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Mittwoch, 8. August 2012

Krebspremiere und Krebsfeste in Schweden

Die Krebspremiere oder Kräftpremiären, wie sie in Schweden heißt, fällt seit 1878 jedes Jahr auf den 8. August und geht darauf zurück, dass es ab 1878 zwischen dem 1. November und dem 7. August um 17 Uhr verboten war im Hjälmaren Krebse zu fangen, ein Verbot, das sich langsam über alle schwedischen Seen ausdehnte und verhindern sollte, dass Krebse in Schweden ausgerottet werden. Auch wenn dieses Verbot am 1. Januar 1994 aufgehoben wurde, so bleibt traditionell der 8. August der Tag an dem viele Schweden erstmals im Jahr Krebse essen.

Die Kräftpremiären wird in Schweden in der Regel mit der Kräftskivan verbunden, einem Fest unter Freunden bei denen nicht nur Krebse das wichtigste Gericht sind, sondern ein Fest, das auch mit viel Alkohol verbunden ist und an dem der Tisch oft mit allen Krebsattributen geschmückt ist, denn man verwendet Servietten mit Krebsmotiv, Lampions mit aufgedruckten Krebsen, Pappteller, die mit Krebsen verziert sind, setzt „Krebshüte“ auf und vieles andere mehr. Neben Krebsen findet man auf dem Tisch auch die üblichen Gerichte eines Smörgåsbordet und zum Schnaps singt man die typischen Schnapslieder.

Die Krebspremiere und die Kräftskivan haben allerdings nichts mit den in den letzten Jahren aufgetauchten touristischen Krebsfestivalen zu tun, die nichts mit Tradition zu tun haben, sondern immer mehr zu touristischen Festen werden. Das größte dieser schwedischen Krebsfestivale findet jeweils Mitte Juli in Glommen statt, wo man auf fünf Tage verteilt rund 30.000 Besucher zählt. Dieses Festival wurde erstmals 1996 gefeiert und ist mit allen möglichen Ereignissen zum Thema Krebs verbunden, wobei selbstverständlich auch Krebse als wichtigstes Gericht angeboten werden. In den letzten Jahren werden allerdings auch in Orten wie Vadstena, Motala oder Tidaholm Krebsfestivale im August zu öffentlichen Ereignissen, die Tourismus anziehen sollen, jedoch nichts mit den traditionellen Kräftskivor zu tun haben.


8. August 1973: Vilhelm Moberg und die schwedischen Auswanderer
8. August 1993: Eine JAS 39 Gripen stürzt in Stockholm ab 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 26. Januar 2012

Radon in schwedischen Häusern

Am 26. Januar 1979 schlug das schwedische Stråhlskyddsinstitutet (Institut für Strahlungsschutz) wegen den hohen Radonwerten in zahllosen schwedischen Häusern Alarm und informierte über das erhöhte Krebsrisiko der Bewohner dieser Häuser. Unmittelbar nachdem diese Information veröffentlicht wurde, begann mit der Sanierung, die allerdings bis heute noch nicht abgeschlossen ist, da man Eigenheimbesitzern bisher keinerlei Auflagen machte.

Wie viele Häuser in Schweden tatsächlich saniert werden müssen ist auch heute noch unbekannt, auch wenn man weiß, dass jedes Jahr etwa 500 Personen wegen den hohen Radon-Gehalten in ihren Häusern an Krebs erkranken. Allein in Gävle, wo man bisher in etwa der Hälfte der Häuser Messungen unternommen hat, konnte man bereits über 1000 Häuser mit zu hohem Radongehalt finden, wobei in einigen Häuser ein Wert von 2600 Becquerel gemessen wurde, was dreizehn Mal dem aktuellen Höchstwert entspricht.

Nach Hochrechnungen leben rund fünf Prozent aller Schweden in Häuser in denen die Radonwerte höher sind als der zugelassene Grenzwert, wobei jedoch nicht nur Häuser betroffen sind, die zwischen 1929 und 1981 mit Blaubeton gebaut wurden, was man eine Zeit lang annahm, sondern auch alte Holzhäuser, die auf Grundstücken mit hohen Radongehalten liegen. Da nach dem WHO der Grenzwert für Radon auf 100 Becquerel reduziert werden soll, ist zu vermuten, dass bis zu 20 Prozent aller Schweden in ungesunden Häusern leben, die dringend saniert werden müssten.

26. Januar 1924: Alice Nilsson, die schwedische Sängerin Alice Babs

Copyright: Herbert Kårlin