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Samstag, 2. Juli 2016

Die Tageszeitung Ystads Allehanda

Am 2. Juli 1873 erschien die erste Nummer der Ystads Allehanda, die allgemein nur als YA bezeichnet wird, eine Zeitung, die kurz zuvor der Buchdrucker Axel Fredrik Bjurström gegründet hatte. Das Geschlecht Bjurström sollte die damals liberale YA anschließend bis 1997 behalten, dann jedoch an den Medienkonzern Bonnier verkaufen. 2011 ging die Ystads Allehanda dann jedoch an Gota Media über, an der die Stiftung Barometern  maßgeblich beteiligt ist, eine Stiftung, die sich für die Demokratie und die freie Berichtserstattung einsetzt. Die Gesamtstruktur der Ystads Allehanda ist allerdings so komplex, dass man nur noch sehr sehr eingeschränkt von einer echten Lokalzeitung reden kann.

Natürlich war die Ystads Allehanda nicht die erste Zeitung im Kreis Ystad, denn bereits 1832 erschien dort der Skånska Mercurius, der während seiner rund zehnjährigen Existenz mehr ein Werbeblatt als eine Zeitung war, in der der Stadtrat zu Sitzungen geladen wurde und wirtschaftliche und politische Informationen an die Oberschicht Ystads weitergegeben wurden. Später entstanden auch der Skånska Telegrafen und die Ystads Tidning, die jeweils eine gewisse politische Schicht ansprachen und daher eine deutliche Konkurrenz zur YA waren, die sich in jener Zeit extrem liberal zeigte, entgegen des Zeitstroms Ende des 19. Jahrhunderts.

Die Grundeinstellung der Ystads Allehanda brachte dem Chefredakteur Johan Mikael Sjöström auch mehrere Probleme, denn 1885 wurde er schwer misshandelt, weil er sich bei einem Treffen der Gutsbesitzer weigerte auf den König anzustoßen und im folgenden Jahr lehnte sich der Priester der Stadt gegen die für ihn zu moderne Zeitung auf und verurteilte sie öffentlich als verabscheuenswert. Allerdings stieg dadurch lediglich die Auflage, da sich sehr viele Bürger von der konservativen Kirche bevormundet sahen und den Mut des Chefredakteurs eher bewunderten. Im Jahre 1889 fand man in der Ystads Allehanda erstmals auch ein Bild, nämlich den Eiffelturm mit einem Bericht über die Weltausstellung in Paris. Heute ist von den Zeitungen Ystads nur noch die YA vorhanden.


2. Juli 1855: Der schwedische Künstler Georg Pauli
2. Juli 1859: Hjalmar Selander und das reisende Theater Schwedens
2. Juli 1869: Hjalmar Söderberg und die schwedische Doppelmoral
2. Juli 1885: Björn Hodell und die humoristische Satire
2. Juli 1908: Schwedens Handelsverträge und Handelsbeziehungen zu China
2. Juli 1938: Désirée Silfverschiöld, Prinzessin Désirée von Schweden
2. Juli 1940: Der schwedische Sänger Robert Broberg
2. Juli 1965: Hilma Svedal, eine schwedische Abenteurerin aus Strömstad
2. Juli 2013: Der schwedische Jazzmusiker Bengt Hallberg

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 18. Juli 2012

Der Tag des Bieres in Schweden

Selbst jene, die versuchen sich auf dem Laufenden zu halten mit all den Ereignissen die in Schweden mit den einzelnen Tagen des Jahres verbunden sind, werden dieses Jahr von einem weiteren „Tag des Jahres“ überrascht, da der Verband der schwedischen Brauereien den 18. Juli erstmals zum Tag des Bieres ernannt haben, in der Hoffnung natürlich, dass sich im Laufe der Jahre nicht nur alle 70 schwedischen Bierbrauereien der Aktion anschließen werden, sondern auch hunderte von anderen Stellen, denen schwedisches Bier am Herzen liegt.

Am heutigen 18. Juli werden auf jeden Fall alle Mitglieder des Verbandes „Sveriges Bryggerier“ bei einem gemeinsamen Tag der offenen Tür über ihre Arbeit berichten, den Brauvorgang erklären, die unterschiedlichen Arten von Bier darzustellen und natürlich auch zu Kostproben einladen. Nach dem Verband ist Schweden im Grunde auch kein Land des Weines, dem meist getrunkenen Alkohol des Landes, sondern ein Land des Bieres in dem auch die Hausmannskost auf Bier abgestimmt ist und nicht auf Wein. Gleichzeitig will der Verband der schwedischen Bierbrauer natürlich auch darauf aufmerksam machen, dass das Braugewerbe Schwedens mit seinen rund 70 aktiven Brauereien weiterlebt und bei weitem nicht alle Brauereien in die Hände der multinationalen Unternehmen geraten sind.

Wer am heutigen Mittwoch eine der Brauereien zwischen Visby, Falkenberg, Vimmerby, Sigtuna oder Ystad besucht, wird auch verstehen, warum jeder Schwede im Durchschnitt 50 Liter Bier pro Jahr trinkt, das allein in Schweden gekauft wird und nur etwa die Hälfte des Gesamtkonsums ausmacht, da die hohen Alkoholsteuern jedes Jahr mehr Schweden dazu verleiten Bier aus Deutschland zu holen oder Schmuggelware zu kaufen, was logischer Weise auch zu Lasten der schwedischen Bierbrauer geht, da man außerhalb Schwedens nur in Ausnahmefällen auch echt schwedisches Bier erhält. Leider gibt es auch nur wenige Touristen, die nach Schweden kommen und wirklich ein schwedisches Bier trinken, das nach deutschem Reinheitsgebot gebraut wird.


18. Juli 1871: Die Stockholms Centralstationen, der größte Bahnhof Schwedens
18. Juli 1881: Adolf Fredrik Munck und das Liebesleben von Gustav III. 

Copyright: Herbert Kårlin