Freitag, 29. Juli 2011

Eyvind Johnson, ein Arbeiter-Literat mit Nobelpreis

Am 29. Juli 1900 wurde Olof Edvin „Eyvind“ Verner Johnson in Svartbjörnbyn im Norden Schwedens geboren und schuf aus seinen beiden Vornamen Edvin und Verner den Vornamen Eyvind unter dem er auch bekannt wurde. Eyvind Johnson wuchs in sehr einfachen Verhältnissen auf und musste sich sein Leben ab dem 14. Lebensjahr selbst verdienen. Dieses Erlebnis findet man in seinem „Personligt Dokument“ von 1932 ausführlich beschrieben.

Als linker Autor des Vorkriegsschwedens nahm Eyvind Johnson eine klare Position gegen den Nationalsozialismus ein. Von 1942 bis 1945 war er selbst Redakteur der norwegischen Widerstandszeitung „Håndslag“ und arbeitete für die Zeitschrift „Nordens Frihet“. Seine Einstellung zum Krieg spiegelt sich vor allem in seinen Werken „Nattövning“ und den drei Romanen über Krilon. Im Gegensatz zu anderen Autoren seiner Zeit verurteilte Eyvind Johnson jedoch nicht nur die rechte Diktatur, sondern auch die kommunistische Bewegung in der Sowjetunion und in Schweden. Johnson stellte sich mit seinen Meinungen grundsätzlich auf die Seite der Sozialisten.

Auch wenn Eyvind Johnson viele seiner Werke in eine geschichtliche Umgebung setzt, so bezieht er sich in ihnen mehr auf die selbst erlebte Gegenwart und kritisiert ein Schweden, das sich während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von der deutschen Großmacht verblenden ließ. Indem er die Ereignisse als Parabel aufarbeitete, wurde er auch von den rechten Lesern Schwedens geschätzt, vielleicht aber auch deshalb, weil viele seiner Leser die Rückkehr von Odysseus nicht im Zweiten Weltkrieg suchten. Eyvind Johnson erhielt 1974, gemeinsam mit Harry Martinson, den Nobelpreis für Literatur und war von 1957 bis zu seinem Tod am 25. August 1976 Mitglied der Svenska Akademien.

29. Juli 1806: Uddevalla im Bohuslän brennt nieder
29. Juli 1971: Die schwedische Sängerin Lisa Ekdahl

Copyright: Herbert Kårlin

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