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Mittwoch, 27. Februar 2013

Die Eisenhütte Domnarvet bei Borlänge in der Krise

Als das staatliche Eissenwerk SSAB (Svenskt Stål aktiebolag) am 27. Februar 1981 in seinem Werk in Borlänge gleichzeitig vier Hochöfen schloss, war dies nahezu eine Katastrophe für die junge Stadt, denn die Zahl der Angestellten ging damit von über 6000 Angestellten auf unter 3000 zurück, was bei einer Stadt mit rund 40.000 Einwohnern, beziehungsweise etwa 10.000 Familien bedeutende Konsequenzen hatte und bald zu einem Rückgang der Einwohnerzahl führte.

Die gesamte Stadt Borlänge war im Grunde um die Eisenhütte entstanden, die Gustav Adolf Lundhqvist  dort im Jahre 1872 unter dem Namen Domnarvsforsen angelegt hatte, denn ab dieser Zeit entwickelte sich dort eine vielschichtige Industrie, zumal auch die Eisenbahnlinie von Falun nach Göteborg bald an der Hütte vorbeiführte und Borlänge daher zu einem zentralen Ort für die Verarbeitung von Eisenerz wurde. Der Aufschwung setzte bis zu den 70er Jahren und der großen Stahlkrise in Europa fort, denn 1978 musste die gesamte Anlage an SSAB verkauft werden.

Als SSAB die Domnarvsforsen aufkaufte, so war das erste Ziel wieder rentabel zu werden und alle Teile des Unternehmens stillzulegen, die auch in den kommenden Jahren nur Verluste einfahren würden. In Borlänge betraf es die vier Hochöfen, die nach dem Kaldo-Verfahren arbeiteten und daher enorme Energieschlucker waren. Im Laufe der Jahre legte SSAB dann jedoch die gesamte Stahlherstellung in Borlänge still und verlegte sich ganz auf die Herstellung von dünnen Blechen. Gegenwärtig beschäftigt das Unternehmen noch rund 2200 Personen in seinem Werk in Borlänge.


27. Februar 1953: Gustaf Hellström und das gesellschaftliche Leben in Kristianstad
27. Februar 1974: Der König Schwedens wird politisch entmachtet

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Die Eisenhütte in Nykroppa wird stillgelegt

Bereits während der Steinzeit hatte sich in Nykroppa eine kleine Siedlung gebildet und schriftliche Quellen beweisen, dass man hier gegen 1570 Silber abbaue. Karl IX. begann wenig später auch Eisen abzubauen, wobei der Kronobruk, wie das Bergwerk in Nykroppa damals noch hieß, ab 1622 dann verpachtet wurde und 1714 kaufte Claes Linroth das Bergwerk und schlug es mit dem Storfors Bruk zusammen, den er ebenfalls besaß. 1866 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgebildet um dem Konkurrenzdruck besser standhalten zu können.

Als die Uddeholmsbolaget dann 1909 die Aktienmehrheit im Storfors Bruk erlangte, wurden sämtliche Prozesse der Eisenherstellung modernisiert und das frühere Bessemerverfahren musste dem Siemens-Martin-Verfahren weichen. Nykroppa wurde zwischen den beiden Weltkriegen zur modernsten Eisenhütte Schwedens ausgebaut und 1945 konnte auch der neue Siemens-Martin-Ofen mit einer Kapazität von 50 Tonnen hochgefahren werden. Die Zukunft der Eisenhütte in Nykroppa schien damit gesichert zu sein.

Aber schon 1968 kamen dann aus der Konzernleitung die ersten Warnsignale, denn die Stahlherstellung sollte auf eine einzige Stelle konzentriert werden. Die Wahl lag zwischen Nykroppa und Degerfors. Am 17. Oktober 1969 kam die Entscheidung und Nykroppa sollte stufenweise stillgelegt werden, obwohl das Werk in diesem Jahr einen Produktionsrekord von 123.600 Tonnen Stahl vorweisen konnte. Bereits durch die Modernisierung in den 40er Jahren waren die ursprünglich 800 Angestellten immer mehr geschrumpft und nach dem Entscheid zählte man gerade noch 238 Arbeiter und 1972 wurde dann auch der letzte Stahlblock in Nykroppa ausgewalzt. Einige der Arbeiter fanden dann in einer neuen Firma, die Stahltüren herstellt, eine neue Anstellung. Die 400-jährige Bergwerkepoche in Nykroppa war jedoch endgültig zu Ende.


17. Oktober 1904: Moderaterna, von extrem rechts zur Mitte
17. Oktober 1991: Ester Lindin und der vergessene Bestseller 

Copyright: Herbert Kårlin