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Sonntag, 2. März 2014

Der private Fernsehkanal TV4 sendet analog

Der private Fernsehkanal TV4 wird ausschliesslich von Werbung finanziert und ist heute der größte Kanal dieser Art in Schweden. Seine Geschichte geht im Grunde bis zum Jahr 1984 zurück, als Ingemar Leijonborg des staatlichen Fernsehens SVT und Gunnar Bergvall des Medienkonzerns Bonnier einen Plan für einen privaten Fernsehkanal ausarbeiteten der finanziell auch tragbar war. Auch wenn die Finanzierung bald geklärt war und TV4 sogar eine eigene Schule für Fernsehproduzenten und Randberufe geschaffen und auch Journalisten von SVT abgeworben hatte, sollte die erste Sendung noch bis zum 15. September 1990 auf sich warten lassen, ohne allerdings auf das analoge Funknetzt zugreifen zu dürfen, so dass die Übertragung vorerst nur über Kabel und Satellit erfolgte.

Die ersten Sendungen des Kanals TV4 waren ein Fiasko und die ersten selbst produzierten Fernsehfilme wurden von Kritikern geradezu zerrissen, aber die Idee und der Kanal lebten weiter. Als  dann im Herbst 1991 private Fernsehkanäle auf Werbebasis zugelassen werden sollten, verdankte TV4 sein Überleben dem gegenwärtigen Außenminister Schwedens, Carl Bildt, der damit drohte die Entscheidung der damaligen Regierung bei einem Wahlgewinn zu annullieren, da diese RIX TV die Genehmigung erteilt hatte und nicht TV4. Das Ergebnis war, dass RIX TV seinen Antrag zurückzog und sich bei TV4 einkaufte, also die zwei Kanäle sich zu einem einzigen zusammenschlossen. Die Besitzer von RIX TV, die bereits 55 Prozent der Aktien von TV3 besaßen, bekamen im Gegenzug dazu das Recht mit einem Parallelunternehmen die gesamte Werbung von TV4 zu verwalten.

Auf Grund der neuen Genehmigung für Werbekanäle konnte TV4 am 2. März 1992 mit seinen analogen Sendungen beginnen und damit dem staatlichen Fernsehen wirklich Konkurrenz machen. Bereits Ende des Jahres war es TV4 gelungen das Publikum mit Sendungen mit Bingolotto, Fångarna på fortet, Kär och galen und anderen publikumsnahen Übertragungen zu gewinnen. Eine Mischung aus Nachrichten, Sensationssendungen und amerikanischen Kopien machte TV4 Ende der 90er Jahre zum einzigen ernsthaften Konkurrenten des Kanals SVT, obwohl die Menge der Werbung die Zuschauer verärgerte. Die Sendezeit für Werbung, die bis 2002 sehr restriktiv war, wurde im Laufe der Jahre durch zwei neue Gesetze erleichtert, letztmals im Jahre 2010.


2. März 1760: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin 
2. März 1828: Frans Theodor Hedberg, ein Leben für das Theater
2. März 1851: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
2. März 1880: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord 
2. März 1911: Verhütung in Schweden - eine Straftat 
2. März 1913: Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 31. August 2013

Lotta Engberg und die Fernsehlotterie Bingolotto

Die schwedische Fernsehlotterie Bingolotto geht bis zum Januar 1989 zurück und wurde damals nur per Kabel lokal in Göteborg ausgestrahlt, auch wenn die Lotterie als solches bereits ein Jahr vorher gegründet wurde um die Aktivitäten der Vereine in der westschwedischen Region zu stärken. Die Verbindung einer Lotterie mit Unterhaltung und Musik machte die Sendung so bekannt, dass Bingolotto bereits zwei Jahre später von der neu gegründeten privaten Fernsehstation TV4 übernommen wurde, was sich jedoch nicht unbedingt als die beste Entscheidung zeigte, da der Privatkanal einen schlechten Ruf mit sich brachte.

Erst als die ehemalige Tanzbandsängerin Lotta Engberg am 31. August 2008 die Moderation von Bingolotto übernahm, begleitet von zahlreichen Änderungen im Gewinnsystem und dem Aufbau der Sendung, die zum Teil von der Erfolgssendung Här är ditt liv wurden, das im staatlichen Kanal übertragen wurde, ging die Anzahl der Zuschauer und der Verkauf der Lose wieder nach oben. Als die Saison 2009 begann, sahen bereits 470.000 Zuschauer Bingolotto, wobei viele davon auf den großen Gewinn hofften. Mit Ablauf der Saison 2011 beendete auch Lotta Engberg ihre Zusammenarbeit und ein neuer Moderator muss gegenwärtig seine Chance versuchen.

Bingolotto, das noch heute von Göteborg aus gesendet wird, wird von der Folkspel AB getragen, einer von Vereinen getragenen Spielgesellschaft. Insgesamt gehen 17 Prozent der Einnahmen an die verschiedensten schwedischen Vereine, was bedeutet, dass seit der Gründung von Bingolotto bisher insgesamt 16 Millionen Kronen an schwedische Vereine verteilt wurden. Die Käufer der Bingolose, die für 50 Kronen verkauft werden, können mit etwas Glück Reisen, ein Auto oder auch eine Million Kronen gewinnen, nicht nur wenn sie „Bingo“ rufen können, sondern auch wenn ihre Losnummer gezogen wird.


31. August 1897: Kvarnholmen, die historische Mühle Tre Kronor in Nacka 
31. August 1987: Björnes magasin, ein Teddybär erobert schwedische Kinder

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 21. September 2012

Die schwedische Fernsehserie Tre Kronor

Auch wenn man bei Tre Kronor als erstes an das frühere Schloss denkt, den Vorläufer des Stockholmer Schlosses, also die Residenz des schwedischen Königs, so handelt es sich bei dem Gebäude Tre Kronor, das bei der gleichnamigen Fernsehserie eine tragende Rolle spielt, um eine Sporthalle in Mälarviken, einem fiktiven Vorort Stockholms. Im Laufe der Serie, deren erster Teil am 21. September 1994 ausgestrahlt wurde, lernt der Zuschauer das Familienleben in Mälarviken im kleinsten Detail kennen.

Tre Kronor, das bei TV4 ausgestrahlt wurde, sollte eine Konkurrenz zur Erfolgsserie Rederiet, was eine Mischung aus Soap und Geschichte war, werden, wobei TV4 den gleichen Autor wählte, der bereits für die 318 Teile von Rederiet verantwortlich war, nur dass es sich dabei lediglich um 123 Teile handelte, die später in sechs CD-Boxen erschienen. Beide Serien entwickelten sich zu einem „Dallas“ Schwedens, nur eben angepasst auf die schwedische Gesellschaft.

Die Handlung der Serie Tre Kronor ist heute so aktuell wie damals, denn die Geschichte geht ums Familienleben, Liebesgeschichten und Gemeinschaft, aber auch um Schwarzgeld, Arbeitslosigkeit und eine verfehlte Flüchtlingspolitik. Der letzte Teil von Tre Kronor gewann jedoch eine besondere Brisanz, denn der Psychopat Sten Frisk, ein Pastor, wird zum Selbstmordbomber, der die Sporthalle und das Restaurant mit Hilfe eines Sprengstoffgürtels in die Luft jagt und dabei viele Tote und Verletze zurücklässt.


21. September 1895: Viktor Rydberg, der Autor zwischen Mythologie und Philosophie
21. September 1895: Viktor Rydberg, der Autor, der Jesus zum Menschen machte

Copyright: Herbert Kårlin