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Samstag, 20. Juni 2015

Königin Charlotta und Herzogin vom Södermanland

Königin Charlotta, Herzogin vom Södermanland starb am 20. Juni 1818, nur wenige Monate nach dem Tod ihres Mannes, Karl XIII., in Stockholm, als Karl XIV. Johan, der erste Bernadotte, bereits an der Macht war. Hedvig Elisabet Charlotta von Holstein-Gottorp, die am 22. März 1759 im deutschen Eutin zur Welt gekommen war, war von Gustav III. als zukünftige Partnerin für Prinz Karl ausgewählt worden, in der Hoffnung dadurch die Thronfolge in gerader Linie  garantieren zu können. Charlotta war gerade einmal 15 Jahre alt als sie mit dem zukünftigen König verheiratet wurde und nach Stockholm kam und sollte sich vor allem in zwei Punkten von den früheren Königinnen unterscheiden.

Zum einen war Königin Charlotta eine sehr lebenslustige Person, die sehr wenig von den gesellschaftlichen Protokollen und Regeln hielt, denn sie stürzte sich in das gesellschaftliche Leben des Hofes. In kurzer Zeit gelang es der zukünftige Königin das gesamte höfische Leben Schwedens zu prägen, wobei sie sich auch nicht davon abhalten ließ selbst Rollen im Amateurtheater des Hofes anzunehmen, und dies, obwohl Schauspielerinnen um diese Zeit Luxusprostituierten gleichgesetzt wurden, ein Ruf,d er sich auch bald auf Charlotta übertrug und sie 1783 letztendlich dazu zwang dieses Vergnügen aufzugeben, da die Gerüchte um diese Zeit alle Grenzen überschritten hatten.

Selbst wenn Königin Charlotta während des schwedisch-russischen Krieges auch politisch eine gewisse Rolle spielte, so sind vor allem ihre persönlichen Tagesbuchaufzeichnungen zwischen 1775 und 1817 von größtem Interesse, denn hier deckte sie schonungslos das höfische Leben und die Doppelmoral des Hofes auf und konnte damit, wenn auch erst bei Herausgabe der Tagebücher zu Beginn des 20. Jahrhunderts, einen einzigartigen Einblick in das höfische Privatleben bieten. Wohlweislich verschwieg sie in diesen Tagebüchern ihre eigenen Liebschaften, die jedoch durch ihren erhaltenen Briefwechsel aufgedeckt werden konnten.


20. Juni 1566: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
20. Juni 1792: Nils Adam Bielke, ein Getreuer des Königshauses
20. Juni 1810: Lynchmord an Axel von Fersen in Schweden
20. Juni 1944: Suzanne Osten, Frauenbewegung in Theater und Film
20. Juni 1961: Die schwedische Punkrockerin Kajsa Grytt

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 31. März 2012

Maria Lang, die vergessene Krimiautorin

Dagmar Maria Lange, die in der Krimiwelt unter ihrem Pseudonym Maria Lang bekannt wurde, wurde am 31. März 1914 in Västerås geboren und gehörte zu den 13 schwedischen Autoren, die die Svenska Deckarakademien gründeten. Nach ihrem Studium in Stockholm arbeitete sie erst mehrere Jahre lang an einer Mädchenschule in Stockholm, bevor sie dann 1968 hauptberuflich Kriminalromane zu schreiben begann. Gegenwärtig findet man einige ihrer Werke vor allem noch in dänischen und finnischen Ausgaben.

Ihren ersten Krimi schrieb Maria Lang im Jahre 1949. Mördaren ljuger inte ensam war als Mystery Krimi unmittelbar ein Erfolg und die beiden Hauptfiguren Puck Ekstedt (verheiratet dann Puck Bure) und Christer Wijk bleiben dem Leser dann in allen 43 Kriminalromanen, die sie im Laufe ihres Lebens schreibt, erhalten. Nur in den vier Kinderbüchern und den beiden Filmskripten verschwinden sie aus dem Leben von Maria Lang. Viele der Handlungen spielen in der Kleinstadt Skoga, die jedoch schnell als ihre Heimatstadt Nora in Bergslagen identifiziert wurde, wo noch heute Krimiwanderungen auf ihrer Spur angeboten werden.

Maria Lang begibt sich bei ihren Handlungen überwiegend in das bürgerliche Leben der Kleinstadt, in eine Schicht, die nach Außen eine ideale Fassade zeigt, aber in der erotische Geheimnisse, Homosexualität und Ausschweifungen eine bedeutende Rolle spielen. Maria Lang, die von Kritikern häufig als die Agatha Christie Schwedens bezeichnet wurde, zeigte zwar die Doppelmoral der bürgerlichen Schicht, aber in ihren Krimis kommt nur selten Blut oder Gewalt vor, wobei sie den Leser von einem Rätsel zum nächsten führt. Dagmar Lange starb am 9. Oktober 1991 in Nora, wo sie auch begraben wurde.

31. März 1914: Dagmar Lange wird zu Krimiautorin Maria Lang
31. März 1936: Die schwediche Sängerin Birgit Carlsson, bekannt als Towa Carson
31. März 1977: Kista Einkaufszentrum in Stockholm


Copyright: Herbert Kårlin