Freitag, 7. Juni 2013

Die Ebbe Carlsson Affäre und der Tod von Olof Palme

Im Laufe der Zeitgeschichte Schwedens wurden die Sozialdemokraten immer wieder von Affären betroffen, die dazu führten, dass leitende Politiker zurücktreten mussten. Eine dieser Affären zwang auch die schwedische Justizministerin Anna-Greta Leijon am 7. Juni 1988 zum Rücktritt, da sie vertrauliches Material zum Mord an Olof Palme an den Verleger Ebbe Carlsson weitergegeben hatte, den sie zudem mit Polizeiarbeit beauftragte. Aber trotz ihres Verhaltens wollten die Sozialdemokraten die Politikerin als Justizministerin behalten und nur die Drohung aller anderer Parteien bei einem Misstrauensvotum gegen die Ministerin zu stimmen, führte zum Rücktritt.

Das Problem begann bereits am 28. März als Anna-Greta Leijon dem schwedischen Ministerpräsidenten Ingvar Carlsson mitteilte, dass die kurdische Partei PKK am Mord von Olof Palme beteiligt sei, aber die Beweise noch fehlten. Eigentlich hatte die Sicherheitspolizei die Aufgabe nach Beweismaterial zu suchen, aber da diese Zeit benötigte, aber die Regierung eine schnelle Aufklärung suchte, entschied sich Anna-Greta Leijon einem bekannten Journalisten die Aufgabe zu übergeben und ihn mit Vollmachten auszustatten, die allerdings nicht registriert im Safe eingeschlossen wurden.

Unbekannt ist wie die schwedische Abendzeitung Expressen Wind von der etwas merkwürdigen Affäre bekam. Jedenfalls bat der Journalist Per Wendel ab dem 30. Mai Anna-Greta Leijon um nähere Auskünfte, die jedoch nur sehr ausweichende Antworten gab, jedoch nach einem einem Telefongespräch am 1. Juni ihre Vollmacht an Ebbe Carlsson unmittelbar registrierte und das Papier als streng geheim sicher verwahren wollte. Aber es war zu spät, die Geschichte nahm ihren Lauf und mehreren leitende Personen mussten ihren Beruf aufgeben, darunter auch der Chef der Sicherheitspolizei. Wie viel der Ministerpräsident Ingvar Carlsson wusste, ist bis heute unbekannt, ebenso wenig wie die Spur PKK eine Resultat brachte. Heute gehören die Akten in Fragen der kurdischen Bewegung längst zum Material über das die Polizei verfügt und das noch nicht im Archiv vergessen wird.


7. Juni 1905: Schweden und Norwegen gehen getrennte Wege 
7. Juni 1907: Sigvard Bernadotte verzichtet auf Titel und Thron

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 6. Juni 2013

Jackie Arklöfs Weg zum Verbrecher

Jackie Arklöf wurde am 6. Juni 1973 in Liberia geboren, wobei er seinen Vater nie traf, da dieser lediglich Sex von seiner Mutter gekauft hatte. Erst bekam der Junge dann einen amerikanischen Stiefvater, der jedoch wegen einer Krankheit in die USA zurückkehrte, woraufhin die Mutter Jackie zur Adoption freigab. Dadurch kam der Junge mit zwei Jahren nach Norwegen und mit drei wurde er von einer Familie in Ankarsund, einem Dorf im südlichen Lappland, adoptiert. Schon als Kind war Jackie vom Nazismus begeistert und als er nach seinem Wehrdienst als Offiziersanwärter abgelehnt wurde, entschied er sich zur französischen Fremdenlegion zu gehen. Als er jedoch erfuhr, dass er dort nicht in Kriegen eingesetzt wird und nicht töten darf, schloss er sich 1992 der bosnisch-kroatischen Armee an.

