Donnerstag, 7. Juli 2016

Die iranisch-schwedische Schauspielerin Shima Niavarani

Shima Niavarani wurde am 7. Juli 1985 in Teheran geboren, verbrachte dort jedoch nur ihre ersten drei Jahre, da die Familie anschließend vom Krieg floh und über die Türkei und die Schweiz nach Schweden kam. Nach einem Aufenthalt in einem Flüchtlingslager im Jämtland ging die Familie erst nach Örnsköldsvik und anschließend nach Upplands Väsby, wo Niavarani schließlich ihre Kindheit und ihre Jugend verbrachte. Als Niavarani mit neun Jahren erstmals öffentlich auftrat und Mariah Creys Without You sang, spürte sie erstmals, dass sie nicht grundsätzlich willkommen war, denn aus dem Publikum wurde ihr ein Apfel an den Kopf geworfen. Mit etwas Ironie meinte Niavarani jedoch, dass ihr immerhin 199 der 200 Gäste keinen Apfel auf diese Weise zuwarfen.

Shima Niavarani wählte im Gymnasium die Theaterlinie und besuchte anschließend die Hochschule für Schauspiel in Stockholm. Allerdings hatte sie dann bereits mit 19 Jahren ihren Durchbruch mit ihrem Stück Autodidakt i enmansakt, bei dem die Schauspielerin gleichzeitig Regisseurin, Autorin, Komponistin, Kostümbildnerin und Beleuchterin war. Mit diesem Stück ging Niavarani über ein Jahr lang auf Tournee und sammelte dabei zahlreiche Preise, was ihr den Weg zu sämtlichen Theatern Schwedens öffnet. Niavarani spielte anschließend in Fernsehstücken und sie stand auf der Bühne des Dramaten, des Reichstheaters und anderen Bühnen dieser Größenordnung.

Shima Niavarani gilt heute als eine der Multikünstlerinnen Schwedens, die auf der Bühne und im Film die gesamte Breite zwischen dem ernsthaften Schauspiel bis zur ironischen Satire beherrscht und dabei auch noch als Sängerin auftritt, unter anderem 2014 in Allsång på Skansen, natürlich mit einem Song, der aus ihren eigenen Federn stammte. An der Seite von Gustaf Norén spielte Niavarani 2015 auch die weibliche Hauptrolle in She´s wild again tonight eine modernisierte Version von August Strindbergs Fröken Julie. Auf Grund ihrer Leistung wurde Shima Niavarani dann 2016 als beste weibliche Hauptrolle für einen Guldbagge nominiert.


7. Juli 1810: Carl August Hagberg und die schwedische Literatur
7. Juli 1854: Henrik Bernhard Palmær und die schwedische Satire
7. Juli 1854: Henrik Bernhard Palmær, Satire als Journalismus
7. Juli 1890: Der schwedische Uhrmacher Victor Kullberg
7. Juli 1933: Arbeitsregelungen für Hausangestellte in Schweden
7. Juli 1976: Das Riddarfjärdssimningen, ein Schwimmwettbewerb in Stockholm
7. Juli 1997: Erik Zetterström, bekannt als Kar de Mumma 
 
Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 6. Juli 2016

Der schwedische Arzt und Dichter Anders Anderson

Anders Anderson kam am 6. Juli 1822 als Sohn eines Priesters in Ödestugu bei Jönköping zur Welt und schrieb sich im Jahre 1839, nach einer Hochschulreife im Gymnasium in Växjö, an der Universität Lund im Fachbereich Theologie ein. In Lund legte Anderson 1844 seinen Magister in Philosophie ab, studierte jedoch anschließend noch Medizin an der gleichen Universität. 1855 legte er sein Lizenziat in Medizin ab, zwei Jahre später auch in Chirurgie und 1863 beendete Anderson sein Doktorat. Bereits seit 1857 arbeitete er jedoch auch als Assistenzarzt am Karolinska Insititut, wo er nur ein Jahr nach dem Doktorat zum ersten Professor Lunds in Obstetrik (Geburtshilfe) und Gynäkologie ernannt wurde, was ihm 1875 die Aufnahme in die Svenska Akademien einbrachte.

Anders Anderson gehörte zu den bedeutendsten Schüler des Mediziners und Rassenbiologen Anders Retzius, der ihm auch mit Hilfe seiner Beziehungen zu einem schnellen Aufstieg verhalf. Im Rahmen seiner Professur war Anderson auch für eine kleine Krankenhausabteilung verantwortlich, die der Militär- und Gefängnisarzt Theodor Schagerström gegründet hatte. Über die tatsächliche Leistung Andersons als Professor ist nichts bekannt, da seine Vorlesungen nie in gedruckter Form erschienen, daher ist auch nicht bekannt welche Rolle der Arzt innerhalb der Rassenbiologie spielte.

Als Bewunderer des Dichters Esaias Tegner war Anders Anderson bereits als Student auch sehr aktiv in der Studentenbewegung und zeichnete sich auch als Redner und Dichter im Stile Tegnérs aus. Wie sein Bruder, Johan Andersson, widmete sich der Arzt auch nach seinem Studium in seiner Freiheit der Dichtkunst. Aus nicht erklärten Gründen erschien seine erste Gedichtsammlung jedoch erst 1889, als Anderson bereits 67 Jahre alt war. Weitere vier Jahre später gab Gustaf Ljunggren ein größeres Werk Andersons, der am 10. September 1892 in Östrabo gestorben war, heraus. Das bekanntest Prosawerk des Dichters ist ein biographisches Fragment über seinen Lehrer Anders Retzius.


6. Juli 1774: Vom Vorname Gustav zu Gustav Vasa
6. Juli 1823: Sophie Adlersparre und die schwedische Frauenbewegung
6. Juli 1859: Verner von Heidenstam und der Umbruch in eine neue Zeit
6. Juli 1859: Verner von Heidenstam, ein Erneuerer der schwedischen Literatur
6. Juli 1903: Der schwedische Biochemiker Hugo Theorell
6. Juli 1917: Der schwedische Architekt Rudolf Arborelius
6. Juli 1946: Die schwedische Sängerin Ulla Billquist 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 5. Juli 2016

Der schwedische Naturforscher Charles Andersson

Charles Andersson starb am 5. Juli 1867 im heutigen Namibia und hat die meiste Zeit seines Lebens in Afrika verbracht um das Land mit seiner Tierwelt zu entdecken, aber auch um Handel mit Elfenbein zu betreiben und sich über die Großwildjagd zu ernähren. Bekannt wurde Andersson jedoch in ganz Europa wegen seinen abenteuerlichen Reiseschildungen, da damals nur sehr wenige Europäer diesen Kontinent zu entdecken wagten und auch Andersson beschränkte sich auf einige Teile Afrikas.

Charles Andersson war am 4. März 1827 unter dem Namen Karl Andersson als Sohn des englischen Großwildjägers und Zoologen Llewellyn Lloyd und einer schwedisches Bauerntochter unehelich, vermutlich in Storby, zur Welt gekommen. Da Lloyd gegen 1830 nach Vänersborg zog, ging Andersson auch dort zur Schule und besuchte nach der Hochschulreife im Jahre 1847 die Universität Lund. Nur zwei Jahre später reiste Andersson nach England um dort seine Naturaliensammlung zu verkaufen, kam aber auch, auf Grund der Beziehungen seines Vaters, mit dem Forschungsreisenden Francis Galton zusammen. Gemeinsam mit Galton brach Andersson dann nach Afrika auf, mit dem Ziel von Kapstad aus bis zum Ngamisee in Botswana zu reisen.

Allerdings kehrte Galton nach England zurück ohne den Ngamisee je zu erreichen und nur Charles Andersson erreichte 1853 das geplante Ziel. Drei Jahre später kehrte auch Andersson für kurze Zeit nach England zurück und veröffentlichte dort seine erste Reisebeschreibung Lake Ngami, die wenig später auch als schwedische Übersetzung erschien. Noch im gleichen Jahr reiste Andersson erneut nach Afrika um dort erst als Verwalter eines Bergwerk zu arbeiten, anschließend um seine Forschungsreisen fortzusetzen, teilweise aber auch das Leben eines Großwildjägers zu führen und um sich letztendlich auch mit einer eigenen Armee an den Stammeskriegen im heutigen Namibia zu beteiligen. Seine Expeditionsberichte erschienen regelmäßig in mehreren Ländern und geben einen Einblick in das damaligen Leben Afrikas.


5. Juli 1568: Die erste bürgerliche Königin Schwedens: Karin Månsdotter
5. Juli 1793: Der schwedische Maler Alexander Roslin
5. Juli 1874: Der schwedische Künstler Fritz Lindström
5. Juli 1919: Karl Alfred Melin, der Dichter der Schären des Södermanlands
5. Juli 1942: Karin Swanström und der schwedische Film
5. Juli 1987: Eine Fokker F-28 landet auf dem Flughafen Emmaboda

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 4. Juli 2016

Die Trabrennbahn Kalmartravet bei Kalmar

Am 4. Juli 1965 weihte Prinzessin Sibylla die Trabrennbahn Kalmartravet, die etwas außerhalb von Kalmar liegt, ein, ein Ereignis, das rund 10.000 Besucher zu den Feierlichkeiten an der Trabrennbahn lockte. Natürlich war an diesem Tag nicht nur die Einweihung, sondern es fand auch das erste Trabrennen statt, bei dem man versuchte dafür genügend Pferde aus der Region Skåne (Schonen) zu finden, denn Kalmar war erst am Beginn seiner Trabkarriere und es gab daher kaum Trainer und noch weniger Trabrennpferde im Einzugsbereich Kalmars, was sich jedoch bereits wenige Jahre später ändern sollte.

Die Geschichte des Kalmartravet, der heute mit dem Kalmarsundspokalen gegen Mittsommer seinen Höhepunkt hat, geht allerdings bis zum April 1964 zurück, als der Verein Sydöstra Sveriges Travsällskap, der lokale Trabverein gegründet wurde und die Genehmigung für eine Trabrennbahn beantragte. Nur Tage später erteilte der Stadtrat von Kalmar nicht nur die Genehmigung für die Trabrennbahn, sondern die Bahn durfte auch auf städtischem Grund im Gebiet Karlsro angelegt werden. Er dauerte daher nur etwas über einem Jahr zwischen der Vereinsgründung und dem ersten Rennen auf einer der heute bekanntesten Trabrennbahnen Schwedens.

Auch wenn der Kalmartravet vor allem wegen seinen Trabrennen bekannt ist, so nimmt die Anlage auch eine wichtig Rolle im schwedischen Pferdesport ein, denn hier findet man auch die Kalmarer Trabschule, die Kurse für jedes Alter anbietet und die 1000 Meter lange Bahn für das Training der zukünftigen Sportler öffnet. Die Kurse werden für jedes Alter und jedes Niveau bis zum Trainer für Trabrennen angeboten, was bedeutet, dass auf dem Kalmartravet jeden Tag eine Aktivität herrscht, die sehr viele Pferdeliebhaber anzieht. Bei den großen Rennen sind unter den Zuschauern natürlich auch all jene vertreten, die auf eines der Pferde setzten und hoffen mit dem Großen Gewinn nach Hause zu gehen.


4. Juli 1374: Die Heilige Birgitta im schwedischen Vadstena
4. Juli 1799: Oscar I., König von Schweden und Norwegen
4. Juli 1888: Bauhilfsarbeiterinnen treten in Stockholm in den Streik
4. Juli 1967: Stieg Trenter und der Kriminalroman mit Stockholmer Milieu
4. Juli 1969: Die Eisenhütte Herräng schließt nach vier Jahrhunderten
4. Juli 2002: Der schwedische Architekt Sten Samuelson

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 3. Juli 2016

Der Dalsland Ring bei Bengtfors

Am 3. Juli 1966 wurde bei Bengtfors eine 1650 Meter lange Autorennbahn eröffnet. Während der Einweihung und dem ersten Rennen konnte man an diesem Tag 16.000 Zuschauer zählen, was bedeutet, dass dies bis heute das größte sportliche Ereignis der Landschaft Dalsland ist. Allerdings führte die Rennstrecke nur ein kurzes Leben, denn nach einem Unglück im Jahre 1970 wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt und nach dem notwendigen Umbau kam das Publikum nicht zurück zum Dalsland Ring. Als dann 1974 die Ölkrise kam, konnte der Autoklub in Bengtfors nicht einmal mehr die Miete für das Grundstück bezahlen und der Landwirt riss die Bahn auf um dort wieder Kartoffeln anzubauen. Heute besteht von dieser ersten Rennstrecke nur noch etwa 100 Meter Asphalt.

Damit sollte jedoch die Geschichte des Dalsland Rings nur vorübergehend zu Ende gehen, denn 2002 gründete sich der Verein Dalsland Ring mit dem Ziel bei Bäckefors erneut eine Rennstrecke zu bauen. Der Verein nahm mit allen entsprechenden Ämtern der Region Kontaktauf  und plante eine weitaus größere Strecke als der ursprüngliche Dalsland Ring. Die Rennstrecke für Autos und Motorräder sollte dieses Mal 2,8 Kilometer lang werden, zusätzlich für Dragracing und Rallyecross ausgebaut werden, sowie eine Gokartbahn und einen kleinen Flugplatz erhalten. Das Problem dabei war lediglich, dass im Bredmossen, wo die Strecke liegen sollte, noch Torf gestochen wurde und das Gebiet vermietet war, mit einem Baubeginn also nicht sehr schnell gerechnet werden konnte.

Mittlerweile bestehen die exakten Pläne für den neuen Dalsland Ring, der schätzungsweise 150 Millionen Kronen kosten wird und nun weitaus mehr als eine Anlage für den Rennsport werden soll, denn die knapp 2000 Anteilseigner wollen nun das größte Sportzentrum des Dalsland bauen und damit die relativ kleine Landschaft neu beleben und auch den Tourismus verstärkt anziehen. Nach den aktuellen Plänen soll der Dalsland Ring auch die umweltfreundlichste Rennstrecke Europas werden, was die einst legendäre Strecke wieder in die Schlagzeilen bringen könnte. Bleibt nur noch das Problem mit dem Torf, das sich jedoch möglicherweise bereits im kommenden Jahr lösen kann.


3. Juli 1720: Der dritte Frieden von Stockholm
3. Juli 1746: Die schwedische Königin Sofia Magdalena von Dänemark
3. Juli 1811: William Chalmers, Gründer der Technischen Hochschule in Göteborg
3. Juli 1942: Gunilla Bergström und der kleine Willi Wiberg
3. Juli 1976: Hjalmar Bergman, ein Leben im Zweifel und der Unsicherheit
3. Juli 1988: Der Åmselemord und ein Fahrraddiebstahl
3. Juli 1992: Die schwedische Sängerin Molly Sandén

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 2. Juli 2016

Die Tageszeitung Ystads Allehanda

Am 2. Juli 1873 erschien die erste Nummer der Ystads Allehanda, die allgemein nur als YA bezeichnet wird, eine Zeitung, die kurz zuvor der Buchdrucker Axel Fredrik Bjurström gegründet hatte. Das Geschlecht Bjurström sollte die damals liberale YA anschließend bis 1997 behalten, dann jedoch an den Medienkonzern Bonnier verkaufen. 2011 ging die Ystads Allehanda dann jedoch an Gota Media über, an der die Stiftung Barometern  maßgeblich beteiligt ist, eine Stiftung, die sich für die Demokratie und die freie Berichtserstattung einsetzt. Die Gesamtstruktur der Ystads Allehanda ist allerdings so komplex, dass man nur noch sehr sehr eingeschränkt von einer echten Lokalzeitung reden kann.

Natürlich war die Ystads Allehanda nicht die erste Zeitung im Kreis Ystad, denn bereits 1832 erschien dort der Skånska Mercurius, der während seiner rund zehnjährigen Existenz mehr ein Werbeblatt als eine Zeitung war, in der der Stadtrat zu Sitzungen geladen wurde und wirtschaftliche und politische Informationen an die Oberschicht Ystads weitergegeben wurden. Später entstanden auch der Skånska Telegrafen und die Ystads Tidning, die jeweils eine gewisse politische Schicht ansprachen und daher eine deutliche Konkurrenz zur YA waren, die sich in jener Zeit extrem liberal zeigte, entgegen des Zeitstroms Ende des 19. Jahrhunderts.

Die Grundeinstellung der Ystads Allehanda brachte dem Chefredakteur Johan Mikael Sjöström auch mehrere Probleme, denn 1885 wurde er schwer misshandelt, weil er sich bei einem Treffen der Gutsbesitzer weigerte auf den König anzustoßen und im folgenden Jahr lehnte sich der Priester der Stadt gegen die für ihn zu moderne Zeitung auf und verurteilte sie öffentlich als verabscheuenswert. Allerdings stieg dadurch lediglich die Auflage, da sich sehr viele Bürger von der konservativen Kirche bevormundet sahen und den Mut des Chefredakteurs eher bewunderten. Im Jahre 1889 fand man in der Ystads Allehanda erstmals auch ein Bild, nämlich den Eiffelturm mit einem Bericht über die Weltausstellung in Paris. Heute ist von den Zeitungen Ystads nur noch die YA vorhanden.


2. Juli 1855: Der schwedische Künstler Georg Pauli
2. Juli 1859: Hjalmar Selander und das reisende Theater Schwedens
2. Juli 1869: Hjalmar Söderberg und die schwedische Doppelmoral
2. Juli 1885: Björn Hodell und die humoristische Satire
2. Juli 1908: Schwedens Handelsverträge und Handelsbeziehungen zu China
2. Juli 1938: Désirée Silfverschiöld, Prinzessin Désirée von Schweden
2. Juli 1940: Der schwedische Sänger Robert Broberg
2. Juli 1965: Hilma Svedal, eine schwedische Abenteurerin aus Strömstad
2. Juli 2013: Der schwedische Jazzmusiker Bengt Hallberg

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 1. Juli 2016

Schweden entscheidet sich für 0,2 Promille im Verkehr

Im Jahre 1920 konnte man nach der schwedischen Straßenverkehrsordnung nur dann seinen Führerschein erhalten, wenn man dafür bekannt war grundsätzlich nüchtern zu sein, was jedes berauschte Auftreten in der Öffentlichkeit ausschloss. Wenn man um diese Zeit die zulässige Höchstgeschwindigkeit in berauschtem Zustand überschritt, ohne dass hierbei eine Promille-Grenze existierte, so musste man mit drei Monaten Gefängnis rechnen. Ab 1930 gab es bei Alkohol am Steuer auch ohne Geschwindigkeitsüberschreitung eine Gefängnisstrafe, was bedeutete, dass im Grunde die Null-Promille-Grenze galt.

Im Jahre 1941 wurde dann die Alkoholgrenze am Steuer in Schweden auf 0,8 Promille festgelegt, was auch in Anlehnung an die Gesetze anderer Länder geschah. Bereits 1957 wurde dieses Gesetz erneut geändert und die neue Höchstgrenze von 0,5 Promille eingeführt. Auch wenn die meisten Industrieländer diese Alkoholgrenze bis heute beibehielten, entschied sich die schwedische Regierung bereits zum 1. Juli 1990 dazu die Alkoholgrenze am Steuer erneut zu senken, dieses Mal auf 0,2 Promille. Als man jedoch feststellte, dass viele Richter des Landes Alkoholsünder nur zu Bußgeld verurteilten, kam 1994 ein Zusatzgesetz, das bei einem Alkoholgehalt von ab einem Promille sehr hohe Strafen vorsieht, nämlich bis zu zwei Jahren Gefängnis.

Auch wenn heute die Alkoholgrenze in Schweden bei 0,2 Promille liegt, so bedeutet dies, dass man bei einer Polizeikontrolle bis zum maximalen Messwert von 0,23 Promille weiterfahren darf. Dieses Gesetz gilt auch für Mopedfahrer und Fahrradfahrer, was viele Bürger nicht wissen. Bei Drogen gilt in Schweden die Null-Toleranz, was sich auch auf gewisse Medikamente erstreckt, die das Fahrverhalten beeinträchtigen können. Trotz dieser harten Gesetze sitzen, nach einer Hochrechnung der Polizeistatistiken, jede Stunde rund 500 Personen betrunken am Steuer, was das Unfallrisiko auf Schwedens Straßen bedeutend erhöht.


1. Juli 1350: Die Hinrichtung von Tidericus auf Gotland
1. Juli 1855: Die erste Briefmarke Schwedens
1. Juli 1885: Der schwedische Flugpionier Hjalmar Nyrop
1. Juli 1891: Sten Selander, vom Poeten zum Naturschützer Schwedens
1. Juli 1971: Arbeitsregelungen für Hausangestellte in Schweden
1. Juli 1984: HMS Halland, der letzte Zerstörer der schwedischen Marine
1. Juli 2000: Über die Öresundbrücke (Öresundsbro) nach Schweden
1. Juli 2009: Das Monopol für Apotheken wird in Schweden abgeschafft

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden