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Samstag, 25. Februar 2017

Flashback, von der Zeitschrift zum Forum

1993 erschien die erste Nummer des Flashback Magazin, das, nach dem Herausgeber Jan Axelsson, die größte Underground-Zeitschrift Schwedens werden sollte. Das Konzept war einzigartig, denn die Artikel sollten um Nazismus, Anarchismus, Satanisten und Drogen handeln, Themen, die, ebenfalls nach Axelsson, in keiner anderen schwedischen Zeitschrift zu finden waren und damit die Meinungsfreiheit erweitern sollten. Knapp zwei Jahre später, am 25. Februar 1995, hatte das Flashback-Magazin seine erste Internetseite, die besonders dadurch auffiel, dass man hier Anzeigen für Drogen, Weiße Musik und selbst schusssichere Westen fand. Die Leserschicht war damit von Beginn an klar definiert.

Nach mehreren Jahren extremistischer Aktivität gründet Jan Axelsson im Jahr 2000 dann unter der Firma Flashback Media Group mit dem Motto das freie Wort in letzter Konsequenz zu verteidigen und jede Art von Meinung unzensiert zu veröffentlichen. Nachdem der Server des rein schwedischsprachigen Forums nach juristischen Problemen seit 2003 in den USA beheimatet ist, gibt es keinen offiziellen Moderator, keinen Verantwortlichen für den Inhalt und die ethischen Regeln der europäischen Presse werden geradezu mit den Füssen getreten, ein Konzept, das hervorragend funktioniert, denn pro Tag erscheinen bis zu 20.000 neue Beiträge und pro Woche zählt man etwa zwei Millionen Besucher.

Während ein Teil der Beiträge tatsächlich zum aufdeckenden Journalismus gehört, wird im Flashback-Forum Kriminalität gefördert, Rassismus geschürt und Einzelpersonen auf das schwerste gekränkt, da sich Sympathisanten der extrem rechten Gruppen in diesem Forum konzentrieren und das Fehlen einer Moderation für ihre Zwecke ausnutzen. Im Jahr 2010 unterstütze eine größere Gruppe an Lesern sogar den geplanten Selbstmord eines Forum-Teilnehmers. Ständige Leser des Forums nehmen die Artikel bedauerlicherweise grundsätzlich für Tatsachen, zumindest sobald diese ihre Meinung stützen, und verbreiten sie selbst im Netz weiter um dem Flashback-Forum weitere Leser zu bringen.


25. Februar 1834: Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen
25. Februar 1764: Carl Gustaf von Brinkman, der Dichter deutscher Seele
25. Februar 1882: Ludvig Nordström und das Paradies in Nordschweden
25. Februar 1931: Der schwedische Architekt Ove Hidemark
25. Februar 1952: Thomas Ledin, ein Musiker gegen Rassismus
25. Februar 1978: Acht Personen erfrieren im Jämtland
25. Februar 1986: Der schwedische Sänger Danny Saucedo 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 31. Juli 2014

Die schwedische Punkband Ebba Grön

Die Punkband Ebba Grön wurde 1977 im Rahmen der Proggbewegung während eines Festes von drei Freunden gegründet, wobei Pimme (Joakim Thåström) dabei eine führende Rolle übernahm. Bei diesem Gründungstreffen gab sich die Band den Namen The Haters, den die drei Bandmitglieder jedoch bereits drei Tage später gegen Ebba Grön tauschen, eine Abwandlung des Polizeicodes, der bei der Festnahme des deutschen Terroristen Norbert Kröcher, der die Politikerin Anna-Greta Leijon entführen wollte, benutzt wurde. Die Polizei hatte als Kod Ebba Röd benutzt.

Die erste Single Ebba Gröns wurde 1978 Antirock mit den Songs Profit und Ung och sänkt. Auch wenn Musik und Text in der Zeitströmung lagen, so wurde die Single nur in 500 Exemplaren gepresst, die von der Gruppe aufgekauft wurden um unter Freunden verteilt zu werden. Die Aussagen der Texte wurden deutlicher und die dritte Single mit Häng Gud zeigt durch ihre Provokation bereits einen bedeutenden Underground-Erfolg. Mit ihrem zweiten Album Kärlek & Uppror (1981) und Titeln wie Slicka Uppåt - Sparka neråt entfernte sich Ebba Grön vom Undergrund und ging zur politischen Botschaft über. In kurzer Zeit war die Gruppe mit dem Imagewechsel in ganz Schweden ein Begriff geworden.

Nur ein Jahr später erschien das dritte und letzte Album von Ebba Grön auf dem man auch einen ihrer bekanntesten Titel „Die Mauer“ findet, ein Album, das sehr schwer zu deuten ist und bei bürgerlichen Politikern Schwedens gerne als Aufruf zur Gewalt interpretiert wird, auch wenn dies kaum auf der Linie der Gruppe lag. Am 31. Juli 1982 löste sich die Gruppe ohne jede Erklärung auf und stellte auch alle noch geplanten Auftritte ein, was zu den verschiedensten Spekulationen führte. Als Ebbe Grön im Jahre 1999 für drei Auftritte die Summe von 18 Millionen Kronen geboten wurde, lehnte Thåström ab. Erst 2003 vereinte sich dann die Gruppe ein letztes Mal um den toten The Clashs Sänger Joe Strummer zu ehren.


31. Juli 1803: John Ericsson, der bekannteste Schwede Amerikas
31. Juli 1853: Der Philosoph und Pädagoge Frans von Schéele
31. Juli 1940: Karl Gerhards Revue Lite Gullregn erregt in Schweden Aufsehen
31. Juli 1966: Lars Görling, eine Kultfigur Schwedens
31. Juli 1968: Das schwedische U-Boot HMS Sjöormen

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 30. November 2013

Der Komiker, Sänger und Schauspieler Mikael Dubois

Mikael Dubois nahm sich am 30. November 2005 mit 46 Jahren in einem Kellerlager das Leben, ein Mann, der als einer der bekanntesten Komiker in ganz Schweden bekannt war, da er eine besondere Art von Humor hatte, den die einen bewunderten und andere geradezu in einen Schockzustand versetzen konnte. Auch wenn Mikael Dubois, der im Grunde nur unter seinem Künstlernamen Svullo bekannt war, auch Schauspieler und Sänger war, so kam der Erfolg vor allem durch seine Tätigkeit als Fernsehkomiker.

Svullo begann seine Karriere als Luftgitarrist, als er bei einem Wettbewerb in Stockholm den dritten Platz einnahm und dabei deutlich machte, dass er nicht Luftgitarre, sondern Luftbassgitarre spiele und damit der einzige schwedische Künstler sei, der diese Kunst beherrsche. Diesem Erfolg folgten Auftritte im Bern und schließlich im Rockklub Alexandra der schwedischen Hauptstadt wo er mit seiner besonderen Art von Humor sehr schnell eine Legende der Stockholmer Underground-Szene wurde.

Im Jahr 1988 hatte Mikael Dubois die Idee Svullo zu schaffen, in Anspielung auf seine Körpergröße und dessen Umfang. Mit seiner Aufsässigkeit gelang ihm schließlich der Zugang zum schwedischen Staatsfernsehen SVT, das in der Folge zahlreiche humoristische Sendungen mit Svullo übertrug, die alle im Stil von Svullo grisar vidare waren und den Hauptdarsteller, nämlich ihn selbst, als aufdringliches Ekel zeigten. Parallel dazu spielte er in einigen satirischen Filmen mit und machte sich als Sänger bemerkbar. Sein einziger wirklicher Hit wurde allerdings im Jahre 1990 der Song För fet för ett fuck. Am 7. November 2005 wurde Dubois wegen Depressionen vier Tage lang in der Psychiatrie behandelt und nicht einmal einen Monat später nahm er sich das Leben.


30. November 1718: Karl XII., der „Kriegskönig“ Schwedens
30. November 1977: 67 Häuser verschwinden bei einem Erdrutsch bei Göteborg

Copyright: Herbert Kårlin