Donnerstag, 23. April 2015

Der religiöse Dichter Anders Frostenson

Anders Frostenson kam am 23. April 1906 als ältester Sohn eines Landwirts in Loshult in Skåne zur Welt. Sehr früh zeigte sich, dass Frostenson nicht den Spuren seines Vaters folgen wollte, denn er studierte erst Sprachen, Literaturwissenschaft und Theologie an der Universität Lund und machte dort anschließend noch eine Kandidatur in Englisch, slawischen Sprachen und Philosophie, bevor er sich dazu entschied die Laufbahn eines Priesters zu ergreifen. Im Alter von 26 Jahren wurde Frostenson dann zum Priester geweiht und er begann in der Gustav Vasa Versammlung in Stockholm zu arbeiten. Nur wenige Jahre später kam er zur Versammlung Lovö, der er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1971 treu blieb.

Noch bevor Anders Frostenson die Laufbahn eines Priesters einschlug, hatte er bereits einen Gedichtband veröffentlicht und einige Kurzfilme über schwedische Dichter produziert, unter anderem über Nils Ferlin und Sven Lidman. Es war daher nahezu logisch, dass Frostenson sich als Priester dann dem Schreiben von Psalmen zuwandte. Da er jedoch leicht zu singende poetische Psalmen schrieb, stieß er nach der Veröffentlichung einiger seiner Werke im Psalmenbuch des Jahres 1937 auf eine beißende Kritik von Seiten der konservativen Priester des Landes, die einer Erneuerung von Psalmen abweisend gegenüberstanden. Frostenson nahm sich diese Kritik sehr zur Herzen und schrieb daraufhin zehn Jahre lang keinen Psalm mehr.

Als Anders Frostenson dann erneut Psalmen schrieb, so blieb er, trotz der Kritik, bei einem vereinfachten Stil, was nun jedoch besser toleriert wurde, zumal die Gläubigen sehr positiv auf die neuen Psalmen reagierten. Das Ergebnis kann man vor allem daran erkennen, dass man im Psalmenbuch des Jahres 1986 insgesamt 146 Werke Frostensons findet, teilweise Originale, aber auch Übersetzungen und Bearbeitung alter Psalmen. Auch im Psalmenbuch des Weltrates der Kirchen stammen sechs von den acht dort repräsentierten Psalmen Schwedens von Anders Frostenson. Als der Priester am 4. Februar 2006 im Alter von 99 Jahren starb, war er der einzige Priester Schwedens bei dem der damalige Erzbischof persönlich das Begräbnis übernahm um die Leistungen des Priesters zu würdigen.


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Copyright: Herbert Kårlin

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