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Samstag, 20. August 2016

Die finnlandschwedische Künstlerin Amélie Lundahl

Die finnlandschwedische Künstlerin Amélie Lundahl starb am 20. August 1914 mit 64 Jahren an Leukämie in einem Sanatorium in Helsingfors (Helsinki), ohne jedoch wirklich als Künstlerin anerkannt zu werden, da um diese Zeit Frauen in Kunstkreisen als Hobbymalerinnen galten. Auch wenn ihre künstlerische Fähigkeit heute bestätigt ist, so bleibt Lundahl im Schatten anderer Künstlerinnen jener Zeit, zum Beispiel der etwas jüngeren Helene Schjerfbeck. Einer der Gründe dafür ist vermutlich dass Lundahl nur wenige Jahre künstlerisch aktiv war, bevor sie Mitte der 90er Jahre immer schlechter sah und wegen ihrer Krankheit schließlich auch nicht mehr zum Pinsel greifen konnte.

Amélie Lundahl war am 26. Mai 1850 im finnischen Uleåborg (Oulu) zur Welt gekommen und wurde wegen dem frühen Tod der Eltern überwiegend von den älteren Schwestern erzogen. Mit 20 Jahren ging Lundahl nach Helsinki um dort an der Malereischule des finnischen Kunstvereins zu studieren. In den Jahren 1872 und 1873 besuchte die spätere Künstlerin die Svenska Slöjdförening in Stockholm, um jedoch 1874 für weitere zwei Jahre an die Zeichenschule in Finnland zurückzukehren, wo sie nach Abschluss ihrer Ausbildung einige Jahre lang als Zeichenlehrerin beschäftigt wurde.

Bereits drei Jahre später erhielt Amélie Lundahl dann ein Reisestipendium, das sie nach Frankreich führte, wo sie zwölf Jahre bleiben sollte und ihre bekanntesten Gemälde malte. Drei dieser Jahre verbrachte die Künstlerin allerdings überwiegend in Schweden. Lundahl war in Frankreich von der Freilichtmalerei fasziniert und arbeitete in der Normandie und der Bretagne an ihren Frauenporträts, die heute als ihre Meisterwerke gelten. 1887 kehrte Lundahl nach Finnland zurück, verbrachte jedoch noch einige Sommer in der schwedisch-finnischen Künstlerkolonie Önningeby auf Åland. Ab 1889 lebte Lundahl wieder in Helsinki und machte, die ersten Jahre, mehrere Reisen innerhalb des Landes um dort Motive zu suchen, die jedoch immer härtere Züge annahmen, die mit der Erkrankungen zusammenhängen können. Auch aus finanziellen Gründen konnte Lundahl ab dieser Zeit auch nur noch zwei kurze Auslandsreisen, nach Italien und Frankreich, unternehmen, ohne dass dort noch bedeutende Werke entstanden wären.


20. August 1386: Bo Jonsson, der mächtigste und reichste Mann Schwedens
20. August 1730: Johan Liljencrantz, der Wirtschaftsberater von Gustav III.
20. August 1779: Jacob Berzelius und die chemischen Elemente
20. August 1843: Die schwedische Sängerin Kristina Nilsson erobert sie Welt
20. August 1893: Axel Rudolf Mauritz Wall und die Dagens Nyheter
20. August 1898: Vilhelm Moberg und die schwedischen Auswanderer
20. August 1904: Gustav Sandgren, vom Industriearbeiter zum Literat
20. August 1982: Die schwedische Schauspielerin Ulla Jacobsson

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 10. Juli 2015

Die finnlandschwedische Künstlerin Helene Schjerfbeck

Helene Schjerfbeck kam am 10. Juli 1862 in einer finnlandschwedischen Familie im finnischen Helsingfors (Helsinki) zur Welt. Da der Vater der späteren Künstlerin bereits 1876 an Tuberkulose starb, musste die Familie ab dieser Zeit von der Pension der Mutter leben. Da Schjerfbeck nach einem Sturz als Vierjährige auch etwas hinkte und mit gewissen Schmerzen leben musste, schien ihre Zukunft bereits in jungem Alter wenig gesichert. Mit nur elf Jahren entdeckte das Mädchen dann jedoch die Kunst und begann an der finnischen Kunstvereinigung Malen zu lernen.

Helene Schjerfbeck war vor allem an der Geschichtsmalerei interessiert und hatte mit 18 Jahren damit ein so hohes Ansehen gewonnen, dass sie ein Stipendium für einen Studienaufenthalt in Frankreich erhielt. Diesem Stipendium folgten weitere, die ihr Studienreisen nach Rom, Florenz, Wien, Sankt Petersburg und in andere Kunstzentren der Zeit erlaubten. Nach ihrer Rückkehr nach Finnland wurde Schjerfbeck Lehrerin an der Malereischule der Kunstvereinigung der finnischen Hauptstadt, was sie jedoch zu einer Außenseiterin machte, da sie weiterhin geschichtliche Motive im klassischen Stil malte, obwohl um diese Zeit die Nationalromantik ihren Durchbruch im Norden hatte.

Nach ihrem Umzug mit der Mutter nach Hyvinge (Hyvinkää), einer Kleinstadt nördlich von Helsingfors, begann sich Helene Schjerfbeck für Impressionisten und Symbolisten zu interessierten und ging von der Geschichtsmalerei auf eine neue Form über, die der Künstlerin ein Comeback ermöglichte. Die heute bekanntesten Gemälde Schjerfbecks stammen allerdings aus der dritten künstlerischen Epoche der Künstlerin, denn mit nahezu 80 Jahren begann sie sehr persönliche und ausdrucksstarke Selbstporträts zu malen, die nicht nur als ihre Meisterwerke gelten, sondern 1991 auch als Vorlage für eine finnische Briefmarke benutzt wurden.


10. Juli 1735: Die schwedische Künstlerin Ulrika Pasch
10. Juli 1877: Die erste Straßenbahn rollt auf Schwedens Straßen
10. Juli 1894: Elov Persson und Familie Kronblom
10. Juli 1942: Viran Rydkvist und das schwedische Theater
10. Juli 1970: Der Weg der schwedischen Sängerin Helen Sjöholm

Copyright: Herbert Kårlin