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Dienstag, 13. Februar 2018

Der schwedische Künstler Pelle Swedlund

Als Pelle Swedlund am 13. Februar 1947 in Gävle starb, gehörte er zu jenen Künstlern, die in offiziellen Kreisen nahezu unbekannt waren, obwohl er noch 40 Jahre vorher bedeutende Ausstellungen hatte und über viele Jahre hinweg auch der Intendant der Thielska Gallerie in Stockholm war. Dieses Problem hing vor allem damit zusammen, dass Swedlund ein Einzelgänger unter den schwedischen Künstlern war und sich bei seinen Gemälden kaum um künstlerische Strömungen Schwedens kümmerte, sondern seinen eigenen Weg gehen wollte.

Pelle Swedlund kam am 6. Oktober 1865 als Sohn eines Lehrers in Gävle zur Welt und begann 1885, nach seiner Hochschulreife, ein Studium an der Universität Uppsala zum Lehrer. Sehr schnell entdeckte Swedlund jedoch seine Neigung zur Kunst und bereits 1889 wechselte er zur Kunstakademie über um dort drei weitere Jahre zu studieren. Die folgenden 20 Jahre verbrachte der Künstler dann nahezu ständig im Ausland, wobei seine bedeutendsten Gemälde während seiner Aufenthalte in belgischen Brygge und der Sommeraufenthalte auf Visby entstanden, die man heute in den größten Museen Schwedens finden kann.

Pelle Swedlund zeichnete sich insbesondere als Landschaftsmaler aus, wobei er zwar, wie viele seine Kollegen, vom Symbolismus der Zeit geprägt wurde, diesen jedoch mit den nationalromantischen Gefühlen verband und dabei Gemälde schuf, die geradezu mystisch wirken und auf Grund seines Symbolismus teilweise unverständlich bleiben, da Swedlund davon ausging, dass seine Werke mit dem Gefühl betrachtet werden müssen. In späteren Jahren verzichtete der Künstler auch auf jede Perspektive und ersetzte die Motive durch ausgeprägte Farbflächen, was sicher auch einer der Gründe war, warum Swedlund nach seinem Tod nahezu vergessen wurde.


13. Februar 1660: Karl X. Gustav stirbt an einer Blutvergiftung
13. Februar 1822: Die schwedische Uhrmacherin Betty Linderoth
13. Februar 1834: Der schwedische Künstler Alfred Wahlberg
13. Februar 1843: Der schwedische Künstler Georg von Rosen
13. Februar 1950: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus
13. Februar 1995: Metro, die kostenlose Tageszeitung Schwedens
13. Februar 2003: Tore Fredrik Wretman und die schwedische Kochkunst

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Die Sängerin und Schauspielerin Anita Lindblom

Anita Lindblom kam am 14. Dezember 1937 in Hille, heute ein Stadtteil Gävles, zur Welt und begann ihre künstlerische Karriere als Balletttänzerin. Im Jahr 1956 nahm Lindblom ihre erste Single Ljuva ungkarlstid auf, die zwar kein Erfolg wurde, aber dazu führte dass sie ein Jahr später in der Revue Scalarevys das Lied När den svenska flickan kysser, kysser hon med öppen mun sang und damit in ganz Schweden bekannt wurde und bald überall im Land in Revuen auftrat, unter anderem bei Hagge Geigert in Uddevalla und Kar de Mumma im Folkan in Stockholm.

1961 kam dann der Durchbruch Anita Lindbloms als Sängerin, mit der schwedischen Version des Welthits Milord, der bis heute mit Edith Piaf verbunden wird. Im Oktober des gleichen Jahres erschien auch Lindbloms bekanntestes Lied Sånt är livet, das nicht nur zu den schwedischen Tophits gehörte, sondern auch unter dem Titel "Laß die Liebe aus dem Spiel" in die deutschen Hitparaden einzog und die Sängerin unsterblich machte, da die Rundfunkhörer Schwedens die Aufnahme zum größten Hit aller Zeiten ernannten. Letztendlich wurde das Cover Lindbloms in Europa bekannter als die Originalversion You Can Have Her von Roy Hamilton.

