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Sonntag, 13. Juli 2014

Carl Gustaf von Rosén, ein Pilot ohne Ausbildung

Als Carl Gustaf von Rosén am 13. Juli 1977 bei einem Angriff von Guerillas in der äthiopischen Stadt Gode, die kurz zuvor von Somalia eingenommen worden war, getötet wurde, gab es in Schweden, zumindest bis zur Geburt von Kronprinzessin Victoria, kaum einen anderen Gesprächsstoff als den abenteuerlichen Flugpionier, der, unter anderem, die äthiopische Luftwaffe gründete und als einer der mutigsten Piloten Schwedens galt, der sich vor allem im Kriegsgeschehen wohl fühlte.

Carl Gustaf von Rosén war am 19. August 1909 in Helgesta im Södermanland geboren worden und verdankte sein Fluginteresse seinem Onkel Hermann Göring, der ihn mehrere Male mit in die Luft nahm. Das abenteuerliche Blut kam dabei vermutlich von seinem Vater, der als Forschungsreisender sehr viel in Afrika unterwegs war. Auf welche Weise von Rosén seine Flugkenntnisse gewann, ist allerdings unbekannt, denn er machte seinen Flugschein im Jahre 1929 ohne je eine private oder militärische Flugschule besucht zu haben. Nach dem Erhalt seines Pilotenscheins wurde der Flieger als Spökflygaren (Geisterflieger) bekannt, da er mit seiner Maschine die gewagtesten Kunststücke vorführte, die dem Publikum das Blut gefrieren ließ.

Als 1935 der Konflikt zwischen Italien und Äthiopien ausbrach, stellte er sich und seine Maschine dem Roten Kreuz für humanitäre Flüge zur Verfügung. Anschließend flog Carl Gustaf von Rosen für die holländische Gesellschaft KML, bis der Finnische Winterkrieg im Jahre 1940 ausbrach. Für von Rosén gab es dann nur eine Lösung, nämlich mit seiner Maschine nach Finnland zu fliegen und Russland zu bombardieren. Es folgte eine Anstellung als Fluglehrer für die schwedische Luftwaffe und eine Anklage, dass er von den Nazis gestohlene Kunstgegenstände nach Schweden geschmuggelt haben sollte, was jedoch nicht zu beweisen war. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte für von Rosén der Aufbau der äthiopischen Luftwaffe, eine Arbeit bei der schwedischen Transair und während des Biafrakonfliktes kamen erneut humanitäre Flüge, ein Einsatz beim Konflikt mit Nigeria und schließlich erneut ein humanitärer Einsatz in Äthiopien bei dem er Lebensmittel in unzugänglichen Gebieten abwarf und letztendlich am 13. Juli 1977 von Guerillas getötet wurde.


13. Juli: Der Paltdagen (Knödeltag) in Schweden
13. Juli 1644: Ritter Peder Banér, Reichsrat und Kammerherr
13. Juli 1848: Der schwedische Künstler Otto Hesselbom
13. Juli 1858: Der Berzelii Park und seine Statue in Stockholm
13. Juli 1889: Lady Louise Mountbatten wird Königin von Schweden
13. Juli 1931: Tor Hedberg und der psychologische Roman
13. Juli 1954: Kernenergie und Kernreaktoren in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Way Out West, Musik in Göteborg Göteborger Kulturfestival 2013

Dienstag, 22. Januar 2013

Elsa Andersson, die erste Fallschirmspringerin Schwedens

Elsa Andersson war am 27. April 1897 auf einem Bauernhof in Skåne geboren und musste als ältestes Mädchen sehr früh auf dem Hof mitarbeiten, nicht zuletzt, weil die Mutter bereits starb als Elsa gerade einmal sechs Jahre alt war. Sehr früh faszinierten das Mädchen die Maschinen, die man auf dem Gut benutzte und bei einer Flugshow im Jahre 1913, die in der Nähe des Hofes stattfand, kam das Interesse für Flugzeuge hinzu.

Bevor Elsa Andersson allerdings als erste Frau Schwedens einen Pilotenschein machen konnte, machte sie als weibliche Pionierin den Führerschein, im gleichen Jahr in der sie in der einzigen Flugschule Schwedens das Fliegen lernte um im Jahr darauf den Flugschein zu erwerben. Als Elsa dann jedoch auch noch das Fallschirmspringen lernen wollte, tauchte ein Problem auf, denn Raoul Thörnblad, der einzige schwedische Lehrer dieser Kunst, lehnte Frauen grundsätzlich ab. Elsa Andersson gab nicht auf und ging nach Berlin um das nötige Diplom und einen Fallschirm zu erwerben.

Ob Elsa Andersson in Berlin auch ihre zwei zur Ausbildung gehörigen Sprünge machte, ist nicht bekannt, aber am 2. Oktober 1921 sprang sie bei Kristianstad erstmals in Schweden mit ihrem Fallschirm aus einer Maschine und landete wohlbehalten in einem Feuchtgebiet. Auch ihr zweiter Absprung gelang ohne Probleme und zog hunderte von Schaulustigen an. Als sie jedoch am 22. Januar 1922 bei einer Flugschau zum dritten Mal aus 700 Meter Höhe absprang, verhedderte sich eine Leine um ihren Arm und der Fallschirm öffnete sich erst 50 Meter vor dem Aufprall, der mit dem Tod Elsas ihre Karriere als Fallschirmspringerin beendete. An ihr Leben erinnern heute eine Ausstellung im Ängelholms Flygmuseum, der Film Så vit som en snö und das Buch Den ofullbordade himlen.


22. Januar 1849: August Strindberg, der schwedische Schrifststeller der Konflikte
22. Januar 1849: August Strindberg erhält den Anti-Nobelpreis

Copyright: Herbert Kårlin