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Sonntag, 6. September 2015

Der Skandalschriftsteller und Spion Gustaf Ericsson

Gustaf Ericsson wurde am 6. September 1900 in Örebro als Sohn eines Polizisten geboren und gilt als extrem intelligent und unerhört belesen. Obwohl er selbst mit 16 Jahren die Schule abbrach, mit der Aussage, dass es für ihn sinnlos sei noch etwas zu lernen, da er ohnehin alles wisse was man für das Abitur benötige, schrieb er mit verstelltem Schreibstil die Prüfungsaufgaben und Abschlussarbeiten mehrerer seiner Mitschüler. Zur gleichen Zeit begann Ericsson, der sich bis gegen 1925 Eriksson schrieb, als Journalist zu arbeiten, allerdings nur,weil er sich bei den Redaktionen um fünf Jahre älter machte. Sein erwachsener Schreibstil erlaubte ihm jedoch für so renommierte Zeitungen wie Nerikes Allehanda, Stockholms-Tidningen oder Folkets Dagblad zu schreiben.

Auch wenn Gustaf Ericsson eine schnelle journalistische Karriere machte und bedeutende Aufträge erhielt, musste er schon nach wenigen Jahren ins freiberufliche Lager wechseln, da sich Ericsson in keiner Weise in die Redaktionen integrierte und auch sehr wenig von Presseethik hielt. Schon zu Beginn der 20er Jahre begann sich der mittlerweile freiberufliche Journalist auch nach anderen Einkommensquellen umzusehen. 1922 befand sich Ericsson in den USA, spielte eine Nebenrolle in einem Buster Keaton Film und veröffentlichte sein erstes Buch. Nach seiner Rückkehr aus Russland Ende 1923 erschien dann sein zweites Werk Bland fångar och filmhjältar i U.S.A., das vor allem in Russland in mehreren Auflagen erschien, aber auch in Schweden Aufsehen erregte.

Gustaf Ericsson, der auch unter zahlreichen Pseudonymen schrieb, arbeitete auch am Manuskript des Filmes Panik mit, der eine jüdisch-bolschewistische Konspiration gegen Ivar Kreuger zeigt, einem Mann, der ihn am meisten stützte. Inwieweit Ericsson auch als Spion arbeitete, ist bis heute offen, auch wenn er selbst mehrmals versicherte sowohl für den russischen als auch den englischen Geheimdienst gearbeitet zu haben. Seine Provokationen und sein eigenwilliges Verhalten, das sowohl eine extrem linke Neigung als auch einen faschistischen Einschlag zeigte, brachte Ericsson immerhin zwei Gefängnisstrafen ein, einmal wegen Spionage und ein anderes Mal wegen einem Verstoß gegen das Pressegesetz. Als Ericsson am 24. Februar 1967 starb, war er jedoch in Schweden kaum noch bekannt, da er sich nach  dem zweiten Urteil überwiegend im Ausland aufhielt und Schweden gerne in ein negatives Licht rückte.


6. September 1815: Der schwedische Sprachforscher Johan Ernst Rietz
6. September 1868: Axel Anders Teodor Hägerström, der Gründer der Uppsala-Schule
6. September 1893: Stefan Oljelund und die Arbeiterbewegung Schwedens
6. September 1910: Der Tod durch die Guillotine in Schweden
6. September 1965: Die schwedische Sängerin Louise Hoffsten 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 2. März 2013

Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord

Ivar Kreuger, der in Schweden oft als der König der Streichholzindustrie bezeichnet wird, wurde am 2. März 1880 in Kalmar geboren und war in den 20er Jahren der erfolgreichste Unternehmer des Landes, der nicht nur einen Großteil der Streichholzindustrie weltweit beherrschte, sondern einen gigantischen Konzern leitete und zu jenen Personen gehörte, die Europa nach dem Ersten Weltkrieg wieder aufgebaut hatten. Die notwendigen Gelder kamen aus der ganzen Welt, und auch von sehr vielen Aktiensparern Schwedens.

Der Ingenieur Ivar Kreuger war um diese Zeit jedoch nicht nur der bedeutendste Schwede in der Welt der Wirtschaft, sondern investierte in jedes zukunftsträchtige Geschäft. Unter anderem hatte er auch die Aktienmehrheit der Schwedischen Filmindustrie SF, die 1919 gegründet worden war. Die Probleme begannen für Ivar Kreuger mit dem Börsenkrach in New York im Jahre 1929 und entwickelten sich zu einem Chaos, das in Europa als der Kreuger-Krach bekannt wurde und ein Imperium zusammenbrechen ließ.

Der Kreuger-Krach wurde durch den Tod von Ivar Kreuger ausgelöst, der am 12. März 1932 tot in seiner Pariser Wohnung gefunden wurde. Für die französische Polizei war es unmittelbar Selbstmord, weil die Waffe neben dem toten Krüger gefunden wurde. Ein schwedischer Arzt schloss nach einer Untersuchung des Körpers den Selbstmord aus und ein möglicher Abschiedsbrief an Krister Littorin war merkwürdigerweise in Englisch verfasst statt dem üblichen Schwedisch. Kreuger hatte um diese Zeit tausende an Feinden und er hatte mächtige Personen ruiniert, was sicher mit der Grund dafür war, dass die verschiedensten Konspirationstheorien auftauchten. Die Todesursache ist bis heute nicht eindeutig geklärt, aber in regelmäßigen Abständen erscheinen Bücher, die den Tot des Industriellen beleuchten wollen.


2. März 1828: Frans Theodor Hedberg, ein Leben für das Theater
2. März 1911: Verhütung in Schweden - eine Straftat 
2. März 1913: Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin