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Sonntag, 17. Juli 2016

Die Schauspielerin und Politikerin Solveig Ternström

Solveig Ternström, geborene Johansson, kam am 17. Juli 1937 als Tochter eines fahrenden Händlers in Stockholm zur Welt, wuchs jedoch in Koppom im Värmland auf. Nach ihrer Hochschulreife zog Ternström unmittelbar nach Stockholm um dort Theatergeschichte zu studieren, aber ihre Teilnahme an studentischen Aufführungen führte dazu, dass sie sich mehr mehr für das Schauspiel interessierte. Nach einigen kurzen Filmversuchen besuchte Ternström dann zwischen 1959 und 1962 die Schauspielschule des Dramaten und erhielt anschließend ein festes Engagement an diesem Theater, jeweils kurz unterbrochen von Aufträgen im Film und für das Fernsehen.

Der Durchbruch im Dramaten kam für Solveig Ternström 1967 in der Rolle der Elvira in Cirkus Madigan und im Fernsehen mit dem Stück "Ein Puppenheim" im Jahre 1970. Während Ternström in diesen Rollen vor allem von einem kleinen Publikum und der Kritik bemerkt wurde, kam der Publikumserfolg bei einer Zusammenarbeit mit Carin Mannheimer in einer Fernsehserie in der sie die verschiedene ausgesetzte Frauenrollen spielte, zum Beispiel mit einem dementen Vater oder einem Alkoholiker als Mann. Auf Grund dieser Rollen war Ternström sehr bald jedem Schweden bekannt und als sie auch noch in der Fernsehserie Svenska Hjärtan spielte, war die Schauspielerin eine Kultfigur geworden.

Solveig Ternström ist den Schweden allerdings nicht nur als Schauspielerin ein Begriff, sondern auch als Politikerin, eine Aufgabe, die gewissermaßen in der Loge des Dramaten über sie hereinbrach, als eine unbekannte Stimme sie fragte, ob er sie auf die Wahlliste der Zentrumspartei schreiben dürfe. Auf diese Weise landete Ternström 2006 an der Spitze der Liste der Partei für den Wahlkreis Stockholm, und wurde in das Parlament gewählt, wo sie sich vor allem in sozialen Fragen engagierte, entsprechend ihrer Fernsehrollen. Die Zusammenarbeit mit der Centerpartiet sollte jedoch nicht sehr lange halten, denn am 7. Juli 2010 verließ sie die Partei aus Protest wegen der Untertützung des Ausbaus der Kernkraft, was die Politikerin und Schauspielerin als Verrat an den Wählern bezeichnete.


17. Juli 1210: Sverker den yngre (Sverker der Jüngere) unter päpstlichem Schutz
17. Juli 1782: Königin Lovisa Ulrika von Preußen
17. Juli 1813: Der schwedische Künstler Nils Månsson Mandelgren 
17. Juli 1862: Oscar Levertin, Autor, Literaturkritiker und Professor
17. Juli 1883: Der schwedische Stummfilmregisseur Mauritz Stiller
17. Juli 1917: Graböffnung und Untersuchung der Wunde von Karl XII.
17. Juli 1951: Der schwedische Musiker Jan Hammarlund

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 24. April 2015

Thorbjörn Fälldin, dreimal Ministerpräsident Schwedens

Thorbjörn Fälldin kam am 24. April 1926 als Sohn eines Landwirts in Högsjö im Ångermanland zur Welt und wurde nach seiner Realschulreife im Jahr 1945 selbst Landwirt. Nach seinem Wehrdienst  und dem Offiziersexamen des Jahres 1951 wurde Fälldin in mehreren Vereinen aktiv, wurde in mehreren von ihn zum Vorsitzenden gewählt und machte sich dadurch einen Namen im Ångermanland. Es war daher nahezu logisch, dass Fälldin ab 1958 auch ins Parlament gewählt wurde und 1971 auch zum Vorsitzenden der schwedischen Zentrumspartei (Centerpartiet) gewählt wurde, ein Amt, das der Politiker bis 1985 wahr nahm.

Als Thorbjörn Fälldin 1971 zum Vorsitzenden der Zentrumspartei gewählt wurde, war er gleichzeitig der natürliche Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, da die Partei um diese Zeit die größte bürgerliche Partei war. Diese „natürliche“ Entscheidung sollte sich jedoch bald als problematisch zeigen, denn als Fälldin bei den Parlamentswahlen des Jahres 1976 bei der entscheidenden Diskussion Olof Palme gegenüberstand, zeigte er sich als erbitterter Gegner der Kernkraft und forderte erst eine Lösung für die Endlagerung bevor man an den Bau von Kernkraftreaktoren denken sollte. Dies brachte zwar den bürgerlichen Block an die Regierungsmacht und machte Fälldin zum Ministerpräsidenten, aber es führte auch zu bürgerlichen Parteikämpfen, da die anderen Regierungsparteien Befürworter der Kernkraft waren. Das Ergebnis war, dass Thorbjörn Fälldin 1978 von seinem Amt als Ministerpräsident zurücktrat.

Dies war jedoch nicht das politische Ende von Thorbjörn Fälldin, denn bei den folgenden Wahlen gewann wieder der bürgerliche Block und der Politiker wurde erneut zum Ministerpräsidenten Schwedens. Nur zwei Jahre später brachten jedoch die Diskussionen um die Steuerpolitik des Landes der Regeirung ein Ende und als eine neue Koalitionsregierung gebildet wurde, war Fälldin zum dritten Mal Ministerpräsident, allerdings nur für ein Jahr, denn als 1982 die nächsten Parlamentswahlen durchgeführt wurden, kamen die Sozialdemokraten an die Macht. Fälldin versuchte 1985 eine Rückkehr  in die vorderste Linie der Politik und begann dafür eine Zusammenarbeit mit der damals sozialkonservativen KDS (Christdemokraten), was jedoch dazu führte, dass die Centerpartiet bei den Wählern geradezu abstürzte. Fälldin verlor dann auch seinen Posten als Vorsitzender der Partei und kehrte in die Landwirtschaft zurück, auch wenn er in den Folgejahren noch mehrere politische Aufgaben übertragen bekam.


24. April 1642: Samuel Columbus und das biblische Epos Schwedens 
24. April 1794: Axel von Fersen der Ältere in der Opposition 
24. April 1830: Die schwedische Prinzessin Eugénie 
24. April 1896: Örebro wird internationale Handelsstadt
24. April 1901: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Posse 
24. April 1917: Die Hungerdemonstration in Stockholm
24. April 1941: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin 
24. April 1961: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen 
24. April 1975: Geiselnahme in der deutschen Botschaft in Stockholm 
24. April 1979: Die schwedische Sängerin Marie Picasso 
24. April 2000: Ulla Isaksson und ein Blick in die Seele der Frau

Copyright: Herbert Kårlin

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Montag, 2. Februar 2015

Karin Söder, erste weibliche Vorsitzende einer schwedischen Partei

Karin Söder, geborene Bergenfur, musste am 2. Februar 1987 aus gesundheitlichen Gründen von ihrem Amt als Vorsitzende der schwedischen Zentrumspartei (Centerpartiet) zurücktreten, ging jedoch dennoch in die politische Geschichte Schwedens ein, da sie nur zwei Jahre vorher die erste Frau des Landes geworden war, die den Vorsitz einer schwedischen Partei übernommen hatte, nachdem sie bereits vorher als erste Frau Schwedens zur Außenministerin ernannt worden war und später auch als Sozialministerin aktiv war.

Karin Söder war am 30. November 1928 in Frykerud im Värmland zur Welt gekommen und arbeitete nach ihrem Studium erst als Lehrerin, auch wenn sie sich sehr früh auf eine politische Karriere vorbereitet hatte, im Einklang mit den Ideen ihres Ehemanns und Generaldirektors Gunnar Söder, der sich stark für die Zentrumspartei einsetzte. Dennoch sollte Söder erst 1971, im Alter von 43 Jahren, erstmals in das schwedische Parlament gewählt werden, um dort jedoch sehr schnell aufzusteigen, denn bereits fünf Jahre später wurde die Politikerin bereits zur Außenministerin ernannt.

Als Karin Söder zur Parteivorsitzenden gewählt wurde, war die Zentrumspartei stark zersplittert und hatte auf Grund der Zusammenarbeit mit den Christdemokraten (Kristdemokraterna) 13 Plätze im Parlament verloren. Thorbjörn Fälldin, vorhergehender Vorsitzender der Partei, der den konservativen Flügel der Centerpartiet vertrat, wurde zum Rücktritt gezwungen um eine Erneuerung der Partei zu ermöglichen, unter der Führung von Karin Söder. Söder hatte sich um diese Zeit bereits durch zwei Aktionen deutlich hervorgehoben, denn sie galt als Befürworterin der Abrüstung und hatte sich stark gegen die in den USA geplante Neutronenbombe ausgesprochen und sie hatte es durchgesetzt, dass die staatlichen Alkoholverkaufsstellen Systembolaget am Samstag schließen mussten. Bevor Söder jedoch die Zentrumspartei wirklich erneuern konnte, musste sie wegen eines Gehirntumors von ihrem Amt zurücktreten. Karin Söder starb am 19. Dezember 2015 im Alter von 87 Jahren in Täby bei Stockholm.


2. Februar 1250: Erik Eriksson, der Lispelnde und Hinkende, wird König Schwedens 
2. Februar 1455: Johan II. von Schweden (König Hans), König für vier Jahre 
2. Februar 1854: August Bondeson, der Schriftsteller des schwedischen Volkes 
2. Februar 1911: Jussi Björling, ein schwedischer Hofsänger 
2. Februar 1913: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
2. Februar 1948: Ture Sventon, der merkwürdigste Privatdetektiv Schwedens 
2. Februar 1983: Carolina Klüft gewinnt Gold beim Siebenkampf

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 16. Juli 2013

Annie Lööf bringt der Zentrumspartei wenig Wähler

Annie Lööf, geborene Johansson, wurde am 16. Juli 1983 in Värnamo im Småland geboren . Die Politikerin ist seit 2006 Mitglied im schwedischen Parlament und seit 2011 nicht nur die Vorsitzende der Centerpartiet (Zentrumspartei) sondern auch gleichzeitig Regions- und Wirtschaftsministerin. Lööf gehört damit zu den jüngsten Spitzenpolitikern des Landes, was sich jedoch nicht unbedingt als Vorteil erweist, sowohl hinsichtlich ihrer geringen Erfahrung als auch in einer Welt in der Männer und das Alter oft eine wichtige Rolle spielen und Vorurteile sehr schnell zur Barriere werden.

Als Tochter eines führenden Lokalpolitikers, schien es fast logisch, dass sich Annie Lööf noch Ende ihrer Gymnasialzeit ebenfalls für Politik zu interessieren begann, Mitglied des Jugendverbands der Partei wurde, die auch ihr Vater unterstützte und bald selbst eine wichtigere Rolle auf lokaler Ebene spielte. Nachdem Lööf einige Zeit bei der Partei angestellt war, begann sie ein Jurastudium, das sie im August 2011 mit einer Kandidatur beendete. Ihre politische Aktivität ab 2001, als sie Mitglied der Zentrumspartei wurde, ging in mehrere Richtungen, zeigte aber immer wieder die Tendenz zu Umweltfragen, deren Richtung jedoch nicht der Linie der Grünen folgte.

Ab 2006 zeigte sich Annie Lööf immer häufiger in den Media und war Mitglied in zahlreichen Ausschüssen, was einer politischen Karriere nur nützlich sein kann. Als man daher 2011 eine neue Vorsitzende für die Centerpartiet suchte, schien Annie Lööf die richtige Person zu sein, die auch bereit war der Partei einen eigenen Stempel zu geben. Nach Problemen der Wirtschaftsministerin Maud Olofsson ernannte sie Fredrik Reinfeldt nahezu zwangsweise auch zur neuen Wirtschaftsministerin. Einige kleinere Affären, Uneinigkeiten in der Partei und eine unklare Politik führten in der Folge jedoch dazu, dass Annie Lööf immer mehr Wählerstimmen verlor und die Centerpartiet bei den kommenden Wahlen im Jahr 2014 um ihr Überleben im Parlament kämpfen muss.


16. Juli 1661: Der erste Geldschein kommt aus Schweden 
16. Juli 1860: Der Tamms Kanal im Hälsingland

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 2. März 2012

Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden

Die Centerpartiet (Zentrumspartei) Schwedens entstand im Grunde in drei Stufen. Bereits 1908 wurde über eine Partei gesprochen, die die Rechte der Bauern vertreten sollte, aber da keine leitende Figur in den Vordergrund trat, begann sich die Partei erst am 1. Dezember 1910 zu formieren, als Carl Berglund einen Aufruf mit dem Titel „Bröder låtom oss enas!“ in der Zeitung Landsbygden veröffentlichte. Die Centerpartiet nennt daher diesen Tag als Geburtstag der Partei, obwohl sie erst am 2. März 1913 unter dem Namen „Bondeförbundet“ gegründet wurde.

Der Erfolg der Partei lag vor allem an seiner extrem konservativem Haltung und der Tatsache, dass sich die Bauern von den Sozialisten im Stich gelassen fühlten, die sich nur um Arbeiterrechte in einer steigenden Industrialisierung kümmerten. Die Einstellung der Partei zeigte sich insbesondere mit dem Parteiprogramm von 1933, nach dem die Partei dafür sorgen wollte den schwedischen Volksstamm in seiner Reinheit zu bewahren und seine Vermischung mit minderwertigen, ausländischen Rassen verhindern wollte.

Im Laufe der Jahrzehnte wurde dann das Parteiprogramm immer wieder verändert und immer der Strömung angepasst. Selbst aus der Forderung Kernkraftwerke so schnell wie möglich abzuwickeln entstand die Meinung, dass Kernkraftwerke in Schweden ausgebaut werden müssen. Mit der Wahl von Annie Lööf zur neuen Vorsitzenden der Partei spielt die Partei erneut mit anderen aktuellen Karten. Nun will sich die Centerpartiet um Arbeitsbeschaffung, Firmengründungen, Wohlfahrt, Umwelt, Dezentralisierung und die Entwicklung von Dörfern kümmern, was allerdings immer noch nicht zu einem klaren Profil der Partei oder zurück zu ihren landwirtschaftlichen Wurzeln führt.

2. März 1880: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord
2. März 1911: Verhütung in Schweden - eine Straftat

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 21. März 2011

Göran Persson an der Spitze der Macht

Nachdem Mona Sahlin wegen der Toblerone-Affäre 1996 ihre Kandidatur zum Vorsitz der Sozialdemokratischen Partei Schwedens zurückzog, wurde Göran Persson, der am 20. Januar 1949 in Vingåker geboren wurde, am 16. März 1996 auf einem außerordentlichen Parteikongress zum Vorsitzenden der Partei gewählt. Nur wenige Tage später, am 21. März 1996 wurde Göran Persson auch schwedischer Ministerpräsident.

Bereits von Beginn an war die politische Position Perssons, der in Zusammenarbeit mit der schwedischen Zentrumspart (Centerpartiet) eine Minoritätsregierung bildete, auf schwachen Beinen, da sein Sparprogramm sowohl in der eigenen Partei als auch beim Gewerkschaftsverband LO (Landsorganisationen i Sverige) bedeutende Konflikte hervorrief.

Als Folge der Konflikte verlor die Minoritätsregierung unter Göran Persson bei den Wahlen 1998 zahlreiche Wählerstimmen und der Politiker konnte seine Stellung nur durch eine Zusammenarbeit mit den Linken (Vänsterpartiet) und den Grünen (Miljöpartiet) aufrecht halten, was ihn dann selbst bei den folgenden Wahlen im Jahre 2002 weiterhin an der Spitze des Staates hielt.

Die größte Leistung Göran Persons waren die Erfolge in der Außenpolitik, da er Schweden sowohl der Europäischen Union näherte, als auch eine aktive Zusammenarbeit zwischen den Anrainern der Ostsee in Gang setzte. Der Rückschlag seiner Europapolitik kam mit dem Mord von Anna Lindh und der folgenden Tatsache, dass sich die schwedische Bevölkerung wenige Tage nach dem Mord bei einem Volksentscheid gegen die Einführung des Euro in Schweden entschied.

Während dieser Wahlperiode führten zahlreiche Fehlentscheidungen Göran Persssons dazu, dass bei den Wahlen 2006 die neue Regierung unter Fredrik Reinfeldt (Moderaterna) die Regierungsarbeit übernehmen konnte. Persson scheiterte daher sowohl mit seiner Europapolitik, als auch am Problem mit der Ausweisung von Asylanten nach Ägypten als auch an seiner Reaktion auf den Tsunami im Indischen Ozean im Jahre 2004.

21. März 1809: Die Konvention auf Åland
21. März 1917: Der schwedische Maler Arne Isacsson 

Copyright: Herbert Kårlin