Posts mit dem Label Ingenieur werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ingenieur werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 7. Februar 2017

Der schwedische Schriftsteller Lars Molin

Als Lars Molin am 7. Februar 1999 im Alter von nur 57 Jahren an einem Herzinfarkt in Sundbyberg bei Stockholm starb, galt er als einer der wenigen Schriftsteller, die um diese Zeit das Herz des Volkes getroffen hatten und ohne jede akademische Bildung als einer der bedeutendsten Schriftsteller und Dramatiker galt. Sein Tod kam jedoch nicht unerwartet, denn Molin rauchte zu viel, trank zu viel, war übergewichtig und kannte zu wenig Schlaf. Selbst ein erster Herzinfarkt in den 80er Jahren konnte ihn nicht zu einem ruhigeren und gesünderen Leben bringen, da der innere Leistungsdruck ihn kaum zur Ruhe kommen ließ.

Lars Molin war am 6. Mai 1942 als Sohn eines Sprengmeisters in Järpen im Jämtland zur Welt gekommen und hatte in seiner Jugend keinen Drang zum Schreiben, denn als Jugendlicher wollte er erst Eishockeyspieler werden und später Pilot, wobei sich beides zerschlug und Molin Landvermesser wurde, der sich per Fernkurs zum Ingenieur ausbildete. In diesen Jahren begann Molin auch zu schreiben, meist über persönliche Erlebnisse, die ihn sehr stark geprägt hatten. 1970 erschien sein erstes Buch Bomsalva, das von einem Unglück mit drei Toten berichtet. Nur ein Jahr später hatte Molin dann mit seinem Filmdrama Badjävlar bereits den Durchbruch. Die Handlung zeigt den Widerspruch der sommerlichen Landidylle der Städter in ihren Ferienhäusern auf dem Land und dem tatsächlichen Leben der Landbevölkerung.

Lars Molin sollte auch anschließend grundsätzlich die Seite der unterdrückten Gesellschaftsschicht einnehmen und den Arbeiter und Landbewohner ohne Pathos handeln lassen und diesen Menschen dadurch in Romane, Theaterstücken und Filmen eine Stimme zu geben, ohne dabei jedoch auf Humor zu verzichten. Lars Molin vergaß auch als erfolgreicher Autor nicht seine eigene Herkunft und wollte die gespaltene Gesellschaft zeigen, die vom Leben sehr Unterschiedliches erwartet und nahezu auf zwei verschiedenen Planeten lebt. Was Lars Molin ebenfalls von der Mehrheit der schwedischen Schriftsteller unterscheidet, ist die Tatsache, dass er selbst schwerwiegende Probleme beleuchten konnte ohne sie zu verzerren, was ihn dem Volk extrem nahe brachte.


7. Februar 1795: Anders Fryxell und der erste Geschichtsroman Schwedens
7. Februar 1809: Charles Emil Hagdahl und die moderne Küche Schwedens
7. Februar 1837: Gustav IV. Adolf, der vom Thron verstoßene König Schwedens
7. Februar 1839: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten
7. Februar 1871: Wilhelm Stenhammar: Pianist, Komponist und Dirigent
7. Februar 1905: Der schwedische Nobelpreisträger Ulf Euler
7. Februar 1909: Enok Sarri, der Wettermann der Samen

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 13. April 2016

Henrik Thore Cedergren und das erste Telefon Schwedens

Als Henrik Thore Cedergren am 13. April 1909 in Stockholm an Herzproblemen starb, hatte er das Kommunikationssystem in Schweden völlig verändert, denn bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte seine Telefongesellschaft  Stockholms Allmänna Telefon AB über 20.000 Abonnenten in seinem Telefonnetz zählen, die dreifache Menge, die sein amerikanischer Konkurrent Bell im Raum Stockholm erreichen konnte. Gleichzeitig hatte Cedergren mit seiner Leistung auch die Basis für das spätere Handyimperium Ericsson geschaffen, denn sehr früh hatte der Ingenieur sich mit Lars Magnus Ericsson verbunden um gewisse Techniken gemeinsam zu entwickeln.

Henrik Thore Cedergren war am 31. Dezember 1853 als Sohn eines Juweliers in Stockholm zur Welt gekommen, was ihm auch eine gute Bildung ermöglichte. Im Jahre 1875 schloss Cedergren sein Ingenieurstudium am Teknologiska Institutet ab, der heutigen Königlichen Technischen Hochschule, und war anschließend die ersten Jahre in mehreren Bereichen aktiv, bis er sich 1883 ernsthaft begann für die Telefonie zu interessieren und sich durch zahlreiche Reisen mit der neuen Technik vertraut machte. Am 13. April 1883 gründete Cedergren die Stockholms Allmänna Telefon AB, mit der Idee durch billige Abonnementsgebühren das Telefon in jeden Haushalt Schwedens zu bringen. Um die Zukunft des Unternehmens zu sichern, entschied er auch die Gewinne weitgehend in der Firma und die Aktienausschüttung so gering wie möglich zu halten.

Der Erfolg von Henrik Thore Cedergren lag jedoch nicht nur an seiner Geschäftsidee, sondern auch daran, dass er sich weltweit über die Entwicklung und die Möglichkeiten des Telefonsystems auf dem Laufenden hielt und in seinem Unternehmen immer zur modernsten Technik griff. Die Konkurrenz mit Bell sollte sich in Schweden sogar fruchtbar zeigen, denn auf Grund der Konkurrenz war es nirgends so billig zu telefonieren wie in Schweden und 1885 gab es in Stockholm bereits mehr Abonnenten als in irgend einer anderen Stadt weltweit. Dass Cedergren das Rennen in Schweden vollkommen gewann, lag dann an seiner Geschäftsidee des Jahres 1897, denn der Ingenieur bot jedem, der bei ihm einen Vertrag abschloss, ein kostenloses Telefon, eine Idee, die rund 100 Jahre später mit den Handys erneut modern wurde.


13. April 1714: Großbrand in Västerås
13. April 1812: Der letzte Reichstag in Örebro
13. April 1872: Der samische Künstler Nils Nilsson Skum
13. April 1876: Are Waerland, ein schwedischer Gesundheitsapostel
13. April 1930: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 9. April 2016

Der schwedische Ingenieur Adolf Ahlsell

Adolf Ahlsell kam am 9. April 1844 als Sohn eines Zollverwalters in Stockholm zur Welt und besuchte von 1859 bis 1862 das Teknologiska Institutet in Stockholm, den Vorläufer der heutigen Technischen Hochschule. In den folgenden drei Jahren arbeitete er bei der staatlichen Eisenbahngesellschaft um die praktischen Aspekten des Eisenbahnbaus zu beschäftigen. Dieser praktischen Tätigkeit folgte eine Ausbildung zum Ingenieur, die er 1872 an der Kriegshochschule in Marieberg mit Erfolg abschloss. Nach seinem Examen arbeitete Ahlsell noch fünf Jahre im Eisenbahnbau in Russland unf Österreich, bevor er dann als Stationsingenieur an den Bergslagernas Järnvägar zu arbeiten begann.

Die Arbeit in Bergslagen sollte jedoch nur von kurzer Dauer sein, denn bereits 1873 wurde Adolf Ahlsell der Gasbeleuchtungsgesellschaft in Stockholm, wo er 1878 zum Oberingenieur aufstieg und 1884 schließlich für das gesamte Klaragasverket verantwortlich wurde. In diesen Jahren beschäftigte sich Ahlsell mit der Beleuchtung der schwedischen Hauptstadt und sammelte so viel Erfahrung und Kenntnisse, dass er auch in anderen Städten in Schweden und Finnland als Berater gefragt war, und in gewisser Weise auch die Gaswerke in Göteborg, Gävle und Helsingborg plante. Während seiner Zeit als Direktor des Gaswerkes stieg der Gasverbrauch in Stockholm von vier auf 35 Millionen Kubikmeter per Jahr an, was eine enorme Entwicklungsarbeit von Ahlsell forderte.

Aber auch wenn Adolf Ahlsell gegen Ende des 19. Jahrhunderts als die Fachkraft in Gas galt, so hatte er ein weiteres Interesse in dem er ebenfalls eine Pionierarbeit leistete. Ahlsell konstruierte zwischen 1890 und 1892 auch das erste Elektrizitätswerk Stockholms, das er bis zu seiner Rente im Jahre 1908 mit enormer Geschwindigkeit ausbaute. Der Erfolg des Ingenieurs Ahlsell lag vor allem daran, dass er nicht nur ein außerordentliches technisches Vermögen hatte, sonder bereits die Zukunft sehen konnte und zudem vor keinem administrativen Schritt zurückschreckte. Andererseits waren die finanziellen Ergebnisse, die er Stockholm brachte, so enorm, dass sich seinen Ideen auch kaum jemand widersetzen wollte.


9. April 1689: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
9. April 1862: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
9. April 1903: Die Schauspielerin und Regisseurin Mimi Pollak
9. April 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter
9. April 1947: Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus
9. April 1947: Die erstaunliche Karriere von Karin Kock-Lindberg
9. April 1970: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
9. April 2006: Der schwedische Skandalregisseur Vilgot Sjöman 
9. April 2010: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Der Erfinder und Nobelpreisträger Gustaf Dalén

Gustaf Dalén starb am 9. Dezember 1937 im Alter von 68 Jahren an Krebs auf Lidingö, nur wenige Monate nach seiner selbst gewählten Pensionierung auf Grund der Krankheit. Dalén war am 30. November 1869 als Sohn eines Landwirts und unter dem Namen Gustaf Johansson in Stenstorp zur Welt gekommen und hatte dabei das Glück dass seine Familie einen hohen Wert darauf legte dass sämtliche Kinder eine gute Bildung erhielten. Dalén war dabei das einzige Kind der Familie, das mehr an praktischen Experimenten und Erfindungen interessiert war als an theoretischem Wissen. Nach seiner Ausbildung gründete Dalén einen Samenhandel, war als Imker aktiv, leitete eine kleinere Molkerei auf dem Gut der Eltern und ging seinem Lieblingsinteresse nach, der Reparation und der Verbesserung von landwirtschaftlichen Maschinen.

Vor  allem seine Nebentätigkeit als Mechaniker weckte bei Gustaf Dalén das Interesse für Maschinentechnik und Naturwissenschaft. Als der Erfinder ein Gerät entwickelt hatte das den Fettgehalt von Milch feststellen messen konnte, reiste er damit zu Gustaf de Laval nach Stockholm, der die Fähigkeiten Daléns sofort richtig einschätzte und ihm zu einer grundlegenden technischen Ausbildung riet und ihm nach der Abschlussprüfung auch eine Anstellung versprach. Nach einigem Privatunterricht und Selbststudien wurde Dalén an der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg aufgenommen, wo er auch die Prüfung als Ingenieur ablegte. Nach dem Studium in Göteborg ging Dalén für ein weiteres Jahr ans Polytechnikum in die Schweiz, der damals leitenden technischen Ausbildungseinrichtung Europas.

Zurück in Schweden zerschlug sich zwar die Anstellung bei Laval, da dessen Unternehmen am Rande des Konkurses lag, aber Dalén gründete mit einem Studienfreund erst ein eigenes Unternehmen um jedoch bereits 1909 zum Geschäftsführer des angeschlagenen Unternehmens AGA (Aktiebolaget Gas-Accumulator) zu werden. Für AGA machte Dalén dann seine bedeutendsten Erfindungen, denn stufenweise verbesserte er die Technik der Leuchtturme und schuf die sogenannten AGA-Leuchttürme, die bis zu einem Jahr ohne Personal und Wartung auskommen konnten und damit einen wichtigen Beitrag zur sicheren Seefahrt leisteten. AGA erhielt daher auch den Auftrag den Panama-Kanal mit Leuchttürmen zu versehen. Im Jahre 1912 explodierte bei einem Versuch Daléns ein Ethin-Behälter und der Erfinder erblindete, ohne deswegen jedoch seinen Beruf aufzugeben. Nur kurze Zeit nach der Explosion wurde Gustaf Dalén für seine überragenden Leistungen mit dem Nobelpreis in Physik ausgezeichnet.

9. Dezember: Die Bedeutung des Annadagen (Annatag) in Schweden
9. Dezember 1594: Gustav II. Adolf wird König von Schweden
9. Dezember 1842: Carl David af Wirsén und die moderne Literatur
9. Dezember 1898: Astri Taube bleibt mit ihrer Kunst im Schatten
9. Dezember 1910: Der Zehnte als Kirchensteuer wird abgeschafft
9. Dezember 1936: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Lindman
9. Dezember 1975: Schweden führt Wahlrecht für ausländische Bürger ein

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Sonntag, 12. Januar 2014

Der schwedische Ingenieur Gustaf Nerman

Als Gustaf Nerman, ein Ingenieur für Straßen- und Wasserstraßenbau, am 12. Januar 1913 in Uppsala starb, ging er erstaunlicherweise mehr in die Literaturgeschichte Schwedens ein als in die Liste der herausragenden Ingenieure des Landes, obwohl Nerman kein Literat im herkömmlichen Stil war und seine Bücher kaum vom literarisch interessierten Schweden gelesen wurden.

Gustaf Nerman hatte sein Ausbildung an der Militärhochschule in Marieborg erworben und wurde auf diese Weise 1852 erst Leutnant und 1875 dann Major für den schwedischen Straßen- und Wasserstraßenbau, wobei er parallel dazu eine politische Karriere in Stockholm begann, die ihm zu bedeutenden Verbindungen verhalf. Als Ingenieur und Politiker verbrachte Nerman jedoch nur eine bedeutende Leistung, denn er kämpfte für die  Einführung der Normalspur für die schwedische Eisenbahn, da er bereits damals in der Schmalspur bedeutende Nachteile für den Güter- und Personentransport sah.

Dass Gustaf Nerman in die schwedische Geschichte einging, verdankt er jedoch seinen zahlreichen Schriften und Abhandlungen zu jeder Art von Verkehrsfragen, zu Baumethoden und hydrographischen Fragen. Nerman veröffentlichte zwischen 1895 und 1897 die dreibändige Geschichte des Göta Kanal, schrieb über die Zukunft der Gasbeleuchtung in Städten und zeichnet mit seinem Buch Stockholm 1950 eine Zukunftsvision der schwedischen Hauptstadt in der er die Entwicklung des Flugzeugbaus, der Elektrizität und der Kanalverbindungen voraussah, das einzige seiner Werke, das eine Mischung aus Science-Fiction und Ingenieurwissenschaft ist.


12. Januar 1528: Gustav Vasa, der berühmteste König Schwedens 
12. Januar 1726: Das Konventikelplakatet verbietet freireligiöse Treffen in Schweden
12. Januar 1726: Religiöse Treffen werden in Schweden verboten 
12. Januar 1783: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens 
12. Januar 1854: Der schwedische Künstler Hugo Birger 
12. Januar 1959: Die drei Karrieren des schwedischen Musikers Per Gessle 
12. Januar 1966: Gunnar Ekelöf erhält den Literaturpreis des Nordischen Rates 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 30. August 2013

Der schwedische Erfinder Christopher Polhem

Als Christopher Polhem, der am 18. Dezember 1661 als Christopher Polhammar geboren worden war und der einen deutschen Vater und eine schwedische Mutter hatte, am 30. August 1751 in Stockholm starb, wurde er bereits als der "Vater der schwedischen Mechanik" bezeichnet, was nicht nur ein Hinweis auf seine zahlreichen mechanischen Erfindungen war, sondern auch darauf beruhte, dass Polhem die erste Ingenieurschule in Schweden gründete, die sich damals insbesondere auf die Mechanikkenntnisse stützte und bei der Polhem eigens konstruierte Holzmodelle für die Ausbildung benutzte.

Ivar Johnssons Christopher Polhem in Göteborg

Im Jahre 1687 begann Christopher Polhem in Uppsala Physik, Mathematik und Mechanik zu studieren, ein Studium, das ihn jedoch unbefriedigt ließ. Nach seinem Examen an der Universität Uppsala brach Polhem daher zu einer Studienreise durch Europa auf um sich über alle neuen mechanischen Entwicklungen zu informieren und daraus zu lernen. Als der Wissenschaftler im Jahre 1697 zurück nach Schweden kam, gab es niemanden im Lande, der so viel über Mechanik wusste wie Polhem, was nicht nur zu seiner Ingenieursschule führte, sondern auch dazu, dass der Mechaniker und Erfinder eine Fabrik gründete in der er verschiedene Maschinen und Pendeluhren herstellte.

Seinen größten Auftrag sollte Christopher Polhem jedoch nicht zu Ende führen, denn seine Schleusen in Trollhättan wurden nie geöffnet, auch wenn man dort heute noch Teile seiner damaligen Anlage findet. Polhem gilt als der Erfinder der Kardanwelle, schuf das Polhemrad, das zur Entwässerung von Bergwerken benutzt wurde, und konstruierte das sogenannte Polhemschloss, ein Hängeschloss, das in Schweden noch in den 50er Jahren verkauft wurde, 200 Jahre nach seinem Tod.


30. August 1721: Der Frieden von Nystad und der große nordische Krieg 
30. August 1953: Polio-Epidemie in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin