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Sonntag, 25. August 2013

Anders Franzén findet das Kriegsschiff Vasa

Anders Franzéns Interesse für Schiffswracks wurde sehr früh geweckt, genau genommen bei seinen Sommeraufenthalten in Dalarö, wo er mit den Erzählungen über das dort gesunkene Kriegsschiff Riksäpplet konfrontiert wurde. Als Franzén bei einer Reise an die schwedische Westküste dann entdeckte was Schiffswürmer (Teredo navalis) bei einem Schiff verursachen können, kam er zum Schluss, dass es nur in der Ostsee sinnvoll sei nach historischen Wracks zu suchen. Allerdings sollte dieses Interesse für immer ein Hobby bleiben, denn beruflich beschäftigte sich Franzén mit Öl als Treibstoff.

In seiner Freizeit betrieb Anders Franzén bereits in den 40er Jahren intensive Archivforschungen um die Lage bedeutender Wracks in der Ostsee zu entdecken. Gegen 1950 hatte der Amateurforscher dann etwa zwölf Fahrzeuge ausfindig gemacht deren Entdeckung von größerem Interesse sein konnte. Ab 1954 konzentrierte er sich darauf das Kriegsschiff Vasa zu finden, was sich jedoch sehr problematisch zeigte, da Wissenschaftler ihn sehr oft in die Irre leiteten. Als er sich 1956 auf das Gebiet vor der Beckholmswerft konzentrierte und mit einem selbst entwickelten Lot Holzteile aus der Tiefe holen konnte, machte Franzén dann die entscheidende Entdeckung, denn am 25. August 1956 hatte er Teile der Vasa an die Oberfläche geholt.

Seine Freude wurde jedoch stark gebremst als er feststellen musste, dass sich keine Behörde und keine Institution fand, die sich für die Bergung der Vasa interessierte und das Seehistorische Museum in Stockholm die Entdeckung sogar als gefährliche Konkurrenz zu seinen Sammlungen ansah. Nur die Besessenheit von Anders Franzén und eine intensive Lobbyarbeit führten letztendlich zur Gründung des Wasa-Kommittén und dank Sponsoren konnte die Vasa dann geborgen werden. Aber auch wenn die Vasa heute zu den größten touristischen Attraktionen Schwedens gehört, so erhielt Franzén nie eine Öre für seine Mühe und man begnügte sich damit ihm einen Lehrstuhl an der KTH (Kungliga Tekniska högskolan) zu bieten und 2008 wurde ein Park in Stockholm nach ihm benannt. Nur in Dalarö findet man noch heute ein kleines Museum zur Erinnerung Franzéns, das vom dortigen Heimatverein unterhalten wird.


25. August 1750: Lovisa, ein adeliger Vorname Schwedens 
25. August 1955: Die Bibliothekstantieme (Biblioteksersättning) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 1. Juni 2013

Der Untergang der Stora Kronan vor Öland

Als am 1. Juni 1676 die dreimastige Stora Kronan bei der Seeschlacht vor Öland sank, war das schwedische Kriegsschiff, eines der größten jener Zeit, gerade einmal vier Jahre alt. Die Ursache des Kenterns war vor allem die Unerfahrenheit der Schweden bei Seeschlachten und bedeutete, dass das am besten ausgerüstete Kriegsschiff Schwedens jener Zeit verloren ging, was auch eine wichtige Rolle für den Ausgang des Schonischen Krieges spielte.

Beim Untergang der Stora Kronan, der dadurch beschleunigt wurde, dass nach einem verhängnisvollen Manöver das auf Bord gelagerte Pulver explodierte und ein ein Teil des Schiffes weggesprengt wurde, verschwanden 126 Kanonen in der Tiefe und nahezu die gesamt Kriegskasse, die sich an Bord befand. Gleichzeitig starben dabei über 800 Soldaten, was zehn Prozent der gesamten schwedischen Marineeinheit entsprach. Auch wenn man heute einige klarere Ideen über den Untergang hat, so wurde damals vor allem der Oberbefehlshaber Lorentz Creutz des Versagens beschuldigt, der jedoch nicht mehr angeklagt werden konnte, da er sich unter den Toten befand.

Im Jahre 1980 konnte eine Gruppe an Tauchern, unter der Leitung des Wrackforschers Anders Franzén, der auch das Kriegsschiff Vasa gefunden hatte, die Stora Kronan am vermuteten Platz entdecken und beginnen die bedeutendsten Gegenstände zu bergen. Bisher wurden bereits über 30.000 Gegenstände geborgen, die man teilweise im Kalmar Läns Museum betrachten kann. Nach der Vasa ist die Kronan das bedeutendste Kriegsschiff Schwedens, das man je in der Ostsee entdeckte.


1. Juni 2002: Schweden schafft den handyfreien Tag 
1. Juni 2005: Rauchverbot in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 20. Mai 2012

Die Schiffsverbindung von Umeå nach Vasa

Am 20. Mai 1948 wurde die Reederei Vasa-Umeå AB gegründet, die noch am gleichen Tag von der Suomi Shipping Oy den Dampfer S/S Pörtö kaufte, der bereits die vorhergehenden Jahre auf der Strecke zwischen Umeå und Vasa verkehrte. Als erstes wurde dann von der Reederei das Fahrzeug auf „Turisten“ umgetauft, was das Ziel des Unternehmens sehr gut ausdrückte. Bereits am 28. Mai stach dann die Turisten mit dem Ziel Umeå in See.

Zwischen 1948 und 2000 verkehrte die Reederei, die die letzten Jahre unter Silja Line zeichnete, dann regelmäßig zwischen Umeå und Vasa, was allgemein als der Kvarkentrafiken bezeichnet wurde. Kvarken ist der Ausdruck für einen Hals, also die engste Stelle des Meeres, wobei der Kvarken, und insbesondere die 7000 Schäreninseln auf finnischer Seite, zum Weltkulturerbe gehören. Die großen Fähren der 70er Jahre benötigten für die Reise gerade einmal vier Stunden, was für die Passagiere eine ideale Zeit war um zollfrei Alkohol und Tabak kaufen zu können.

Die Versuche in den 70er Jahren eine Strecke von Sundsvall nach Finnland zu schaffen, zeigten sich nicht als erfolgsträchtig, da die Schiffe neun Stunden auf See waren, aber das Interesse der Passagiere darin lag so wenig wie möglich auf dem Wasser zu sein, sondern offizieller Handel und Schmuggel im Vordergrund lagen. Als dann am 30. Juni 1999 Europa entschied, dass innerhalb Europas die Steuerfreiheit auf Fähren aufgehoben wird, wurden die Fahrten uninteressant und bereits im nächsten Jahr musste der Fährverkehr zwischen den beiden Orten ganz eingestellt werden.


20. Mai 1952: Staffan Götestam und das bedeutendste Kindermuseum Schwedens
20. Mai 1964: Die schwedische Polizei wird verstaatlicht

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 10. August 2011

Die Vasa sinkt bei ihrer Jungfernfahrt vor Stockholm

Am 10. August 1628 sank das schwedische Kriegsschiff Vasa bei ihrer Jungfernfahrt vor Stockholm, nachdem ein Windstoß es in eine Schräglage brachte, so dass durch die Öffnungen für die Kanonen Wasser eindringen konnte und das Schiff in wenigen Minuten sank. Die Reise der Vasa führte daher nur rund 1300 Meter bis vor Beckholmen und sank bereits nach 20 Minuten Fahrt, wobei dabei mindestens 30 Mann Besatzung umkamen. Erst am 24. April 1961, nach über 300 Jahren konnte die Vasa schließlich geborgen werden.

Die Vasa wurde im Auftrag von Gustav II. Adolf gebaut und sollte ein Symbol der neuen schwedischen Großmacht werden, die der König anstrebte. Das Kriegsschiff war zu jener Zeit nicht nur das weltweit am besten bestückte Fahrzeug, sondern zeichnete sich auch durch seine Ausschmückungen und hunderte von Skulpturen aus, denn es solle in jeder Weise die Größe Schwedens ausdrücken und im Seekrieg gegen Polen eingesetzt werden. Obwohl bereits die ersten Tests in der Werft die Instabilität der Vasa aufgedeckten, zwang Gustav II. Adolf den Kapitän in See zu stechen.

Die Vasa, die seit 1990 im Vasamuseum in Stockholm zu finden ist, erreichte ihre Berühmtheit vor allem aus historischer Sicht, da sie ein Dokument des schwedischen Strebens nach einer Großmacht ist, die Gustav II. Adolf anstrebte und dessen Zeichen man im ganzen Land finden kann. Aber die Vasa gehört auch zu den wenigen Beispielen, die einen Teil der schwedischen Kulturgeschichte des 17. Jahrhunderts wiedergeben und in der Schiffsrestauration Methoden erforderte, die auch bei der Restauration aller anderen historischen Schiffe Bedeutung erlangte.

10. August 1537: Das Schloss Gripsholm am Mälaren
10. August 1983: Ruben Rausing, der Erfinde der Tetra Pak 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 24. April 2011

Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen

Am 24. April 1961 wurde das Kriegsschiff Vasa, das auf seiner Jungfernfahrt im Jahre 1628 in den Schären vor Stockholm sank, geborgen, eine Aufgabe, die bereits im Jahre 1956 in die Wege geleitet worden war. Nach Studien in den Archiven und der Strömung vor Stockholm hatte Anders Franzén das Kriegsschiff Vasa damals in einer Tiefe von 32 Metern lokalisiert. Von der ersten Sekunde an erhielt er jede Unterstützung um das legendäre Schiff zu bergen, denn die Galeone sollte nicht im Meer verrotten.

Das Vasa-Museum in Stockholm

Die ersten Teile der Vasa, die man heute im 1990 gegründeten Vasa-Museum (Vasamuseet) in Stockholm besichtigen kann, wurden im Laufe des Jahres 1957 an die Oberfläche geholt. Es handelte sich dabei um Galionsfiguren, Skulpturen, eine Kanone und den Anker. Am 20. August 1959 war es dann soweit, das Schiff mit Hilfe von Stahlseilen zu verlagern, so dass das Wrack nur noch 17 Meter unter Wasser lag und besser von Tauchern erforscht und erreicht werden konnte.

Die Geschichte des Kriegsschiffs Vasa, dessen Wrack am 16. Februar 1962 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde, wurde mittlerweile von Anders Wahlgren in Form einer Reportage, die auch das Milieu des 17. Jahrhunderts schildert, verfilmt. Die Uraufführung fand im Herbst des Jahres 2011 im Vasa-Museum in Stockholm statt. Zur Buchmesse in Göteborg des gleichen Jahres stellte der Filmer und Autor dann auch sein Buch über die Galeone Vasa vor und zu Weihnachten konnten die Fernsehzuschauer in Schweden die Geschichte der Vasa in mehreren Teilen verfolgen. Heute ist die Vasa eine der wichtigsten touristischen Attraktionen Stockholms, da die Galeone jährlich über eine Million Besucher anzieht, was nur noch vom Skansen geschlagen wird..

24. April 1896: Örebro wird internationale Handelsstadt
24. April 1917: Die Hungerdemonstration in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin