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Mittwoch, 13. Mai 2015

Die Linken Schwedens, Entstehung der Vänsterpartiet

Als es am 13. Mai 1917 zum Bruch zwischen der Hauptgruppe der schwedischen Sozialdemokraten und seinem linken Flügel kam, da die dominante Gruppe der Partei eine absolute Loyalität zu seinem Programm forderte, bildete der linke Flügel die Partei Sveriges Socialdemokratiska Vänsterparti, die sich im Laufe einer langen Entwicklung zur Linken Schwedens, der Vänsterpartiet, entwickeln sollte. Die neue Partei folgte der Ideologie der Sowjetunion und ab 1919, mit der Gründung der Kominter, wurde die neue Partei auch von der sowjetischen kommunistischen Partei gelenkt.

Von Beginn an nahmen die Linken eine besondere Position in Schweden ein, da sie einerseits dem kommunistischen Gedankenzug folgten und selbst beim Finnischen Krieg die Seite der Sowjets verteidigten, andererseits aber parlamentarisch die Sozialdemokraten stützten und diesen daher bei der Durchführung ihrer Pläne half. Erst ab den 60er Jahren ging die Partei von der strikten kommunistischen Linie ab und näherte sich damit der politischen Demokratie, auch wenn die Linken nach wie vor vor allem Kontakte zu kommunistisch gesteuerten Ländern unterhielten.

Mit dem Zusammenbruch Osteuropas kam für die heutigen Linken die zweite entscheidende Wende, denn 1990 strichen sie das Wort Kommunismus aus dem damaligen Parteinamen und aus dem Parteiprogramm. Dies führte dazu, dass die Linken, unter der Führung von Gudrun Schyman, zur drittgrößten Partei des Landes wurden und 1998 rund 12 Prozent der Wählerstimmen erhielten. Bereits unter Schyman, und noch deutlicher unter ihren Nachfolgern, lösten sich die Linken ganz vom Kommunismus und begannen eine sozialistische, feministische, grüne Politik zu führen, was auch die Verbindungen zu den Sozialdemokraten wieder stärkte, die grundsätzlich auf die Unterstützung der Linken rechnen.


13. Mai 1707: Carl von Linné, der Botaniker Schwedens
13. Mai 1782: Der schwedische Botaniker Daniel Solander
13. Mai 1862: Fredrik Westin, vom Portraitmaler zum Maler von Altarbildern
13. Mai 1901: Linnea, eine Blume wird zum schwedischen Vornamen
13. Mai 1921: Rassenstudien in Schweden
13. Mai 1979: Prinz Philip und der verlorene Thron Schwedens
13. Mai 2006: Östen Sjöstrand, der Dichter, der Antike und Gegenwart verbindet

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 25. Januar 2013

Schweden liefert Kriegsflüchtlinge an die Sowjetunion aus

Auf einfache Anfrage der Alliierten und der Sowjetunion lieferte Schweden am 25. Januar 1946 insgesamt 150 baltische und 230 deutsche Soldaten an die sowjetische Regierung aus, die während oder nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nach Schweden geflohen waren, obwohl nach internationalen Abkommen ein neutrales Land nicht zur Auslieferung verpflichtet war und Schweden wusste, dass es die Mehrheit dieser Soldaten vermutlich in den Tod schickte. Die Sozialdemokraten unter der Führung des Ministerpräsidenten Per Albin Hansson hielten die Entscheidung jedoch für eine gerechte Aktion.

Alle Soldaten, die auf deutscher Seite gekämpft hatten und nach einer Flucht in Schweden ankamen, wurden in einem der Kriegsgefangenenlager des Landes interniert. Eine unbekannte Anzahl an Flüchtigen kam allerdings nie in den Lagern an, sondern wurde unmittelbar an die Erschießungskommandos der Deutschen ausgeliefert. Nach offiziellen Aufzeichnungen fand man in diesen Internierungslagern Ende Mai 1945 dennoch weiterhin 3200 ehemalige Soldaten. Ein Drittel unter ihnen waren Deserteure, ein Drittel demobilisierte Finnen und das restliche Drittel vor allem baltische Bürger, die auf deutscher Seite gekämpft hatten.

Obwohl die schwedische Regierung die beschlossene Auslieferung vor den Gefangenen geheim halten wollte, erfuhren diese nur wenige Tage vor dem geplanten Transport welches Schicksal sie erwartete. Die erste Reaktion war ein Hungerstreik, der jedoch die schwedische Regierung kalt ließ. Danach begannen sich viele zu verstümmeln um dem Tod oder den sibirischen Lagern zu entgehen. Kranke und Verstümmelte entgingen dadurch tatsächlich ihrem Schicksal. Auch wenn sich Schweden am 20. Juni 1994 offiziell für die sogenannte Baltutlämmning, die Per Olov Enquist in seinem Roman Legionärerna dokumentierte, so findet noch heute eine große Gruppe an schwedischen Politikern die damalige Auslieferung der Gefangenen als richtig.


25. Januar 1880: Torsten Fogelqvist und die Begegnung mit der Arbeiterbewegung
25. Januar 1957: Skogsmulle bringt Kindern die Natur näher

Copyright: Herbert Kårlin