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Dienstag, 28. August 2012

Jan Guillou hilft dem Kriminellen Keith Cederholm

Am 28. August 2010 starb Keith Cederholm im Gefängnis an Krebs, ein Mann, der sein Leben lang einer kriminellen Karriere folgte und bei seinem bekanntesten Fall, der in Schweden als der Raggarmordet bekannt wurde, unerwartet Hilfe von Jan Guillou erhielt, der den Fall im Fernsehprogramm Rekord-Magazinet aufnahm und die Unschuld Cederholms beweisen konnte. Auf Grund der Ausführungen Guillous wurde Keith Cederholm dann vom Obersten Gerichtshof Schwedens von der Anklage freigesprochen, da man Keith nicht einmal die Planung der Tat beweisen konnte.

Keith Cederholm war am 1. September 1958 in Eskilstuna geboren worden und war bis zu seinem 13. Lebensjahr mit dem Jahrmarktsbetrieb seines Vaters quer durch Schweden unterwegs. Nach der Scheidung seiner Eltern im Jahre 1971 zog er mit der Mutter nach Helsingborg, die sich dort erneut verheiratete. Dort wurde Keith, nach eigenen Aussagen, ständig vom Stiefvater misshandelt. Da er wegen den familiären Spannungen wenig zu Hause sein wollte, schloss er sich einem Kreis an, der sich der Kleinkriminalität in Helsingborg widmete und deren Führer er bald wurde.

Der berühmte Raggarmordet hatte seinen Ursprung in einem Gangkrieg zwischen den Raggare Malmös und jenen Helsingborgs unter Keith Cederholm. Am 22. November wurde Bo Göranason, ein Kleinkrimineller Malmös als verschwunden gemeldet und ein Tag später wurde in Granbacken der Hof der Malmöer Raggar-Gruppe abgebrannt. Bo Göranson wurde später tot aus dem Hafen in Helsingborg gefischt. Zeugen wollten Keith Cederholm am Tatort gesehen haben und beschrieben ihn auch als den Mörder von Bo. Cederholm wurde daher wegen Mord und Brandstiftung verurteilt. Jan Gouillou beschäftigte der Fall und er überprüfte alle Aussagen, wobei er feststellte, dass die Polizei oberflächlich gearbeitet hatte, da Keith während der Mordes und der Brandstiftung gar nicht in Malmö sein konnte, da ihn absolut zuverlässige Zeugen an einem anderen Ort getroffen hatten. Der Fall wurde daher neu geprüft und Keith Cederholm freigesprochen. Allerdings setzte er seine kriminelle Karriere fort und landete dennoch bald wieder im Gefängnis.


28. August 1649: Die Kattan sinkt auf der Fahrt nach Nya Sverige
28. August 2010: Die Botniabanan wird in Nordschweden eingeweiht 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 17. Januar 2012

Jan Guillou, der wegen Spionage verurteilte Schriftsteller

Jan Guillou wurde am 17. Januar 1944 in Södertälje geboren und gehört mit zu den meistdiskutierten Schriftstellern Schwedens. Mit norwegischer Mutter und französischem Vater war Guillou bis 1975 französischer Bürger und wurde erst dann in Schweden eingebürgert, obwohl er in Schweden geboren wurde und hier aufwuchs. Politisch gesehen stuft sich Jan Guillou links ein, was ihn jedoch nicht davon abhielt zu erklären, dass die Führungsschicht der rechtsextremen Partei Sverigedemokraterna nach seinen Untersuchungen keine Rassisten seien.

Neben der Romantrilogie Arn Magnusson wurde Jan Guillou vor allem für seinen autobiographischen Roman Ondskan (Das Böse) bekannt, der in zahlreiche Sprachen übersetzt und auch verfilmt wurde. Das Buch beschreibt einen sadistischen Stiefvater, der das Kind Guillou täglich misshandelte. Außer dem Autor selbst gibt es jedoch niemanden, auch nicht die Mutter, die diese Aussagen bestätigt. Hingegen sagen alle seine früheren Schulfreunde und Lehrer, dass Jan Guillou immer eine so rege Phantasie hatte, dass er nie zwischen Lüge, Erfindung und Wahrheit unterscheiden konnte und bei jeder Kritik aggressiv wurde, so dass ihm niemand zu widersprechen wagte.

Aber bereits acht Jahre bevor er seine Autobiographie schrieb, errang Jan Guillou, der nach eigenen Aussagen zeitweise für das russische KGB arbeitete, einen etwas zweifelhaften Ruhm. Gemeinsam mit Peter Bratt veröffentlichte er, dass es in Schweden einen Geheimdienst gibt, wovon nicht einmal das Parlament informiert ist, und das links gerichtete Organisation ausspioniert und Meinungen einzelner Bürger registriert. Da die veröffentlichten Informationen unter Geheimhaltung standen, wurde Jan Guillou wegen der Veröffentlichung zu zehn Monaten Gefängnis wegen Spionage verurteilt. Später beschuldigte Guillou seinen Freund Peter Bratt ihn verraten zu haben, was dieser bestreitet.

17. Januar 1938: Der erste große Konflikt der Hotelbranche Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin