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Donnerstag, 24. November 2016

Eksjö im Småland erhält die Stadtrechte

Eksjö gehört zu den am besten erhaltenen Holzstädten Schweden mit 38 historischen Holzgebäuden, die teilweise bis zum 16. Jahrhundert zurückreichen. Nur wenige Kilometer davon entfernt, in Ingatorp, liegt sogar das vermutlich weltweit älteste Holzhaus, das schon vor 800 Jahren gebaut wurde. Während die Geschichte der Holzstadt Eksjö ab dem 16. Jahrhundert sehr leicht zu verfolgen ist, so ist die Gründung der Stadt nahezu im Dunkeln verborgen, auch wenn die Stadt ihre 600-jährigen Stadtrechte im Jahr 2003 feierte. Bis heute ist es jedoch unmöglich zu beweisen wann Eksjö wirklich zur Stadt erhoben wurde.

Wann die Umgebung von Eksjö besiedelt wurde, ist ebenso unklar wie das Datum der Stadtprivilegien. Schriftlich erwähnt wird der Ort im Småland erstmals im 14. Jahrhundert, als Eksjö als Thingplatz genannt wird. Das nächste bedeutende Dokument wurde dann im Jahre 1406 unterschrieben, in einem Kaufvertrag bei dem zwei der Zeugen nicht ihre eigenen Siegel verwendeten, sondern ein Siegel, das offiziell nur Städte haben durften, weswegen einige Geschichtswissenschaftler den Rückschluss zogen dass entweder Königin Margareta oder König Erik (Erich von Pommern) Eksjö zu Beginn des 15. Jahrhunderts die Stadtprivilegien verliehen haben, aber in der Tat können die Stadtrechte Eksjös auch weitaus älter sein.

Selbst wenn diese Hypothesen glaubhaft sind, so kann das tatsächliche Stadtsiegel erstmals am 24. November 1439 auf einem Dokument anlässlich einer Gerichtsversammlung nachgewiesen werden. Als der Stadtrat Eksjös ein Jahr später um die Stadtrechte ansuchte, da hierüber keine Papiere gefunden wurden, teilte ihnen der Reichsvorsteher Karl Knutsson, auch als König Karl Knutsson bekannt, mit dass dies nicht möglich sei, da Eksjö bereits als Stadt anerkannt wurde, gemäß Knutsson ausgestellt von König Erik. Noch zweimal wandte sich Eksjö dann an Könige, aber sowohl 1452 als auch 1526 kam die gleiche Antwort, was bedeutet dass Eksjö spätestens 1404 tatsächlich die Stadtprivilegien erhalten haben muss, aber vielleicht auch schon sehr viele Jahre früher.


24. November 1655: Die Krönung des Königs Karl XI. In der Domkirche in Uppsala
24. November 1715: Hedvig Eleonora an der Spitze des schwedischen Reiches
24. November 1741: Ulrika Eleonora wird nach dem Tod von Karl XII. Königin
24. November 1825: Der Palast Makalös in Stockholm brennt ab
24. November 1934: Der Schauspieler und Sänger Sven-Bertil Taube 
24. November 1939: Marit Paulsen, von der Arbeiterliteratur zur Politik
24. November 1944: Die Fähre S/S Hansa wird in der Ostsee versenkt
24. November 1985: Das Lustige Haus in Gröna Lund brennt ab

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 4. September 2015

Nässjö wird 100 Jahre alt, vom Kirchdorf zur Stadt

Am 4. September 2014 erschien in Nässjö das Buch Nässjö stad 100 år, ein Buch, das die 100-jährige Geschichte der Gemeinde aufzeigt, denn vor genau 100 Jahren hatte Nässjö mit seinen damals rund 2000 Einwohnern die Stadtrechte erhalten, auch wenn diese Entscheidung mehr symbolischen Gehalts war als eine Stadtgründung, denn erst 1971 sollten mehrere Orte eingemeindet werden um die heutige Stadt mit seinen rund 17.000 Einwohner zu schaffen. Entscheidend für die Stadtprivilegien war vor allem, dass Nässjö ab 1874 zu einem Eisenbahn-Verkehrsknotenpunkt geworden war und sich ab diesem Jahr die Bevölkerung stark vermehrte und sowohl Handel als auch Industrie zu blühen begannen.

Die tatsächliche Geschichte von Nässjö geht allerdings rund 4000 Jahre zurück, denn zahlreiche Funde beweisen, dass der Ort bereits zur Steinzeit bewohnt war und auch während der Bronzezeit und der Eisenzeit Menschen hier lebten. Im Laufe der Christianisierung entstanden dann die ersten Kirchen und Nässjö entwickelte sich zu einem kyrkby, einem Kirchdorf. Die Entwicklung des Ortes ging jedoch sehr langsam vor sich, denn als im Jahre 1864 die Entscheidung fiel, dass durch den Ort die Södra stambanan führen sollte, zählte man gerade einmal rund 50 Einwohner, die sich auf mehrere Bauernhöfe verteilten.

Als dann ab 1872 der Bau der ersten Eisenbahnlinie, von insgesamt vier Linien, in Nässjö einsetzte, entwickelte sich der Ort mit enormer Geschwindigkeit, denn da die Arbeiten mehrere Jahre dauern sollten, zogen immer mehr Arbeiter nach Nässjö, denen bald auch Handwerker und Kaufleute folgten. Drei Jahre nach Beginn der ersten Eisenbahnlinie zwischen Nässjö und Oskarshamn war die Bevölkerung in Nässjö auf über 1300 Einwohner angewachsen, was letztendlich auch dazu führte dass der Ort 1890 die Marktrechte erhielt, also zu einem köping wurde, wobei um diese Zeit allerdings auch die ersten Fabriken den Weg nach Nässjö gefunden hatten, da die Eisenbahn bedeutete, dass die Waren auf schnellstem Weg in ganz Schweden verkauft werden konnten.


4. September 1563: Das Schloss Älvsborg wird von Dänemark erobert
4. September 1564: Das Blutbad von Ronneby
4. September 1755: Axel von Fersen der Jüngere in der schwedischen Geschichte
4. September 1776: Jacob Serenius und die Konfirmation in Schweden
4. September 1826: Martin Wiberg, ein vergessener Erfinder Schwedens
4. September 1922: Per Olof Sundman und die Sehnsucht nach dem Norden
4. September 1994: Folke Mellvig, der schwedische Krimiautor der 50er Jahre

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Mittwoch, 19. August 2015

Die zweifelhafte Gründung von Stockholm

Da Birger Jarl und Erzbischof Jarler am 19. August 1252 ihre Sigel unter ein Dokument setzten, das eindeutig und erstmals den Namen Stockholm enthielt, gilt dieses Datum als das Gründungsdatum der schwedischen Hauptstadt, obwohl man die Rolle Stockholms jener Tage nicht kennt und kein Dokument vorliegt nach dem Stockholm damals bereits die Stadtrechte besaß oder erhielt. Als daher Stockholm im 2002 sein 750-jähriges Jubiläum feierte, tauchte auch die Frage wieder auf ob die Stadt nicht bereits weitaus älter sei.

In der Tat schrieb Olaus Petri im 16. Jahrhundert in seiner Chronik, die hinsichtlich der Gründung Stockholms auf die Erikskrönikan des 14. Jahrhunderts zurückgreift, dass Sigtuna, die größte und einzige schwedische Stadt des 12. Jahrhunderts, im Jahre 1187 überfallen und abgebrannt wurde. Es ist daher gut möglich, dass nach diesem Ereignis der Platz für eine neue und gut zu befestigende Stadt gesucht wurde. Da die Umgebung Stockholms wiederum der einzige Ort wer, der einen Zugang zum Mälaren bot und strategisch daher von höchstem Interesse war, liegt auch der Gedanke nahe, dass man nach der Zerstörung Sigtunas an den Bau der heutigen schwedische Hauptstadt ging.

Zu bedenken ist dabei auch, dass zwar die Umgebung Stockholms bereits zur Steinzeit bewohnt wurde, jedoch Stockholm, auf Grund der Landhebung, erst gegen 900 ständig bewohnt werden konnte, zumindest teilweise. Wenn man wiederum nach einem Privilegienbrief sucht, der Stockholm als Stadt bestätigt, so muss man bis zum 1. Mai 1436 warten, denn erst dann wurde dieser vom Reichsrat ausgefertigt. Heute nimmt man dieses Datum jedoch nicht als Gründungsdatum Stockholms, sondern geht davon aus, dass damit die Vorherrschaft Stockholms befestigt wurde und diese damit zur Hauptstadt des Landes wurde. Auch dies lässt sich natürlich diskutieren, denn Gustav Vasa, der „Gründer“ des schwedischen Großreiches, zog erst am 24. Juni 1523 in Stockholm ein .


19 August 1745: Johan Gottlieb Gahn, der uneigennützige Chemiker Schwedens
19. August 1772: Schwedischer Staatsstreich mit großen Folgen
19. August 1808: Henrik af Chapman macht den Schiffsbau zur Wissenschaft
19. August 1826: Lars von Engeström, der erste Außenminister Schwedens
19. August 1922: Das Schlosstheater Drottningholm auf Lovön im Mälaren
19. August 1936: Oscar von Sydow, für acht Monate Ministerpräsident Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Dienstag, 1. April 2014

Königin Kristina verleiht Åmål die Stadtrechte

Im Jahre 1639 entschied sich die schwedische Regierung das gesamte Land zu inspizieren um an strategisch und wirtschaftlich interessanten Stellen neue Städte zu gründen und bereits vorhandene Städte auszubauen. In diesem Zusammenhang schlug Gabriel Oxenstierna auch vor eine neue Stadt im Värmland zu gründen. Als man jedoch feststellte, dass Karlstand zu nahe an der neuen Stadt liegen würde, entschied sich Oxenstierna dafür den Markplatz Åmål im Dalsland als zukünftige Stadt vorzuschlagen.


Als Königin Kristina dann am 1. April 1643 Åmål die Stadtrechte verlieh, so geschah dies aus zwei bedeutenden Gründen. Zum einen sollte Åmål, das nahe der norwegischen Grenze lag, der Verteidigung Schwedens dienen und zum anderen war dort der Verkehrsknotenpunkt für den Handel von Eisen, da man von hier aus eine direkte Wasserverbindung nach Göteborg hatte. Da die Pläne der Stadtgründung Åmåls in ganz Schweden spätestens ab 1640 verbreitet wurde, hatten sich 1643 bereits zahlreiche Kaufläute und Arbeiter dort niedergelassen, die vom Aufschwung des Ortes profitieren wollten.

Zu Beginn schien der Standort Åmål allerdings unter keinem sehr guten Stern zu stehen, denn schon im Gründungsjahr wurde die junge Stadt von den Dänen angegriffen, die zwei Jahre später dort einen bedeutenden Sieg verbuchen konnten bei dem die Stadt in Asche gelegt wurde. Der Wille aus Åmål eine funktionsfähige Stadt zu machen, war jedoch so groß, dass man dort bereits 1649 fünf Brauereien, zwei Ziegelhersteller, einen Holzhändler und zwei Schuhmacher fand, auch wenn die nahen Städte Karlstad und Vänersborg versuchten, zu ihrem eigenen Vorteil, den Ruf Åmåls zu zerstören.


1. April 1412: Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg
1. April 1841: Knut Michaelson, vom Industriedisponent zum Theater
1. April 1945: Totta Näslund und der Weg zu Bob Dylan 
1. April 1953: Die erste männliche Krankenschwester Schwedens
1. April 1967: Sixen Sason und die Saab-Modelle 
1. April 1997: Die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Sonntag, 29. Juli 2012

Uddevalla im Bohuslän brennt nieder

Auch wenn Uddevalla eine der ältesten Städte des Bohuslän ist und bereits 1498 die Stadtrechte erhielt, so findet man heute von „Oddewall“, wie die Stadt damals hieß, kaum noch eine Spur aus der frühen Geschichte, da man zwischen Stadtgründung und heute sechs Großbrände verzeichnet und der Ort mehrmals nahezu restlos abbrannte. Selbst die Kirche, die man heute in Uddevalla findet, ist gerade einmal 200 Jahre alt und nur noch einige wenige Reste der Grundmauern überlebten den Brand im Jahre 1806.

Der vielleicht bedeutendste Brand Uddevallas brach am Vormittag des 29. Juli 1806 aus, einem Sommertag, den keiner der rund 4000 Bewohner der damaligen Stadt vergessen sollte. Zwischen dem ersten Rauch der aufstieg und dem Feuer, das auf 362 Häuser übergriff, verging kaum eine Stunde. Als am Abend die letzten Flammen erlöschten, standen nur noch vier kleinere Gebäude am Rande der damals fünftgrößten Stadt Schwedens, wobei man glücklicherweise nur einen Toten zählen musste. Geldspenden aus ganz Schweden brachten anschließend 43.749 Reichstaler ein, die Uddevalla neu entstehen lassen sollten.

Der Brand im Jahre 1806 war zwar der dritte Großbrand Uddevallas, jedoch der erste, der die Stadt tatsächlich dem Erdboden gleichmachte, denn der erste Brand im Jahre 1564 war von den Schweden angelegt, die die damals norwegisch-dänische Stadt im Siebenjährigen Nordischen Krieg eroberten, plünderten und zum Großteil niederbrannten um dem Feind eine wichtige Handelsstadt zu nehmen. Beim nächsten Brand am 9. Mai 1690 wiederum brannten „nur“ zwei Stadtteile komplett ab und der Kern der Stadt mit der Kirche waren verschont geblieben. Zur Zeit des zweiten Brandes hatte Uddevalla etwa 1600 Einwohner, wobei die Hälfte davon vom Brand betroffen war.


29. Juli 1900: Eyvind Johnson, ein Arbeiter-Literat mit Nobelpreis
29. Juli 1971: Die schwedische Sängerin Lisa Ekdahl

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Gustav II. Adolf wird König von Schweden

Am 12. Oktober 1617 wurde Gustav II. Adolf in Uppsala zum König gekrönt, obwohl er bereits im Alter von 17 Jahren, also sechs Jahre vor der Krönung, den schwedischen Thron bestiegen hatte und seit seiner Kindheit auf diese Aufgabe vorbereitet worden war. Schon ab einem Alter von zwölf Jahren übernahm Gustav II. Adolf die ersten Regierungsaufträge und verhandelte mit ausländischen Mächten. Als er daher als König die Regierungsgeschäfte endgültig übernahm, war er besser als jeder andere König Schwedens für diese Aufgabe vorbereitet.

Bengt Erland Fogelbergs Gustav II. Adolf in Göteborg

Die Regierung von König Gustav II. Adolf war im Grunde von vier Linien dominiert. Zum einen hatte er drei Kriege geerbt und wollte Schweden durch eine eigene Kriegsführung stärken, zum anderen war er ein Veränderer des gesamten Rechtssystems Schwedens, zum dritten gründete er 15 Städte in strategisch interessanter Lage um die Wirtschaft Schwedens auszubauen und zu verbessern und letztendlich stärkte er auch den Adelsstand, allerdings zu Lasten der Bevölkerung.

Seine Kriegsführung kann man unter den verschiedensten Warten betrachten. Die Gründung der Städte, so das heutige Göteborg, und die rechtlichen Reformen sind mit Sicherheit sehr positiv zu bewerten, aber all dies verschlang riesige Summen und seine Kriege erforderten zudem ständig die Rekrutierung von weiteren Soldaten. Das Schicksal der schwedischen Bevölkerung war deshalb während seiner Regierungszeit kaum zu beneiden. Die Steuerlasten erdrückten Arbeiter, Landwirte und Handwerker und auch die Einberufung jedes zehnten Bürgers zwischen 18 und 65 Jahren verhinderte die Entwicklung von kleineren Ansiedlungen Schwedens. In kleinen Dörfern mussten bisweilen ausschließlich Frauen, Alte und Behinderte das Leben aufrecht halten.

12. Oktober 1831: Anders Gustaf Jönsson und die schwedische Abstinenzbewegung
12. Oktober 1948: Emilie Rathou, die Gründerin des Vita bandet

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg