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Donnerstag, 7. Februar 2013

Enok Sarri, der Wettermann der Samen

Am 7. Februar 1909 (als alternatives Datum wird auch der 7. Dezember 1909 genannt) wurde Enok Sarri im nordschwedischen Masungsbyn geboren, ein Same, der es noch gelernt hatte auf die traditionelle Weise das Wetter vorherzusagen und schon 1950 vom schwedischen Wetterdienst beschäftigt wurde um alle Wetterinformationen der Region Kiruna/Gällivare zu sammeln, allerdings auf die moderne wissenschaftliche Art. Um jedoch seine geringen Einnahmen aufzubessern, arbeitete Sarri gleichzeitig noch als Führer für Touristen und sagte jedem, der bezahlte, das Wetter auf die alte Weise voraus.

Enok Sarri kam noch als Kind nach Nikkaluokta, als die Familie ihre Rentierherde verlor und der kleine Ort an der Grenze zwischen den Gemeinden von Kiruna und Gällivare gerade gegründet wurde. Einen gewissen Ruf erlangte Sarri, da er Touristen grundsätzlich in der traditionellen Kleidung seiner Region empfing und auf sehr ausführliche Weise das zukünftige Wetter mit Hilfe von Fisch- und Rentiermägen deutete, obwohl er bei seinen Voraussagen vielmehr die Natur sehr genau beobachtete und das Wissen benutzte, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.

In ganz Schweden bekannt wurde Enok Sarri jedoch erst im Jahre 1977 als er zur Abwechslung nicht das Wetter voraussagte, sondern dem königlichen Paar garantierte, dass es sich beim Erstgeborenen um einen Prinzen handelt. Sarri ging sogar so weit zu schwören, dass er auf den Knien von Nikkaluokta bis Kiruna gehen würde, sollte kein Prinz geboren werden. Als dann Kronprinzessin Viktoria die Erstgeborene war, machte sich Enok Sarri tatsächlich auf den Weg, was sich jedoch nicht als sonderlich schwierig erwies, denn die Grenze zu Kiruna (damals wurde die gesamte Gemeinde Kiruna als Stadt gerechnet) war gerade einmal einige Meter von Nikkaluokta entfernt.


7. Februar 1837: Gustav IV. Adolf, der vom Thron verstoßene König Schwedens
7. Februar 1839: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 9. Dezember 2012

Die Bedeutung des Annadagen (Annatag) in Schweden

Der Annatag (Annadagen) in Schweden hat nur indirekt etwas mit dem Namenstag Anna am 9. Dezember zu tun, dem weiblichen Vornamen, der vermutlich aus dem griechischen Namen Hanna oder der älteren hebräischen Bezeichnung Channa (Gnade) kommt. In Schweden geht der aktuelle Vorname Anna allerdings nicht wie im Deutschen auf die Mutter der Jungfrau Maria zurück, denn dieser Tag wird nach katholischer Tradition am 26. Juli gefeiert, eine Verbindung, die man in Schweden seit dem Jahre 1680 vermeiden will.

In Schweden ist Anna die Beschützerin der Bergleute, was sicher auch erklärt, warum dieser Vorname in Schweden seit frühester Zeit sehr häufig vorkam und sich ein gewisses Brauchtum um diesen Namen oder, genauer genommen auch das Datum, entwickelte. Der Brauch, der am ehesten mit den Bergleuten in Verbindung gebracht werden kann, handelt vom Weihnachtsbier, denn auch wenn man sich heute nicht mehr einig darüber ist ob an diesem Tag das Weihnachtsbier bereits gebraut sein muss oder an diesem Tag spätestens mit dem Brauen begonnen werden muss, so darf der Annadagen nicht verpasst werden, da es sonst zu Weihnachten weder Bier noch Vörtbröd geben wird.

Da der Annadagen genau 15 Tage vor Weihnachten liegt, gehören natürlich noch einige andere wichtige Aufgaben zu diesem Tag. Zum einen musste man früher an diesem Tag die Kerzen für den Weihnachtsgebrauch ziehen und zum anderen den Stockfisch ins Wasser legen, damit er auch auf den Weihnachtstisch kommen konnte. Heute findet man natürlich „fertigen“ Stockfisch in allen Läden, so dass immer weniger Schweden den steifen Fisch weichen lassen müssen. Nach alter Tradition soll der Annatag auch das Weihnachtswetter voraussagen lassen, denn wenn es an diesem Tag warm ist, so wird es zu Weihnachten kalt und umgekehrt. In manchen Gegenden wendet man dieses letzte Sprichwort allerdings nicht für Anna, sondern für Anders am 30. November an.


9. Dezember 1842: Carl David af Wirsén und der Widerstand gegen moderne Literatur
9. Dezember 1975: Schweden führt Wahlrecht für ausländische Bürger ein

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 29. Januar 2012

Der Yrvädertisdagen in Schweden

Am 29. Januar 1850 verzeichnete man den größten Schneesturm in der Geschichte Schwedens. Völlig unvorbereitet zog über Östergötland und Södermanland ein plötzliches Unwetter mit Sturm und sehr starkem Schneefall. In nur wenigen Stunden starben bei diesem Unwetter über 100 Personen in den beiden Regionen. Der Yrvädertistagen, wie dieser Tag seither in Schweden genannt wird, ist der tödlichste Sturm, den Schweden je verzeichnete.

Dabei ist der Januar ohnehin der Monat an dem man die meisten Stürme und Schneeunwetter in Schweden zählt. Auch wenn diese Stürme in der Regel nur wenige Tote fordern, so sind die verursachten Schäden oft beträchtlich. Auch heute noch kann man die Schäden des Sturmes Gudrun in den schwedischen Wäldern entdecken, einem Sturm, der am 8. und 9. Januar über Schweden zog. In der Nacht zum 9. Januar mussten selbst die Kernkraftwerke Ringhals und Barsebäck abgeschaltet werden, weil der Sturm eine große Menge an Salzwasser über einen Verteiler brachte.

Nur zwei Jahre später, am 14. Januar 2007, zog dann der Orkan Per über große Teile Schwedens. Dieses Mal starben fünf Personen im Sturm, in 275.000 Haushalten fiel der Strom aus und zwölf Millionen Kubikmeter Wald wurden zerstört, was immerhin nur ein Sechstel dessen war, was Gudrun zwei Jahre vorher zerstörte. Wieder ein Jahr später zogen im Januar erneut zwei Orkane über das Land, die den Namen Väderöarna und Tuva erhielten und den Verkehr großenteils lahm legten.

29. Januar 1990: Schwedische Banken schließen ihre Schalter

Copyright: Herbert Kårlin