Mittwoch, 11. Juni 2014

Clas Theodor Odhner und die schwedische Geschichte

Als Clas Theodor Odhner am 11. Juni 1904 in Stockholm starb, galt er als einer der bedeutendsten Geschichtswissenschaftler und Philosophen Schwedens, der über lange Zeit das geschichtliche Denken Schwedens beeinflusst hatte, da er nicht nur eine Professur an den bedeutendsten Universitäten des Landes aufweisen konnte, sondern weil er seine Meinung als auch Politiker vertrat und zahlreiche Lehrbücher zur Geschichte verfasst hatte, die, insbesondere nach seiner Wahl in die Svenska Akademien, als Standardwerke der schwedischen Geschichte betrachtet wurden.

Da Clas Theodor Odhner, der am 17. Juni 1836 in sehr einfachen Verhältnissen geboren wurde und durch den zeitigen Tod seines Vaters auch sehr früh mit für den Unterhalt der Familie sorgen musste, verlief sein Studium an der Universität Uppsala, das er mit 15 Jahren begann, unter starkem Druck, denn Odhner musste zum einen so schnell wie möglich zu einem Abschluss kommen, zum anderen aber auch, parallel zum Studium, als Lehrer arbeiten. Trotz dieser schwierigen Situation schloss Odhner in seinen vier Hauptfächern mit ausgezeichneten Examen ab und wurde nach seinem Magister im Jahre 1860 unmittelbar als Dozent übernommen.

Clas Theodor Odhner muss als Geschichtswissenschaftler jedoch im Rahmen der damaligen Zeitströmung betrachtet werden in der der Gedanke eines nordischen Reiches bedeutend war, in der die schwedische Geschichte der Großmachtpolitik, verflochten mit der Mythologie des Landes als übergreifende Geschichte betrachtet wurde und Schweden als das Zentrum des historischen Geschehens betrachtet wurde. Odhner sah die geschichtliche Entwicklung Skandinaviens als „Hellseher“, der davon überzeugt war, dass andere Länder die Größe mehrerer früherer Herrscher des Landes nicht verstanden hatten und Schweden erneut auf dem Weg war eine Großmacht zu werden, wenn auch nur gemeinsam mit Dänemark und Norwegen. Noch kurz vor seinem Tod beklagte sich Odhner darüber, dass in Schweden die Kritiker an der nordischen Großmacht wuchsen, die damit das Ideal des Landes mit Füssen traten.


11. Juni: Barnabas, der verschwundene Namenstag Schwedens
11. Juni 1743: Der Stora Daldansen, der Ruf nach Gerechtigkeit
11. Juni 1900: Walter Ljungquist und der psychologische Roman Schwedens
11. Juni 1912: Die schwedische Schauspielerin Aino Taube
11. Juni 1929: Erik-Gunnar Eriksson und Hoppets Stjärna
11. Juni 1970: Mattias Flink, ein schwedischer Massenmörder
11. Juni 1972: Joakim Bonnier, der erste Autorennfahrer Schwedens
11. Juni 1997: Das Königliche Münzkabinett in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

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