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Sonntag, 12. Februar 2017

Der schwedische Dokumentarfilmer Ebbe Gilbe

Ebbe Gilbe kam am 12. Februar 1940 in Örgryte, heute ein Stadtteil Göteborgs, zur Welt und begann nach Abschluss der Schulzeit erst als Gärtner zu arbeiten, bildete sich jedoch später zum Pfleger in der Psychiatrie aus und arbeitete dann im Krankenhaus Vipeholm in Lund. In seiner Freizeit interessierte sich Gilbe vor allem für den Film. Ohne in diesem Bereich eine Ausbildung zu machen, begann Gilbe 1970 dann für die neu gegründete Fernsehanstalt TV2 als Filmer zu arbeiten.

Sehr schnell war Ebbe Gilbe ein bekannter Name unter Dokumentarfilmern, denn er nahm seine Themen aus den eigenen Erfahrungen und zeigte Menschen in besonders ausgesetzten Situationen. Seine Filme beleuchteten Behinderte, Autismus, Personen, die in ihrer Entwicklung zurückgeblieben waren und andere Gruppen, die vorher kaum Gehör gefunden hatten. Gilbe wagte sich an Themen, die oft als Tabu betrachtet wurden und ihm auch den Ruf brachten der merkwürdigste Dokumentarfilmer Schwedens zu sein. Seine Arbeiten leiteten jedoch ein Umdenken ein und ermöglichte einer nahezu ausgestoßenen Gruppe an Menschen eine Rückkehr in das normale Leben und zur Anerkennung.

Im Jahre 1988 verwirklichte Ebbe Gilbe dann seinen ersten Langfilm Så går ett år und wählte dabei den Ort Sjöbo in Skåne (Schonen) der während der Dreharbeiten in die nationale Presse geriet, da man dort eine Volksbefragen zur Aufnahme von Flüchtlingen  durchführte. Nach 20 Jahren beim öffentlich rechtlichen Fernsehen machte sich Gilbe als Filmer selbständig, ohne jedoch seine Linie als Dokumentarfilmer aufzugeben, wobei insbesondere ein dreiteilige Serie über Autismus eine breite Öffentlichkeit ansprach. Der letzte Film Gilbes entstand im Jahre 2007 mit dem Titel Drömmen om det goda livet, der die Ferieninsel Rügen zum Thema hatte. Sein folgendes Projekt blieb auf Grund seines plötzlichen Todes am 29. April 2008 in Kristianstad unvollendet.


12. Februar 1579: Der Psalmenverfasser Laurentius Petri Gothus
12. Februar 1771: Adolf Fredrik stirbt an einer Lebensmittelvergiftung
12. Februar 1849: Der schwedische Schriftsteller Carl von Zeipel
12. Februar 1959: Die schwedische Sängerin Susanne Alfvengren
12. Februar 1972: Die schwedische Sängerin Sophie Zelmani

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 12. Januar 2017

Massenmord im Östra Sjukhus in Malmö

Am  4. September 1978 wurde der 18-jährige Anders Hansson als Bereitschaftspfleger im Östra Sjukhus (Östliches Krankenhaus) in Malmö eingestellt, in einer Abteilung in der überwiegende demente Personen für eine längere Pflege lagen, obwohl man in früheren Arbeitspapieren lesen konnte dass er für eine entsprechende Arbeit ungeeignet war und Kontaktprobleme mit Kollegen hatte. Wenige Tage nach seinem Arbeitsantritt alarmierte er das Personal als ein Mann eine Flüssigkeit in der Luftröhre hatte. Der schnelle Einsatz rettete dem Patienten das Leben und Hansson wurde für seinen Einsatz gelobt.

Zum Erstaunen der Ärzte häuften sich in den darauf folgenden Wochen diese Fälle, kamen jedoch nur dann vor wenn Anders Hansson Bereitschaft hatte. Nach nur drei Wochen am Arbeitsplatz beging Hansson dann seinen ersten Mord indem er einem 66-jährigen Blinden Reinigungsmittel einflößte. Da der Mann beim ersten Mal nicht starb, beging der Täter die Prozedur ein weiteres Mal, dieses Mal mit Erfolg. Obwohl während der kommenden Monate ungewöhnliche viele ältere Menschen der Abteilung starben, gingen die Ärzte immer von einem natürlichen Tod aus, zumindest bis zum verhängnisvollen 12. Januar 1979.

Der 12. Januar 1979 wurde Anders Hansson zum Verhängnis, denn als er einer 94-jährigen Frau eine Mischung aus Saft und Reinigungsmittel einflössen wollte, konnte diese die Flüssigkeit ausspucken und nach dem anderen Personal rufen, das im Mund der Frau das Reinigungsmittel roch. Nach vorerstigem Abstreiten etwas getan zu haben, gab Hansson dann jedoch vor der Polizei zu 27 Morde und 15 Mordversuche begangen zu haben. Als Motiv gab der Täter an Mitleid mit den alten Personen gehabt zu haben und ihnen daher beim Lebensabschluss lediglich erleichtert zu haben. Die anschließende rechtsmedizinische Untersuchung zeigte dass Hansson geisteskrank war und die Reichweite seiner Tat nicht verstanden hatte. Das Ergebnis war daher dass Anders Hansson in die geschlossene Abteilung der Psychiatrie eingewiesen wurde. Bis heute ist indes nicht eindeutig klar wie viele Morde der Täter tatsächlich begangen hat, denn der Staatsanwaltschaft gelang es lediglich 11 Morde und 16 Mordversuche zu beweisen.


12. Januar 1528: Gustav Vasa, der berühmteste König Schwedens 
12. Januar 1726: Das Konventikelplakatet verbietet freireligiöse Treffen
12. Januar 1726: Religiöse Treffen werden in Schweden verboten
12. Januar 1783: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens
12. Januar 1818: Der schwedische Bischof Johan Wingård stirbt in Göteborg
12. Januar 1854: Der schwedische Künstler Hugo Birger kommt zur Welt
12. Januar 1868: Der schwedische Schriftsteller Jeremias i Tröstlösa
12. Januar 1875: Die schwedische Schriftstellerin Marika Stiernstedt 
12. Januar 1913: Der schwedische Ingenieur Gustaf Nerman stirbt in Uppsala
12. Januar 1938: Der Schauspieler Gösta Ekman wird in Stockholm beerdigt
12. Januar 1966: Gunnar Ekelöf erhält den Literaturpreis des Nordischen Rates

Copyright: Herbert Kårlin