Bereits Ende der 60er Jahre, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, begannen dann die Probleme für Anita Lindblom, denn die Presse interessierte sich mehr für die etwas turbulente Ehe mit dem Boxer Bo Högberg und ihre Steuerschulden als ihre Arbeit als Sängerin und als Schauspielerin und Lindblom zog in ein kleines Dorf beim südfranzösischen Cannes, wo sie heute noch sehr zurückgezogen lebt. Zweimal kehrte Lindblom für ihre Arbeit kurze Zeit nach Schweden zurück, aber ihre Lebensweise schien der Presse immer noch wichtiger als ihre Leistung. Ein Versuch eine neue Karriere in den USA zu beginnen, scheiterte an einer schwedischen Umzugsfirma, die sämtliche ihrer Möbel und ihren Flügel zerstörten ohne je einen Schadenersatz zu bezahlen. Seit dieser Zeit ist Anita Lindblom auch nicht mehr nach Schweden zurückgekehrt und hält nur sehr wenige ihrer früheren Kontakte aufrecht.


14. Dezember 1503: Sten Sture der Ältere,einer der Helden Schwedens
14. Dezember 1774: Anders Berch, der erste Nationalökonom Schwedens
14. Dezember 1915: Der schwedische Arzt Åke Senning
14. Dezember 1917: C. H. Hermansson und der politische Kampf in der Literatur
14. Dezember 1917: Der Dala-Demokraten erscheint zum ersten Mal
14. Dezember 1988: Christer Pettersson und der Mord an Olof Palme

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 18. Juli 2016

Der schwedische Künstler Johnny Mattsson

Johnny Mattsson wurde am 18. Juli 1906 in Gävle geboren und fand über seinen Vater, der in seiner Freizeit Holzarbeiten machte, angefangen von Buchregalen bis zu Skier, seine Berufung. Mit der Liebe zu Holz gründete Mattsson im Jahre 1941 in Gävle die Firma Gävleslöjd, wo er Leuchter, Stehlampen und selbst Teller aus Holz herstellte und verkaufte. Privat begann er auch figurative und abstrakte Holzskulpturen herzustellen, meist aus Holz, das er beim Abriss alter Häuser fand, oft also auch aus altes Teak und Mahagoni. Seine Spezialität wurde dabei das Herstellen von Trinkgefäßen nach einer Idee, die er beim Besuch des Museums in Gävle hatte.

Während Johnny Mattsson die ersten Jahre vor allem im Kunsthandwerk arbeitete, ging er ab den 50er Jahren mehr und mehr auf Kunst über. Aufmerksamkeit erregte Mattsson als er in diesen Jahren den Varbergsbocken, die Ziege Varbergs, schuf, dem Wappentier der Stadt, das er dem Dalahäst nachempfand und ebenfalls rot bemalte. Seine Fähigkeit als Holzschnitzer verbreite sich immer mehr und Mattsson erhielt Aufträge aus ganz Schweden, wobei hierbei bis heute die Grenze zwischen Kunsthandwerk und Kunst kaum zu finden ist, da sich die Arbeit Mattssons in keinerlei Schablone pressen lässt.

Der Durchbruch als Künstler kam für Johnny Mattsson, der am 9. Februar 1970 im Alter von 63 Jahren in Gävle starb, als er im Jahre 1951 Besuch des Indententen des Gävleborgs Länsmuseum erhielt, denn dieser war von den Arbeiten Mattssons so beeindruckt, dass er ihn mit Künstlern wie Henry Moore und Jean Asp gleichstellte. Philibert Humbla hatte nämlich auf Anhieb gesehen, dass der Künstler eine eigene Formsprache geschaffen hatte bei der das Material über die endgültige Form des Objekts entscheidet und nicht der Künstler einen Zwang auf das Objekt ausübt. Nach diesem Besuch folgte eine Ausstellung im Museum in Gävle, der sehr viele weitere Ausstellungen in Schweden folgen sollten, insbesondere jene des Jahres 1952 in der Nordiska Kompaniet in Stockholm.


18. Juli: Der Tag des Bieres in Schweden
18. Juli 1210: Sverker den yngre (Sverker der Jüngere) unter päpstlichem Schutz
18. Juli 1667: Elias Palmskiöld rettet wertvolle schwedische Dokumente
18. Juli 1812: Der Frieden in Örebro, Frieden zwischen Schweden und Großbritannien
18. Juli 1871: Die Stockholms Centralstationen, der größte Bahnhof Schwedens
18. Juli 1881: Adolf Fredrik Munck und das Liebesleben von Gustav III.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 31. Januar 2015

Nils Ericson und die schwedische Eisenbahn

Nils Ericson kam am 31. Januar 1802 als Sohn eines Bergwerkvogts in Långbanshyttan im Värmland zur Welt, allerdings noch mit dem Familiennamen Ericsson, den er leicht veränderte als er in den Adelsstand erhoben wurde. Gemeinsam mit seinem Bruder, dem Erfinder John Ericsson, begann er unter Baltzar von Platen, den Göta Kanal zu bauen und lernte dabei als Ingenieur alles was man in jener Zeit über den Bau von Kanälen erfahren konnte. Als einer der bedeutendsten Kanalbauer des 19. Jahrhunderts war er daher auch für zahlreiche andere Kanäle des Landes verantwortlich, unter anderem den Säffle-Kanal und den Dalslands Kanal.

Ab 1830 übernahm Nils Ericson dann die Verantwortung für das größte Kanalwerk Westschwedens, den Kanal in Trollhättan, dessen Umbau ihn 14 Jahre lang an Trollhättan fessel sollte. Allerdings sollte der Ingenieur nach Beendigung der Arbeiten in Trollhättan nicht mehr ausschließlich an Kanälen und der Stockholmer Slussen arbeiten, sondern auch auf seine Kenntnisse als ehemaliger Befestigungsoffizier zurückgreifen und für den gesamten Stadtplan Gävles nach dem Großbrand des Jahres 1869 verantwortlich sein., eine Aufgabe, die den Ingenieur ebenfalls mehrere Jahre beschäftigte.

Als Mitte des 19. Jahrhunderts der Eisenbahnbau in Schweden in Fahrt kam, sollte Nils Ericson eine neue Aufgabe finden, denn der Ingenieur wurde damit beauftragt die Pläne für sämtliche Eisenbahnlinien im südlichen und zentralen Schweden auszuarbeiten. Zwischen 1854 und 1862 hat Ericson vier Eisenbahnstrecken geplant, darunter die Strecke von Göteborg nach Stockholm. Jede Brücke, die man heute auf den vier Strecken findet, wurde von Ericson geplant, da er nicht nur für den Verlauf der Strecke verantwortlich war, sondern auch mit der Planung und Ausarbeitung der Eisenbahnbrücken beauftragt war.


31. Januar 1208: Die Schlacht bei Lena (Slaget vid Lena)
31. Januar 1838: Der schwedische Dekormaler Fritz Ahlgrensson
31. Januar 1902: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden 
31. Januar 1972: Fritiof Nilsson Piraten und die überspitzte Selbstdarstellung
31. Januar 1976: Evert Taube, der abenteuerlichste Künstler Schwedens 

31. Januar 1982: Tomas Gustafson und der Weltrekord im Eisschnelllauf

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 22. Dezember 2014

Der schwedisch Schwergewichtsboxer Anders Eklund

Anders Eklund, der in der schwedischen Boxwelt als Lillen Eklund bekannt ist, kam am 22. Dezember 1957 in Skutskär im Uppland zur Welt und war nach dem legendären Ingemar Johansson der einzige Schwede der im Schwergewicht Karriere machte. Sein Beiname Lillen (der Kleine) war im Grunde ironisch gemeint, denn Eklund war nahezu zwei Meter groß und wog nicht weniger als 117 Kilogramm. Verzweifelt versuchte er über Jahre hinweg den Kosenamen Lillen gegen Viking auszutauschen, aber ohne jeden Erfolg.

Anders Eklund betrat im Alter von 18 Jahren im Trainingslokal des Sportklubs BK Falken in Gävle erstmals einen Boxring. Sein Trainer, Tommy Antman, forderte von Eklund das Äußerste, nach dem Motto „der Junge wird ein Boxer oder er beendet das Training“. Eklund blieb und wurde in relativ kurzer Zeit ein zu fürchtender zukünftiger Boxer. Als er dann 1976 im Volkspark in Gävle erstmals öffentlich kämpfte, weigerte sich sein Gegner nach der ersten Runde weiterhin gegen Eklund anzutreten. Damit waren die Weichen endgültig gestellt und ein Jahr später war der Amateurboxer schwedischer Jugendmeister im Schwergewicht. 1979 nahm Eklund dann sowohl in der Jugendmannschaft als auch bei den Senioren an der Europameisterschaft in Köln teil.

Die erste große Herausforderung kam für Anders Eklund mit dem Ausscheidungskampf zur Olympiade in Moskau. Die Sensation dabei war, dass der unerfahrene Eklund im dritten Ausscheidungskampf gegen Roger Andersson diesen in der dritten Runde durch ein KO eliminierte. Als Amateur stand Eklund, der am 1. April 2010 in Uppsala starb, 81 mal im Boxring und gewann 57 Mal. Da der professionelle Boxkampf um diese Zeit in Schweden verboten war, boxte Ekelund ab 1982 für Dänemark, behielt jedoch seinen schwedischen Wohnsitz im Uppland bei. In dieser Zeit gelang es Eklund zu den 15 weltweit besten Boxern aufzusteigen. Als der Sportler 1990 seine Karriere beendete, konnte er als professioneller Boxer auf 19 Siege, fünf verlorene Kämpfe und ein Unentschieden zurückblicken.


22. Dezember 1775: Der Buchdrucker Nils Magnus Lindh wird zum Verleger
22. Dezember 1854: Der schwedische Künstler Bengt Erland Fogelberg
22. Dezember 1878: Carl Wilhelm Böttiger, der wissenschaftliche Lyriker Schwedens
22. Dezember 1952: Johan Göth und die Lokalgeschichte Smålands
22. Dezember 1984: Jonas Erik Altberg, bekannt als Basshunter
22. Dezember 1998: Brandattentat auf das Stockholmer Kaufhaus PUB

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 3. Juli 2014

Die schwedische Sängerin Molly Sandén

Molly Sandén wurde am 3. Juli 1992 in Stockholm geboren und entschied sich bereits in ihrer Kindheit für eine Karriere in der Welt der Musik. Wie auch ihre beiden Schwestern, besuchte sie die auf Musik ausgerichtete Grundschule Adolf Fredriks Musikklasser, der eine Ausbildung am Gymnasium Rythmus folgte. Auf ihre Karriere als Sängerin bereitete sich Sandén in der Band Helges All Stars vor, wo sie auch andere jugendliche Sängerinnen wie Amy Diamond, Zara Larsson und andere heute bekannte Sängerinnen traf. Helges Studio in Gävle bereitet noch heute Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren auf eine Gesangskarriere vor.

Die Solokarriere begann für Molly Sandén im Jahre 2006, als sie Schweden mit Det finaste någon kan få im Junior Eurovision Song Contest in Bukarest repräsentierte und dort den dritten Platz errang. Es folgten Fernsehauftritte und Molly sang im Duett mit Magnus Carlsson, Markoolio und Ola Svensson. Bereits 2007 war die Sängerin Teil der Diggilootourné und trat neben Künstlern wie Charlotte Perelli und Lotta Engberg auf. Mit 16 gehörte Molly Sandén dann zur Gruppe der Sängerinnen, die in ganz Schweden bekannt waren, obwohl sie um diese Zeit noch das Gymnasium besuchte und daher ihre Auftritte einschränken musste.

Zwei Jahre bevor Molly Sandén dann die Schule abschloss, nahm sie an der schwedischen Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest teil, kam zwar unmittelbar ins Finale im Globen, landete dort jedoch mit Så vill stjärnorna nur auf dem elften Platz. Als die Sängerin drei Jahre später mit Why Am I Crying erneut ins schwedische Finale der Vorausscheidung zum ESC kam, landete ihr Lied auf dem fünften Platz und nur wenig später erschien Sandéns zweites Album Unchained, das einen beachtlichen Verkaufserfolg zeigte. Ihr drittes Album bereitete Molly Sandén dann 2013 in Los Angeles vor, ein Album von dem sie selbst sagt, dass sie nun ihren eigenen Stil gefunden hat. Neben Gesang ist die Sängerin seit 2013 auch in Mode und Design aktiv, unter anderem auch mit einem eigenen Webshop.


3. Juli 1720: Der dritte Frieden von Stockholm
3. Juli 1746: Die schwedische Königin Sofia Magdalena von Dänemark
3. Juli 1811: William Chalmers, Gründer der Technischen Hochschule in Göteborg
3. Juli 1942: Gunilla Bergström und der kleine Willi Wiberg
3. Juli 1988: Der Åmselemord und ein Fahrraddiebstahl

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 16. Oktober 2012

Ulf Ivar Nilsson und die gezeichnete Gesellschaftskritik

Der Journalist, Schriftsteller und Karikaturist Ulf Ivar Nilsson, geboren am 16 oktober 1946 in Bollnäs, arbeitete von 1966 bis 1989 beim Arbetarbladet in Gävle, einer Stadt, die er in gewisser Weise nie verlassen hat, obwohl er mittlerweile in Stockholm wohnt und eine Medienfirma betreibt. Ulv Ivar Nilsson zeichnet aber weiterhin für Gävle und das Gästrikland, eine Tätigkeit, der er ursprünglich nur neben seiner Arbeit als Journalist und Reporter nachging.

Seine Karriere als Karikaturist begann der Journalist indes gleichzeitig mit seinen ersten journalistischen Schriften, auch wenn Ulf Ivar Nilssson damals noch nicht ganz klar war, dass ihm gerade diese Zeichnungen den großen Erfolg bringen sollten, denn bereits nach wenigen Jahren an Veröffentlichungen im Arbetarbladet kamen auch Anfragen vom Svenska Dagbladet, von der Norrskensflamman und schließlich auch Aufträge von Verlagen, die von ihm Illustrationen für Märchenbücher wollten.

Aber was macht eine Karikatur von Ulf Ivar Nilsson so einmalig? Vielleicht einfach die Tatsache, dass er sich an zeitnahen Themen heranmacht, die von nationalem und internationalem Interesse sind. Vielleicht aber auch die Tatsache, dass er mit seinen Karikaturen auch eine Geschichte erzählt, die meist mit schwedischem Verhalten zusammenhängt. Geradezu ein Sammelwerk wurde seine Geschichte Gävles in Form von Karikaturen, die seit 2002 jedes Jahr von der Stadt veröffentlicht wird und, im Gegensatz zu normalen Projekten einer Stadt, dieser sogar einen Gewinn beschert.


16. Oktober 1901: Erste schwedische Antarktisexpedition
16. Oktober 1944: Bunny Ragnerstam, Gesellschaftskritik im Kriminalroman 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 20. September 2012

Großbrände in Gävle

Durch die Lage am Meer war Gävle, wie jede Stadt an der Küste, im Laufe der Geschichte immer wieder Angriffen ausgeliefert, aber entkam dabei selbst dem Brandschatzen der russischen Armee im Jahre 1719, als zahlreiche der Städte an der Ostsee Opfer der Flammen wurden. Weitaus weniger glücklich war die Stadt jedoch mit Bränden, die wegen Unachtsamkeit im Ort selbst ausbrachen und dabei mehrmals Gävle nahezu dem Erdboden gleich machten.

Einer der fünf überlieferten Großbrände in Gävle brach am 20. September 1776 gegen vier Uhr Nachmittag im Dachstuhl eines Wohnhauses aus und griff auch auf das Nachbarhaus über. Im Grunde war dieser Brand relativ harmlos, aber zum einen herrschte an diesem Freitag ein sehr starker Wind, der die Gefahr erhöhte und zum anderen war die Mehrheit der Bewohner beim Fischfang, so dass nicht genügend Kräfte zum Löschen vorhanden waren. Dieser Umstand führte dazu, dass insgesamt 156 Gebäude dem Erdboden gleich gemacht wurden.

Auch wenn dieser Brand am 20. September nicht der größte Brand war von dem die Stadt heimgesucht wurde, so hat er jedoch das Bild Gävles am meisten verändert, da man die Stadt nicht mehr im alten Stil aufbaute, sondern das Stadtbild neu plante, was zum heutigen Straßennetz der Innenstadt führte. Außerdem wurde nach dem Brand, im Auftrag von Gustav III., das heutige Rathaus vom Architekten Carl Fredrik Adelcrantz gebaut, das mit seinem rokoko-klassischem Stil den Rathausplatz dominiert. Allerdings wurden Teile des Gebäudes nach einem weiteren Brand im Jahre 1869, als das Rathaus beschädigt wurde, nochmals in einigen Details verändert.


20. September 1396: Der Beschluss in Nyköping verändert die schwedische Regierung
20. September 1937: Monica Zetterlund, ein Leben im Rampenlicht und im Schatten
20. September 1974: Olle Hedberg, der Autor, der seine Vergangenheit verbrannte 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 26. Januar 2012

Radon in schwedischen Häusern

Am 26. Januar 1979 schlug das schwedische Stråhlskyddsinstitutet (Institut für Strahlungsschutz) wegen den hohen Radonwerten in zahllosen schwedischen Häusern Alarm und informierte über das erhöhte Krebsrisiko der Bewohner dieser Häuser. Unmittelbar nachdem diese Information veröffentlicht wurde, begann mit der Sanierung, die allerdings bis heute noch nicht abgeschlossen ist, da man Eigenheimbesitzern bisher keinerlei Auflagen machte.

Wie viele Häuser in Schweden tatsächlich saniert werden müssen ist auch heute noch unbekannt, auch wenn man weiß, dass jedes Jahr etwa 500 Personen wegen den hohen Radon-Gehalten in ihren Häusern an Krebs erkranken. Allein in Gävle, wo man bisher in etwa der Hälfte der Häuser Messungen unternommen hat, konnte man bereits über 1000 Häuser mit zu hohem Radongehalt finden, wobei in einigen Häuser ein Wert von 2600 Becquerel gemessen wurde, was dreizehn Mal dem aktuellen Höchstwert entspricht.

Nach Hochrechnungen leben rund fünf Prozent aller Schweden in Häuser in denen die Radonwerte höher sind als der zugelassene Grenzwert, wobei jedoch nicht nur Häuser betroffen sind, die zwischen 1929 und 1981 mit Blaubeton gebaut wurden, was man eine Zeit lang annahm, sondern auch alte Holzhäuser, die auf Grundstücken mit hohen Radongehalten liegen. Da nach dem WHO der Grenzwert für Radon auf 100 Becquerel reduziert werden soll, ist zu vermuten, dass bis zu 20 Prozent aller Schweden in ungesunden Häusern leben, die dringend saniert werden müssten.

26. Januar 1924: Alice Nilsson, die schwedische Sängerin Alice Babs

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 31. Dezember 2011

Der Weihnachtsbock in Gävle brennt nieder

Auch wenn man den Ursprung des schwedischen Weihnachtsbocks nicht so genau kennt, da er seinen Ursprung sowohl in der schwedischen Mythologie haben kann, da Thors Wagen von zwei Böcken über den Himmel gezogen wurde, als auch darauf zurückführen kann, dass man im frühen Schweden eine Ziege zu Weihnachten aß, so bleiben beim Weihnachtsbocks aus Gävle keine Geheimnisse offen, da dieser überdimensionale Bock erstmals im Jahre 1966 auftauchte.

Der Weihnachtsbock aus Gävle hat seit seinem ersten Erscheinen seine Gestalt beibehalten, denn das Gerüst wird aus Holzstämmen und Zweigen errichtet, die dann von Stroh ummantelt werden. Seit 1966 wird dieser Weihnachtsbock am Ersten Advent an der gleichen Stelle der Stadt errichtet, auch wenn die Verantwortlichen für den Bock immer wieder einmal änderten. Der erste Weihnachtsbock auf dem Slottsberget in Gävle war indes nichts anderes als eine ausgefallene Werbeaktion des Unternehmers Stig Gavlén.

Vermutlich wäre der 13 Meter hohe, sieben Meter lange und drei Tonnen schwere Weihnachtsbock auch nur eine einmalige Aktion geblieben, wenn er nicht pünktlich um Mitternacht des 30. Dezembers 1966 einem Brandanschlag zu Opfer gefallen wäre. Durch diesen Anschlag wurde dem Weihnachtsbock in Gävle eine Wichtigkeit gegeben, die dazu führte, dass er seither jedes Jahr errichtet wird, und, bis auf wenige Ausnahmejahre, regelmäßig einem Brandanschlag zum Opfer fällt. Der diesjährige Bock wurde bereits am 2. Dezember, trotz Webkamera und Bewachung, in Brand gesteckt, lange vor dem Weihnachtsfest. Ab diesem Jahr kann man nun durch den Kauf eines Plüschbocks aus Gävle einen Beitrag für die Bewachung im kommenden Jahr leisten.

31. Dezember 1987: Der erste private Fernsehkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin