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Samstag, 2. März 2019

Der Schriftsteller und Journalist Tage Aurell

Tage Aurell kam am 2. März 1895 als Sohne eines Eisengießers im norwegischen Kristiania, dem heutigen Oslo, zur Welt. Da die Familie jedoch 1901 zurück nach Karlstad zog, ging Aurell auch dort zur Schule. Im Jahr 1913 verließ Aurell, kurz vor dem Abitur, jedoch das Gymnasium um als Journalist zu arbeiten. Sechs Jahre später verließ Aurell Schweden um erst eine kurze Zeit in Berlin zu verbringen, sich dann jedoch rund zehn Jahre lang in Paris niederzulassen, wo er auch einige Zeit an der Universität Sorbonne studierte und, unter anderem, Stendhal ins Schwedische übersetzte.

In Paris lernte Tage Aurell seine norwegische Frau kennen und heiratete sie. Aber dort begann auch seine schriftstellerische Karriere, denn in Paris schrieb Aurell seinen ersten Roman Tybergs gård, der allerdings erst 1932 als Buch erscheinen sollte, als das Ehepaar bereits nach Mangskog im Värmland gezogen war. Seine Anerkennung als Schriftsteller kam dann jedoch erst 1943 mit seinem Buch Skillingtryck, das vor allem auch wegen der ausgeprägten Stilistik gut bewertet wurde. Allerdings musste Aurell während der 40er Jahre weiterhin in Radiosendungen mitwirken, Bücher übersetzen und, gemeinsam mit seiner Frau, an Filmmanuskripten arbeiten.

Auch wenn Tage Aurell nach seinem Buch Skillingtryck in den literarischen Kreis um Gunnar Ekelöf und Harry Martinson kam, so kann man seine literarischen Werke zählen, was damit zusammenhängt, dass Aurell sehr langsam arbeitete und einem komprimierten Stil hatte bei dem der Autor sich über jedes Wort Gedanken machen musste und jeder Satz stilistisch perfekt sein sollte. Aurell war daher mehr im Rundfunk aktiv, wobei ihm bei Hörspielen vor allem seine Frau eine sehr große Hilfe war, da Kathrine Aurell in diesem Bereich zu Hause war. Tage Aurell starb am 21. Februar 1976 in Mangskog und hatte sein letztes Buch bereits 1969 veröffentlicht.


2. März 1760: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin
2. März 1821: Der JustizministerAxel Adlercreutz
2. März 1828: Frans Theodor Hedberg, ein Leben für das Theater
2. März 1851: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
2. März 1880: Die schwedische Künstlerin Tora Vega Holmström
2. März 1880: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord
2. März 1886: Die schwedische Künstlerin Agda Holst
2. März 1911: Verhütung in Schweden - eine Straftat 
2. März 1913: Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden 
2. März 1992: Der private Fernsehkanal TV4 sendet analog

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 30. April 2018

Der Schriftsteller und Künstler Åke Hodell

Åke Hodell kam am 30. April 1919 als Sohn des Schriftstellers Björn Hodell in Stockholm zur Welt und wurde nach seinem Abitur Kampfpilot in der schwedischen Luftwaffe. Als Hodell nach einer Bruchlandung im Jahre 1941 dann zwei Jahre im Krankenhaus verbringen musste, änderte sich sein gesamtes Leben und seine Einstellung zum Militär, da er sich in dieser Zeit zu einem starken Antimilitarist entwickelte und dies auch in all seinen Werken deutlich wird. Noch im Krankenhaus lernte Hodell den Dichter Gunnar Ekelöf kennen mit dem er einige Jahre später auch nach Rom reiste. Nach dem Krankenhausaufenthalt begann Hodell im Kindertheater in Malmö zu arbeiten und 1944 schrieb er sein erstes Stück Rännstensungar.

Nach seinen Erfahrungen im Kindertheater arbeitete Åke Hodell dann in den 60er Jahren am Pistolteatern in Stockholm und begann sich dort zum Experimentalkünstler zu entwickeln, der Text, Ton und Musik kombinierte um das Publikum zu fesseln. Diese Zeit gehört auch zur aktivsten Epoche des Künstlers, denn er schrieb Theaterstücke bei denen er auch die Regie übernahm, er veröffentlichte Langspielplatten und er gründete den Verlag Kerberos, in dem er auch seine eigenen Werke veröffentlichte. Im Jahr 1963 erschien auch Hodells bekanntestes Gedichtband General Bussig, den man als Sprachexperiment bezeichnen kann und der ein sehr aufmerksames Lesen erfordert.

Ab den 70er Jahren betätigt sich Åke Hodell dann insbesondere als Produzent von Hörspielen, wobei er hierbei zwischen 1970 und 1995 insgesamt 16 Hörspiele verwirklicht bei denen er ebenfalls neue Hörerlebnisse vermittelt, da Hodell bei allen seinen Werken versucht die Grenzen einer Bildsprache zu erreichen und die Kommunikationsmöglichkeit zwischen Menschen mit einer technischen Zukunftsvision sah. Åke Hodell war ab 1978 mit der erotisch-feministischen Dichterin Ann Smith verheiratet und starb am 29. Juli 2000 in Stockholm.


30. April: Die Walpurgisnacht in Schweden
30. April: Die Walpurgisfeuer in Schweden
30. April 1659: Graf Jacob Reenstierna als königlicher Beamter
30. April 1870: Maria Sandel, die erste Arbeiterschriftstellerin Schwedens
30. April 1909: Der studentische Karneval Chalmers Cortège
30. April 1910: In Göteborg findet der erste Chalmers Cortège statt
30. April 1926: Der schwedische Architekt Sten Samuelson
30. April 1929: Birger Sjöberg, vom Volkslied zum Modernismus
30. April 1946: Sven Nordqvist und die Phantasiewelt der Kinder
30. April 1946: Carl XVI. Gustaf Folke Hubertus, König von Schweden
30. April 1976: Die Hoola Bandoola Band
30. April 1982: Der Tag der schwedischen Flagge

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 22. Juni 2015

Eric Hermelin und die persische Poesie

Eric Hermelin kam am 22. Juni 1860 auf Gut Renstad in Svanhals im Östergötland zur Welt, machte 1878 seine Hochschulreife in Stockholm um anschließend knapp zwei Jahre lang an der Universität Uppsala zu studieren, ohne dort jedoch je einen Abschluss zu machen. In den Folgejahren entwickelte sich Hermelin zu einem Weltenbummler und hielt sich in Amerika, Indien, Jamaika und mehreren europäischen Ländern auf. Hermelin ließ sich von der Armee werben und ging in den Auslandsjahren mehreren Berufen nach, allerdings begleitet von exzessivem Alkoholgenuss und zeitweise auch starkem Drogenkonsum.

Während seines Aufenthalts in Indien, wo er unehrenhaft aus der britischen Armee entlassen wurde, lernte Eric Hermelin vor allem Persisch und begann sich für die alte persische Poesie zu interessieren. Wie Hermelin seine Reisen finanzierte und welche Kenntnisse er im Laufe seiner Reisen erwarb, ist bis heute unbekannt, da er sehr wenig über sich bekannt gab. Sicher ist jedoch, dass Hermelin 1908 nach Schweden zurückkehrte und noch im gleichen Jahr als geisteskrank erklärt wurde und erst in Stockholm in die Klinik eingewiesen wurde, um jedoch ein Jahr später ins Sankt Lars Krankenhaus in Lund verlegt zu werden, wo er am 8. November 1944 auch starb.

Während seines Aufenthalts in Lund entwickelte sich Eric Hermelin zu einem der eifrigsten Übersetzer Schwedens und veröffentlichte im Eigenverlag über 10.000 Seiten klassischer persischer Dichter, die zwischen 1000 und 1400 gewirkt hatten. Mit diesen Werken beeinflusste Hermelin das gesamte schwedische Denken, unter anderem auch Schriftsteller wie Gunnar Ekelöf, Axel Liffner oder Willy Kyrklund. Dies ist umso erstaunlicher, da moderne Literaturwissenschaftler nicht nur an den persischen Fähigkeiten Hermelins zweifeln, sondern auch die Qualität seiner Übersetzungen in Frage stellen, denn Hermelin muss bei den Übersetzungen sehr viel mit schlecht übersetzten englischen, französischen und deutschen Texten gearbeitet haben und vermittelt mehr eine eigene philosophische Einstellung als tatsächlich die Ideen der persischen Dichter.


22. Juni 1622: Umeå, die schwedische Stadt der Birken 
22. Juni 1851: Der schwedische Architekt Lars Johan Laurentz
22. Juni 1866: Das schwedische Zweikammersystem 
22. Juni 1874: Elias Sehlstedt, der der Poet der Schären vor Stockholm
22. Juni 1906: Die Geschichte der schwedischen Flagge
22. Juni 1936: Elfjähriger findet Menschen aus dem Mittelalter
22. Juni 1942: Die S/S Ada Gorthon sinkt vor Öland
22. Juni 1945: Frida Stéenhoff und die Revolution der Frau
22. Juni 1975: Per Wahlöö und der politische Kriminalroman Schwedens
22. Juni 1997: Ted Gärdestad und der Tod unter der Eisenbahn

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden