruch zwischen der Stiftung und Waldenström.

Um seine religiöse Meinung, die eine persönliche Beziehung zu Gott forderte, zu verbreiten, gründete Paul Waldenström, gemeinsam mit Jakob Ekman 1878 den SMS, den Svenska Missionsförbundet, der sich 2003 in den Svenska Missionskyrkan (Schwedische Missionskirche) umbenannte. Sehr schnell wurde Waldenström der geistige Führer der Bewegung und gleichzeitig der Vorsitzende der Missionskirche und des Priesterseminars auf Lidingö. Parallel zu seiner Missionstätigkeit, die von einer literarischen Aktivität begleitet wurde, betätigte sich Waldenström auch als streitsüchtiger Politiker, der sich gegen das allgemeine Wahlrecht stellte und, obwohl er von den linken Gruppen unterstützt wurde, immer weiter nach rechts driftete. Seine politische Karriere im Parlament endete 1905 abrupt, da sich Waldenström weigerte vor den Wahlen bekannt zu geben für welche Partei er bei Abstimmungen eintreten werde.

20. Juli 1833: Der schwedische Mystiker Waldemar Rudin
20. Juli 1889: Erik Lindorm, ein Anarchist wird zum Schriftsteller
20. Juli 1900: Einar Norelius und die Sagenwelt Schwedens
20. Juli 1901: Der schwedische Architekt Lars Johan Laurentz
20. Juli 1955: Stig Larsson, Schriftsteller und Filmregisseur

Copyright: Herbert Kårlin

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