Mittwoch, 1. April 2015

Knut Michaelson, vom Industriedisponent zum Theater

Knut Michaelson kam am 1. April 1841 als Sohn eines Fabrikbesitzers und Großhändlers in Stockholm zur Welt und studierte von 1859 bis 1863 Ästhetik und Literaturgeschichte an der Universität Uppsala. Während seiner Studienzeit war Michaelson extrem aktiv in der Theatergruppe der Universität und es gelang ihm auch sein erster Stück für eine größere Bühne zu schreiben. Nach Abschluss des Studiums begann Michaelson dann jedoch als Disponent in der Fabrik seines Vaters zu arbeiten und als dieser 1871 starb, übernahm er, gemeinsam mit seiner Mutter, den Schebo bruk, wenn vermutlich auch ohne großen Enthusiasmus, denn er reiste viel, kaufte Kunstwerke und kümmerte sich relativ wenig um das Eisenwerk.

Noch während Knut Michaelson die Eisenhütte leitete, war er auch im Stockholmer Theaterleben aktiv und unterstützte finanziell arme Künstler. Als sein Freund Ludvig Josephson das Nya Teatern und das Dramaten leitete, wurden die Stücke Michaelsons, die im jährlichen Rhythmus erschienen, regelmäßig in Szene gesetzt, was auch dazu führte, dass seine Stücke sehr häufig von Theatergruppen übernommen wurden um im ganzen Norden aufgeführt zu werden. 1895 verbot er jedoch dem neuen Direktor des Dramaten, Gustaf Fredrikson, jede weitere Aufführung seiner Werke, was die Theaterwelt Stockholms spaltete und Michaelson erstmals auf die Liste der möglichen Direktoren des Dramaten brachte, auch wenn er diesen ersten Kampf gegen Fredrikson nur zur Hälfte gewann.

Im Jahre 1903 entschied sich Knut Michaelson dann jedoch ganz für das Theater und er verkaufte das Eisenwerk um nach Stockholm zu ziehen. Als 1908 das Dramaten eingeweiht wurde, war Michaelson mit 67 Jahren sein Direktor und der Erneuerer der schwedischen Bühnenkunst. Da es seit Gustav III. eine Vorgabe war, dass in Schweden nordische Stücke eine wichtige Rolle einnehmen sollten, suchte Michaelson unter den jungen nordischen Dramatikern und konnte allein während der ersten zweieinhalb Jahre des neuen Dramaten neun neu geschriebene nordische Stücke, mehrere davon von schwedischen Autoren, aufführen. Unter ihm wurde auch das erste Stück von Hjalmar Bergman aufgeführt. Das klassische Repertoire blieb unter Michaelson allerdings weitgehend auf der Strecke. Da Knut Michaelson jedoch bereits am 23. September 1915 starb, konnte er seine Ideen auch nicht vollständig in den Realität umsetzen.


1. April 1412: Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg 
1. April 1643: Königin Kristina verleiht Åmål die Stadtrechte 
1. April 1843: Adolph Ribbing und der Mord an Gustav III. 
1. April 1945: Totta Näslund und der Weg zu Bob Dylan 
1. April 1953: Die erste männliche Krankenschwester Schwedens 
1. April 1967: Sixten Sason und die Saab-Modelle 
1. April 1997: Die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Keine Kommentare:

Kommentar posten