In Kroatien, insbesondere der Legion „Ludvig Pavlovic“ fühlte sich Jackie Arklöf in seinem Element, da Grausamkeiten nicht bestraft, sondern gelobt wurden. Arklöf gehörte zur Gruppe jener, die allerdings nicht nur bei Kriegshandlungen erbarmungslos töten konnten, sondern er war auch bald in den Lagern Gabela und Grabovina berüchtigt, wo er sich einen Spaß daraus machte muslimische schwangere Frauen der Tortur auszusetzen. Als er 1995 in Mostar von den Gegnern gefangen genommen wurde, wurde er wegen seinen Taten zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt, einer Strafe, die nach seinem Einspruch auf acht Jahre verkürzt wurde. Bereits ein Jahr später kam Arklöf jedoch durch einen Gefangenenaustausch nach Schweden zurück und die Verhandlung wurde neu aufgerollt. 1997 stellte der Staatsanwalt das Verfahren ein und Arklöf wurde für die Zeit seiner Haft eine Entschädigung von 23.000 Kronen bezahlt.

Allerdings war damit die mörderische Karriere von Jackie Arklöf noch nicht zu Ende, denn am 28. Mai 1999 war er an einem Raubüberfall in der Östgöta Enskilda Bank in Kisa beteiligt und tötete zwei Polizisten, die die Räuber stoppen wollten, durch einen Genickschuss mit deren Dienstpistole. Drei Tage später wurde Arklöf festgenommen und am 2. Februar 2000 zu lebenslanger Haft verurteilt. Allerdings sollte nun auch seine Rolle als Kriegsverbrecher wieder an die Oberfläche dringen und im Januar 2006 wurde er wegen Völkermord im Balkan zu weiteren acht Jahren Haft verurteilt und ging damit in die schwedische Kriminalgeschichte ein, denn Arklöf war die erste Person, die in Schweden wegen Kriegsverbrechen angeklagt worden war.


6. Juni 1983: Der schwedische Nationaltag 
6. Juni 2003: Der Ostindiensegler Götheborg wird vom Stapel gelassen

Copyright: Herbert Kårlin

Jährlicher Gothia Cup in Göteborg Göteborger Flugschau 2013

Mittwoch, 5. Juni 2013

Allvar Gullstrand revolutioniert die Augenheilkunde

Alvar Gullstrand wurde am 5. Juni 1862 in Landskrona geboren und wollte nach seiner Hochschulreife in Jönköping im Grunde Mathematik studieren. Sein Vater, der der leitende Stadtarzt in Landskrona war, konnte ihn jedoch davon überzeugen in Uppsala Medizin zu studieren. Nach seinem Examen ging Gullstrand kurze Zeit nach nach Wien um seine medizinischen Kenntnisse auszudehnen. Dort kam der Mediziner jedoch nicht nur mit Allgemeinmedizin in Berührung, sondern auch mit der Augenkunde, die ihn zu faszinieren begann.

Wieder zurück in Schweden begann Allvar Gullstrand unterschiedliche Forschungsarbeiten und kam 1888 an das Karolinska Institut in Stockholm an dem er 1890 in Medizin promovierte. Nur ein Jahr später wurde der Wissenschaftler Dozent für Augenkrankheiten am Institut und 1894 wurde er auf Grund seiner Fähigkeiten zum Professor  in Ophtalmologie an der Universität Uppsala, was Gullstrand die Möglichkeit bot sich ausführliche mit der Augenheilkunde zu beschäftigen, da ihm in Uppsala alle Forschungsmöglichkeiten zur Verfügung standen.

Allvar Gullstrand arbeitete in den folgenden Jahren vor allem an der Lichtbrechung im Auge und der optischen Abbildung, was in gewisser Weise seine beiden Gebiete vereinte, nämlich Augenheilkunde und Mathematik. Bereits sehr früh untersuchte und beschrieb Gullstrand den Astigmatismus, was nicht nur dazu führte, dass er mehrere Instrumente erfand, die die Untersuchung der Augen vereinfachten sondern die Augenheilkunde revolutionierte. Seine Forschung erlaubte es der Medizin das Sehen besser zu verstehen und insbesondere die Störungen zu begreifen, die Augenmuskeln verursachen können. Für diese Leistung erhielt Allvar Gullstrand im Jahre 1911 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin verliehen.


5. Mai 1965: Prinz Wilhelm Ludvig, ein gemeinsames Leben ohne Trauschein 
5. Mai 2007: Schweden muss Alkoholkauf über Internet zulassen

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 4. Juni 2013

Maria Elisabeth Hesselblad erweckt den Birgittaorden

Maria Elisabeth Hesselblad wurde am 4. Juni 1870 in Fåglavik geboren und machte sich auf mehrere Weisen bemerkbar, da ihr Leben etwas eigene Wege ging und sie zu den sehr wenigen Schwedinnen gehört, die auf dem Wege sind von der katholischen Kirche heilig erklärt zu werden, nachdem Papst Johannes Paulus II. sie im Jahre 2000 bereits als selig erklärt hat, neben 1338 anderen Personen, denen der Papst während seiner Amtszeit die gleiche Ehre erwies und einen Rekord in der Geschichte der katholischen Kirche darstellt.

Maria Elisabeth Hesselblad emigrierte im Jahre 1870 während der großen Auswanderungswelle in die USA und begann dort als Krankenschwester zu arbeiten. Während dieser Arbeit kam sie in sehr engen Kontakt mit dem katholischen Glauben, den sie wenige Jahre später annahm. Im Jahre 1911 hatte Hesselblad dann eine Offenbarung von Gott, der sie damit beauftragte nach Rom zu gehen und den Birgittenorden, auch Erlöserorden genannt, zu gründen und damit die Geschichte der Heiligen Birgitta weiterzuführen.

Das Vorhaben von Maria Elisabeth Hesselblad war von Erfolg gekrönt und seit 1931 findet man in Rom, im Casa di Santa Brigida, den Sitz der Comunità delle Suore Brigidine, auch wenn der Papst den Orden erst am 2. Dezember 1940 offiziell zuließ. Die Zulassung wurde dabei sogar etwas beschleunigt, da sich Hesselblad während des Zweiten Weltkrieges in Rom dafür einsetzte verfolgten Juden zu helfen. Heute verfügt der Orden über rund 40 Klöster in den verschiedensten Ländern, unter anderem auch eines in Vadstena, dort wo einst die Heilige Birgitta bereits ein Kloster errichtet hatte.


4. Juni 1882: John Bauer und die Sagenwelt Schwedens 
4. Juni 1965: Wadköping, vom Traum zur Wirklichkeit

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 3. Juni 2013

Die schwedische Schauspielerin Aino Taube

Als Aino Taube am 3. Juni 1990 im Alter von 77 Jahren in Stockholm starb, hatte sie die Bühnen Schwedens seit 12  Jahren verlassen und eine der bedeutendsten Karrieren einer schwedischen Schauspielerin hinter sich, wobei der in Dänemark geborenen Taube als Tochter des Schauspielers Mathias Taube und Enkelin eines Theaterdirektors in Kopenhagen die Welt der Bühne nahezu in die Wiege gelegt wurde, da sie von Beginn an mit dem Theater in Berührung kam.

Mit 18 wurde Aino Taube in die Schauspielschule des Stockholmer Dramaten aufgenommen, aber da sie bereits ein Jahr später eine tragende Rolle im Film Skepparkärlek unter Ivar Johansson hatte, im gleichen Jahr im Theater im Skansen engagiert wurde und auch im Folgejahre mehrere bedeutende Filmrollen bekam, machte sie die Schauspielschule nie zu Ende, denn der Erfolg kam schneller als die offizielle Ausbildung vor sich schritt. Im Jahre 1937 hatte Aino Taube dann bereits die Hauptrolle in Laila und wurde damit weit über die Grenzen Schwedens hinaus bekannt. Vor allem in Deutschland hatte der Film einen großen Erfolg.

Ende der 40er Jahre erklärte Aino Taube, dass sie sich von der Bühne zurückziehe um auch ein Familienleben zu haben. Allerdings dauerte der Rückzug nicht sehr lange, denn bereits 1952 kam das Comeback, erst mit einem Gastspiel im Vasateatern und ab 1954 im Dramaten, wo sie ein Jahr später ein festes Engagement übernahm, um jedoch bald darauf beim Fernsehtheater zu landen. Während ihrer Zeit auf der Bühne spielte Aino Taube, parallel zu ihrem Altern, nahezu jede Charakterrolle, die vom jungen aristokratischen Mädchen bis zur alten Karolina Styf in der Serie Hedebyborna führte.


3. Juni 1720: Der dritte Frieden von Stockholm 
3. Juni 1954: Monica Törnell, vom Kinderstar zum Eurovision Song Contest

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 2. Juni 2013

Torben Andreas Grut, Schlösser und öffentliche Bauten

Auch wenn sehr viele Besucher Schwedens kaum etwas von dem am 2. Juni 1871 geborenen Architekten Torben Andreas Grut gehört haben, so gibt es kaum jemanden, der nicht schon vor einem seiner Gebäude stand oder auch eines von ihnen betrat, denn Grut war zu Beginn des 20. Jahrhunderts einer der bedeutendsten Architekten des Landes, der nahezu in jedem Teil Schwedens seine Spuren hinterlassen hat, denn der Architekt hatte sich auf öffentliche Bauten und Schlösser spezialisiert.

Seine Ausbildung zum Architekten machte Torben Andreas Grut erst an der Königlichen Technischen Hochschule in Stockholm, die er an der Kunstakademie in Kopenhagen vervollständigte. Selbständig wurde der Architekt, nach einigen Jahren praktischer Erfahrung in größeren Architekturbüros, ab 1899. Seine ersten Gebäude waren vor allem Villen und auch eine Tennishalle. Bereits 1903 sollte Grut dann jedoch einen Auftrag erhalten, der für ihn der Weg nach oben war, denn Königin Victoria beauftragte ihn damit die schlossähnliche Villa Solliden auf Öland zu bauen, die heutige Sommerresidenz der schwedischen Königsfamilie.

Da Torben Andreas Grut bei Solliden, auf Wunsch der Königin, zu einem italienischen Baustil griff, wurde der Architekt anschließend mit zahlreichen Bauten beauftragt, die das Gefühl des südlichen Landes nach Schweden bringen sollten. Grut baute daher anschließend Kirchen, herrschaftliche Güter, einige Schlösser, aber auch die Strengbergs Tabakfabrik und das Stadion in Stockholm. Eines seiner Meisterwerke findet man selbst im finnischen Helsinki (Helsingfors) wo er das schwedische Botschaftsgebäude in einen Barockbau des Tessin verwandelte und dabei der Fassade eine Ähnlichkeit mit der Nordseite des königlichen Schlosses in Stockholm verlieh.


2. Juni 1761: Jonas Alströmer bringt die Kartoffel nach Schweden 
2. Juni 1938: Urlaub und Urlaubsanspruch in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborger Flugschau 2013

Samstag, 1. Juni 2013

Der Untergang der Stora Kronan vor Öland

Als am 1. Juni 1676 die dreimastige Stora Kronan bei der Seeschlacht vor Öland sank, war das schwedische Kriegsschiff, eines der größten jener Zeit, gerade einmal vier Jahre alt. Die Ursache des Kenterns war vor allem die Unerfahrenheit der Schweden bei Seeschlachten und bedeutete, dass das am besten ausgerüstete Kriegsschiff Schwedens jener Zeit verloren ging, was auch eine wichtige Rolle für den Ausgang des Schonischen Krieges spielte.

Beim Untergang der Stora Kronan, der dadurch beschleunigt wurde, dass nach einem verhängnisvollen Manöver das auf Bord gelagerte Pulver explodierte und ein ein Teil des Schiffes weggesprengt wurde, verschwanden 126 Kanonen in der Tiefe und nahezu die gesamt Kriegskasse, die sich an Bord befand. Gleichzeitig starben dabei über 800 Soldaten, was zehn Prozent der gesamten schwedischen Marineeinheit entsprach. Auch wenn man heute einige klarere Ideen über den Untergang hat, so wurde damals vor allem der Oberbefehlshaber Lorentz Creutz des Versagens beschuldigt, der jedoch nicht mehr angeklagt werden konnte, da er sich unter den Toten befand.

Im Jahre 1980 konnte eine Gruppe an Tauchern, unter der Leitung des Wrackforschers Anders Franzén, der auch das Kriegsschiff Vasa gefunden hatte, die Stora Kronan am vermuteten Platz entdecken und beginnen die bedeutendsten Gegenstände zu bergen. Bisher wurden bereits über 30.000 Gegenstände geborgen, die man teilweise im Kalmar Läns Museum betrachten kann. Nach der Vasa ist die Kronan das bedeutendste Kriegsschiff Schwedens, das man je in der Ostsee entdeckte.


1. Juni 2002: Schweden schafft den handyfreien Tag 
1. Juni 2005: Rauchverbot in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin