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Dienstag, 11. November 2014

Die schwedische Schauspielerin Bibi Andersson

Bibi Andersson wurde am 11. November 1935 unter dem Namen Berit Elisabeth Andersson in Stockholm geboren. Noch während ihrer Schulzeit entschied sich Andersson dazu Schauspielerin zu werden und besuchte daher erst die Terserus teaterskola, bevor sie 1954 in der Schauspielschule des Dramaten aufgenommen wurde, das Theater, in dem sie nicht nur viele Jahre über auf der Bühne stand, sondern für das sie in den 90er Jahren auch mehrmals die Regie führte. Im gleichen Jahrzehnt war Andersson auch sehr häufig in Fernsehfilmen zu sehen und hatte mehrere Rollen in Hollywood.

Bekannt wurde Bibi Andersson jedoch vor allem durch ihre Zusammenarbeit mit Ingmar Bergman, sowohl auf der Theaterbühne als auch als Schauspielerin in zahlreichen  Filmen. Ihren Namen konnte man neben jenen von Nils Poppe, Ingrid Thulin, Liv Ullmann oder Victor Sjöström lesen, auch wenn sie nur selten die Hauptrolle als solches hatte, sondern oft erst an der dritten oder vierten Stelle zu finden war. Ihre Leistung war jedoch so bedeutend, dass Andersson bereits im Jahre 1958 in Cannes für Nära Livet als die beste Schauspielerin des Jahres ausgezeichnet wurde.

Bibi Anderssson begnügte sich jedoch nicht nur mit der Schauspielerei, sondern engagierte sich auch politisch. 1982 gründete sie den Verein Artister för fred und bis in die 90er Jahre engagierte sie sich in Hilfsprojekten im ehemaligen Jugoslawien. Im Jahre 2009, kurz nachdem die Arn-Filme und The Frost, an denen sie mitgewirkt hatte, in die Kinos kamen, erlitt Andersson in ihrem zweiten Wohnsitz in Südfrankreich einen sehr schweren Schlaganfall der sie bis heute an den Rollstuhl fesselt, ihr Kurzzeitgedächtnis zerstörte, und die Schauspielerin immer noch rund um die Uhr von der Hilfe anderer abhängig macht.


11. November 1599: Königin Maria Eleonara, die schönste Königin Schwedens
11. November 1882: Gustav VI. Adolf, der König mit Interesse für Archäologie
11. November 1887: Anton Nilson, ein Held als Verbrecher
11. November 2006: Das Weihnachtsmannmuseum im schonischen Sjöbo
11. November 2008: Lasse Sandberg und die Welt seiner Kinder
11. November 2008: Der Tag der Schokolade (Chokladens Dag) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 13. Oktober 2013

Harry Schein, der Gründer des Svenska Filminstitutets (SF)

Harry Schein wurde am 13. Oktober 1924 in Wien geboren, wurde jedoch von seiner Mutter im Alter von 14 Jahren nach Schweden geschickt, als in Österreich die Judenverfolgungen immer intensiver einsetzten. Die ersten Jahre in Schweden arbeitete Schein als Knecht im Småland, das er jedoch bereits nach wenigen Jahren verließ um in Stockholm Chemie zu studieren und sich auf die Reinigung von Wasser zu spezialisieren. Einige Jahre später übernahm der Chemiker dann sogar die Firma für die er arbeitete, brachte ihr den wirtschaftlichen Aufschwung um sie jedoch 1960 zu verkaufen und finanziell vollkommen unabhängig zu werden.

Harry Schein begann sich sehr früh für Film und Kultur zu interessieren und war von 1956 bis 1989 mit der schwedischen Schauspielerin Ingrid Thulin verheiratet. Nach dem Verkauf seiner Firma begann Schein dann am Aufbau des Svenska Filminstitutets zu arbeiten, das er 1963 in Form einer Stiftung gründete. In dieser Eigenschaft, und dank seiner Beziehungen, unter anderem zu Olof Palme, gelang es ihm die Vergnügungssteuer auf Filme abzuschaffen so dass von dieser Zeit an zehn Prozent der Kinotickets an das Filminstitut gehen konnten. Seinen Reformbewegungen ist auch zu verdanken, dass Regisseure wie Ingmar Bergman, Jan Troell und Bo Widerberg das schwedische Filmgeschehen zur weltweiten Anerkennung brachten.

Auch wenn das Leben von Harry Schein eine einzigartige Erfolgsgeschichte war, so verwandelte er sich die letzten Jahre seines Lebens in einen geistig verwirrten Alkoholiker, der durch seine Stürze nahezu ständig Verletzungen hatte. Sechs Jahre lang sprach er in seiner Luxusvilla in Danderyd von Selbstmord und aus dem einst eleganten Mann war ein reicher und oft unansprechbarer alter Mann geworden. In diesen Jahren unterschrieb Schein auch eine Schenkungsurkunde nach der er seine Villa einem Nachbarn überliess und er machte seine Geliebte Eva Fischer zur Universalerbin. Beides führte nach seinem Tode zu juristischen Kämpfen bei denen das Gericht entscheiden sollte ab wann und ob Schein unzurechnungsfähig war.


13. Oktober 1956: Harry Martinson, das Schicksal eines schwedischen Dichters 
13. Oktober 1962: Svensktoppen, die Hitliste des schwedischen Staatsfunks

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 23. September 2013

Tystnaden, das Schweigen, von Ingmar Bergman

Am 23. September 1963 hatte Ingmar Bergmans Film Tystnaden (Das Schweigen) parallel in den Kinos Röda Kvarn und Fontänen in Stockholm Premiere, ein Film, der als eines der großen Meisterwerke des Filmers betrachtet wird, auch wenn sehr viele Länder den Film damals nur zensiert vorführten, da man die sexuellen Szenen des Filmes als zu freizügig betrachtete. Selbst in Schweden entging der Film nur sehr knapp der Schere der Zensur und viele Kritiker betrachteten den Film zudem als nichtssagend, da Bergmann hier die Bilder sprechen ließ und die Schauspieler, in einer der Hauptrolle Ingrid Thulin, sehr viel schweigen ließ.

Ingmar Bergman realisierte Tystnaden in einem Jahr, das er sich eigentlich „frei“ nehmen wollte um sich, mit Hilfe seiner damaligen Frau, Käbi Laretei, ganz um Johann Sebastian Bach kümmern zu können. Auch wenn sich der Filmer dann nur sekundär um Bach kümmerte und vor allem an seinem neuen Film arbeitete, spielt Bach in Tystnaden eine Schlüsselrolle, denn während man im Radio die Goldbergvariationen hört, entsteht der einzige Moment im Film in dem sich alle handelnden Personen nähern und nahezu eine Verständigung entsteht.

Tystnaden ist ein Film, der die Unmöglichkeit der Kommunikation in unserer Gesellschaft zeigt, einer Gesellschaft, die nur an der Oberfläche schwimmt und tiefe Gefühle aussperrt.  Bergman drückt dieses Problem mit einer Handlung aus, bei der drei Personen bei der Rückreise aus dem Urlaub in einem fremden Land und in einer fremden Stadt bleiben müssen wo jede sprachliche Verständigung ausgeschlossen ist. Diese Situation wirkt sich auf die drei Hauptfiguren, zwei Schwestern und den 13-jährigen Sohn einer der Schwestern, sehr unterschiedlich aus und führt selbst dazu, dass die Verständigung innerhalb der Dreiergruppe abbricht, eine Verständigung, die vielleicht nie wirklich existierte.


23. September 1535: Katharina von Sachsen-Lauenburg, Königin von Schweden 
23. September 1885: Kristina Nilssons Gesang verursacht 20 Tote in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 7. Januar 2013

Ingrid Thulin, von Sollefteå nach Hollywood

Ingrid Thulin starb am 7. Januar 2004, umgeben von alle ihren Freunden, in Stockholm an Krebs, der erst wenige Jahre vorher festgestellt worden war. Thulin, die am 27. Januar 1926 in Sollefteå geboren wurde, machte drei Karrieren nahezu gleichzeitig, denn sie arbeitete als Schauspielerin, führte Regie und schrieb Filmmanuskripte. Als Schauspielerin ist sie eine der Ikonen Schwedens, denen es gelang eine Weltkarriere zu machen, auch wenn die Künstlerin immer eine Bindung zu ihrer Heimat verspürte und die die Karriere sie zwang fern von ihr zu leben.

Ihre Ausbildung zur Schauspielerin machte Ingrid Thulin an der Schauspielschule des renommierten Königlichen Dramatischen Theaters in Stockholm, dem Dramaten, wo sie auch ihre ersten Rollen bekam. Ihr Aufstieg ist jedoch mit dem Theater in Malmö und Ingmar Bergman verbunden, denn Bergman erkannte während seiner Zeit als künstlerischer Leiter des Theaters in Malmö das Talent der Schauspielerin und forderte von ihr Höchstleistungen, die sie zudem zwischen Theater und Film teilen musste.

Der erste der sieben Filme in denen Ingrid Thulin unter der Regie von Ingmar Bergman spielte war im Jahre 1957 in Smultronstället, wo die Schauspielerin Marianne spielte, die Schwiegertochter von Isak Borg. Auch als Bergman den Film Ett drömspel für das Fernsehen drehte, das Stück von August Strindberg, das ihn sein Leben lang inspirierte, wählte er Ingrid Thulin als die Tochter Indras. Ab dieser Zeit bricht die Karriere Thulins nicht mehr ab. Die Künstlerin spielte in rund 60 Filmen, führte die Regie bei drei Filmen und spielt Theater am Broadway, in Paris, London und Venedig.

7. Januar 1926: Die Thielska Galleriet, ein Kunstmuseum in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin