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Mittwoch, 30. Januar 2019

Die schwedische Zivilverteidigung

Am 30. Januar 1937 entschied die schwedische Regierung eine Organisation zur Zivilverteidigung einzurichten, den Sveriges Civilförsvarsförbund, da die Regierung der Meinung war, dass eine landesübergreifende Vereinigung mit zahlreichen lokalen Vereinen die Zivilbevölkerung besser auf einen eventuellen Kriegsfall vorbereiten kann als ein staatliches Amt. Nach einer umfassenden Ausbildung- und Informationskampagne gelang es dem Verband zur Zivilverteidigung rund 160.000 Mitglieder anzuziehen und 3000 Ausbildern gelang es rund 200.000 Privatpersonen auszubilden, die bei einem kriegerischen Angriff unmittelbar die notwendigen Schritte für die Bevölkerung ergreifen sollten.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs verlor der Sveriges Civilförsvarsförbund an Bedeutung und die Mitgliederzahl ging rapide nach unten. Die Ursache hierfür war, dass man in den 50er Jahren der Überzeugung war dass es sich beim nächsten Krieg um einen Atomkrieg handeln werde bei dem die existierenden Schutzräume nahezu alle unbrauchbar wären. Hinzu kam, dass die Regierung plante beim Eintritt des Ernstfalles die Städte zu evakuieren und die Bevölkerung darüber aufzuklären wie jeder sich am besten selbst schützen kann. 1986 übergab die Regierung dann die Verantwortung für den Verband ganz den Gemeinden.

Nach dieser Veränderung wurde der Verband der Zivilverteidigung völlig neu geordnet, so dass man nun in sämtlichen Gemeinden des Landes 191 Lokalvereine findet, die insgesamt rund 20.000 Mitglieder haben. Auch das Ziel dieser Vereine änderte sich, denn heute spricht man nicht mehr von einem möglichen Krieg, sondern die Vereine wollen die Bürger auf jede Art von Krise vorbereiten. Die Hauptaufgabe erstreckt sich daher darauf die Bevölkerung darüber zu informieren wie man sich auf einen längeren Stromausfall vorbereiten kann, welche Vorräte man in isolierter Lage benötigt und wie man sich zu verhalten hat wenn das Trinkwasser verunreinigt ist und nicht mehr zum Genuss geeignet ist. Aus der Zivilverteidigung wurde auf diese Weise mehr der Zivilschutz.


30. Januar 1658: Über das Eis und den Großen Belt zum Frieden von Roskilde
30. Januar 1716: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz
30. Januar 1813: Adam Smedberg und die Erweckungsbewegung in Närke
30. Januar 1896: Die schwedische Internatsschule Lundsberg
30. Januar 1927: Der schwedische Ministerpräsident Olof Palme 
30. Januar 1941: Erik Lindorm, ein Anarchist wird zum Schriftsteller
30. Januar 1945: Die größte menschliche Katastrophe auf der Ostsee
30. Januar 1982: Tora Dahl, die Bewältigung einer unehelichen Geburt
30. Januar 1982: Der schwedische Architekt Björn Hedvall
30. Januar 2009: Ingo (Ingemar Johansson) wird Weltmeister im Schwergewicht

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 29. August 2013

Die schwedische Krone wird um zehn Prozent abgewertet

Bereits im Jahre 1951 hatte sich Schweden einem internationalen Währungssystem angeschlossen, dem Bretton-Woods-System, das den amerikanischen Dollar und damit die amerikanischen Goldreserven als Basis hatte, ein System, das 1971 ins Wanken kam, als sich die USA entschieden die Bindung an das Gold aufzugeben. Die schwedische Krone war dadurch in nichts mehr abgesichert und als es in Schweden dann zu bedeutenden Preissteigerungen und Lohnerhöhungen kam, war dieses System nicht mehr haltbar und Schweden kündigte zum Jahre 1973 das Abkommen.

Da jedoch eine unabhängige Krone für Schweden nicht in Frage kam, entschied sich die Regierung noch im März des gleichen Jahres sich dem Europäischen Wechselkursverbund anzuschließen, die von der deutschen Mark dominiert wurde. Als Schweden jedoch immer mehr in die Krise rutschte und die Krone um zehn Prozent abwerten wollte, sträubte sich die Gemeinschaft dagegen, die maximal sechs Prozent zulassen wollten, was für die schwedische Wirtschaft jedoch unzureichend war. Um die eigene Währung zu retten, war Schweden daher gezwungen bereits 1977 wieder aus dem EKV (Europäisches Wechselkursverbund) auszutreten.

Eine Abwertung der Krone um drei Prozent im Jahre 1976 und die im Jahre 1976 noch von dem EKV genehmigten sechs Prozent zu Beginn des Jahres 1977 reichten immer noch nicht aus um die schwedische Wirtschaft zu stabilisieren, so dass es bereits am 29. August 1967 zu einer weiteren Abwertung von zehn Prozent kam, die allerdings noch nicht die letzte Abwertung der Krone war, denn 1981 folgte eine weitere mit zehn Prozent und 1982 noch eine mit 16 Prozent, was sich auch als starke Belastung für den vorherigen Modell-Wohlfahrtsstaat auswirkte. Im Jahre 1992 hat sich Schweden entschlossen zum freien Valuta überzugehen, die nur noch vom schwedischen Wachstum beeinflusst wird.


29. August 1708: Olof von Dalin: Fortschrittliche Kritik und konservative Geschichte
29. August 1915: Ingrid Bergman, eine Karriere mit Unterbrechungen
Copyright: Herbert Kårlin