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Freitag, 15. Mai 2015

Das Aeroseum in Göteborg, ein flughistorisches Museum

Die Idee für das Aeroseum in Göteborg geht bis auf das Jahr 1999 zurück, als die Stiftung Aeroseum begann daran zu arbeiten aus einem früher geheim gehaltenen unterirdischen Flugplatz ein öffentliches Museum zu machen, ein Unterfangen, das sich nicht als ganz einfach zeigte, da es sich beim entsprechenden Gebiet immer noch um eine militärische Anlage handelte, auch wenn diese kaum noch benutzt wurde und die geheimen Anlagen längst der Öffentlichkeit bekannt waren. Erst am 15. Mai 2005 sollte dann das Aeroseum eingeweiht werden und Göteborg eine zusätzliche Attraktion erhalten.


Bereits die Lage und die Bauweise des Aeroseum können als außerordentlich bezeichnet werden, denn das Flugmuseum liegt im ersten der fünf heimlich gebauten unterirdischen, militärischen Flugzeughangar, die zwischen 1950 und 1955, während des Kalten Krieges, in Schweden gebaut wurden und als atombombensicher galten. Die Gesamtanlage am Göteborg City Airport erstreckt sich auf zwei unterirdische Hallen mit einer Größe von 22.000 Quadratmetern und 8000 Quadratmetern, wobei das Museum lediglich Zugang zum größeren der Hangar hat, der sich 30 Meter unter der Erdoberfläche befindet und von der Luft aus unsichtbar ist.

Heute kann man im Aeroseum sowohl der zivilen, als auch der militärischen Fluggeschichte Schwedens folgen, wobei man neben den verschiedensten Flugzeugen auch mehrere Ausstellung findet, beobachten kann wie der historische Flugklub seine Maschinen repariert und man kann Pilot in einem der Flugsimulatoren werden. Die größte Attraktion des Aeroseums war jeweils die Göteborg Aero Show, die  größte Flugshow Schwedens, die nicht nur aus finanziellen Gründen eine unsichere Zukunft hat, sondern auch von der Zukunft des Göteborg City Airport abhängt, der seit Ende 2014, aus Sicherheitsgründen, für den regulären Flugverkehr gesperrt ist.


15. Mai 1470: Karl Knutsson wird dreimal König Schwedens
15. Mai 1807: Carl Wilhelm Böttiger, der wissenschaftliche Lyriker Schwedens
15. Mai 1897: Stockholmausstellung, fast eine Weltausstellung
15. Mai 1914: Die baltische Industrie- und Handwerksausstellung in Malmö
15. Mai 1968: Die Europapolitikerin Cecilia Malmström
15. Mai 1971: Die erste schwedische Pride-Parade in Örebro

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 5. Januar 2013

Flugzeugabsturz beim Stockholmer Flugplatz Arlanda

Am 5. Januar 1970 sollte ein Flugzeug der spanischen Fluggesellschaft Spantax mit einer Gruppe von Touristen vom Stockholmer Flughafen Arlanda nach Mallorca aufbrechen. Als jedoch bereits beim Start einer der vier Motoren der Convair 990 Coronado ausfiel, brach der Flugkapitän den Start ab und kehrte mit der Maschine zum Terminal zurück und sämtliche Passagiere mussten das Flugzeug verlassen um auf eine Ersatzmaschine zu warten.

Allerdings entschied sich der Pilot der Maschine mit Hilfe der drei Motoren bis Zürich zu fliegen um den vierten Motor austauschen zu lassen, was im Prinzip kein Problem sein sollte. Kurz nach dem Start um 22 Uhr 24 neigte sich sich die Convair nach rechte, wenig später verlor sie an Geschwindigkeit und nur 1800 Meter vom Flugplatz entfernt streifte sie Baumspitzen, stürzte ab und zerbrach in drei Teile. Die Ursache dieses Absturzes konnte nie ermittelt werden zumal auch die Witterung eine Rolle spielen konnte, denn diese Nacht war sehr stürmisch und die Temperatur zeigte minus 28 Grad an.

Da sich nur Kabinenpersonal an Bord befand, zählte man nur fünf Tote, wobei der Flugkapitän und eine Flugbegleiterin überlebten. Die Rettung dauerte jedoch Stunden, da man um diese Zeit auf Arlanda auf keinerlei Notsituation vorbereitet war und selbst eine Funkverbindung zur Polizei und dem Rettungsdienst des Krankenhauses nicht vorgesehen war. Es war nicht einmal möglich den Notsender der abgestürzten Maschine anzupeilen. Die Rettung des Piloten dauerte zusätzliche Stunden, weil es der Stolz der Feuerwehrmänner nicht zuließ die Hilfe von Ingenieuren zuzulassen, die die Konstruktion der Convair kannten, was das Losschneiden des Piloten bedeutend beschleunigt hätte.

Der Absturz dieser Spantax-Maschine in Stockholm veränderte die gesamte Situation auf Arlanda, da man sich plötzlich bewusst wurde wie schlecht der Flughafen auf ein Unglück vorbereitet war. Seit diesem Unglück verfügt Arlanda über einen eigenen Rettungsdienst, der rund um die Uhr einsatzbereit ist. Gleichzeitig begannen sich auch die Stockholmer Krankenhäuser auf Katastropheneinsätze vorzubereiten und schafften die notwendige Ausrüstung an, was sich 21 Jahre später beim sogenannten Wunder von Gottröra als kluge Entscheidung zeigte.


5. Januar 1960: Der Flugplatz Arlanda in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 27. Dezember 2011

Das Wunder von Gottröra

Am Morgen des 27. Dezember 1991 startete auf dem Flughafen Arlanda in Stockholm eine Maschine der Fluggesellschaft SAS Richtung Warschau. Nur 78 Sekunden nach dem Start des Flugzeugs setzten beide Motoren aus und die Maschine war zu einer Notlandung auf einem Feld bei Gottröra gezwungen. Obwohl das Flugzeug während der Notlandung in drei Teile zerbrach, überlebten alle 129 Passagiere und die gesamte Besatzung. Dieses Ereignis wird noch heute als das Wunder von Gottröra (Miraklet i Gottröra) bezeichnet.

Da die Maschine frisch getankt war und sich noch auf einer geringen Flughöhe befand, war nicht nur das Risiko einer Explosion beim Aufprall sehr hoch, sondern die Piloten hatten auch nur sehr wenig Zeit eine Notlandung einzuleiten, wobei an diesem Tag die Wolken so niedrig lagen, dass die Piloten kaum Sicht auf einen möglichen Notlandeplatz hatten. Mit jeder Sekunde, mit der das Flugzeug sich dem Boden näherte, stieg das Risiko auf eines der bedeutendsten Unglücke der europäischen Luftfahrt.

Da bei der Notlandung kein Brand ausbrach, überlebten alle, die sich im Flugzeug befanden, auch wenn einige unter ihnen schwere Schäden davontrugen und einer der Passagiere den Rest seines Lebens im Rollstuhl verbringen muss. Die beiden Piloten der Maschine waren von diesem Ereignis, das die Weltpresse als Weihnachtswunder beschrieb, so stark traumatisiert, dass sie beide ihren Beruf aufgaben, der Pilot nahezu unmittelbar und der Copilot einige Jahre später. Wie bei der Untersuchung des Unfalls festgestellt wurde, waren beide Piloten nicht für diesen Notfall ausgebildet, zumal in der Maschine das ATR-System eingebaut worden war ohne dass SAS oder Piloten davon informiert worden waren, was die Piloten auch zu einigen Fehleinschätzungen brachte.

27. Dezember 1919: Die schwedische Filmindustrie SF wird gegründet

Copyright: Herbert Kårlin