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Donnerstag, 8. August 2013

Eine JAS 39 Gripen stürzt in Stockholm ab

Die Besucher des Stockholmer Wasserfestivals sollten am 8. August 1993 von den Kunstflügen einer JAS 39 Gripen überrascht werden, einem schwedischen Kriegsflugzeug, das im Dezember 1988 ihren Jungfernflug hatte und erst 1996 von der Luftwaffe in Dienst genommen wurde. Es sollte sich daher um eine der ersten größeren öffentlichen Vorführungen des Wunderwerks handeln, was sich jedoch nahezu in eine Katastrophe verwandeln sollte.

Die JAS 39 Gripen startete um 13 Uhr 51, aber schon wenige Minuten später zeigte der Bordcomputer Probleme. Der Pilot setzte den Flug jedoch fort, was letztendlich zum Absturz der Maschine führte, denn bei einem Wendemanöver setzte die Steuerung aus. Der Pilot konnte sich mit Hilfe des Schleudersitzes retten und, wie durch ein Wunder, wurden nur 15 Personen verletzt, da die Maschine auf einer Insel vor Stockholm beim Aufschlag explodierte und nicht in die Menschenmasse raste. Die Reaktion des Piloten war beachtenswert, denn zwischen dem Versagen des Steuers und dem Aufschlag hatte er nur Sekunden um sich zu retten.

Der Absturz der JAS 39 Gripen kam zu einem denkbar ungünstigen Moment, da die Maschine wegen der hohen Kosten bereits in die Kritik geraten war und die Presse nach dem Absturz das gesamte Projekt in Frage stellte. Die Regierung unter dem damaligen Ministerpräsidenten Carl Bildt und Saab in Linköping, reagierten jedoch schnell und benutzten ausschließlich die staatliche Nachrichtenagentur TT als offizielles Sprachrohr und ließen keinerlei Journalisten an den Unfallort. Die tatsächliche Ursache des Absturzes wurde der Öffentlichkeit nie präsentiert, falls er von den Ingenieuren überhaupt eindeutig festgestellt wurde.


8. August 1878: Krebspremiere und Krebsfeste in Schweden 
8. August 1973: Vilhelm Moberg und die schwedischen Auswanderer

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 5. Januar 2013

Flugzeugabsturz beim Stockholmer Flugplatz Arlanda

Am 5. Januar 1970 sollte ein Flugzeug der spanischen Fluggesellschaft Spantax mit einer Gruppe von Touristen vom Stockholmer Flughafen Arlanda nach Mallorca aufbrechen. Als jedoch bereits beim Start einer der vier Motoren der Convair 990 Coronado ausfiel, brach der Flugkapitän den Start ab und kehrte mit der Maschine zum Terminal zurück und sämtliche Passagiere mussten das Flugzeug verlassen um auf eine Ersatzmaschine zu warten.

Allerdings entschied sich der Pilot der Maschine mit Hilfe der drei Motoren bis Zürich zu fliegen um den vierten Motor austauschen zu lassen, was im Prinzip kein Problem sein sollte. Kurz nach dem Start um 22 Uhr 24 neigte sich sich die Convair nach rechte, wenig später verlor sie an Geschwindigkeit und nur 1800 Meter vom Flugplatz entfernt streifte sie Baumspitzen, stürzte ab und zerbrach in drei Teile. Die Ursache dieses Absturzes konnte nie ermittelt werden zumal auch die Witterung eine Rolle spielen konnte, denn diese Nacht war sehr stürmisch und die Temperatur zeigte minus 28 Grad an.

Da sich nur Kabinenpersonal an Bord befand, zählte man nur fünf Tote, wobei der Flugkapitän und eine Flugbegleiterin überlebten. Die Rettung dauerte jedoch Stunden, da man um diese Zeit auf Arlanda auf keinerlei Notsituation vorbereitet war und selbst eine Funkverbindung zur Polizei und dem Rettungsdienst des Krankenhauses nicht vorgesehen war. Es war nicht einmal möglich den Notsender der abgestürzten Maschine anzupeilen. Die Rettung des Piloten dauerte zusätzliche Stunden, weil es der Stolz der Feuerwehrmänner nicht zuließ die Hilfe von Ingenieuren zuzulassen, die die Konstruktion der Convair kannten, was das Losschneiden des Piloten bedeutend beschleunigt hätte.

Der Absturz dieser Spantax-Maschine in Stockholm veränderte die gesamte Situation auf Arlanda, da man sich plötzlich bewusst wurde wie schlecht der Flughafen auf ein Unglück vorbereitet war. Seit diesem Unglück verfügt Arlanda über einen eigenen Rettungsdienst, der rund um die Uhr einsatzbereit ist. Gleichzeitig begannen sich auch die Stockholmer Krankenhäuser auf Katastropheneinsätze vorzubereiten und schafften die notwendige Ausrüstung an, was sich 21 Jahre später beim sogenannten Wunder von Gottröra als kluge Entscheidung zeigte.


5. Januar 1960: Der Flugplatz Arlanda in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 18. November 2012

Ein Super Puma stürzt vor Göteborg ins Meer

Bei einer Rettungsübung auf See, die eine harmlose Routine sein sollte, stürzte am 18. November 2003 ein Militärhubschrauber Super Puma, der die militärische Bezeichnung HKP 10 hatte, bei der Schäreninsel Rörö vor Göteborg ins Meer. Beim Aufprall mit der Wasseroberfläche zerbrach der Hubschrauber in zahllose Einzelteile und sechs der sieben Besatzungsmitglieder starben durch den kräftigen Aufprall. Nur ein 19-jähriger Wehrpflichtiger überlebte diesen Unfall.

Die schwedische Luftwaffe besaß um diese Zeit zwölf Super Puma, die vor allem für die Seerettung, den Einsatz bei Waldbränden und den Transport von schwerem Material gedacht waren, da bei normalem Transport bis zu 24 Personen im Hubschrauber Platz hatten und bei Notfällen bis zu acht Baren mitgeführt werden konnten, eine ideale Voraussetzung für Rettungseinsätze. Die Helikopter zeigten sich auch als äußerst robust, denn seit die ersten beiden Hubschrauber im Herbst 1988 geliefert worden waren, hatte es bis 2003 keinerlei Abstürze gegeben.

Da der Absturz des Super Puma wie aus heiterem Himmel kam und der Pilot keinerlei Notruf abgab, wurde die Ursache des Absturzes aus allen Winkeln beleuchtet ohne jedoch zu einem Ergebnis zu kommen, denn auch wenn die Wetterverhältnisse mit starkem Wind und tiefen Wolken mit Regen nicht ideal waren, so blieb das plötzliche Unglück ein Rätsel. Es gab keine technischen Probleme und kein menschliches Versagen. Die Kommission, die den Absturz untersuchte, kritisierte allerdings, dass der HKP 10 weder mit den angeratenen schwarzen Boxen ausgerüstet war noch über eine Warnsystem für eine Bodenkollision verfügte.


18. November 1844: Die inoffizielle schwedische Nationalhymne
18. November 1888: Der schwedische Filmregisseur Gustaf Molander 

Copyright: Herbert Kårlin