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Mittwoch, 18. Februar 2015

Peder Jakobsson wird als Staatsfeind hingerichtet

Peder Jakobsson wurde am 18. Februar 1527 hingerichtet. Da Gustav Vasa selbst  als Ankläger auftrat, wurde er erst geköpft und anschließend sein Körper auf ein Rad geschlagen, das eine Woche lang auf dem öffentlichen Platz blieb, bis Jakobson schließlich beerdigt werden durfte. Die extrem harte Strafe sollte jedem Aufständischen zeigen, dass Gustav Vasa die Machte im Land hatte und jede Kritik und jeder Widerstand mit der härtesten Strafe geahndet wird, was auch den erwünschten Erfolg hatte, denn nach dieser Hinrichtung wagte niemand mehr den König in Frage zu stellen.

Peder Jakobsson war gegen 1470 zur Welt gekommen und wurde 1506 von Svante Nilsson zum Kanzler ernannt, dessen Ratgeber er auch war. Diese Aufgabe behielt er auch unter dessen Nachfolger Sten Sture dem Jüngeren bei, der den Getreuen 1510 zum Priester in Stockholm machte und 1515 zum Dekan in Västerås ernannte. Als Kristian II. dann in Schweden die Macht übernahm, begleitete Jakobsson den achtjährigen Sohn Sten Stures nach Gdansk. Von dort aus sollte er auch den Widerstand gegen Kristian II. aufbauen. Als dann jedoch Gustav Vasa gegen den gehassten König aufstand, schloss sich Jakobsson diesem an, was ihm nach dem Einzug von Gustav Vasa in Stockholm auch die Bischofswürde und die Ernennung zum Reichsrat brachte.

Die Probleme Peder Jakobssons begannen jedoch bald danach, denn Gustav Vasa wählte eine der früheren Vertrauten von Kristian II. als Ratgeber an den Hof und weigerte sich Knut Mikaelsson, einen Vertrauten von Jakobsson zum Erzbischof zu ernennen, sondern betraute Johannes Magnus mit dieser Aufgabe, der dem katholischen Glauben weitaus kritischer gegenüberstand als Mikalesson, was auch zu gewissen Spannungen zwischen Gustav Vasa und dem Papst führte. In dieser Zeit verfasste Peder Jakobsson einige Briefe, die die Handlungsweise des Königs stark kritisierten und, zum Unglück Jakobssons, in dessen Hände fielen. In jener Zeit war dies mit Verrat und Aufruhr gleichgesetzt, was letztendlich auch zum Todesurteil führte, wobei Gustav Vasa in diesem Fall auch das Kirchenrecht missachtete vor dem Jakobsson sich eigentlich zu verantworten hatte und den Rebellen vor ein gemischtes Gericht stellte in dem der König selbst den Ausgang bestimmen konnte.


18. Februar 1602: Per Brahe der Jüngere und Visingsö im Vättern 
18. Februar 1860: Anders Zorn, der internationalste Maler Schwedens 
18. Februar 1862: Die Männergesellschaft Concordia in Örebro 
18. Februar 1908: Das Dramaten in Stockholm, das Nationaltheater Schwedens 
18. Februar 1956: Ted Gärdestad und der Tod unter der Eisenbahn 
18. Februar 1960: Per Hallström, der Schriftsteller der nordischen Schwermut
18. Februar 1981: Ebba von Sydow, Trendbücher die eine Generation beeinflussen

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 5. Januar 2015

Alfred Ander, das Leben vor dem Raubmord und der Guillotine

Alfred Ander, der heute fast ausschließlich als der letzte und einzige Mörder bekannt ist, der unter der Guillotine starb, kam am 27. Oktober 1873 in Ljusterö bei Stockholm als Sohn eines ehemaligen Seemanns zur Welt, der um diese Zeit ein kleineres landwirtschaftliches Anwesen betrieb. Da die Mutter von Alfred Ander bereits starb als der Junge ein Jahr alt war, wurde er bis zum Alter von zehn Jahren allein von seinem Vater erzogen. Die Beziehung zur Stiefmutter, die er um diese Zeit erhielt schien angespannt, auch wenn darüber wenig berichtet wird.

Als Alfred Ander 14 Jahre alt war, verließ er das Elternhaus und fand noch im gleichen Jahr eine Anstellung in einem Restaurant in dem er in relativ kurzer Zeit bis zum Kellner aufstieg. In den folgenden Jahren arbeitete Ander in verschiedenen Restaurants als Kellner, lernte seine Frau kennen, die er nach seinem Wehrdienst in den Jahren 1893 und 1894 heiratete. Gleichzeitig mit der Ehe gab Ander auch seinen Beruf auf um sich selbständig zu machen. Sein erstes eigenes Geschäft wurde ein Tabakhandel in dem seine Frau zu jener Zeit arbeitete. Als er ein Jahr später das Geschäft verkaufte, geriet er an einen Betrüger, der ihm nur rund 20 Prozent der vereinbarten Summe auszahlte.

Alfred Ander kehrte zurück zu seiner Arbeit als Kellner, taucht dann jedoch erstmals 1900 im Polizeiregister auf und wird wegen dem Diebstahl eines Fahrrads zu drei Monaten Strafarbeit verurteilt. Nachdem die Strafe gebüßt ist, zog das Ehepaar nach Finnland und Ander begann erneut als Kellner zu arbeiten. Bereits zwei Jahre später kehrte das Paar jedoch zurück nach Schweden und Ander gründete sein eigenes Restaurant, das er jedoch ein Jahr später wieder verkaufte, da ihm die Schankgenehmigung entzogen wurde. Ander versuchte sich nun als Hotelier, musste jedoch so hohe Kredite aufnehmen dass das Unternehmen von Beginn an zum Scheitern verurteilt war und mit dem Konkurs endete. Es folgten einige kriminelle Kleintaten, die Ander nicht nur Gefängnisstrafen einbrachten, sondern auch dazu führten dass er keinerlei Einkommen mehr hatte und selbst die Wohnung verlor, was letztendlich zum Raubmord und dem Todesurteil am 5. Januar 1910 führte.


5. Januar 1559: Kristina Nilsdotter, eine starke Frau Schwedens 
5. Januar 1667: Anders Nordencrantz und die schwedische Wirtschaft 
5. Januar 1674: Ebba Brahe, die Geliebte des Königs Gustav II. Adolf 
5. Januar 1814: Polizeichef Nils Henrik Liljensparre 
5. Januar 1949: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden 
5. Januar 1960: Der Flugplatz Arlanda in Stockholm 
5. Januar 1970: Flugzeugabsturz beim Stockholmer Flugplatz Arlanda

Copyright: Herbert Kårlin