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Donnerstag, 12. April 2012

Rikissa von Polen wird zweimal zur schwedische Königin

Am 12. April 1116 wurde Rikissa von Polen als Tochter von König Boleslav III. als polnische Prinzessin geboren, eine Frau, die dreimal mit bedeutenden Personen der Geschichte verheiratet war und auf diese Weise auch zweimal zur Königin Schwedens wurde, unterbrochen von einer Epoche, in der sie durch eine Ehe zur russischen Fürstin geworden war. Vor allem bei ihrer ersten Ehe weiß man jedoch, dass das politische Interesse Polens dabei wichtiger war als die Liebe Rikessas.

Rikessa von Polen wurde erstmals schwedische Königin als der dänische Kronprinz Magnus im Jahre 1125 in Västgötland zum schwedischen König gewählt wurde. Beinahe wäre sie auch noch die Königin Dänemarks geworden, wenn nicht ihr Mann nach einer Intrige um die dänische Krone die Schlacht bei Fotevik verloren hätte und dabei getötet worden wäre. Rikissa blieb nach dem Tode ihres Mannes nicht in Schweden, sondern zog nach Osten, wo sie, aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls aus politischen Gründen, den russischen Fürsten Volodar von Minsk heiratete.

Nur wenige Jahre später kehrt Rikissa von Polen jedoch zurück nach Schweden, vermutlich nachdem sie sich von ihrem russischen Mann hatte scheiden lassen. Die Ankunft konnte jedoch nicht besser abgestimmt sein, denn kurz vorher war die schwedische Königin Ulfhild gestorben und Sverker der Ältere war auf der Suche nach einer Ehefrau, die ihm das Vertrauen im Västgötland zurückbringen konnte. Allerdings profitierte auch Rikissa von Polen von dieser Ehe, da sie damit ihrem Sohn Knut Magnusson in seiner schwierigen politischen Situation helfen konnte.

12. April: Der schwedische Vorname Liv und seine Bedeutung
12. April 1167: Karl Sverkersson stirbt auf Visingö

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 17. Januar 2012

Jan Guillou, der wegen Spionage verurteilte Schriftsteller

Jan Guillou wurde am 17. Januar 1944 in Södertälje geboren und gehört mit zu den meistdiskutierten Schriftstellern Schwedens. Mit norwegischer Mutter und französischem Vater war Guillou bis 1975 französischer Bürger und wurde erst dann in Schweden eingebürgert, obwohl er in Schweden geboren wurde und hier aufwuchs. Politisch gesehen stuft sich Jan Guillou links ein, was ihn jedoch nicht davon abhielt zu erklären, dass die Führungsschicht der rechtsextremen Partei Sverigedemokraterna nach seinen Untersuchungen keine Rassisten seien.

Neben der Romantrilogie Arn Magnusson wurde Jan Guillou vor allem für seinen autobiographischen Roman Ondskan (Das Böse) bekannt, der in zahlreiche Sprachen übersetzt und auch verfilmt wurde. Das Buch beschreibt einen sadistischen Stiefvater, der das Kind Guillou täglich misshandelte. Außer dem Autor selbst gibt es jedoch niemanden, auch nicht die Mutter, die diese Aussagen bestätigt. Hingegen sagen alle seine früheren Schulfreunde und Lehrer, dass Jan Guillou immer eine so rege Phantasie hatte, dass er nie zwischen Lüge, Erfindung und Wahrheit unterscheiden konnte und bei jeder Kritik aggressiv wurde, so dass ihm niemand zu widersprechen wagte.

Aber bereits acht Jahre bevor er seine Autobiographie schrieb, errang Jan Guillou, der nach eigenen Aussagen zeitweise für das russische KGB arbeitete, einen etwas zweifelhaften Ruhm. Gemeinsam mit Peter Bratt veröffentlichte er, dass es in Schweden einen Geheimdienst gibt, wovon nicht einmal das Parlament informiert ist, und das links gerichtete Organisation ausspioniert und Meinungen einzelner Bürger registriert. Da die veröffentlichten Informationen unter Geheimhaltung standen, wurde Jan Guillou wegen der Veröffentlichung zu zehn Monaten Gefängnis wegen Spionage verurteilt. Später beschuldigte Guillou seinen Freund Peter Bratt ihn verraten zu haben, was dieser bestreitet.

17. Januar 1938: Der erste große Konflikt der Hotelbranche Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin