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Samstag, 14. April 2018

Der Tagebuchschreiber Petrus Magni Gyllenius

Petrus Magni Gyllenius kam am 14. April 1622 als Peder Månsson in Ölme im Värmland zur Welt, aber da der Vater bereits 1624 starb und die Mutter in ärmsten Verhältnissen lebte, wurde Månsson 1632 vom Priester der Gemeinde aufgenommen und von diesem auch erzogen und unterrichtet. Als Månsson 1636 in die Schule in Karlstad kam, nahm er den Namen Gyllenius an. Im Jahr 1658 schrieb sich Gyllenius an der Universität Åbo (Turku) ein, wo er acht Jahre später auch den Magister ablegte. Nach Abschluss des Studiums wurde Gyllenius als Lehrer an die Schule von Mariestad berufen.

Auf Grund seiner pädagogischen Fähigkeiten und seines Wissens kam Petrus Magni Gyllenius bereits 1660 als Lehrer nach Karlstad, wo er innerhalb von fünf Jahren bis zum Lektor in Mathematik aufstieg. Weitere zwei Jahre später wurde Gyllenius dann zum Priester in Bolstad ernannt, ein Amt, das er jedoch erst 1669 antreten konnte. Während seiner Zeit als Lehrer und Priester schrieb Gyllenius mehrere wissenschaftliche Abhandlungen, die allerdings bereits zu seiner Zeit wenig Beachtung fanden, da man diese Werke kaum als Forschung bezeichnen kann.

Dass Petrus Magni Gyllenius, der am 11. Januar 1675 in Bolstad bei Mellerud starb, dennoch in die Geschichte Schwedens und Finnlands einging, liegt daran, dass er sein Leben lang Tagebuch führte, das gerade wegen seiner Einfachheit als extrem glaubwürdig gilt. In diesem Tagebuch kann man nicht nur das Leben von Gyllenius  verfolgen, sondern es handelt sich um eine Kulturgeschichte Schwedens und Finnlands, da Gyllenius sehr deutlich schildert auf welche Probleme man zu seiner Zeit stieß, wenn man als einfacher Mann Karriere machen wollte, wie das einfache Volk zu jener Zeit lebte und welches Brauchtum von der Landbevölkerung aufrecht gehalten wurde.


14. April 1552: Der schwedische Reformator Laurentius Andreae
14. April 1891: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
14. April 1924: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt
14. April 1927: Der erste Volvo läuft vom Band
14. April 1943: Kristineberg-Boliden, die längste Seilbahn der Welt
14. April 1954: Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung
14. April 1970: Anna Kinberg Batra, Vorsitzende der Moderaterna
14. April 1984: Marianne Aminoff, der unbekannte Filmstar

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 20. Juni 2015

Königin Charlotta und Herzogin vom Södermanland

Königin Charlotta, Herzogin vom Södermanland starb am 20. Juni 1818, nur wenige Monate nach dem Tod ihres Mannes, Karl XIII., in Stockholm, als Karl XIV. Johan, der erste Bernadotte, bereits an der Macht war. Hedvig Elisabet Charlotta von Holstein-Gottorp, die am 22. März 1759 im deutschen Eutin zur Welt gekommen war, war von Gustav III. als zukünftige Partnerin für Prinz Karl ausgewählt worden, in der Hoffnung dadurch die Thronfolge in gerader Linie  garantieren zu können. Charlotta war gerade einmal 15 Jahre alt als sie mit dem zukünftigen König verheiratet wurde und nach Stockholm kam und sollte sich vor allem in zwei Punkten von den früheren Königinnen unterscheiden.

Zum einen war Königin Charlotta eine sehr lebenslustige Person, die sehr wenig von den gesellschaftlichen Protokollen und Regeln hielt, denn sie stürzte sich in das gesellschaftliche Leben des Hofes. In kurzer Zeit gelang es der zukünftige Königin das gesamte höfische Leben Schwedens zu prägen, wobei sie sich auch nicht davon abhalten ließ selbst Rollen im Amateurtheater des Hofes anzunehmen, und dies, obwohl Schauspielerinnen um diese Zeit Luxusprostituierten gleichgesetzt wurden, ein Ruf,d er sich auch bald auf Charlotta übertrug und sie 1783 letztendlich dazu zwang dieses Vergnügen aufzugeben, da die Gerüchte um diese Zeit alle Grenzen überschritten hatten.

Selbst wenn Königin Charlotta während des schwedisch-russischen Krieges auch politisch eine gewisse Rolle spielte, so sind vor allem ihre persönlichen Tagesbuchaufzeichnungen zwischen 1775 und 1817 von größtem Interesse, denn hier deckte sie schonungslos das höfische Leben und die Doppelmoral des Hofes auf und konnte damit, wenn auch erst bei Herausgabe der Tagebücher zu Beginn des 20. Jahrhunderts, einen einzigartigen Einblick in das höfische Privatleben bieten. Wohlweislich verschwieg sie in diesen Tagebüchern ihre eigenen Liebschaften, die jedoch durch ihren erhaltenen Briefwechsel aufgedeckt werden konnten.


20. Juni 1566: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
20. Juni 1792: Nils Adam Bielke, ein Getreuer des Königshauses
20. Juni 1810: Lynchmord an Axel von Fersen in Schweden
20. Juni 1944: Suzanne Osten, Frauenbewegung in Theater und Film
20. Juni 1961: Die schwedische Punkrockerin Kajsa Grytt

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 13. Juni 2014

Erik af Edholm wird Chef der Königlichen Oper und des Dramaten

Als Erik af Edholm am 13. Juni 1817 in Stockholm geboren wurde, hatte er bereits alle Vorteile auf seiner Seite, da er auf Grund seines Vaters sowohl beruflich als auch aus persönlichen Gründen an das Königshaus geknüft war. Edholm begann daher eine militärische Karriere, ohne jedoch je die erwünschte Spitzenposition zu erreichen, da er als typischer Vertreter des Kreises Bernadotte sich mehr um das Gesellschaftsleben und das Vergnügen kümmerte als um seine Karriere. Erst nachdem Edholm über 40 Jahre alt geworden war, begann er die Oberflächlichkeit und Nutzlosigkeit seines vorherigen Lebens einzusehen.

Immerhin gehört Erik af Edholm zu den wenigen, die es auf Grund ihrer minutiösen Tagebuchaufzeichnungen, die bereits in seiner frühen Jugend einsetzen, ermöglichen das höfische Leben der privilegierten Schicht des 19. Jahrhunderts besser zu verstehen, denn neben seinen amoreusen Abenteuern, den Maskenbällen und dem nichtsnutzigem Tagesvertreib findet man unter seinen Aufzeichnungen auch 1752 Mahlzeiten, inklusive der Tischbesetzung, beschrieben. Natürlich können die Tagebücher Edholms kaum als Literatur bezeichnet werden, aber sie sind eine extrem wertvolle Beschreibung des gesellschaftlichen Lebens jener Zeit, auch wenn Edström zu jenen gehörte, die relativ wenig Nutzen aus den verschiedenen Beziehung zog, die er in diesen Jahren schaffen konnte.

Auch wenn sich Erik af Edholm selbst als politischer Ratgeber und militärischer Führer sah, so sah Karl XV. die wahren Talente seines Untergebenenund ernannte ihn daher 1866 zum Leiter der Hofkapelle, der Königlichen Oper und des Dramaten, eine im Grunde sehr undankbare Aufgabe, da diese Arbeiten grundsätzlich der Kritik von allen Seiten ausgesetzt waren. In der Tat zeigte hier Edholm jedoch seine Stärke, denn er setzte sich, so weit wie nur möglich, über Kritiker hinweg, erhöhte die Eintrittspreise und setzte auch Stücke auf den Spielplan, die nicht immer als höchste Kunst betrachtet wurden, sondern Geld in die leeren Kassen brachten. Fünfzehn Jahre behielt Edholm seine Funktion und er führte mit neuen Ideen und einem hervorragenden Stab an Schauspieler das kulturelle Leben Stockholms auf den Höhepunkt jener Epoche. Bereits 1869 ernannte Karl XV. Erik af Edholm zum Hofmarschall, eine Aufgabe von der er jedoch schon drei Jahre später vom Nachfolger Oscar II. beurlaubt wurde.


13. Juni 1854: Jenny Nyström und die schwedischen Weihnachtstrolle
13. Juni 1901: Tage Erlander und der schwedische Sozialismus
13. Juni 1951: Stellan Skarsgård, anerkannter Schauspieler ohne Ausbildung
13. Juni 1952: Die verschwundene DC-3 und die Catalinaaffäre
13. Juni 2004: Junilistan, die europakritische Partei Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin