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Donnerstag, 17. Juli 2014

Der schwedische Stummfilmregisseur Mauritz Stiller

Mauritz Stiller kam am 17. Juli 1883 in einer russisch-jüdischen Familie unter dem Namen Moshe Stiller im finnischen Helsingfors (Helsinki) zur Welt, verließ Finnland jedoch bereits als Jugendlicher um sich in Stockholm zum Schauspieler auszubilden. Bis Stiller dann 1912 von Charles Magnusson als Regisseur für das Svenska Biografteatern engagiert wurde, arbeitete er vor allem in der schwedischen Hauptstadt, erst nur als Schauspieler, später auch als Theaterregisseur.

Mauritz Stiller, der neben Victor Sjöström, zu den bedeutendsten Regisseuren der schwedischen Stummfilmzeit gehört, zeigte sich während der ersten Jahre im Filmgeschehen  extrem produktiv, denn zwischen 1912 und 1916 zeichnete er für nicht weniger als 34 Filme unterschiedlichster Art. Sein vermutlich bedeutendstes Werk dieser Zeit war der Film Vingarne nach der Vorlage eines Romans von Herman Bang und der Skulptur Vingarne von Carl Milles. Die Rahmenhandlung des Filmes, die für das Verständnis des typisch schwedischen Filmes wichtig ist, wurde jedoch bei allen Vorführungen außerhalb Schwedens entfernt.

Im Jahre 1922 gründete Mauritz Stiller, gemeinsam mit Sjöström, die Filmproduktion AB Svensk Filminspelning und zwei Jahre später realisierte er seinen bekanntesten Film „Die Gösta Berling Saga“ nach einem Roman von Selma Lagerlöf, der auch Greta Garbo den Durchbruch brachte. Nur zwei Jahre später ging Stiller, mit Garbo am Schlepptau, nach Amerika um in Hollywood zu arbeiten. Mauritz Stiller blieb jedoch nur vier Jahre lang in den USA und kehrte 1928 schwer krank nach Schweden zurück. Am 18. November des gleichen Jahres starb der Regisseur dann in Stockholm.


17. Juli 1210: Sverker den yngre (Sverker der Jüngere) unter päpstlichem Schutz
17. Juli 1782: Königin Lovisa Ulrika von Preußen
17. Juli 1862: Oscar Levertin, Autor, Literaturkritiker und Professor
17. Juli 1917: Graböffnung und Untersuchung der Wunde von Karl XII.
17. Juli 1951: Der schwedische Musiker Jan Hammarlund

Copyright: Herbert Kårlin

Way Out West, Musik in Göteborg Göteborger Kulturfestival 2013

Samstag, 2. März 2013

Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord

Ivar Kreuger, der in Schweden oft als der König der Streichholzindustrie bezeichnet wird, wurde am 2. März 1880 in Kalmar geboren und war in den 20er Jahren der erfolgreichste Unternehmer des Landes, der nicht nur einen Großteil der Streichholzindustrie weltweit beherrschte, sondern einen gigantischen Konzern leitete und zu jenen Personen gehörte, die Europa nach dem Ersten Weltkrieg wieder aufgebaut hatten. Die notwendigen Gelder kamen aus der ganzen Welt, und auch von sehr vielen Aktiensparern Schwedens.

Der Ingenieur Ivar Kreuger war um diese Zeit jedoch nicht nur der bedeutendste Schwede in der Welt der Wirtschaft, sondern investierte in jedes zukunftsträchtige Geschäft. Unter anderem hatte er auch die Aktienmehrheit der Schwedischen Filmindustrie SF, die 1919 gegründet worden war. Die Probleme begannen für Ivar Kreuger mit dem Börsenkrach in New York im Jahre 1929 und entwickelten sich zu einem Chaos, das in Europa als der Kreuger-Krach bekannt wurde und ein Imperium zusammenbrechen ließ.

Der Kreuger-Krach wurde durch den Tod von Ivar Kreuger ausgelöst, der am 12. März 1932 tot in seiner Pariser Wohnung gefunden wurde. Für die französische Polizei war es unmittelbar Selbstmord, weil die Waffe neben dem toten Krüger gefunden wurde. Ein schwedischer Arzt schloss nach einer Untersuchung des Körpers den Selbstmord aus und ein möglicher Abschiedsbrief an Krister Littorin war merkwürdigerweise in Englisch verfasst statt dem üblichen Schwedisch. Kreuger hatte um diese Zeit tausende an Feinden und er hatte mächtige Personen ruiniert, was sicher mit der Grund dafür war, dass die verschiedensten Konspirationstheorien auftauchten. Die Todesursache ist bis heute nicht eindeutig geklärt, aber in regelmäßigen Abständen erscheinen Bücher, die den Tot des Industriellen beleuchten wollen.


2. März 1828: Frans Theodor Hedberg, ein Leben für das Theater
2. März 1911: Verhütung in Schweden - eine Straftat 
2. März 1913: Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 3. Januar 2013

Victor David Sjöström, der Stern des schwedischen Stummfilms

Victor David Sjöström starb am 3. Januar 1960 im Sophiaheim in Stockholm, ein Schauspieler und Regisseur, der, neben Mauritz Stiller, die wichtigste Figur des schwedischen Stummfilms war. Eines seiner bedeutendsten Werke als Regisseur und Schauspieler gleichzeitig war die Verfilmung des Buches Jerusalem von Selma Lagerlöf im Jahre 1919, das unter dem Titel Ingmarssönerna in die Kinos kam. International berühmt wurde er als Schauspieler mit seiner letzten Rolle, als er in Ingmar Bergmans Smultronstället den alternden Arzt Isak Borg spielte.

Victor David Sjöström gehört zu jenen Filmgrößen, die mangels Geld nicht die Bühnenschule des Dramaten in Stockholm besuchen konnten und daher den Beruf über Theatergesellschaften lernen musste. Bevor Sjöström daher zum Film kam, war er zwischen 1898 und 1912 nahezu ständig mit wechselnden Theatergruppen in Schweden und Finnland auf Tournee. Als sich der Schauspieler daher im Februar 1912 von Charles Magnusson als Regisseur und Schauspieler für das Svenska Biografteatern engagiert wurde, hatte er mehr Erfahrung gesammelt als andere, die die offiziellen Wege zur Bühne nahmen.

Seine ersten Schritte im Film machte Victor David Sjöström im Film Vampyren, wo er unter Mauritz Stiller als Schauspieler arbeitete, damit er lernen konnte welche Unterschiede zwischen Theater und Film bestehen. Noch im gleichen Jahr war er dann Regisseur des Filmes Trädgårdsmästaren. Allein während der ersten fünf Jahre beim Svenska Biografteatern drehte Sjöström insgesamt 30 Filme. Auch wenn einige dieser Filme auch internationales Aufsehen erregten, so kam der Durchbruch für Sjöström erst 1917 mit der Verfilmung Henrik Ibsens Terje Vigen, der auch den internationalen Durchbruch des schwedischen Films brachte. Der Film war die bis dahin teuerste Produktion Schwedens und einer der ersten Filme weltweit, die in natürlicher Umgebung bei Nynäshamn eingespielt wurden.

Als 1919 das Unternehmen Svensk Filmindustri entstand, schuf Victor David Sjöström mit dem Film Körkarlen, bei dem er neue Tricktechniken anwandte, ein Meisterwerk, das ihn nach einer sehr positiven Kritik in der New York Times weltberühmt machte. Die Folge war, dass er 1923 bei der neu gegründeten Firma Metro-Goldwyn-Meyer in Hollywood zu arbeiten begann. 1930, nachdem er seinen ersten Tonfilm Bröllopsnatten noch in den USA gedreht hatte, kehrte Sjöström zurück nach Schweden, wo er nur noch zwei Filme drehte, darunter Markurells i Wadköping. Ansonsten wandte sich der Regisseur dann jedoch wieder der Schauspielerei zu. Am 1. Februar 1943 wurde er künstlerischer Leiter der Svensk Filmindustri.


3. Januar 1947: Nylonstrümpfe kommen nach Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Die schwedische Filmindustrie SF wird gegründet

Am 27. Dezember 1919 wurde durch einen Zusammenschluss der Firmen Svenska Biografteatern, das sowohl über Studios als auch mehrere Kinos verfügte, und der Filmindustri AB Skandia, das in den gleichen Sparten aktiv war, die AB Svensk Filmindustrie, die allgemein nur unter den beiden Buchstaben SF bekannt ist, gegründet und seit 1983 zum Medienkonzern Bonnier gehört, das in sechzehn Ländern arbeitet, insgesamt etwa 175 Firmen besitzt und den nordischen Medienmarkt dominiert.

SF oder Svensk Filmidustri wurde in den 50er und 60er Jahren in ganz Europa ein Begriff, da das Unternehmen sämtliche Ingmar Bergman Filme produzierte und vertrieb und dann in den 70er und 80er Jahren die Bücher Astrid Lindgrens verfilmte und international vermarktete. Unter der Leitung der Familie Bonniers trennte sich später die Kinokette SF Bio AB ab, die heute über die absolute Mehrheit der schwedischen Kinos verfügt und über Video on Demand über Kabel Filme in ganz Skandinavien anbietet.

Die publikumträchtigsten Errungenschaften von Svensk Filmindustri waren jedoch nicht die Kinos als solches und die Studios, die nicht immer mit Gewinn arbeiteten, sondern das sogenannte Filmjournal, das das Svenska Biografteatern bereits im Jahre 1914 eingeführt hatte und damit ein Filmjournal nach dem Model des französischen Pathé-film entwickelt hatte. Rund 50 Jahre war dieses SF-journalen die Nachrichtenquelle aller Schweden, denn nur im Kino konnte man vor den Filmen das wöchentliche Journal mit Nachrichten aus der ganzen Welt verfolgen.


27. Dezember 1832: Anna Wästberg, Dichtung und Theater im 19. Jahrhundert
27. Dezember 1978: Jonas Hassen Khemiri und das multikulturelle Schweden 
27. Dezember 1991: Das Wunder von Gottröra

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 21. November 2011

The Pirate Bay, ein Feind der Plattenindustrie

Am 21. November 2003 öffnete The Pirate Bay seine Trackerseite um Film- und Musikfreunden die Möglichkeit zu bieten ihre persönlichen Filme oder Musikaufnahmen mit anderen zu teilen. Die Server von The Pirate Bay selbst enthielten keinerlei Filme oder Musikstücke, sondern boten bereits zu Beginn nur die Möglichkeit ein Angebot zu finden und dann das Angebot in Form von Torrent-Files direkt von den verschiedenen Computern, die die gleichen Files anboten, in seinen eigenen Computer zu laden. Während des Ladens musste man jedoch die zahlreichen Einzelteile, die man erhielt, auch mit anderen teilen.

In sehr kurzer Zeit konnte man über The Pirate Bay Millionen von unterschiedlichen Filmen und Platten finden, wobei, nach Auffassung der Betreiber, diejenigen die internationalen Rechte beachten mussten, die ihre Files offen anboten, denn The Pirate Bay selbst unternahm keinerlei Zensur und überprüfte daher auch nicht die Urheberrechte der geteilten Musikstücke, Filme oder Hörbüchern. Die Anwender von The Pirate Bay nutzten diese Lücke sehr schnell, so dass nicht nur vergriffene oder freie Werke über die Leitungen flossen, sondern auch modernste Filme und aktuelle Musik, was insbesondere die amerikanische Filmindustrie zu stören begann.

Im Mai 2006 begannen dann die Probleme für The Pirate Bay, als die Polizei sämtliche Server des Providers beschlagnahmte bei dem The Pirate Bay eingemietet war, auch sämtliche Server der anderen Kunden des Unternehmens. Nach der Untersuchung von Rapport wurde diese Aktion auf Druck der amerikanischen Filmindustrie ausgeführt, was jedoch nicht bewiesen werden konnte. Nach drei Tagen nahmen dann Server in Amsterdam den Dienst wieder in nahezu voller Stärke auf. Obwohl The Pirate Bay behauptete, dass alle Werbeeinnahmen in neues Material und Dienste investiert werden, sprach das Svenska Dagbladet davon, dass die Werbeeinnahmen von The Pirate Bay bei mehreren hunderttausend Kronen im Monat liegen und die amerikanische Filmindustrie unterstrich, dass The Pirate Bay jeden Monat 60.000 Dollar Gewinn mache. Keine der Seiten hat je einen Beweis vorgelegt, aber der wirtschaftliche Gewinn ist der einzige Ansatzpunkt, damit gegen The Pirate Bay juristisch vorgegangen werden kann.

Am 4. Mai 2007 erklärt daher der Staatsanwalt Håkan Roswall, dass er gegen die Betreiber von The Pirate Bay Klage erheben wird wegen „Vergehen gegen das Urheberrecht“, obwohl die Voruntersuchung nur wegen Beihilfe eingeleitet wurde, da The Pirate Bay selbst keine Musik und keine Filme auf den Servern hatte. Am 7. April 2009 wurden dann die vier Verantwortlichen für The Pirate Bay in erster Instanz zu jeweils einem Jahr Gefängnis und zu einem Schadensersatz von 30 Millionen Kronen verurteilt. In der nächsten Instanz wurde dann die Gefängnisstrafe in allen Fällen herabgesetzt, der Schadensersatz jedoch auf 46 Millionen Kronen erhöht. Auch wenn gegenwärtig das Urteil Rechtskraft erlangt hat, so ist The Pirate Bay immer noch online und der Kampf der amerikanischen Film- und Schallplattenindustrie gegen The Pirate Bay setzt fort.

21. November 1875: Der schwedische Künstler Gottfrid Larsson
21. November 2005: Ein Tag ohne Musik in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin